Soulsick & Skindeep

10.04.2009 um 23:32 Uhr

Regen...

von: skindeep   Kategorie: the desperate

Wenn das Leben nur ein Lufthauch ist, was bin dann ich? Regen und Wind, Naturgewalt? Eine sanfte Schneedecke über knackendem Eis. Ein fegender Sturm, der durch die Gassen heult. Dann bricht das Eis und alles, was darüber liegt, wird niedergerissen.

Als ich dort bei ihm lag, musste ich daran denken, wie ich manchmal mit dem Kopf auf deinem Arm lag, mit der Nase an deiner Achsel oder deinem Hals und mir fiel wieder ein, was Heimat bedeutet. Oder mich beschlich zumindest die ferne Ahnung davon.
Ich glaube, ich muss dir danken. Selbst wenn du vielleicht nicht verstehst oder meine Worte überflüssig sind, weil sie mit den nächsten Wogen ins Dunkel geschwemmt werden. Wofür...? Dafür, dass du mich in einer der schwersten Zeiten angenommen hast, als das, was ich war, und mich weiter geführt hast. Für eine Menge Zeit, trotz allem, ein paar lange Jahre, in denen du mal weniger und mal viel mehr bei mir warst. Heimat und Nähe, die mich um einiges weicher aber auch freier machten, trotz schwerer Tränen hast du mich nicht aufgehalten. Für all die Kleinigkeiten, die sich eingebrannt haben und manchmal zurück an die Oberfläche kommen, daran kratzen. Für be-dingungs.losen Rückhalt, auch wenn ich es dir nicht nur leicht gemacht habe. Ich glaube, du hast damit zu großen Teilen zu dem beigetragen, was aus mir geworden ist. Zu der Freiheit, die ich nun überall in mir spüre, die mich denken lässt, ich kann tun und lassen, was ich will, selbst wenn sie haltlos macht. Zu dem Lächeln zwischen Mund und Augenwinkeln.
Mehr kann ich nicht sagen, die Worte reichen nicht. Es war bloß das Gefühl, dass es Zeit dafür wäre... ich wusste einiges nicht zu schätzen, als ich es hatte und das tut mir leid.

Nun bin ich Feuer und Eis. Regentropfen auf der Fensterscheibe; ein schleichendes Gefühl oder ein alles einnehmender Sturz ins Leere. Ich bin wer ich sein will und doch niemand anderes. Manche Dinge ändern sich nicht. "...Und dann durchfließt sie mich wie Regen."

 

Alles was wir tun können
ist verlieren...
(Subway to Sally - So fern, so nah)