Wolfsgeheul

22.12.2017 um 12:21 Uhr

Weihnachtsüberraschungen

Stimmung: prima
Musik: keine


Am gestrigen Abend wurden wir von unseren jahrzehntelangen Freunden zu einem Überraschungsessen in ein englisches Restaurant hier an der Costa Blanca eingeladen. Wir hatten ein paar Kilometer zu fahren und erreichten das Lokal zum richtigen Zeitpunkt. Es war gut besucht, denn wir ergatterten den letzten Parkplatz.

Wir traten ein und suchten uns unseren Tisch. Die Überraschung war gelungen, denn es fand am selben Abend ein Karaoke Event statt, wie ich es aus der "Cheers Bar" gewohnt bin. Nach einer kurzen Begrüßung der mir bekannten Gäste ging es an den Tisch und wir saßen in gemütlicher, zweisprachiger Runde zusammen und auch ich wurde im Laufe des Abends lockerer und beteiligte mich an den Gesprächen.

Als ersten Gang des Menüs gab es eine Gemüsesuppe, die zwar fein schmeckte, jedoch etwas zu sehr abgekühlt kredenzt wurde! Nachdem alle mit dem ersten Gang fertig waren ging es an das warme Büffet, an welchem es eine reichhaltige Auswahl von Fleisch gab: Truthahn, Schweinefleisch und Rindfleisch, sowie jede Menge leckerer Beilagen. Ich entschied mich also für Schweine- und Rindfleisch und als Beilagen Rosenkohl, Karotten, Kartoffeln in der Schale und eine kleine Wurst am Spieß. Dazu gab es dann die passende Soße für´s Fleisch. Mein erstes Getränk war ein Guiness.

Zurück am Tisch lockte noch rasch das erste Karaokelied - die britischen Gäste sangen hauptsächlich ihre "Christmas Carols" und ich stieg ein mit dem Lied von Dean Martin " My Pony, my Rifle and me" - aufgrund des unbekannten Publikums war ich sicherlich ein wenig aufgeregter als sonst und ich hatte meine Mühen mit der Präsentation. Applaus bekam ich trotzdem.

Während ich mich an den Verzehr des Dinners machte sang eine mir aus der Cheers Bar bekannte Engländerin in fröhlicher Art und Weise ein Weihnachtslied.

Ich genoß unterdessen das leckere Abendessen, welches unsere Freunde uns zu Weihnachten als Gabe schenkten. Bei angenehmer Unterhaltung über vergangene Zeiten und alte Erinnerungen auch betreffend unserer Vorfahren und Verwandten erfuhr der Abend seinen weiteren Verlauf. Ein Radler rundete den flüssigen Teil des Abends bei mir ab und wir erwarteten gespannt den Nachtisch. Wie meist in diesem Restaurant entschied ich mich für einen "Rhubarb Crumble" - einen Rhabarber-Streuselkuchen, diesmal mit köstlicher Vanillesoße. 

Wir lauschten den Gesängen der Gäste und auch ich trat nach dem Essen noch einmal ans Mikrofon, um eines meiner Lieblingslieder zum Besten zu geben: "High Noon" aus dem Film "12 Uhr mittags" mit Grace Kelly und Gary Cooper. Ich freue mich schon auf den morgigen Samstag, um in meiner Stammkneipe vor Ort wieder singen zu dürfen.

Ein neuer Tag hatte begonnen und ich lag wie immer nach meinen seit Jahren andauernden unruhigen Nächten zu lange im Bett. Erst nach 10 Uhr befand ich mich im Bad, als ich hörte, wie draußen die Glocke bimmelte und an der Türe auf spanisch gesprochen wurde! Es war der örtliche Postbote, der immer auf seiner gelben Vespa von Haus zu Haus brummt, wenn es Päckchen auszuliefern gilt. Meine liebe Schwester hatte mir meinen Wunsch erfüllt und einen Anfang Oktober kurz vor unserer Abreise bestellten Taschenbuchkalender zugeschickt. Eine schöne Weihnachtsüberraschung. Auf dem Titelblatt findet sich ein Foto von meinem Krafttier, dem Wolf! Der Inhalt ist angereichert mit interessanten Artikeln und Gedenktagen, welche sich im Jahre 2018 runden (...8,...3). Er wird ein interessanter Begleiter für das kommende Jahr sein, dessen Verlauf in ungewisser Dunkelheit ruht.

Gestern war auch der Tag der Wintersonnenwende, welcher Teil unserer heidnischen Weihnachtsgebräuche ist - Weihnachten ein urgermanisches Lichtfest, welches ohne den deutschen Tannenbaum, die winterlichen Nächte voller Schnee und klirrender Kälte nicht denkbar wäre und durch die Rückkehr des Lichtes in unseren Jahreskreislauf, mit der zunehmenden Länge unserer hellen Tagesabschnitte, ein Fest der Freude und der Wiedergeburt ist. Dazu fiel mir gestern das folgende Gedicht ein:

Winternacht


Schneebedeckte Wipfel vom Mondlicht beschienen,

in eiskalter, sternenklarer Winternacht!

Sie alle waren am wärmenden Feuer erschienen -

in der Nacht, in der das Leben auf Erden neu erwacht!

 

Licht wollen wir tragen in unsere Herzen,

in der Hoffnung auf ein besseres Werde!

Wir wollen vergessen der Dunkelheit Schmerzen -

und blicken auf eine bessere Zukunft auf unserer Erde!


Am Feuer stehen wir in der Runde aufgestellt

und singen mit kräftigen Stimmen unsere Lieder in die Nacht!

Die Flammen steigen flackernd zum Himmel - ihr Licht uns das Leben erhellt -

ein Wunder des Kreislaufes, den die Natur sich ausgedacht!


Die Wärme des Feuers und von dem hellen Lichte

lockt die Tiere des Waldes heraus aus dichtem Unterholz:

auch sie sind Bestandteil der immerwährenden Lebensgeschichte,

Fauna und Flora - auch wir Menschen gedenken der Ewigkeit stolz!


Wolfsgeheul

21. Dezember 2017

an der Costa Blanca




 


Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenAmanita schreibt am 23.12.2017 um 02:37 Uhr:Ey, du biss escht witzisch, Alda. Ziehst nach Spanien, um dort Rosenkohl und Rhabarber-Streuselkuchen zu essen. Die kalte Gemüsesuppe war vermutlich ein Gazpacho (muss kalt gegessen werden) :)))
  2. zitierenWolfsgeheul schreibt am 23.12.2017 um 11:19 Uhr:
    Hallo Amanita!

    Danke für Deinen lustigen Kommentar! ;-) Ja - in Spanien erlebt man so einige Überraschungen!

    Schöne Weihnachtsfeiertage,
    Wolfsgeheul

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