Arusha
"It could be wrong
Could be wrong
This is out of control"
Wo bin ich denn nun schon wieder gelandet?
Fucking großartig³
So this is actually one of those great places. Those places that seem to be bewitched and strange and once you arrived you don't quite remember how you got there.
Manchmal habe ich Angst allein im Dunkeln, dann sehe ich Männer in schwarzen Masken hinter regennassen Fensterscheiben und im Spiegel hinter mir bewegen sich Schemen, die mir sekundenlange Herzstillstände bescheren. Dort ist nichts, nichts außer meiner allzu lebhaften Fantasie. Dann werde ich schreckhaft wie ein kleines Mädchen, möchte die Vorhänge schließen, ohne dem Fenster zu nahe zu kommen, das Licht nicht löschen und jemanden haben, der Nachts neben mir im Bett liegt, nur um des Daseins willen.
So war es dort, Abends in Arusha, in diesem kleinen Zimmer mit den nackten Steinwänden, ein fremdes Bett in einer fremden Stadt, mit einer hölzernen Tür halb versteckt hinter einer Wäscheleine. Ich fühlte mich so ungewohnt unbewohnt. Und doch war ich wahrscheinlich besser aufgehoben, als jemals zuvor. Ich ging mit Elly etwas essen, das Mädchen in der Küche freute sich und lachte fröhlich, als ich auf Swahili nach der Toilette fragte, und als ich zurückkam traf ich ihn, mit seinem umwerfenden Lächeln und dem unkonventionellsten Lebensstil, den ich je erlebt habe. Er setzte sich neben uns an den Tisch, sein Bier in der Hand, grinste. Und wie sich herausstellte war sein Zimmer direkt neben meinem in dem kleinen Gasthaus. Unsere Pläne kreuzten sich in diesen Tagen, auch wenn unsere Leben unterschiedlicher kaum sein konnten.
Als ich nach fünf aufregenden Tagen zurückkehrte in die mittlerweile doch heimelige Stadt, war er auch wieder da. Oder noch. Beides vielleicht. Ich war müde, wollte eigentlich nur mein Busticket kaufen und schlafen. Nunja, Pläne ändern sich. Aus seiner offenen Tür tönte Placebo auf den Hof während ich duschte und es war wunderbar. Elly holte mich ab, wir gingen wieder in die Bar, in der wir fünf Tage zuvor auch waren und unterhielt mich mit Leuten, die ich nicht wirklich kannte, die Musik war laut und er saß plötzlich wieder neben mir. Irgendjemand schlug vor, wir könnten noch grillen. Taten wir auch. Auf einmal saßen wir an einem großen Tisch mit vielen Leute, manche Gesichter waren mir sogar bekannt und alle lachten, waren zufrieden. Das Fleisch schmeckte eigentlich nicht nach Fleisch, aber das machte nichts, ich trank ein Bier zuviel und war dann angenehm müde. Wir gingen später gemeinsam zurück zu unserem Gasthaus. Er umarmte mich, bevor ich in meinem Zimmer verschwand, sagte mit verschmitztem Grinsen, ich solle nicht zu laut schnarchen und ich wusste, ich würde ihn nie wiedersehen. Als ich mich am nächsten Morgen auf den Weg zum Bus machte, stand sein Zimmer schon leer. Er wollte nach Kenia, um dort sein Glück zu versuchen. Sein Gesicht könnte ich schon kaum mehr beschreiben, aber ich würde ihn wiedererkennen, aus Tausenden heraus, da bin ich mir sicher.
Strange feeling to wake up in a room, that is not yours, alone in a strange city with no common face around you and a weird dream still on your mind.
And then you just do as usually, pack your bag, which contains all you need for living, leave the key, walk down an empty and half rotten street, sit down in a bus with or without destination together with a bunch of people you don't know and will never see again.
(Kursivtexte: Tagebucheinträge vom 20. & 26.09.09)
"It could be wrong
Could be wrong
But it should've been right"
(Muse - Resistance)
