Soulsick & Skindeep

26.12.2008 um 00:44 Uhr

Mohnwinter

von: skindeep   Kategorie: Alice / Soma

Hide my head, I wanna drown my sorrow...

Ein kleines Haus steht einsam im Mohnfeld. Aus Stein gebaut, grau im roten Blütenmeer. Soma wohnt in diesem Haus, es ist alles was sie haben wollte und alles was sie hat. Im Sommer liegt sie im weissen Kleid zwischen den Blüten und träumt von der Hand, die ihr Wärme gibt. Sie hat lang nicht geschlafen und die Nächte dauern ewiglich für die Schlaflosen. Im Winter sitzt sie frierend zwischen den Felsen der rauen Küste und streut schwarze Mohnsamen ins Meer. Sie singt leise in ihrem Wahn, mit blauen Lippen. Ihr Kleid ist genauso weiss wie der Schnee über der Welt. Nur die trockenen Blumen leuchten noch immer rot. Soma behütet ihn gut, ihren Mohn, dass er nicht mit dem Wind verweht zu Staub wird, wie ihre Träume. Ihr Blick ist giftig, um die Leere zu überdecken, sie denkt an den Sommer, wartet. Wartet...

 

Quelle: urlaub-in-daschow.de

 

22.12.2008 um 15:06 Uhr

Synthesize me

von: skindeep   Kategorie: Where the gods go

Musik: Diorama/Sage Francis

Synthesize me
and reboot
I need to start again
I need to make it different

Before I collapse. Before I fall apart. Start again, start again. I ought to be alone by now. Alone on a road at the crack of dawn, staggering. Where madmans dream of papier-mârché mountains growing red in the eastern sun. Where rusty pick-ups ride through the vast desolate desert after a summer fling. Where this old life is still pure. At this point of time. Nothing is as near and nothing is as far as you are. Just forget what I used to be. Same fire, new passion, old flame.

15.12.2008 um 00:19 Uhr

Vagabund

von: skindeep   Kategorie: Where the gods go

Anywhere I may roam                                          Where I lay my head is home

Nenn mich wertlos, haltlos, heimatlos. Nenn mich wie du willst. Ich höre auf tausend Namen und habe doch keinen. Ich vergaß, was ich tat und gleich darauf vergaß ich, woher du kamst.          

Die Kratzspuren quer über meiner Brust stammen von dir, glaube ich, ich kann mich kaum an dein Gesicht erinnern. Da ist bloß die ferne Ahnung unermesslicher Schönheit. Es wogt blau in meinem Kopf, wenn ich dich anschaue. Ich bin jung und frei und zugleich viel älter als alles, was du kennst. Ich bin was du sehen willst, lebe in den Augenwinkeln derer, die nur vorüberlaufen. Ich kann was ich will und bekomme was ich will. Ich bin ewig. Allein du kannst mich stürzen, doch ich werde dafür sorgen, dass das nicht geschieht.

Vergangenheit schmerzt, ich sehe es in deinen Augen, in den winzigen Fältchen um deine Lippen, wenn du lachst. Leg' dich nieder und vergiss, was zuvor war. Ich bin deine Heimat nun.

I have stripped off all but pride                                                              ...And I'll redefine anywhere                                                                    ...And I'll never mind anywhere                                                                                (Metallica - Wherever I may roam)

14.12.2008 um 23:34 Uhr

Bebend

von: skindeep   Kategorie: Daily

I
Es ist kalt. Ich zittere. Und ich dachte, ich dachte, dass... Werd' erwachsen flucht es laut in mir.
Sollte ich es nicht allein können, ohne Hilfe?
Ich kann es nicht und merke es erst jetzt. Habe mir nur etwas vorgemacht. Es hat sich doch nichts geändert. Ich bin zu klein, zu schwach, zu hilflos. Die kleinen Unsicherheiten bleiben. Ich möchte mich verstecken, irgendwo unter einer warmen Decke, in beschützenden Armen. Warum stürzt die Welt nicht auf mich nieder? Dann würde das Beben in mir zumindest einen Sinn ergeben. Ich wanke, es reisst mir die Beine unter meinem Körper weg. Wohin nur? Kein ersehnter Fall in ungeahnte Tiefen, kein leichter Ausweg, keine Endzeitstimmung. Alles geht seinen gewohnten Weg, nur ich strauchle. Aller Mut ist mit einem Windhauch fort. Ich muss mitgehen; warten und hoffen hat doch keinen Zweck. Ebenso wenig wie verstecken. Ich muss, muss, muss. Wie an Fäden. Groß werden. Allein laufen, wie sehr auch alles aus den Fugen gerät. Was soll schon passieren, ausser einem Sturz, einem kleinen Niederschlag? Es ist nur das Gefühl, was mich hindert, es kümmert nicht.
Warum ist es so kalt? Niemand braucht mich, wenn er stattdessen dich haben kann. Das habe ich jetzt begriffen. Ich hasse dich, ich hasse dich.
Aus.
 
.
II
Das Beben ist vorüber und ich stehe noch, tanze gar. Ha. Ich kann allein. Vielleicht ist es weniger sicher, weniger schön und weniger vertraut, aber es fühlt sich keineswegs schlecht an. Das wankende Herz triumphiert leise, pocht und pocht lauter. Du kannst jetzt gehen. Ich brauche dich nicht. Die kleinen Unsicherheiten dürfen bleiben, denn sie zerren kaum am großen Ganzen.
Endgültig.

07.12.2008 um 23:05 Uhr

Aix-la-Chapelle

von: skindeep   Kategorie: floating.

Peut-être faut-il avoir senti l'amour pour bien connaître l'amitiè
(Nicolas de Chamfort)  

Mir fielen die Augen zu als wir im Zug zurück nach Köln saßen, ich lauschte ihrer ruhigen Stimme, die von früher erzählte und lächelte still. Die letzten Tage und Nächte waren anstrengend und lang, hatten mich müde gemacht, ihr habt das Ganze in eine wohlige Erschöpfung gewandelt.
Ich dachte an unsere Treffen in den vergangenen Jahren während der Zug an kargen Bäumen vorbeirauschte, an das erste Treffen in Köln voller Chaos, ich war jung und wusste nicht wohin mit mir. Das Happy End im Jahr danach, das vielmehr ein Neuanfang als ein Ende war. An letztes Jahr, an vertraute Gesichter. Aachen ist nun eure, unsere Stadt. Der Glühwein, alte Fotos und Zugfahrten gen Nostalgia. Und wie aus Freundschaft Heimat wurde.

Die alten Pflasterstraßen sind regennass, zwischen Dom und Rathaus blitzen Lichterketten über Regenschirmen. Mir ist kalt. Aber eigentlich ist das alles nicht so wichtig. Wir rücken ein wenig zusammen. Eine lang vermisste Umarmung, ein Lächeln aus warmen Augen. Verstehen auch ohne Worte. Ich habe mich lange nicht mehr so zufrieden und auf-gehoben gefühlt. Ihr habt mich zusammengehalten, als alles andere aus den Fugen geriet. Und ihr tut es noch immer.
Es ist anders als damals, die Geschichten sind nicht weniger traurig, doch die Welt ist ruhiger und wir zuversichtlicher. Wir haben uns gemeinsam verändert, sind zusammen älter geworden und ich würde für jeden von euch durchs Feuer gehen, wenn es sein müsste.
Selbst wenn wir uns nur einmal im Jahr an einem kalten, verregneten Vorweihnachtstag sehen. Es ist, als wärt ihr nicht einen Tag fort gewesen.

...and you're waiting outside Jimmy's front door
But nobody's in and nobody's home 'til four
So you're sitting there with nothing to do
And talking about Robert Riger and his Motley Crue
And where you gonna go and where you gonna sleep tonight...
(Amy MacDonald - This is the life)Â