In your skin - to die a little death...
Sommer überwältigt mich. Wieder. Diese Abende, zu einer Zeit, zu der es langsam beginnt, kühl zu werden. Angenehm windig. Und es duftet überall, auch wenn es nach gar nichts riecht. Und es kriecht mir bis tief unter die Haut, zieht sich in der Herzgegend zusammen und bricht dann wieder nach oben, quillt aus meinen Augen und lähmt meine Zunge. Sehnsucht.wehmut.glück.sommer. In mir riecht es nach Rauch, der weiß vom Grill aufsteigt, nach kleinen schäumenden Wellen, nach Nächten unter freiem Himmel, nach Augen, die in meinen versinken, nach Herzen im Sand.
Im letzten Sommer ging ich abends manchmal allein und barfuß durch die engen Gassen, habe eingeatmet ohne ausatmen zu wollen, stand still, roch an Blumen, wollte fort und doch nur da sein. Ein paar Mal bist du mitgegangen, schweigend neben mir her, vielleicht habe ich mir das Schweigen auch nur eingebildet.
Die Sommer werden immer weniger Sommer. Sie gehen unter in allem was ich tue, Sommer braucht sprühendes Innehalten, doch manchmal bleibt keine Zeit. Ich brauche ein gutes Buch, dann setze ich mich auf die Hollywoodschaukel und bleibe einfach dort. Abends hole ich mir eine Decke und schlafe irgendwann ein. Einfach so. Vielleicht mit deinem Kopf auf meinem Bauch, zumindest gedanklich endlich. Sommer ist Aus.zeit. Bald, vielleicht, mal wieder wie früher, weniger denken, mehr leben, wenn auch nur Stundenweise.