Soulsick & Skindeep

26.07.2008 um 10:53 Uhr

Strangelove

von: skindeep   Kategorie: Alice / Soma

Strangelove
Dance the dividing line

We shall burn the earth
We shall burn our lives
...
We must burn our minds
(Dark Tranquility - The Dividing Line)

Grenzleben. Come with me across the border. Mehr als einmal überschritten. Nicht weit, gerade so, dass es wehtut, aber reversibel ist. Nicht ganz heil, aber doch sicher zurückgefunden. Gefährlicher Seiltanz. Ich beherrsche ihn noch. Ein falscher Schritt, ein Sprung ins Nichts, so tief. Nicht berühren, explosiv. Risiko, nicht nur für mich. Niemals einfach, niemals langweiliges Einerlei. Rot, so rot. Ich will dich leiden sehen, flehend auf den Knien. Ich will. dich. leiden sehen.

Am I sick or am I cured...?
So what can we do
with my possessive senses
with my borderland?
(Diary of Dreams - Borderland)

24.07.2008 um 23:43 Uhr

Back to reality

von: skindeep   Kategorie: Home

 

You're so easy to read
but the book is boring
boring boring boring
boring boring me!

Wochenende im Rausch. Zu schnell verflogen. Wenig Schlaf, wenig Nahrung, viel Gefühl und noch mehr Musik. Jenseits von allem. Das Erwachen glücklicherweise langsam, no need to hurry.
Ich sah die Narben an seinem Rücken, gut verborgen zwischen den großflächigen Linien des Tattoos und ich musste an letztes Jahr denken. Als ich nur wenige Meter weiter neben jemand anderem auf dem Boden saß, er in Jeans, ich ohne Schuhe. Du hast Emilie Autumn angeschmachtet und wir standen pogend vor Subway. Es war warm, es war anders. Wir waren allein mit uns und ich war überschwappender, neben dir auf und ab hüpfend. Aufgeregt und amüsiert über all die aufgetakelten Grazien.

Dieses Jahr hatte ich mehr Halt, mehr lächelnde Gesichter um mich, die mich schon mehr als einmal aufgefangen haben. Doch ich kann nichts dagegen tun, die Erinnerungen kommen wieder und wieder und wieder, wenn ich nur an Orten bin, an denen wir gemeinsam waren. Und es bleiben nicht viele übrig, bei denen das nicht der Fall ist, in dieser, wie auch in deiner Stadt.

Es war anhaltender und freier dieses Jahr. Tiefer. Anders. Es fühlte sich nicht an wie ein Besuch, sondern wie Familie, genau am richtigen Ort.
Da war eine Menge Gänsehaut, an der vor allem ein Mann mit seiner tiefen, durchdringenden Stimme Schuld hatte. Sekundenlange Herzstillstände. Da war Erinnerung an alte Tage. Nostalgie mit genau den richtigen Menschen an meiner Seite
. Da war auch viel Neues. Lautes. Versteckt hinter hochtoupierten, mit bunten Schläuchen durchzogenen Haaren und nackten, endlos langen Beinen in  schweren Stiefeln. Altbekannte Gesichter und neue Freunde. Sonnenschein und Regenbögen. Schwarz in schwarz in schwarz übertüncht mit grellen Neontönen. Ich fühlte mich nicht nur als Teil des großen Ganzen, sondern als das große Ganze selbst. Der Rausch vergeht, langsam aber sicher. Alles andere bleibt. Ich bin jung und schön und haltlos. Und manchmal auch eitel und ein wenig arrogant. Wenn ich denn will. I don't care for less.

Misery loves company
and company loves more
more loves everybody else
but hell is others

(Emilie Autumn - Misery loves company)

22.07.2008 um 03:31 Uhr

Verschwende deine Jugend...

von: skindeep   Kategorie: floating.

.
...und schenk mir deine Zeit!
.
.
Wir leben schnell und radikal
was um uns ist ist uns egal
Wir brauchen Feuer
Wir atmen Benzin!
(Eisbrecher - Willkommen im Nichts)
.
Laut, grell, bunt. Feuer, Nebel, Scheinwerferlicht. Rubin, Zyan, gleißend weiß. Raue Stimmen, tiefe Bässe. Heilt Wunden und schürft neue auf. Laute Euphorie und hinausgeschrieene Einigkeit. Frei, frei, überfrei. Dekadent, eitel, lustvoll einsam. Wild und elegant kaputt. Willenlos intelligent, elektronisch radikal. So sehr ein Bild. so sehr eine Welt in stahlkappenbeschwerten Kreisen. 'Drei Schritte vor und drei zurück, sie bewegen sich im Einheitsschritt'.
Doch nur Mensch. Ich bin voll und. ganz ich selbst und niemand sonst. Ich kann sein wer ich sein will, die Stimme hält mich weit über mir. Laut, lauter. Ganz leise, Gänsehaut am ganzen Körper. Alles vergessend. For I am music. I am time. And time needs to be killed, no room anymore. 'I am ok, but you're in danger!'
Halt mich, halt mich. Bewahr mich vor endlosen Tiefen und heb mich in die Wolken. Ich bin dein. Weil niemand mich besser und schöner fühlen lässt. Ergeben und niedergestreckt. Nur ein Moment für die Ewigkeit.


12.07.2008 um 20:26 Uhr

Fragil.

von: skindeep   Kategorie: Alice / Soma


...please be gentle when you touch me...

 

Weiße Haut, ungesunde Blässe, schwarzes Haar. Spröde und strähnig. Die Lippen schmal und blutig rot, aufgebissen. Unnahbar. Kalt. Bitte Abstand halten. Zur eigenen Sicherheit. Was in ihre Hände fällt, wird bald seelenlos. Das Mohnmädchen, ver-rückt und abgehoben. Unschuldig sehnsüchtig. Ihre Eltern haben sie damals vergiftet, als sie noch zu klein war zu begreifen, durch und durch. Haben ein Monster geschaffen und mussten es bitter bereuen. Soma spielt gern in dunklen Zimmerecken, die Nägel zerbissen, und malt sich ihre eigene rot-bunte Welt. Ewiglich schlaflos beobachtet sie des Nachts den Regen vor dem schlierenziehenden Fenster und wippt manisch gedankenverloren mit ihrem dürren Körper vor und zurück. Sie lebt nach ihren eigenen Gesetzen, roter Kern nach außen gekehrt. Zwischen ihren Wimpern hängen die kleinen Samen und legen sich mit dem Wind über die Welt. Aus ihren Fingern fließt Eis, weißer noch als ihre Haut. Hasserfüllt.

Alice ist ebenso grausam. Doch weniger unschuldig und naiv. Die beiden leben herzensnah beieinander und doch liegt mehr als ein Abgrund zwischen ihnen. Alice ist berechnender Zwiespalt, braves Kind, bissiges Biest. Volles Lippenrot, verführerischer Erdbeermund. Ihre Worte sind zärtlich und erwecken wunderschöne Bilderfluten. Sie entfacht Feuer und hinterlässt brennende Erde. Sie tötet, wenn es sein muss, das Messer hinter ihrem Rücken, kalt und silbrig. Aber sie ist auch frei und wild, nimmt deine Hand, um dich schweben zu lassen. Über Häuserdächer, gedankenlos und glücklich. Sie ist alles was du haben möchtest und nie bekommen kannst. Sie will berührt werden und reißt dich mit in Untiefen. Wo immer du hinwillst. In ihren Augen glitzert das Weltenall und lässt dich berauscht ertrinken.
Verstehen kannst du nicht, manches liegt selbst hinter dem größten Verstand. Du musst er.fühlen.

Caution, fragile.

04.07.2008 um 20:54 Uhr

Die verfluchte Schlampe...

von: skindeep   Kategorie: Daily

Musik: Sex Pistols - Anarchy in the UK

...namens Statistik.
Wer hat sie bloß aus dem mathematischen Zahlen- und Graphensumpf hervorgeholt und behauptet, sie sei so wichtig für empirische Forschung?
Jaja, ich weiß, jeder Mathematiker würde mir sagen, dass Statistik eine Leichtigkeit ist. Mag sein, Herr Mathematiker. Aber der Herr Mathematiker hat sich auch nicht mit einer freudlosen 4- durch die Schule schlagen müssen und danach so vollständig damit abgeschlossen, dass er quasi von Null anfangen und den Taschenrechner hinterm Schrank hervorholen musste.

Ich schwimme mittlerweile in einem Berg von karierten Blättern, Vorlesungsunterlagen und bunten Graphiken. Auf meinem Bett wuchern Zettel zwischen Taschenrechner, Lineal und Kopfkissen. Meine Gedanken bestehen zu 90% aus kleinen griechischen Buchstaben und monströsen Varianztafeln. Die restlichen 10% sind Panik, ein schlechtes Gewissen und anderweitige Nichtigkeiten. Ich verstehe weder den theoretischen Zusammenhang noch die praktische Anwendung von Abweichungsquadratsummen oder Effektstärken. Oder sonst irgendetwas.

Aber ertrinken werde ich nicht. Nein, nein. Nein. Es wird gut. Es muss gut werden, weil ich mich nicht ein weiteres Semester damit rumschlagen will. Ich hoffe einfach darauf, dass sich Ende der Woche ein Tuch über meine Gedanken legt, auf dem steht: Herzlichen Glückwunsch, sie haben den größeren Zusammenhang begriffen!
Ich will im nächsten Jahr einfach einen Haufen Zahlen nehmen können, den Computer damit füttern und die ausgespuckten Ergebnisse schlau interpretieren. Dann darf ich meine Balkendiagramme mit pinkem Leopardenmuster (Ja, was SPSS nicht alles an tollen Schwachsinnigkeiten hergibt...!) unterlegen und darüber lachen. Weil ich dann nämlich nicht nur wissen werde, warum es riesiger Schwachsinn ist große Stichproben zu nehmen und großspurig von Signifikanz zu sprechen, sondern es auch noch erklären kann. Weil eigentlich ist es ja toll, dass mit der empirischen Forschung. Wenn man es denn versteht.

Anderthalb Wochen to go. Dann wird die Schlampe hoffentlich vor mir niederknieen und ergeben zu mir aufsehen. Oder so. Ich komme, ihr verfluchten Signifikanztests!