Jegliches braucht seine Zeit

30.08.2013 um 08:25 Uhr

Überraschende Diagnose

Mittwoch kam die Erlösung in Form einer Diagnose, woran ich absolut gar nicht mehr geglaubt hatte. Vor einer Woche wurde eine Probe ins Labor geschickt, um eine Kultur anzulegen, da man per Teststreifen direkt in der Praxis wohl nicht alle Erreger sehen kann. (Das auch mal als Info an alle Leidengenossinnen, die oft Blasenprobleme haben. Die Teststreifen bringen kein wirkliches Ergebnis - eine Kultur im Labor muss her!!) Bei mir wurde das schon oft gemacht und immer wieder mit dem selben Ergebnis: da ist nichts. Ich hätte Mittwoch fast nicht beim Arzt angerufen, weil ich mir das Ewige "da ist nichts" ersparen wollte, da man sich immer wie ein Simulant vorkommt. Zumal Freitag auch nochmal ein Schnelltest durchgeführt wurde bei einem anderen Arzt - wieder mit dem Ergebnis: "Alles ok!"
Aber diese Schmerzen nach wie vor ... Das kann doch nicht nur eine Allergie sein?! Wenn man heult vor Schmerzen, das kann doch auch nicht nur Einbildung sein?! Also rief ich an. Ja und siehe da: "Man hat zwei Bakterien im Labor nachgewiesen. Sind Sie gegen Penicillin allergisch? Sonst sollten Sie das unbedingt nehmen, denn das hilft gegen beide." Ich war sprachlos. Man hatte was gefunden? Da war also die Ursache dafür, dass ich immer noch Schmerzen hatte?! Toll! Ich war noch nie so glücklich und erleichtert Antibiotika nehmen zu dürfen. Ich holte mir die Tabletten sofort ab und hätte wieder heulen können - diesmal vor Erleichterung, dass ich endlich wusste, was da los war. Weg sind die Symptome noch nicht aber deutlich besser. Schön, wenn der Schmerz wirklich nachlässt und nicht nur mal kurz weg ist.
Mir ist schleierhaft, warum nicht jeder Arzt eine Kultur anlegen lässt. Naja, der Grund ist ja klar: wie immer vermutlich "zu teuer" - also: Geld sparen. Aber das geht doch nicht! Montag ging es mir absolut schlecht. Es brannte wie Feuer und ich hatte den Eindruck, dass ich gar nicht richtig auf die Toilette gehen kann, weil sich alles zugeschwollen anfühlte. Im Nachhinein frage ich mich, ob an dem Tag die Situation nicht weitaus dramatischer war, als ich selbst dachte, denn mir fiel an dem Tag auch auf, dass ich trotz vielem Trinken nur sehr wenig auf die Toilette musste. Das wunderte mich. Ich frage mich nun, ob die Kopfschmerzen an dem Tag vielleicht doch nicht vom fehlenden Koffein kamen, sondern davon, dass mein Körper langsam vergiftete, weil die Giftstoffe nur noch vermindert ausgeschieden wurden. Die Tatsache, dass ich gestern pinkelte, wie ein Brauerreipferd, obwohl ich nicht mehr trank, als sonst, stützte den bösen Verdacht. Man steht also kurz or dem Nierenversagen und der Arzt sagt: "Da ist nichts!"? Ich glaube man muss sich nur noch mehr angewöhnen auf Untersuchungen zu pochen und sein Befinden massiv deutlich machen.

27.08.2013 um 12:27 Uhr

Schmerzhaft

Seit zwei Wochen begleiten mich nun Schmerzen, die mehr oder minder ausgeprägt sind. Dass meine Blase häufig herummeckert und Probleme macht, bin ich ja fast schon gewohnt. Naja, zumindest insofern man sich daran gewöhnen kann - wollen will man das ganz sicher mal nicht. Tja und nun: eine Allergie reizte die Harnröhre samt Blase. Auslöser erst unklar. Bei mir nur der Verdacht, dass ich unverträglich reagierte.
Dann in der Apotheke eine Apothekerin mit einer echt beknackten Idee: ein Gel, um die Schleimhäute zu beruhigen. Mein Bauchgefühl sagte klar und deutlich "lass es!!!!" - mein Verstand klammerte sich an die Hoffnung, dass es helfen würde, ging aber mit dem Bauchgefühl immerhin einen Kompromiss ein und fragte nach, ob das Gel Unverträglichkeiten auslösen könne. Die doofe Apothekerin verneinte das. Ergebnis: noch eine weitere, weitaus schlimmere allergische Reaktion mit dem Gefühl innerlich zu verbrennen begleitet von gewalttätigen Phantasien bezüglich der Apothekerin.
Seitdem geht es mal bergauf und mal bergab. Alles ist gereizt. Die Harnröhre meckert bei der kleinsten Kleinigkeit sofort verstört wieder auf. Selbst Kaffee geht momentan nicht wirklich, weil der den Harntrackt reizt, was ich sofort merke. Kein Kaffee geht auch nicht, weil ich dann Kopfschmerzen bekomme. Grad eben suche ich anch dem goldenen Mittelweg zwischen beiden Schmerzen und versuche herauszufinden, welcher von beiden weniger schlimm ist begleitet von Anflügen der Verzweiflung, weil mir nicht klar ist, wie ich das wegbekommen soll.
Die Ärzte geben auch keine wirkliche Perspektive. Es muss von alleine wieder weg gehen. Alte Hausrezepte werden aus der Schublade gezaubert. Kamillesitzbäder erwiesen sich bei mir auch als reizend - deshalb gehts nun mit Kernseife weiter, die ja entzündungshemmend wirkt. Cranberrykapseln- und saft wirkt hoffentlich ebenso beruhigend. An Tagen, an denen ich nicht alle 10 Minuten auf Toilette renne und mich vor Schmerzen nicht winde, empfinde ich als Wohltat. Selbst, wenn ich nicht beschwerdefrei bin aber das Leid erträglich ist. Man arrangiert sich. Gleichzeitig schäme ich mich, wenn ich dann vor Schmerz und Verzweiflung in Tränen ausbreche. Andere müssen weit länger mit Schmerzen leben an deren Ende nur der Tod Erlösung bietet. Ich komme mir dann jämmerlich vor, trotzdem zu jammern angesichts des (wahren) Leides anderer ...

22.08.2013 um 18:59 Uhr

Stummer Schrei

Medikamente plätten mich immer ungemein. Irgendwie reagiere ich extrem auf kleinste chemische Veränderungen im Körper. Gestern nahm ich ein Antihistaminikum, um eine heftige allergische Reaktion in den Griff zu bekommen. Angeblich gehört dieses Antihistaminikum zur 2. Generation, die angeblich nicht mehr so müde macht ("ohne nennenswerte sedierende Wirkung").
So so ... Gegen 20:30 Uhr konnte ich meine Augen nicht mehr aufhalten, weswegen ich sie kurzerhand schloss und sofort einschlief wie ein Baby. Ich war völlig weggetreten. Jedes Mal, wenn ich kurz wach wurde, war ich verwirrt und wusste kurz nicht wer und wo ich war. Dann ein heftiger Albtraum: ich war irgendwo weit weg. Meine Familie war auch da. Dann eine Bedrohung. Ich versuchte eine Warnung zu rufen aber aus meinem Mund kam einfach kein Ton. Ich versuchte und versuchte zu rufen. Dann plötzlich ein erstickter Schrei, der mich weckte. Ich hatte im Schlaf lauf gerufen und mich dadurch selbst geweckt. Ich war wach aber auch wieder nicht. Ich sah meine Wohnung aber überall sah ich auch noch die Traumumgebung. Sie ließ sich kaum abschütteln. Dann endlich war ich völlig wach und atmete schwer. Selbst, als nach 9,5 Stunden um 6 Uhr mein Wecker klingelte, wusste ich kurz nicht, wer da stört und warum. Wenn DAS "keine nennenswerte sedierende Wirkung" ist, wie bitte ich das dann bei den Mitteln, die diese besitzen?!

20.08.2013 um 14:50 Uhr

Belastbarkeit

Früher dachte ich immer, ich sei belastbar. Heute denke ich immer mehr, es nicht zu sein. Vielleicht bin ich es auch nur nicht mehr?! Dauerbelastungen bringen mich immer schneller an den Rand der Tränenausbrüche. Ich bin einfach nicht (mehr) belastbar ...

08.08.2013 um 08:21 Uhr

Beeren-Paradies

Dies Jahr ist ein absolutes Beerenjahr. (mit doppel-e, nicht ä! Fröhlich). Gestern radelte ich zu einem Brombeerstrauch, bei dem ich auch immer beim Laufen vorbei komme und eine kleine Rast einlege, um ein paar Brombeeren zu essen. Dies Jahr scheint das Wachstum ungemein günstig beeinflusst zu haben. Der Strauch ist über und über voll mit leckeren Brombeeren. Das Seltsame ist wie jedes Jahr: außer mir interessiert sich niemand für die Beeren. Ich begreife es nicht. Selbst als ich pflückte und Spaziergänger auf mich aufmerksam wurden, gesellte sich niemand dazu. Ist es tatsächlich so, dass die Menschen Lebensmitteln nur noch vertrauen, wenn sie im Supermarkt liegen?! Mich hätte noch nicht einmal gewundert, wenn jemand angemerkt hätte: „Die pflücken Sie?! Die sind doch gar nicht gespritzt!“  Ich pflückte glücklich und fröhlich und hatte ruck zuck um die 300 – 400 Gramm zusammen. Das Tolle ist: es warten noch unzählige unreife Früchte darauf von mir gepflückt zu werden. Die einzigen, die sie mir gestern streitig machten waren ein paar Wespen. Diese machten sich jedoch nur über die überreifen Früchte her, die ich ihnen gerne überließ.