Erwacht
Musik: Daniel Powter - Bad Day
Musik: Daniel Powter - Bad Day
Musik: Beatsteaks - Cut off the top
Ich bin nicht mehr das kleine schüchterne Mädchen von damals. Ich brauche mich nicht mehr zu verstecken, weder meine Arme noch irgendetwas anderes. Ich bin noch immer ruhig, aber eher ruhend denn zurückhaltend. Natürlich bin ich auch immer noch schüchtern, innen, manchmal. Aber ich kämpfe, wenn es darauf ankommt und werde laut, wenn es nötig ist. Ich kann auf andere zugehen und mich wohlfühlen, ohne verloren zu sein. Ich habe Freunde, die mich auffangen und eine Familie die mir ein Zuhause ist. Und ich finde mich wunderbar zurecht in diesem Leben.
First I swallow then I throw up
Come and try me falling apart
Climb this mountain to cut off the top
Du hast mir damals vorgeworfen, ich hätte mich verändert. Ich wäre nicht mehr das leise Mädchen, das du kennengelernt hast, sondern erwachsen und selbstbewusst. Ich hatte gehofft, du wärst stolz auf das, was aus mir geworden ist. So stolz wie ich es war, das alles hinter mich gebracht zu haben. So stolz wie ich auf dich war. Und ich dachte, du würdest wissen, dass ich mich im Inneren nicht verändert habe, der verwundbare rotglänzende Kern ist geblieben, auch wenn die Hülle darum stärker und fester geworden ist. Es waren immer noch dieselben Tränen in den Augen, wenn du mich so angeschaut hast. Dieselbe Verletzlichkeit, wenn ich in dir versunken bin. Ich dachte du wüsstest es... Doch du warst nicht stolz, du hast es mir vorgeworfen, als wäre es etwas schlechtes. Ich hoffe du warst nur wütend, der Vorwürfe wegen die ich dir gemacht habe. Ich hoffe du wolltest mir einfach nur irgendetwas entgegensetzen. Es hat funktioniert. Wunder Punkt. Niemand hat mich je so verletzlich gemacht wie du.
Aber es ist vorbei. Und ich weiß, dass ich stolz sein kann. Das ich aufrecht gehen kann. Das ich groß bin und die Welt auf mich wartet. Ich kann umgehen mit Niederlagen, mit Herzschmerz. Ich darf hohe Ansprüche haben; und allein sein, wenn niemand diesen Ansprüchen entspricht. Ich darf zusammenbrechen, wenn das alles auf mich niederfällt. Weil ich wieder aufstehe. Phönix aus der Asche. Und ich darf auch verdammt noch mal glücklich sein mit dem was ich habe, was ich bin, was ich werde.
...to keep breathing
Herzvergehen.
Dein. Rauchbrand. Überkuss und Unverstand.
Worte sind. bedeutungslos. Immer dann, wenn das Leben überwiegt. Die Stimme schreit und das Gefühl überschwappt. Du Giftgebräu, du Seelenfresser. Du Zauberweg, du Wundermensch. Ich will auseinanderfallen. Es gibt einen Sinn, da und dort und in Innenwelten. Nur das Atmen nicht vergessen. Ein, aus.
Musik: Placebo - Twenty Years
Wir streiten uns, viel und eigentlich andauernd immer, werfen uns Schimpfwörter an den Kopf. Geprügelt haben wir uns selten, du warst zu klein. Dafür musste ich für allen Unsinn einstecken, den du gemacht hast. Acht Jahre sind ein großer Altersunterschied, zu groß um sich ganz nah zu sein, dennoch zu klein um einander nicht verstehen zu können.
Ich habe früher die Älteren und Erwachsenen innerlich nur belächelt, wenn sie mir ihre Weisheiten vorhielten. Ich wusste doch alles besser. Das war gut so, nur so konnte ich mir ein eigenes Bild machen. Eigene Erinnerungen sammeln. Die Welt kennenlernen. Und nicht alle Ansichten haben sich verändert seit ich so alt war, wie du es jetzt bist. Älter sein heisst nicht unbedingt auch intelligenter sein.
Aber es hat seine 20 Jahre gedauert, um zu sein, wer ich heute bin und zu wissen, was ich heute weiß. Ich bin nicht perfekt, geschweige denn besonders weise, aber eben doch um ein paar entscheidende Jahre voraus. Ich würde euch gern meine Erfahrungen mitgeben, euch vorbereiten auf das, was kommt. Ein wenig die Angst und Aufregung nehmen und stattdessen Gelassenheit geben. Das kann ich nicht, natürlich nicht. Ihr müsst eure eigenen Erfahrungen machen, euch selbst durchs Leben kämpfen. Und auch Angst hat ihr Gutes beizeiten.
Ich könnte dir sagen, dass du es dir schwerer machst als es ist. Das Respekt so wichtig ist. Oder das manche Gelegenheiten nie wiederkommen und es viel mehr schmerzt, zu bereuen, etwas nicht getan zu haben, als es falsch gemacht zu haben. Ich weiß, du würdest innerlich genauso lächeln wie ich früher und nicht wissen, wovon ich spreche. Das macht nichts. Du bist jung. Und du musst es eigenständig wollen und machen um daraus zu lernen und stolz darauf zu sein. Dein erstes Besäufnis. Der erste Urlaub allein. Die erste Freundin. Dich finden. Und bestimmt wirst du vieles besser machen als ich. Ich kann nur versuchen, da zu sein. An deiner Seite, irgendwo. Manchmal bin ich gern große Schwester.
There are twenty years to go
a golden age I know
but all will pass
will end too fast, you know
(Placebo)
Stimmung: Ich könnte. Bäume ausreißen
Musik: Subway - Veitstanz
Tausend Schritte im Kreise gehalten. Augen.blicke mit geschlossenen Lidern. Feuertanz. Ich bin der Takt, bin der Bass, bin die Stimme in Ekstase. Der Boden bebt unter jedem Schritt. Stampfend, wütend. Laut, lauter. Heiße Worte verdampfend, Körper an Körper.
Leise Klänge, Haare schwingend, schwebend, langsam. Tausend Welten in einer Nacht. Dunkelbunte Lichtblitze geben den Klängen so viel Kraft. Grell auf meiner Haut. Wir drehen uns umeinander in wilden Kreisen. Taumelnd, trunken. Bringen uns umeinander. Und den Verstand. Feuerschritte.
'Die Welt versinkt im Farbenmeer...'
Niemals wieder Stillstand. Eins sein mit der Musik im Hier und Jetzt. Leuchtend. Kraftvoll, endlos. Schöne Erschöpfung spüren. Lachen, atmen, tanzen. Leben.
Stimmung: Frühling.
Musik: And One - Stand the pain
"I don't regret to be
the one who kills you tenderly"
Es ist Frühling, wenn ich dich sehe. Farbglitzern in deinen Augen und Sonnenschimmer auf dem Haar. Die Veilchen riechen betörend unscheinbar. Welterwacht. Ein Dolch wird sich in deine weiße Winterhaut senken, langsam und fast zärtlich, wie meine Finger. Es wird dir ganz wörtlich dein Herz zerreißen, wie es bildlich schon lang zuvor zerrissen ist. Dein Mund wird schreien und deine Augen lieben. Es stirbt nicht nur einer, wenn du gehst. Es stirbt ein Wortpalast und das ganze Weltenall. Haut an Haut.
Es wird wieder warm, ganz langsam. In der Herzgegend. Ich bin frei, hier und überall, nur nicht in mir selbst. Dann wenn der Boden sich öffnet und die Monster mich mit sich in die haltlosen Tiefen reißen. Dann bin ich nicht weniger ich selbst. Nein. Nur weniger, wer ich sein möchte. Ich bin das Kind mit staunendem Mund und sein Großvater mit dem müden Blick. Kontrastleben ohne Grenzgang. Meine Träume sind blinde Farbexplosionen. Mehr hoffnungsvoll denn richtungslos.
Quelle: barbroute.deviantart.com/art/Another-sunny-day-77106512