Jegliches braucht seine Zeit

26.02.2013 um 07:04 Uhr

Nun ist es amtlich

Laut Internet ist das der dunkelste Winter seit 43 Jahren. So wenig Sonne gab es selten. Also kam mir das nicht nur so vor. Ich erinnere mich an kalte aber helle Wintermonate in der Vergangenheit. Aber dies Jahr ... Kalt, weiß und dunkel. Hoffendlich endet das wirklich bald, wie es versprochen wird. Aber: ich höre nun morgens die Amseln singen, andere Vögel bauen ihre Nester aus. Neulich flogen Gänse über das Haus, die zurück gekehrt sind. Ganz eindeutig: der Frühling kann nicht mehr fern sein. Tiere irren diesbezüglich nicht!

25.02.2013 um 15:19 Uhr

Düstere Zeiten

Sonnenstunden für die nächsten 4 Tage: 1,5. Was das in Prozent bedeutet, rechne ich mir lieber gar nicht aus. Aber es ist Besserung in Sicht: zum Wochenende wird es deutlich wärmer und vor allem: heller werden! Oh ja, bitte: Sonne!

23.02.2013 um 17:45 Uhr

Dinge, die man gar nicht braucht

Gestern Abend, als ich endlich zuhause war, stellte ich nur noch schnell eine Maschine Wäsche an und machte es mir auf dem Sofa gemütlich. So dachte ich zumindest ... Als die Wäsche durch war, ging ich hin, um sie aufzuhängen und dachte nur: "Nanu? Die ist ja noch nass?!", ignorierte diesen Umstand aber gekonnt und stellte einfach nochmal eine Runde schleudern ein. Seltsamerweise war die Wäsche auch nach dem nächsten, übernächsten und überübernächsten Schleudergang klatschnass. Dies hing direkt damit zusammen, wie ich dann einsehen musste, dass die halbe Waschmaschine noch voll Wasser war. Groß-ar-tig!
Ich probierte und probierte und musste irgendwann einsehen, dass absolut nichts mehr zu machen ist, da die Maschine offensichtlich nicht mehr abpumpte. Ergo: Pumpe kaputt! Reparieren indiskutabel, denn die Maschine stammt noch aus einer Zeit, in der man solche Geräte für die Ewigkeit baute. Ich hatte sie mal geschenkt bekommen - so vor 8 - 9 Jahren. Damals war sie schätzungsweise auch schon über 10 Jahre alt. Also weit über schrottreif. Tja und nun schlug also ihr letztes Stündlein - pünklich zum Wochenendbeginn. Statt also auf dem Sofa zu entspannen, wrang ich per Hand Wäsche aus und war schnell der Meinung, dass Frauen früher ganz sicher absolut muskulös gewesen mussten, wenn sie solche Tätigkeiten regelmäßig machten. Fittnesstudios sind ganz zurecht erst später erfunden worden!
Als die Wäsche versorgt war, ging es daran das verfluchte Wasser aus der Maschine zu bekommen: erst schöpfte ich, dann holte ich per Scheuertuch den Rest heraus und der ganz letzte Rest kam über das Fusselsieb, indem ich auch diesen mit dem Scheuertuch auffing. Gefühlte Stunden später war es vollbracht! Tja, und nun? Keine Waschmaschine mehr ... Mir dämmerte eigentlich sofort, dass es sich dabei um ein Gerät handelt, dass man einfach haben muss. Die Vorstellung nun in der nächsten Woche die alte Maschine in den Keller zu schleppen, irgendwo eine neue zu kaufen und nach Hause zu schleppen, erfüllte mich mit absoluter Bockigkeit. Keine! Lust! Nö! Nö! Nö!
Extrem kurz entschlossen wählte ich den bequemen Weg: bestellte eine neue Waschmaschine im Internet. Diese wird Freitag Nachmittag bereits geliefert und die alte Maschine nehmen die für einen geringen Aufpreis auch mit. Perfekt! Manchmal genieße ich es sehr, dass ich mir so etwas mittlerweile einfach mal so erlauben kann, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen ...

22.02.2013 um 13:02 Uhr

Erschütterung

Ich habe vorher noch nie jemanden, den ich gut kenne, gesehen, der todkrank ist. Ich wusste, dass sie sich verändert haben würde, da wir uns eine Weile nicht gesehen haben. Ich wusste, dass ich mich darauf vorbereiten musste. Auf den Anblick, die Veränderung und meine Gefühle dabei. Das, was mich dann aber erwartete, traf mich völlig unvorbereitet. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe nicht geahnt und mir vorstellen können, wie sehr eine Krankheit einen Menschen zeichnet, verändert und auszehrt. Vor mir war eine völlig fremd wirkende Person, die mich vage an jemanden erinnerte, den ich einmal kannte. Mich erschütterte der Anblick bis ins Mark. Ich kämpfte damit, mir mein Entsetzen bei der Begrüßung nicht anmerken zu lassen. Ich bemühte mich, meine Betroffenheit, mein Mitleid und meine Trauer nicht zu sehr widerzuspiegeln. Ich versuchte einfach nur da zu sein, zuzuhören und den ewigen Beobachter in mir abzuschalten. In manchen Momenten wäre ich am liebsten geflüchtet, weil ich es kaum aushalten konnte und schämte mich dafür. Wie wenig präsent der Tod in unserem normalen Leben doch ist – wie weit weg. Hier war er sehr präsent – er lag direkt vor mir; hatte ganz deutlich seine Hände bereits ausgestreckt. Wie zerbrechlich sie wirkte, wie schmal, wie eingefallen. Das Bild verfolgte mich den ganzen restlichen Tag und die ganze Nacht. Ich habe permanent das Bild im Kopf – auch in meinen Träumen. Noch immer bin ich völlig erschüttert.

20.02.2013 um 07:37 Uhr

Ein Angebot

Ich muss dringend mein Selbstbild revidieren! Ich arbeite nun schon eine Weile an dem neuen Projekt, das mich zunächst in Angst und Schrecken versetzt hatte, wie mich immer alles erst einmal in Angst und Schrecken versetzt. Meine innere Stimme ruft sofort ängstlich: „Schaff ich das? Kann ich das?“ Aber auch leicht bockig: „Ich will das nicht machen!“

Bisher hatte man mir keinerlei Feedback gegeben, ob man mit meiner Arbeit zufrieden ist oder nicht – bis man mich neulich zum Gespräch bat … In meinem Kopf spielten sich zig Szenarien ab, was kommen könnte. Die Bandbreite ging von: „Ich glaube, Sie sind hier in der Firma falsch“, bis hin zu (wenn auch nicht wirklich ernsthaft): „Wollen Sie nicht fest bei uns einsteigen?“ Was soll ich sagen?! Es war die zweite Variante! Man will mich fest im Team und quasi meinem alten Team abwerben. Sowas … MIIICH? Also sowas …

Ich habe gründlich darüber nachgedacht und mich dennoch dagegen entschieden – aus ganz verschiedenen Gründen. Aber wer hätte das gedacht: ich fing mit Zeitverträgen hier an und nun schlägt man sich quasi darum, mich im Team zu haben … Höchste Zeit und vielleicht auch ein idealer Zeitpunkt, um endlich mal mehr Geld zu verlangen! Fröhlich

14.02.2013 um 07:50 Uhr

Es hakt

Blogigo ist ja neulich auf einen neuen Server umgezogen. Seitdem hakt es aber irgendwie. Ich bekomme z. B. keine aktuelle Statistik mehr angezeigt bzw. seit dem 10.02. wird gar nicht mehr angezeigt, wie viel Besucher auf meinem Blog waren. Heute fiel mir dann auf, dass ich außerdem keinerlei Benachrichtigungen mehr erhalte, wenn einer meiner Blogs kommentiert wurde. Was ist nur los?  Traurig
 
P.S. und nun bin ich auf einmal auf der englischen Seite von Blogigo gelandet, nachdem ich beim Klicken auf einen Beitrag plötzlich ausgeloggt war und mich neu einloggte.

13.02.2013 um 18:16 Uhr

Immun

Die grassierende Grippe geht offensichtlich an mir vorbei. Dabei weilte sie wild fiebernd ganz in meiner Nähe. *juhu* Meine Immunabwehr ist also wieder da! Nichts hab ich - gar nichts. Drei Tage fühlte ich mich wie ein Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann, denn wenn die Grippe zuschlägt, dann urplötzlich, wie ich neulich beobachten konnte. Krank von jetzt auf gleich. Aber auch heute: nichts - gar nichts. Ich bin völlig gesund. Vielleicht bin ich gar immun? Könnte man ein Serum aus mir gewinnen? An wen muss ich mich wenden? Fröhlich

12.02.2013 um 15:32 Uhr

Die richtigen Worte

Männer sind manchmal etwas – sagen wir mal: schwer zugänglich, wenn sie krank sind. Zum Arzt sind sie nur mit Mühe zu bewegen und Medikamente sind sowieso erst einmal blöd und werden ignoriert. Erst Recht die, die nur vage in die Kategorie „Medikamente“ fallen, wie z. B. Tropfen zur Stärkung des Immunsystems. Möchte man einem Mann diese „schmackhaft“ machen, muss man die richtigen Worte dafür finden.

Falsch:

Wozu soll ich die nehmen?

Die Stärken dein Immunsystem!

(Dolle skeptischer Blick, der verrät, dass hier nichts mehr zu holen ist) Was machen die???

Ach nichts, vergiss es ...

Richtig:

Wozu soll ich die nehmen?

Die Stärken dein Immun … Ok, stell sie dir als Gulaschkanone vor.

(Leicht interessierter Blick, da es um Nahrung geht, doch noch etwas skeptisch): Gulaschkanone?

Na klar, die sind wie eine Gulaschkanone, die man an die Front schickt. Die Schlacht kannst du mit ihnen nicht verhindern aber du kannst die Truppe stärken, damit sie besser kämpfen kann, um die Schlacht möglichst schnell zu gewinnen.

(Aufgehellter Blick): Ahhhh … verstehe! Ja super, die nehme ich!

Fröhlich

08.02.2013 um 08:14 Uhr

Der sich dachte

http://www.youtube.com/watch?v=hVyUMOEOsCM

 

Der sich dachte
(Blumfeld - Verbotene Früchte, 2006)

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Kommt alle her
Ich erzähl euch von dem der sich dachte
Sing euch sein Lied, die Geschichte
und was sie ihm brachte.
Über die Zeit und sein Leben,
und was er draus machte.
Kommt alle her
So hat der, der sich dachte gelebt.

Er war ein Kind und die Welt
voller Wunder und Fragen.
Er lauschte dem Wind, den er bat
ihm die Antwort zu sagen.
Der sagte nichts und er dachte
um nicht zu verzagen
und was er sich dachte
entfachte ein Feuer in ihm.

Er war noch jung,
wusste wenig
und nichts von der Liebe.
Fühlte sich, als sie kam, wie ein König
und dachte sie bliebe.
Erst als sie fortging verstand er,
es waren nur Triebe.
Und dass die Liebe nach der sie sich sehnte,
mehr war als ein Spiel.

Refrain:
Und er ging seinen Weg
Nur ein Wunsch ohne Ziel
Auf den Brücken der Zeit
mit Liebe im Gefühl
Sein Weg war mal leicht, mal schwer
und Wellen tanzten über das Meer.
Der, der sich dachte,
sah den Vögeln hinterher.

In der Welt herrschten Hunger und Not,
Unterdrückung und Kriege
Sie sollte gerecht sein.
Er machte sich stark für den Frieden
Er kämpfte und dachte,
das Gute, das müsste doch siegen.
Den hunger zu stillen
und die Welt von der Not zu befreien

So pendelte er hin und her
zwischen Dichtung und Wahrheit.
Er suchte für sich eine Richtung
und fand eine Arbeit
die brachte ihm Lohn und Verpflichtung
und kaum neue Klarheit
und manchmal dachte er ohne zu denken
einfach still vor sich hin.

Refrain:
Und er ging seinen Weg
Nur ein Wunsch ohne Ziel
Auf den Brücken der Zeit
mit Liebe im Gefühl
Sein Weg war mal leicht, mal schwer
und Wellen tanzten über das Meer.
Der, der sich dachte,
sah den Vögeln hinterher.

Er fühlte den Schmerz
und er gab seinem Schmerz viele Namen
es nützte ihm nichts,
er sah nur wie sie gingen und kamen.
er dachte an gott und sein leben
an Tod und Erbarmen
und er ließ Gott gewähren
und atmete in seinen Schmerz

Dann kam die Liebe noch mal
oder so sie erwachte.
Stolz und zerbrechlich und anders
als er es sich dachte
was sie auch tat es war so,
dass es ihn glücklich machte
und die Liebe wie er sie erlebte,
war mehr als ein Spiel.

Refrain:
Und er ging seinen Weg
Nur ein Wunsch ohne Ziel
Auf den Brücken der Zeit
mit Liebe im Gefühl
Sein Weg war mal leicht, mal schwer
und Wellen tanzten über das Meer.
Der, der sich dachte,
sah den Vögeln hinterher.

Soweit das lied, die Geschichte
von dem der sich dachte.
Was er sich eträumte und tat,
wie er weinte und lachte.
auch wenn am Ende die Zeit
keinen Unterschied machte,
so hat der, der sich dachte,
für das, was er dachte, gelebt.

Refrain 2x:
Und er ging seinen Weg
Nur ein Wunsch ohne Ziel
Auf den Brücken der Zeit
mit Liebe im Gefühl
Sein Weg war mal leicht, mal schwer
und Wellen tanzten über das Meer.
Der, der sich dachte,
sah den Vögeln hinterher.

Der, der sich dachte, sah den Gedanken hinterher.

06.02.2013 um 06:42 Uhr

Alles in Allem

Momentan fühle ich mich absolut unzufrieden. Ich kann aber noch nicht einmal genau sagen, woran das liegt. So wirklich zu greifen ist es nicht. Ist das das Wetter? Die Dunkelheit und Kälte? Oder doch eine Midlife-Crisis? Früher habe ich das nur für so einen Begriff gehalten aber manchmal denke ich, da ist doch was dran. Ich schaue viel zurück, sehe all das, was war und nicht mehr ist. Das Schwinden des Lebens überall und die Veränderungen machen mir zu schaffen. Ich trauere dem nach, was war und nie mehr sein wird. Teilweise auch dem, wie ich lebte. Aus heutiger Sicht hätte ich oft andere Wege gewählt oder vieles so einfach nicht gemacht. Ich hadere - mit dem Leben, mit meinem Leben. Mit der Endlichkeit und Vergänglichkeit - irgendwie immer wieder ein Thema bei mir. Ich fühle mich unwohl und weiß grad nicht, wie ich es ändern soll.

05.02.2013 um 06:44 Uhr

Heute geschlossen!

Ich hätte Freitag bereits misstrauisch werden sollen. Na, eigentlich war ich das sogar. Aber mal von Vorne: Freitag hatte ich den ersten Termin meiner neuen physiotherapeutischen Anwendungen. Ich hatte mich diesmal in einer anderen Praxis angemeldet, als das letzte Mal. Als ich ankam, war noch etwas Zeit und man bat mich zu warten. Der Empfangsbereich war direkt nebenan und ich wunderte mich schon über zwei Damen, die sich dort lauthals beschwerten. Sie wollten wissen, wie es denn nun weiterginge und überhaupt. Ich fragte mich schon, was da los sei. Auch, nachdem eine der Damen am Empfang jemanden am Telefon vertröstete und darauf hinwies, dass die verlangte Dame gar nicht mehr in der Praxis sei.

Irgendwann bat man mich dann in das Behandlungszimmer mitzukommen. Ich wurde befragt und voruntersucht. Dabei stellte sich heraus, dass mein ISG schon wieder dabei ist zu blockieren, was ich auch gemerkt hatte. Verdammt, warum blockiert das ständig?! Nun ja, am Ende der Sitzung fragte ich, wer mich denn dann am Montag behandeln würde – sie selbst oder jemand anderes. Die junge Dame kam ins stocken. Das könne sie noch nicht sagen, denn es sei grad alles etwas schwierig dort. Schwierig? Ich fragte nach und spürte, dass ich keine ehrliche Antwort bekam. Stattdessen stammelte sie nur etwas davon, dass grad viele krank seien. Ich fühlte, dass sie nicht die Wahrheit sagte – konnte es aber nicht wirklich einordnen.

Tja und gestern dann sollte also mein erster wirklicher Behandlungstermin sein. Ich freute mich darauf, denn die Blockade des ISG tut nun bereits auch wieder spürbar weh. Frohen Mutes erklomm ich die Treppen zur Praxis. Dort traf ich auf einen Mann mit Sporttasche, der mich anlächelte und sagte: „Die haben zu!“ Ich war irritiert: „Die Physiopraxis?“ „Ja die.“ Ich war noch mehr irritiert und fragte: „Heute oder wie?“ „Nein, für immer: Insolvenz!“ Nun war ich verwirrt. Und verzweifelt: „Ja aber ich bekomme doch jetzt eine Anwendung …?“ Der Mann zuckte nur mit den Schultern. Ich marschierte dennoch zum Eingang der Praxis und tatsächlich: dort prangte ein Schild mit der Aufschrift: „Ab sofort wegen Insolvenz geschlossen!“ Nun war ich empört. Man hatte mein Rezept kassiert, anstatt mir zu sagen, dass ich besser woanders hin gehen solle. Meine Schmerzen muss ich nun auch weiter ertragen. Ich ging in meiner Verzweiflung zur Praxis meines Orthopäden und schilderte mein Problem. Dort stellte man mir ohne Wenn und Aber ein neues Rezept aus. Ich war auch nicht die erste, die an diesem Tag mit diesem Problem in der Praxis stand. Ich bin irgendwie immer noch empört darüber, dass man am Freitag nicht wenigstens mit offenen Karten gespielt hatte. Immerhin komme ich aber doch noch zu meinen Anwendungen – muss allerdings noch eine ganze Woche warten, bis der erste Termin ist. Hauptsache die Praxis meldet nicht auch Insolvenz an …

04.02.2013 um 14:01 Uhr

Jubiläum

Da habe ich glatt mein 10-jähriges Jubiläum verpasst in diesem Jahr. Wenn ich mich recht entsinne war es der 19. Januar 2003, an dem ich meine letzten zwei Zigaretten rauchte. Ganz richtig, es war nicht eine letzte, sondern zwei und das sogar gleichzeitig in der Hoffnung, dass mir dadurch etwas schlecht werden und das Aufhören so leichter fallen würde. Es hat gebraucht, bis ich an diesen Punkt kam und das, obwohl ich nie viel geraucht hatte – meist nur 5 Zigaretten am Tag.

Im Grunde wollte ich schon lange nicht mehr Rauchen und hatte irgendwann zwischendrin schon einmal für 7 Monate aufgehört. Leider aber auch wieder angefangen … Wer sagt: „Ich könnte jederzeit damit aufhören!“, der macht sich selbst etwas vor. Würde man jederzeit aufhören können, dann täte man das auch, denn mal ehrlich: welchen Grund gibt es zu rauchen? Mir fällt kein einziger ein – nur Gründe dagegen: Man verkürzt sein Leben, riskiert seine Gesundheit, verschlechtert die Durchblutung, man stinkt, man riecht und schmeckt schlechter (in dem einen, wie dem anderen Sinn), es kostet Geld etc. etc. Alles, was man als Gründe anführt, wenn man noch Raucher ist: es entspannt, es „schmeckt“, es ist Genuss etc. etc. sind Gründe, die uns unser Gehirn vorgaukelt, damit man ja weiter raucht, denn es ist eine Sucht. Ein süchtiges Gehirn sollte man nicht unterschätzen, denn es tut alles dafür, damit man seine Sucht befriedigt. Wie sehr merkt man eigentlich erst, wenn man versucht dieser Sucht zu entkommen. Deshalb muss man auch fest entschlossen sein, sonst klappt es nicht.

Ich war fest entschlossen. Ich rauchte also diese beiden letzten Zigaretten und hörte auf. Stattdessen fing ich mit Sport an – das war der Deal mit mir selbst. Da Rauchen das Japsen beim Sport deutlich fördert, hatte ich nun ein gutes Argument gegen das Rauchen. Entweder oder: Rauchen oder Sport! Der Sport tat mir wesentlich mehr gut, als es das Rauchen je getan hatte, deshalb hielt ich an ihm fest. Dennoch: es brauchte Jahre, bis es wirklich keine einzige Situation mehr gab, in der mich die Sucht überfiel. Dieses heftige Bedürfnis danach mir eine Zigarette anzustecken. Am längsten tauchte dies auf, wenn ich Alkohol trank. Da der Wille in Verbindung mit Alkohol eh schon gedämpft ist, waren das auch die Situationen, in denen es richtig kritisch wurde. Dennoch: ich hielt durch und am Sport fest.

Nun – nach 10 Jahren – verstehe ich gar nicht mehr, warum ich überhaupt mal geraucht habe. Das macht so gar keinen Sinn. Stelle ich mir vor an einer Zigarette zu ziehen, zieht sich mein Magen zusammen. Im Grunde die natürlichste Reaktion. Die Sucht unterdrückt diesen Schutzmechanismus nur irgendwann – genau, wie das Husten. Eigentlich echt unfassbar. Ich kann jedem nur Mut machen das Rauchen sein zu lassen. Man verliert nichts – im Gegenteil …

02.02.2013 um 16:21 Uhr

Besuche

Seit zwei Nächten kommst du mich in meinen Träumen besuchen. Das ist so schön, dich wiederzusehen; dein weiches Fellchen zu kraulen und dein Schnurr-Gepurre zu hören, das dir so eigen war. Bisher kam mich immer nur dein Bruder besuchen, doch nun kommst auch du. Dein Bruder - der Kater - ist zwar jedes Mal auch mit dabei aber er hält sich zurück und ich nehme ihn nur am Rande wahr. Du wirkst so zufrieden und glücklich. So vertrauensvoll und so vertraut, als seiest du nie weg gewesen. Doch du bist sehr dünn - wie in deinen letzten Monaten und du blutest jedes Mal, was mich beunruhigt. Warum ist das so? Eine Warnung? Oder liegt es einfach daran, dass du so schwer krank diese Welt verlassen musstest? In jedem Fall freue ich mich und hoffe, du kommst noch häufig nachts zu mir in meine Träume ...