Jegliches braucht seine Zeit

26.12.2012 um 14:18 Uhr

Ruhe

Weihnachten ist fast vorbei und nun kommt die Zeit, die ich jedes Jahr am liebsten mag. Die Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr. Irgendwie kehrt dann immer Ruhe in mir ein. Ich kann das alte Jahr loslassen und mich für das neue vorbereiten. Ich halte Rückschau - erinnere mich an das, was in diesem Jahr und auch in den vergangenen passierte. Manchmal schaue ich alte Fotos an oder lese alte Briefe. Manchmal räume ich auf und bringe neue Ordnung in Schränke oder Schubladen. Ich mag diese Zeit irgendwie.

21.12.2012 um 15:02 Uhr

Wut

So vieles hat sich geändert, so ein weiter Weg wurde zurückgelegt und dennoch ... Es gibt nach wie vor so vieles, was ich einfach nicht verstehe und was mich manchmal so unendlich wütend und traurig macht. Wütend, weil der Weg nicht konsequent zuende gegangen wird und ich nicht verstehe warum, zumal mir manche Umstände einfach zu schaffen machen und schon längst so nicht mehr notwendig wären.

Wütend, weil ich nicht verstehe, warum der andere Beteiligte nach fast 3 Jahren es noch nicht einmal in Angriff genommen hat, sich eine eigene Arbeit zu suchen oder sich wenigstens beim Arbeitsamt zu melden, um einen Kurs oder eine Umschulung oder sonstwas zu bekommen. Soll sich einer ewig abbuckeln, um alle zu versorgen und der andere trägt überhaupt nicht dazu bei? Ich könnte ausflippen! In meinem Weltbild ist es eh nicht nachvollziehbar, warum einer zuhause hockt, während der andere 40 Stunden arbeitet. Tut mir leid aber ich verstehe es nicht, denn dafür gibt es heutzutage keinen, aber auch gar keinen Grund! Selbst wenn man wegen eines Kindes eine zeitlang aussetzt und das ist ok, kann man dann aber doch irgendwann mal wieder selbst Geld verdienen, verdammt nochmal! Spätestens dann, wenn sich die Situation geändert hat. Nur wer soll da Druck machen? Ich kann es nicht und selbst mich da einzumischen wäre nicht richtig vermutlich, denn ich bin da die Falsche. Nur warum macht niemand Druck?

Wütend und traurig, weil ich wie ein Tabu behandelt werde. Weil sich keiner dafür interessiert, wer ich bin oder ob wir glücklich sind - ob er glücklich ist. Man duldet, dass ich da bin aber mehr auch nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich fehl am Platz bin, weil es da schon eine Familie gibt, zu der ich eh niemals gehören werde. Der Platz an seiner Seite ist innerhalb der Familie nach wie vor belegt und wird es wohl auch immer bleiben. Zu Weihnachten finden sich alle zusammen und ich gehöre nicht dazu und werde es vermutlich auch nie.

Vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl wirklich zu jemandem zu gehören, würde mit ihm zusammenziehen und ihn sogar heiraten. Ausgerechnet hier geht es aber nicht, weil unsere Beziehung irgendwie verkrampft abläuft. Weil auf die Gefühle aller Rücksicht genommen wird und ich am Ende so oft zu kurz komme. Den anderen kann man ja nicht zumuten, dass da eine andere mit in der Wohnung ist, dass sich der Mann scheiden lässt, dass es ein Leben nach einer Trennung gibt und einer glücklich ist, auch wenn es der andere nicht ist. Was traurig ist aber jeder ist für sein Glück letztlich nunmal selbst verantwortlich. Ja und so braucht eben alles unendlich viel Zeit und ich habe mich damit abzufinden. 

Ich würde so gern alles besser verstehen aber es gelingt mir nicht und das ist etwas, was ich schwer ertragen kann: Menschen und Umstände nicht verstehen. Meine Welt ist so anders. In meiner Welt ist es legitim und ok und verständlich, wenn sich jemand trennt und eine neue Beziehung beginnt. In meiner Welt ist es normal, dass beide arbeiten gehen. In meiner Welt ist es normal, wenn man getrennte Leben führt, wenn man getrennt ist.

Ich habe ganz sicher an vielen Stellen überzogen und bin auch ganz sicher an vielen Stellen ungerecht aber ich bin grad wütend. Und traurig ...

15.12.2012 um 14:53 Uhr

Lichtblick

Eben war ich eine kleine Runde Joggen aber gaaaanz laaaangsam, wie es mein Physiotherapeut mir geraten hat. Ich traute mich ja gar nicht mehr zu Joggen, weil ich Angst hatte, dass ich einen Rückfall provoziere oder irgendwas dauerhaft kaputt mache am Schleimbeutel in der Hüfte. Er riet mir aber dazu, es zu machen - nur eben wirklich langsam, um die Belastung gering zu halten.
Wie hier alle vermuteten: der Mann kennt sich wirklich aus! Er hat sofort gesagt, dass das wie ein Problem des Schleumbeutels an der Hüfte klingt. Hatte er sogar selbst schon einmal, als er - genau wie ich - im Urlaub zu oft Joggen war. Er hat mir auch Übungen gezeigt, mit denen ich die Hüftmuskulatur stärken kann und Dehnungsübungen, mit denen ich den Schleimbeutel beruhigen kann. Die habe ich eben im Anschluss an das Joggen gemacht und harre nun hoffend darauf, dass die Beschwerden diesmal nicht wieder stärker werden.
Ach und was war das schön eben draußen! Für alle Winterfans: tut mir leid das sagen zu müssen aber ich bin absolut glücklich darüber, dass die weiße Unpracht nun wegtaut und wir Plusgrade haben! Eben war es so schön! Die Sonne schien mir ins Gesicht und ich konnte ihre Wärme spüren. Das war fast wie Frühling. So gut habe ich mich jetzt schon lange nicht mehr gefühlt!

13.12.2012 um 13:50 Uhr

Katzentraum

Letzte Nacht träumte ich, dass ich irgendwo war, wo mehrere Menschen waren, die ich nicht richtig kannte. Ich war dort zu Besuch und irgendwie fremd. Eine Katze kam, die sehr alt war und legte sich in meine Nähe. Ihr Kopf sank ganz müde zu Boden und eine Person neben mir sagte: „Schau mal, sie stirbt.“ Auch ich hatte gleich bemerkt, dass sie im Begriff war zu sterben. Ich war ganz berührt davon diesem Moment beizuwohnen. Ich streichelte sie und sprach beruhigend auf sie ein. Ich erfuhr, dass sie bereits 18 Jahre alt war – also eine richtige Seniorin.

Dann war ich etwas weiter weg von der Katze und die Menschen, die mir fremd waren, fingen an sie zu piesacken. Sie versuchten sie zum Aufstehen zu bewegen. Ich war schockiert und fand das so unglaublich wenig einfühlsam und absolut respektlos. Ich brachte sie dazu aufzuhören, weil die Katze Ruhe brauchte für ihre letzten Momente.Ich nahm sie auf den Arm, um sie zu beschützen und setzte sie schliesslich wieder ab. Als ich auf meinen Arm sah, waren da viele Zecken und Flöhe, die von der Katze waren. Ich versuchte sie schnell abzuwischen und dachte, dass ich das auf mich nehmen würde und in Kauf nehmen müsse, um ihr zu helfen, weil es sich nicht vermeiden liess das sich die Parasiten auf mich überliefen.

Da plötzlich sprang die Katze auf und „alberte“ herum, wie es übermütige Katzen manchmal tun. Sie putzte sich auch, was Katzen nur tun, wenn sie sich wohl und gesund fühlen. Sie wirkte plötzlich ganz jung und agil. Die fremden Menschen sagten: „Schau mal, was deine gute Pflege bewirkt hat, sie wirkt wieder wie jung!“

12.12.2012 um 14:53 Uhr

Wunder der Technik

Seit Kurzem habe ich ein Smartphone. Neue Technik hat bei mir eigentlich immer den selben Effekt: ich bin begeistert und beherrsche bald alle Funktionen rein intuitiv. Endlich kann ich ausserdem unterwegs online gehen-oder, wie gerade eben, während ich beim Kardiologen sitze und darauf warte zu den einzelnen Untersuchungen geschleust zu werden. Heute also lasse ich zur Sicherheit nochmal abklären, was es mit dem merkwürdigen Herzklopfen auf sich hat. Prompt klopft mein Herz grad wieder stärker, als sei es dadurch beunruhigt, dass es unter die Lupe genommen wird. Eine Stunde bin ich schon hier und 1-2 werden noch folgen. Ich hoffe, der Akku hält so lange ... ; )

10.12.2012 um 13:24 Uhr

In der Hüfte nichts Neues

Der zweite Termin bei meinem Orthopäden neulich war nicht so überzeugend, wie der erste. Diesmal war er genau so, wie ich Ärzte nicht mag: Eilig, wenig auskunftsfreudig und fast schon ein wenig genervt bei Nachfragen. Ich versuchte ihm zu schildern, dass die Schmerzen nach dem Joggen in der rechten Hüfte wiedergekommen waren, wenn auch nicht so stark, wie zuvor. Er renkte mir daraufhin zwei Lendenwirbel ein - warum erklärte er nicht und sagte noch nicht einmal vorher, was er machen würde. Danach drückte er mir eine Überweisung zur Physiotherapie in die Hand. Wieder: keine Erklärung, was die dann machen sollen, noch eine Erklärung, was denn nun eigentlich mit mir los ist.
Ich konnte ihn grad noch fragen, ob denn sicher sei, dass das Gelenk selbst nicht betroffen ist. Etwas unwillig sagte er dazu, dass er davon überzeugt sei, sonst hätte seine 1. Behandlung ja gar nichts bewirkt. Mich überzeugte das nicht wirklich. 1. Hat er weder geröntgt, noch sonst was, um einen Gelenkschaden auszuschließen, noch ist meiner Meinung nach 2. auszuschließen, dass die Schmerzen diesmal geringer waren in der Hüfte, weil diese sich einfach erholt hat in der Zwischenzeit. Solche Artbesuche finde ich wirklich ganz furchtbar. Man fühlt sich absolut allein gelassen.
Heute habe ich meinen ersten Termin bei der Physiotherapie und werde die mal befragen, was mit mir los ist - eventuell sind die auskunftsfreudiger, als mein Arzt ...

06.12.2012 um 18:03 Uhr

Erledigt

Ich bin so erledigt momentan ... Total erledigt und fühle mich völlig überfordert. Leider weiss ich auch nicht genau, wie ich das ändern soll. Aktuell fühle ich mich absolut unwohl damit. Seit langem - vielleicht sogar zum ersten Mal - gehe ich ungern arbeiten. Am liebsten würde ich den Kopf in den Sand stecken und warten, bis alles vorbei ist und sich wer anderes darum gekümmert hat ...