Ein Herz und eine Hand voll Asche
...Und wenn der Regen aufhört
Ist alles was noch übrig ist
Ein Herz und eine Hand voll Asche
Licht das sich in Scherben bricht...
(Samsas Traum - Ein Herz und eine Hand voll Asche)
Manchmal vergesse ich, was es bedeuted, zu leben. Lebendig zu sein. Manchmal rauscht es einfach nur vorbei und alles sieht immerzu gleich aus. Straßen, Häuser, Asphaltwelt. Manchmal habe ich das Gefühl, ganze Tage zu verschlafen. Manchmal will ich diesen Einheitsbrei übergehen, die Regentage ausblenden. Das Starren gegen die Wand birgt keine Antworten und diejenigen, die am nächsten sein sollten sind plötzlich so unerreichbar weit weg. Dann will ich alles hinschmeissen und mir am anderen Ende der Welt mit anderen Menschen oder auch ganz allein ein anderes Leben suchen. Eins in einem kleinen Haus an einer Steilküste oder eins auf hoher See, an Bord eines Schiffs mit weißen oder schwarzen Segeln und einem verschrobenen Kapitän.
Es bleibt nicht viel, wenn ich mein Leben auf die Tage reduzieren, die sich gelohnt haben, in jeder Sekunde. Tage, an denen ich nicht geschlafen und nicht gegessen habe oder vielleicht auch nichts anderes getan habe. Tage an denen die Sonne so verdammt schnell untergeht, dass man sich fragt, wo die letzten Stunden geblieben sind. Dann sind die Schatten nicht lang und die Lippen nie rot genug. Dann ist alles nichtig und Angst löst sich auf in Tränen, im Wind. Ich brauche Wände in Neonfarben und eine einzige lange Nacht, die mich um meinen Verstand bringt.
Doch die Realität sieht anders aus. Ich bin nicht unglücklich, doch ich gebe mich nicht zufrieden. Vielleicht an einem anderen Tag...
Fuckin' protected world.
