Musik: Peter Fox - Alles Neu
Catch me, catch me I'm falling
- falling in love with you
I've only got my heart to loose
Should I be scared of you
(Joss Stone - Proper Nice)
Ein Stein liegt zwischen meinen Fingern, weiß und glatt. Er passt ganz genau in meine Hand, als wäre er für nichts anderes geschaffen. Im glitzernden Wasser hat er geleuchtet, jetzt ist er eher matt und unscheinbar. Es hat lang gedauert wieder vollständig im Alltag anzukommen, das Herz hinkte hinterher, und die passenden Worte fehlen mir noch immer.
Ich kann nur erzählen wie grün die Kakteen vor dem blauen Himmel waren, wie wunderbar durchsichtig türkis das Meer mit seinen sanften Wellen. Ich saß auf dem Schiff im Fahrtwind und das Wasser peitschte in mein Gesicht, Salz auf meiner Haut. Stundenlang könnte ich die trockenen braun-grünen Hügel bestaunen und dem tosenden Meeresrauschen zuhören, ohne es leid zu werden. Lebendig, über-lebendig. Alles neu.
Die Blumen zwischen den Mauerritzen, grasende Ziegen, selbst die alten Männer mit skeptischem Blick und tiefen Falten. Kleine Eidechsen und der Granatapfelbaum vor dem Fenster. Ganz selbstverständlich. Alles ein wenig näher, purer und weniger durchdacht. Unbekümmert.
Die Sterne waren so nah und die Welt schien tausendfach vergrößert. Blau an blau, wo der Himmel ins Meer floß. Übergangslos. Uneingeschränkt greifbar. Einig, so unzerrüttet.
Sonnenaufgang, ganz scheu und sanft gelb.
Es war toll. Mit euch nach einem langen Tag am Strand, rot am ganzen Körper, mit zerzaustem Haar und in den furchtbarsten Kleidern, lachend durch das Einkaufszentrum zu gehen, einen quietschenden Einkaufswagen hinter uns her zerrend. Abends nebeneinander im Bett zu liegen und zu reden, bis wir einschlafen. Über enge, steile Schotterstraßen zu fahren, die hierzulande kaum als Wanderweg durchgehen würden. Mit kleinen bunten Fischen im seichten Wasser zu tauchen. Sich nachts betrunken im Sand zu wälzen, während Sternschnuppen eine nach der anderen vom Himmel fallen und die Wünsche uns zu rasch ausgehen. Mit ihm an der Hand durch den Wald zu rennen, italienische Vokabeln stammelnd und prustend vor Lachen, weil wir einander nicht verstehen und es doch so egal ist. Vom Wellenrauschen schläfrig langsam die Augen zu schließen, mit der Gewissheit, dass es nicht besser sein könnte, dass ich nirgends anders sein möchte.
Sonnenuntergang, rot brennend, alles vereinnahmend.
Es war nicht wie im Wundersommer damals, vor nun fast zehn Jahren. Der Ort, die Menschen, so anders. Die vorpubertären Glücksgefühle sind seit langem ausgegangen, alles ist weniger schwankend nun.
Aber die winzigen Schmetterlinge im Bauch waren da, in manchen wunderbaren Augenblicken. Wohl behütet vom fernen Horizon. Take a deep breath. And feel. Mit den Fingern Herzen in den Sand gemalt. Wasserumspült. Euphorisiert. Azur und Goldgelb.
Please let me know, if there is a better place to be. Thank you.
