Jegliches braucht seine Zeit

30.11.2012 um 09:50 Uhr

Doch nix ...

Tja, was soll ich sagen?! Es wäre auch zu schön gewesen, wenn mit meiner Hüfte alles wieder gut wäre. Gestern startete ich einen Testlauf – im wahrsten Sinne des Wortes. Erst fühlte sich danach alles soweit gut an aber nach ein paar Stunden waren die Schmerzen wieder da. Zwar nicht so stark, wie vorher aber eben doch sehr deutlich da. Menno … ich will wieder Laufen gehen können. Ich werde rappelig ohne diese Bewegung. Ich brauche das einfach. Montags geht’s erst mal wieder zum Onkel Doktor.  Mal sehen, was der da noch machen kann …Traurig

28.11.2012 um 13:58 Uhr

Düster

Boah, die Dunkelheit ist ein Graus für mich ... Echt, ich kann das nicht ab. Nicht nur, dass es eh schon nicht wirklich hell wird - selbst wenn, ist es eh um 17 Uhr stockefinster! Mag! Ich! Nicht! Kommt mir jetzt bloß nicht mit: Ist doch gemütlich so bei Kerzenschein und dann noch so um Weihnachten ist doch romantisch und überhaupt ... NEIN! ICH! WILL! SONNE! Warum wird nicht wenigstens die doofe Winterzeit mal abgeschafft? Dann wär es wenigstens ne Stunde später dunkel. Zwar auch ne Stunde später hell aber morgens stört mich die Dunkelheit weit weniger als abends. Vielleicht sollte ich mir mal ne Tageslichtlampe anschaffen, um meinem Körper wenigstens Tageslicht zu simulieren. Noch 23 Tage und es wird zum Glück langsam wieder heller ... Betonung liegt (leider) auf: langsam ...

26.11.2012 um 18:20 Uhr

Ärztliches Lob

So, heute war ich also bei meinem Orthopäden, um die immer wiederkehrenden Schmerzen in der rechten Hüfte abzuklären. Ich schilderte dem Arzt zu Beginn die Art der Beschwerden, wann sie auftraten, wie es weh tat, ab wann nicht mehr und wann erneut usw. usw. Als ich geendet hatte, lächelte er mich an und sagte: "Diesen Vortrag eben hätte man aufnehmen sollen!"
Ich war irritiert. Irritiert und verunsichert. Ich dachte, er fand ihn irgendwie amüsant - oder übertrieben detailliert. Manchmal komme ich mir selbst blöd vor mit meiner analytischen Art, die auch vor gesundheitlichen Beschwerden nicht Halt macht. Ich kann einfach nicht anders: alles aber auch wirklich alles beobachte ich und stelle Zusammenhänge fest. Schaue, was durch was bedingt ist usw. usw. Ich will irgendwie immer verstehen, wie etwas ist und vor allem: warum. Keine Ahnung, warum ich so bin aber ich bin so.
Auch keine Ahnung, warum ich heute und auch sonst in erster Linie immer erstmal schlecht von mir selbst denke, denn der Arzt fuhr zu meiner Überraschung nicht kritisierend fort: "Doch, das hätte man wirklich aufnehmen sollen und im Sprechzimmer vorführen, damit andere Patienten mal wissen, wie man kurz und präzise Beschwerden schildert. Vielen muss man alles aus der Nase ziehen und andere beginnen bei ihren Schilderungen bei Adam und Eva. Andere sind zu unpräzise und sagen einfach auf die Frage WANN es weh tut 'immer'. Aber bei Ihnen da eben - das war genau richtig. Alle wichtigen Informationen kurz und knapp auf das Wesentliche reduziert. Ich selbst habe keine Fragen mehr."
Ich war so erleichtert, ich weiß gar nicht warum ... Irgendwie gab mir das ein wenig Bestätigung, dass ich in dem, wie ich bin, nicht doch irgendwie völlig verkorkst bin. Grad heute bin ich emotional eh ziemlich durch den Wind, da war dieses positive Feedback die schönste Behandlung, die er mir geben konnte. Meine Hüfte hat er dann auch noch behandelt. Da war was leicht ausgerengt und dadurch auch verspannt. Ich soll noch zwei Tage warten und dann testen, ob Joggen wieder geht. Vielleicht wars das dann schon. Toll gemacht, Herr Doktor - in jeder Hinsicht!

23.11.2012 um 07:20 Uhr

Etwas entlastet

Der neueste Verdacht einer ernsten Erkrankung einer nahen Angehörigen hat sich zum Glück nicht bestätigt. Ein Glück, ein Glück, ein Glück ... Ich hätte nicht gewusst, wie ich das auch noch hätte tragen sollen. Nach wie vor fühle ich mich die meiste Zeit sehr dünnhäutig und verletzlich.
Ich muss zu Kräften kommen. Mein Urlaub war ja leider nicht so hilfreich, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Sauna war wenig entspannend wegen dem dabei in meiner Brust randalierendem Herzen. Joggen ging am Ende auch nur mäßig, weil meine rechte Hüfte begann weh zu tun. Tollerweise tut sie das noch immer, wenn ich Joggen gehe. Ergo: grad geht Joggen nicht. Für mich eine Höchststrafe!
Joggen gibt mir einfach einen nötigen Ausgleich physisch und psychisch und darauf zu verzichten ist fast unerträglich. Aber es hilft ja nichts. Ich glaube nicht, dass ich was Ernstes habe in der Hüfte - tippe eher auf Verspannungen, die sich bilden, denn nach einem Tag sind die Schmerzen immer gleich wieder weg. Nur wie verhindern? Montag befrage ich meinen Orthopäden dazu. Ich bin irgendwie nur noch bei Ärzten, habe ich den Eindruck. Ich werde echt alt irgendwie ...

20.11.2012 um 19:46 Uhr

Verwirrte Konfessionen

Morgen haben wieder einmal zig Bundesländer einen freien Tag, nur wir nicht - wie so oft. Wir sind eingach zu evangelisch hier. Also zumindest die anderen ich nicht. Aber mit meiner Konfession, das ist eh ein wenig verworren. So ganz ursprünglich war ich nämlich mal römisch-katholisch. Tjaha! Und das hier in der Evangelen-Hochburg. Da meine Mutter mir aber den katholischen Religionsunterricht ersparen wollte (tut mir leid an alle Katholiken aber ist so), meldete sich mich kurzerhand als evangelisch bei allen Behörden, der Schule und überhaupt. So wirklich belegen hatte sich das niemand lassen, denn sonst wären sie eben über das "römisch-katholisch" in meiner Geburtsurkunde gestolpert.

So wurde ich also zu lutherisch-evangelisch, was dann später auch auf meiner Lohnsteuerkarte stand. Kurz ins Schleudern kam ich selbst dann, als ich zum Standesamt ging, um aus der Kirche auszutreten. Mit Kirche und Glauben hatte ich nie wirklich etwas am Hut, weswegen es nur die logische Konsequenz war, auch lohnsteuertechnisch der Kirche den Rücken zu kehren. Da saß ich dann also bei der freundlichen Dame von Amt, die mich fragte, aus welcher KIrche ich denn austreten wolle. Ich war plötzlich verunsichert: tja, aus welcher Kirche eigentlich? Meiner ursprünglichen oder der, der ich später dann angehörte, wenn auch nie so ganz offiziell? Sie bemerkte mein Zögern und fragte schließlich, welche Konfession denn auf meiner Lohnsteuerkarte stehen würde. Ach sooo ... das war einfach: Evangelisch-lutherisch!

Ich trat also bei den Evangelen aus. Ganz streng genommen bin ich aber noch römisch-katholisch, denn aus dieser Kirche bin ich ja nie ausgetreten. Habe ich dann morgen auch frei? Das wäre toll ...

19.11.2012 um 19:11 Uhr

Leichtigkeit wäre schonmal etwas ...

Was ist nur los seit 2006 in meinem Leben ... Irgendwie ist seitdem die Leichtigkeit dahin. Irgend etwas, was mich massiv belastet ist seitdem immer: Arbeitslosigkeit, Zukunftsängste, Zeitverträge, schwere Erkrankungen innerhalb der Familie, Todesfälle, mein Kater, der scher krank war und schließlich eingeschläfert werden musste, meine kleine Katze, die chronisch krank war und die ich mit blutendem Herzen wieder abgeben musste, weil ich mir die medizinische Versorgung damals nicht leisten konnte und, und, und ... Wo ist nur die Leichtigkeit geblieben? Ich wäre so gern mal wieder unbeschwert ...

17.11.2012 um 13:02 Uhr

Zwiegespräch

Meine Ärztin ist toll - ganz ehrlich. Die Behandlung bei ihr bezieht immer den Menschen mit ein. Ihn, seine aktuelle Situation und alles, was noch in die körperlichen Beschwerden mit reinspielen könnte. Ja und irgendwie gibt sie mir immer die richtigen Impulse. Das war schon bezüglich des Haarausfalls so, zu dem sie sagte: "Vielleicht gehört das jetzt einfach zu Ihnen!?" Erst wehrte ich mich innerlich dagegen aber dann ... ja, vielleicht gehört der jetzt wirklich einfach zu mir. Es gibt ja keine wirklichen Alternativen, die ich anwenden kann oder will. Hormone kommen nicht in Frage und täglich Hartoniken auftragen bis zu meinem Lebensende - nein danke! Also akzeptierte ich es. Es ist, wie es ist. Letztlich bekomme ich auch keine Glatze. Die Haare wachsen permanent nach - fallen nur eben schneller aus, als sie sollten. Sie werden nie mehr wirklich voll werden. Gut, es ist, wie es ist.

Nun gab sie mir einen weiteren guten Impuls. Ich ließ nochmals mein Herz bei ihr untersuchen, weil mich das wilde Klopfen im Urlaub in der Sauna einfach beängstigte. Sie bekräftigte nochmals ihre Diagnose: psychosomatisch - alles gut im Prinzip. Der Ruhe-EKG ist absolut normal. Wir redeten über die Dinge, die mich momentan belasten und sie gab mir Tipps zur Entspannung. Außerdem sagte sie wieder einen entscheidenden Satz: "Versuchen Sie nicht das Negative in dem Herzklopfen zu sehen, sondern das Positive. Denken Sie: Ich spüre mein Herz schlagen. Es zeigt, dass es arbeitet."

Ich nahm das an und dachte darüber nach. Ich versuchte mein Empfinden umzukehren und es gelang mir tatsächlich das Klopfen nicht mehr als Bedrohung zu empfinden. Dann geschah etwas Interessantes: Ich begann auf mein Herz zu hören in den letzten Wochen. Ich beobachtete genau, wann es begann stärker zu schlagen und wann es ruhiger wurde. Ich wehrte mich nicht mehr, sondern hörte zu. Ich hörte, was es versuchte mir zu sagen und ich sah und spürte, wo ich bei mir etwas ändern muss. Ich muss mit bestimmten Dingen anders umgehen, gelassener werden, besser und schneller reagieren. Dadurch, dass ich so genau spüren konnte, was mich wann wie belastet, konnte ich viel über mich lernen. Ja und nun, da ich mich nicht mehr wehre und Angst habe, sondern ohne Angst höre, was mein Herz zu sagen hat, ist es plötzlich langsam ruhiger geworden. Es klopft kaum noch, weil es mir endlich sagen konnte, was es mir schon seit Monaten sagen wollte. Manchmal muss man nur genau hinhören ...

09.11.2012 um 14:24 Uhr

Auge in Auge

Während meines Urlaubes sah ich mich bei jedem Frühstück suchend um, weil jemand fehlte. Nicht im Frühstücksraum, sondern draußen, denn bei meinem letzten Aufenthalt dort gab es ein Eichhörnchen, dass munter von Baum zu Baum hüpfte. Wegen seiner wagemutigen Sprünge hatten wir es damals "Geronimo" genannt.
Doch diesmal: kein Geronimo weit und breit. Jeden Tag schaute ich suchend in den Bäumen vor der Terasse umher aber nichts da - kein Eichhorn weit und breit. Ob er wohl den letzten Winter nicht überstanden hat? Oder vielleicht nur umgezogen?
Doch dann beim letzten Frühstück geschah das Unglaubliche: plötzlich löste sich ein kleines Eichhörnchen aus den Bäumen und hoppelte über die Veranda. Ganz eindeutig: das war Geronimo! Zu erkennen an seiner außergewöhnlich dunklen Färbung. Ja und dann kam er direkt auf mich zu und sprang auf einen kleinen Absatz vor dem Fenster, an dem ich saß. Er stellte sogar noch ein Füßchen an die Scheibe und schaute hinein und mich direkt an. So schauten wir schweigend und ich bereute 1. dass ich meinen Fotoapparat nicht dabei hatte und 2. dass uns eine Scheibe trennte und 3. dass ich weder eine Nuss dabei hatte, noch diese überreichen konnte. Das war wirklich eine unerwartete Begegnung aber ich war froh und glücklich, dass sich Geronimo so besonders von mir verabschiedet hatte.