Jegliches braucht seine Zeit

22.03.2013 um 08:00 Uhr

Ein Wiedersehen

In letzter Zeit träume ich unglaublich intensiv. Vorletzte Nacht habe ich von dir geträumt. Nicht direkt – vielmehr träumte ich, dass ich träume. Dieser Traum-Traum war sehr intensiv und sehr real – so, als passiere das alles wirklich. Ich hatte Geburtstag und dein Sohn und seine Frau waren bei mir. Einer saß rechts von mir und einer links. Sie hatten mir eine CD geschenkt, die ich zur Kenntnis genommen habe aber an sich kein großes Interesse daran hatte. Ich legte sie noch nicht einmal ein. Sie redeten und redeten aber ich hörte kaum zu, weil auch das mich kaum interessierte. Stattdessen schaute ich vor mich zwischen sie: da lagst du, auf dem Bauch, den Kopf auf die Hände gestützt. Du lächeltest und wirktest so glücklich und gelöst. Ich lächelte dich an und ich glaube wir redeten auch. Nur ich konnte dich sehen – die beiden anderen nicht, denn du warst nicht wirklich da – nur ein Geist. Da war keine Angst - nur Freude darüber dich wiederzusehen. Ich wunderte mich darüber, dass die beiden anderen dich nicht sehen konnten, wo du doch direkt zwischen ihnen lagst. Sie wunderten sich wiederum darüber, dass ich unentwegt zwischen sie starrte und mit wem ich da redete. Nächste Woche wirst du beigesetzt und ich finde es schön mich von dir mit diesem Bild im Kopf zu verabschieden. Es war so schön dich so zu sehen. 

21.03.2013 um 07:31 Uhr

Frühling!

So, da isser, der Frühling. Also irgendwo da unter dem Neuschnee, der heute Nacht fiel. Grad als endlich alles weggetaut war und ich endlich wieder mit meinen normalen Laufschuhen Laufen gehen konnte und die Trail in den Schrank verbannte. Aber: nix da! 10 cm Neuschnee Ende März - lieber Frühling, das is echt mal ne Ansage. Respekt!

20.03.2013 um 07:27 Uhr

"Das Universum will bemerkt werden"

Ich glaube ich spreche hier zum ersten Mal eine Buchempfehlung aus. Das Buch, das ich wirklich jedem ans Herz legen möchte ist:

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green.

Ich selbst stieß darauf, weil Adrienne in ihrem Blog wiederum dieses Buch empfahl. Ganz untypisch für mich: aus einem Impuls heraus kaufte ich es mir kurzentschlossen, ohne mir wirklich durchzulesen, worum es ging. Das war gut so! Als ich begann zu Lesen, zögerte ich erst, ging es doch auch um Krankheit und Tod - ein Thema, das mich aktuell ja betrifft. Dennoch las ich weiter, denn das Buch zog mich schnell in seinen Bann. Ja und was soll ich sagen? Das Buch ist zum Weinen schön! Keine Ahnung, wann ich zuletzt beim Lesen weinte aber hier musste ich es an mehreren Stellen.

Das ist die schönste und ungewöhnlichste Liebesgeschichte, die ich je gelesen habe. Aber nicht nur das, denn eigentlich ist es viel mehr, denn obwohl es in dem Buch auch um das Sterben geht, stellt es eine Hymne an das Leben dar. Die Botschaft ist klar und kommt an: genieße das Leben, solange du kannst, denn das Leben ist etwas Wunderbares. Sei dankbar für alles, was dir gegönnt ist und was du erleben darfst, denn nichts ist selbstverständlich. Ein Buch, das mich irgendwie im richtigen Moment erreicht hat - erreicht, im wahrsten Sinne des Wortes. Danke John Green. Danke Adrienne!

19.03.2013 um 15:33 Uhr

Ein Haus

Ich war in meinem Wohnhaus. Es war klar, dass das Haus bald einstürzen würde. Ich wusste, dass ich nicht viel Zeit hatte und nicht alles würde mitnehmen können. Also begann ich die Dinge einzupacken, die ich in keinem Fall zurücklassen wollte. Ich selektierte, beschränkte mich nur auf das Wesentliche. Die Zeit drängte. Es waren Menschen bei mir, die mir halfen meine Sachen zu packen. Dann irgendwann sah ich Wasser aus dem Keller aufsteigen und wusste, dass ich nun gehen musste. Ich ließ alles zurück – bis auf die wenigen Dinge, die ich mitnehmen konnte. Es war ok, denn es war höchste Zeit Abschied zu nehmen von diesem Haus, denn es war nicht das Haus, in dem ich heute lebe, das ich da in meinem Traum sah, sondern das Haus, in dem ich meine Kindheit und Jugend verbrachte. Ein Haus, nach dem ich in den letzten Jahren irgendwie immer wehleidig und nostalgisch geschielt habe. Ein Haus, das ich nun endlich loslasse, denn ich lebe dort nicht mehr. Dennoch ist es Teil von mir – mit all den Dingen, die ich von dort bis heute bei und in mir trage.

18.03.2013 um 18:59 Uhr

Kein Felsen ...

... sondern eine Krokodildame, die sich im Miniwasserfall den Kopf massieren lässt.

14.03.2013 um 08:40 Uhr

Immerhin ...

... scheint der späte Wintereinbruch bei einigen einen Kreativitätsschub auszulösen:

13.03.2013 um 07:16 Uhr

Der tut nichts

Bei Laufen durch den Park führt mein Weg jedes Mal auch über eine Hundewiese, auf der sich viele Hundebesitzer treffen und ihre Vierbeiner zusammen herumtollen lassen. Einige leinen ihre Hunde an oder lenken sie ab, wenn ein Jogger kommt. Das finde ich gut. Zwar habe ich keine Angst vor Hunden aber ich weiß, dass es vielen da anders geht. Ich sehe den Hunden bereits an, welcher Stimmung sie sind, wenn sie auf mich zu laufen. Viele wollen einfach nur spielen oder kurz "hallo" sagen. Manche laufen sogar ein Stück mit.
Ja und manchmal gibt es dann aber leider auch Hunde, deren Verhalten gestört ist. Erlebe ich dann das dazu gehörige Herrchen oder Frauchen, ist auch klar warum. Gestern traf ich wieder einmal auf so ein Duo. Der Hund war ein halbgroßer Mischling (zumindest kannte ich die Rasse nicht). Bereits an seiner Art auf mich zu zu laufen, war mir klar, dass dieser Hund nicht unbedingt freundlich war. Ich tat das einizig Richtige in dieser Situation: anhalten und den Hund nicht anschauen. Kaum bei mir angelangt, begann er an mir hochzuspringen. So weit so gut. Dann mischte sich endlich mal sein Herrchen ein und versuchte den Hund mit einem etwas geflüstertem "Nein, nicht Springen.", dazu zu bewegen aufzuhören. Tat dieser aber nicht. Warum auch - selbst ich konnte den Mann kaum verstehen. Der Hund fühlte sich statt dessen animiert nun auch noch agressiv zu werden und versuchte nun sich knurrend in meinen Sportsachen zu verbeißen. Keine Ahnung warum aber ich blieb noch immer ruhig. Der Mann flüsterte weiter auf den Hund ein, was dieser ignorierte. Dann versuchte er diesen zu fangen, woraufhin er weglief und so immerhin von mir abließ. Dann zog der Mann den letzten Trumpf: ein Leckerli und ich konnte endlich weiterlaufen.
Innerlich schüttelte ich nicht nur den Kopf darüber, wie wenig mache Menschen ihre Hunde im Griff haben. Ich meine: nicht auszudenken, wenn der Hund so auf ein kleines Kind losgeht! Wenn dieses nicht ruhig bleibt, dann kann das schnell in einen bösen Angriff ausarten. Ich schüttelte auch den Kopf darüber, dass der Mann sich noch nicht einmal entschuldigt bzw. gefragt hatte, ob etwas passiert oder kaputt gegangen ist. Immerhin hatte ich die Gewissheit, dass ich richtig auf den Hund reagiert hatte. Die Sportsachen kamen zuhause erst einmal in die Waschmaschine, um den Geifer abzuwaschen ...

11.03.2013 um 10:50 Uhr

Irritation

Es ist noch eine Weile hin, bis wir Abschied nehmen können. Die Bestattung kann erst eine Woche später stattfinden – weil der Sohn keine Zeit hat. Wie kann man dafür „keine Zeit“ haben? Welcher Termin kann wichtiger sein, als seine Mutter zu bestatten? Ich bin irritiert, fassungslos und verwundert. Mindestens das … und stelle wieder einmal fest, dass es Welten gibt, die wahre Paralleluniversen sind, die ich niemals verstehen, geschweige denn nachvollziehen kann.

09.03.2013 um 18:08 Uhr

Markantes Wetter

Im Süden frühlingshafte Luft - im Norden winterliche. Ja und wir - wir sind genau dazwischen und um uns tobt markantes Wetter. Das bedeutet: von einem Tag auf den anderen ein Sturz der Temperaturen von 15 Grad auf gerade mal 0. Dazu Regen bzw. eher Eisregen. Nachdem am Dach Eiszapfen wuchsen weigerte ich mich heute überhaupt auch nur rauszugehen. Morgen soll Schnee dazu kommen. Wer hat zu allem Unglück bis einschliesslich morgen Schneeräumdienst? Richtig: ich! Nie hätte ich gedacht, dass ich Anfang März nach einem verfrühten Frühling in die Verlegenheit kommen würde Schnee zu räumen. Wo is er nur hin verschwunden der Frühling?? Die Sonne kommt wohl wieder in den nächsten Tagen - die Wärme nicht. Nachts bis -9! Och nöööö ... Ich will und brauche den Frühling, die Sonne, das Leben!

06.03.2013 um 13:46 Uhr

Wärme

Ach, das Wetter ist so wunderbar gerade. Ich freue mich darauf nachher Laufen zu gehen und die Sonne so nochmal richtig zu genießen. Das sollte heute jeder tun, denn ab morgen wird es leider wieder finster. Wolken, Regen und vor allem wieder kältere Temperaturen rauschen aus dem Norden auf uns zu. Am Sonntag könnte es sogar wieder schneien! Noch ist er nicht ganz da der Frühling - leider. Aber: er kommt ganz sicher, das ist mal klar.

05.03.2013 um 07:43 Uhr

Erinnerung

Im Sommer hattest du deinen Geburtstag nachgefeiert. Die erste Chemotherapie war vorbei und du warst so voller Hoffnung und wirktest so glücklich und erleichtert. Ich hatte dir statt Blumen einen Korb voller Obst geschenkt. Vitamine erschienen mir wichtiger und passender, als bunte Blumen, zumal die sonst jeder schenken würde. Du hattest dich wahnsinnig gefreut über diese Idee. Ich schenkte dir außerdem einen Gutschein – wollte dich zum Essen einladen. Doch trotz all dem Leben und der Freude, die du versprühtest, spürte ich, dass es zu der Einladung nicht mehr kommen würde. Ich hatte meinen Fotoapparat dabei bei dieser Feier, doch ich machte kein Foto. Ich konnte nicht. Es erschien mir irgendwie unpassend und war mir nicht sicher, ob du dich nicht unwohl gefühlt hättest mit deinem Tuch, das den kahlen Kopf verbarg. Fotos machte ich erst nach der Feier – auf dem Weg nach Hause, als eine große, rote Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand. Es war eine schöne Feier. Alle waren gekommen. Du hast dich so gefreut. Nach nur wenigen Wochen kam der Rückschlag. Es ging dir schlechter, als je zuvor. Ich hatte geahnt, dass es so kommen würde. Warum ahne ich nur immer, was passiert und sehe klar, wie der Weg weiter geht? Es ging schneller, als ich befürchtet hatte. Auch die zweite Chemotherapie konnte die Krankheit nun nicht mehr in Schach halten. Ich bin froh, dass du nun nicht mehr kämpfen musst und ich bin froh, dass du friedlich gegangen bist. Dennoch ist der Tod wieder einmal so unbegreiflich für mich. Du warst immer da – seit ich denken kann. Nun bist du weg – für immer. Deine SMS hat plötzlich keinen Absender mehr. Da stehen sie: deine Worte und dennoch bist du weg. Für immer.

04.03.2013 um 18:29 Uhr

Abschied

So ein schöner Tag heute. So warm, so voller Frühling. Aber trotzdem ... Mich fror heute und ich dachte an das Leben und das Ende des Lebens. Daran, dass das Leben kein Kreislauf ist, sondern vielmehr ein Fluss, auf dem ständig etwas beginnt und etwas anderes endet. Als ich dich neulich besuchte wusste ich, dass wir uns nicht wiedersehen würden. Zu sehr hatte dich die Krankheit bereits befallen und geschwächt. Da war nur noch wenig Leben in dir. Heute bist du gegangen. Nicht überraschend und ganz sicher ist es gut und richtig so. Trotzdem bin ich traurig ...