Soulsick & Skindeep

16.07.2009 um 00:46 Uhr

Sommerflut - Wehmutherz

von: skindeep   Kategorie: Seasons

 

In your skin - to die a little death...

Sommer überwältigt mich. Wieder. Diese Abende, zu einer Zeit, zu der es langsam beginnt, kühl zu werden. Angenehm windig. Und es duftet überall, auch wenn es nach gar nichts riecht. Und es kriecht mir bis tief unter die Haut, zieht sich in der Herzgegend zusammen und bricht dann wieder nach oben, quillt aus meinen Augen und lähmt meine Zunge. Sehnsucht.wehmut.glück.sommer. In mir riecht es nach Rauch, der weiß vom Grill aufsteigt, nach kleinen schäumenden Wellen, nach Nächten unter freiem Himmel, nach Augen, die in meinen versinken, nach Herzen im Sand.

Im letzten Sommer ging ich abends manchmal allein und barfuß durch die engen Gassen, habe eingeatmet ohne ausatmen zu wollen, stand still, roch an Blumen, wollte fort und doch nur da sein. Ein paar Mal bist du mitgegangen, schweigend neben mir her, vielleicht habe ich mir das Schweigen auch nur eingebildet.

Die Sommer werden immer weniger Sommer. Sie gehen unter in allem was ich tue, Sommer braucht sprühendes Innehalten, doch manchmal bleibt keine Zeit. Ich brauche ein gutes Buch, dann setze ich mich auf die Hollywoodschaukel und bleibe einfach dort. Abends hole ich mir eine Decke und schlafe irgendwann ein. Einfach so. Vielleicht mit deinem Kopf auf meinem Bauch, zumindest gedanklich endlich. Sommer ist Aus.zeit. Bald, vielleicht, mal wieder wie früher, weniger denken, mehr leben, wenn auch nur Stundenweise.

 

05.07.2009 um 18:22 Uhr

Sommer

von: skindeep   Kategorie: Seasons

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Sommer, Herz, wenn du wüsstest, sei dir sicher, du wärst ein Teil von Peridon...
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24.11.2008 um 00:01 Uhr

Schneeballschlacht

von: skindeep   Kategorie: Seasons

Schnee fällt. Leise, in dicken Flocken. Novembernacht. Es knirscht sanft beim drüberlaufen, meine Schuhe versinken. Wenn man genauer hinsieht, glitzert er vorsichtig, selbst im Schein der Laterne.
Ich knirsche durch den frischen Pulverschnee und kann für einen kleinen Moment staunen. Genießen. Dem Bruder Schneebälle entgegenwerfen und mich schnell wegducken; er lacht. Die weissen Flocken in der Dunkelheit. Luft, die beim Atmen in der Lunge wehtut, so klar und rein und eisig. Mein dunkles Haar weiss besprenkelt im Spiegel beschauen und den Winter für schön befinden.
Ich werde mich ins Bett legen, der Schnee wird das Sonnenlicht reflektieren, in mein Zimmer werfen und es morgen früh in ein Leuchten tauchen. Es ist selten so weiss hier, die verschneiten Winter sind Kindheitserinnerungen oder Bilder von weit außerhalb der Stadt.
Selbst die Lieder wiederholen sich, und manche davon sind in weisse, weiche Schneeflocken gehüllt. In Traurigkeit und ein wehmütiges Staunen.

Der Mond funkelte sanft in deinem Haar
Und es tut auch kaum mehr mehr
wenn ich alles vor mir seh'
als ob's gestern war und nicht vergang'nes Jahr
(ASP - Und wir tanzten)

18.10.2008 um 19:10 Uhr

Schwermut

von: skindeep   Kategorie: Seasons

"Frierst du noch?", fragte sie, und dann gab sie ihm einen Kuss auf die Stirn. Uh! Der war kälter als Eis, der ging ihm tief ins Herz hinein, das ja ohnehin ein halber Eisklumpen war; ihm war, als müsste er sterben! - Aber nur einen Augenblick, dann tat es geradezu gut, er merkte nichts mehr von der Kälte ringsum.
(Aus: Die Schneekönigin von Hans Christian Andersen)

Das so lebendige Bild verschwindet mit dem nächsten Augenaufschlag. Schwesterherz, totes Kind. Es ist so kalt auf einmal. Wie konnte ich dich nur jemals gehen lassen?

Du machst es mir nicht einfach, Eisprinzessin. Bald kommt deine Zeit, deine blasse Haut wird die weichen Flocken des ersten Schnees reflektieren und die Augen werden eisblau glühen. Kaltes, zerfressendes Feuer. Entfacht vom unwirklichen Schein einer schneeversunkenen Welt. Alle Energie, die die Natur einbüßt, nimmst du in dich auf, nährst dich vom Abgrund Anderer. Schreitest in Leichtigkeit mit wehendem Haar, dann, wenn ich mich mit zusammengekniffenen Lidern durch Schneestürme kämpfe. Du hast schon gewonnen. Dein Eis wird nie gebrochen, der Splitter im Herzen tut sein übriges.

Was ist nur passiert, damals in der verschneiten Dezembernacht? Personifizierter Neid lässt die Augen grünlich blitzen. Du. Oder mein Leben. Die Entscheidung fällt schwerer als sie sollte.
Sicher hast du es verstanden, allwissende Schönheit. Wenn nicht gar alles in dir seinen Ursprung hat. Ich will nur nicht erfrieren.

09.10.2008 um 13:25 Uhr

When autumn explodes

von: skindeep   Kategorie: Seasons

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Make me fall. Down, down on the ground. Deep, deeper inside your skin. When autumn explodes.
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Röter wird es niemals mehr.
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02.10.2008 um 01:27 Uhr

Oktober

von: skindeep   Kategorie: Seasons

Es stürmt. Und regnet. Es ist windig und nass, graue Wolkenwand. Und ich finde es wundervoll. Der Mandelbaum verlor seine Blätter, ganz plötzlich, gestern, fast alle zugleich. Das gelbe Laub glänzt regennass am Boden. Noch ist es nicht kalt, doch man kann sie herankriechen sehen, die bodenlose Kälte. Eine harte Woche überstanden, endlich. Nun kann ich das Leuchten beobachten. Ich vergrabe mich gern in meinem Schal und sehne, lausche. Alles golden, mehr grau.

Die schönsten Dinge kommen unerwartet und sind so unscheinbar farbverwischt schimmernd. Ein paar ferne Worte. Eine vertraute Stimme am Telefon. Vorfreude. Freudentränen. Dort wo alles begann. Halt und der ersehnte Verlust selbigens.

Hard to say what caught my attention
fixed and crazy, aphid attraction
carve my name in my face, to recognize
such a pheromone cult to terrorize
(Slipknot - Vermilion)


Herbst ist Seelenkrieg. Krieg wie ich ihn mag, wie er unausweichlich ist. Schrei, endlich. Unsere beste Zeit. Die Menschen werden leiser im Herbst. Und die Welt bäumt sich noch einmal auf.

23.04.2008 um 19:53 Uhr

Erwacht

von: skindeep   Kategorie: Seasons

Musik: Daniel Powter - Bad Day

Ich kann an Veilchen riechen und Tulpen pflücken. Rot, gelb, violett.
Die Kastanien an der Uni sind jetzt grün und werden bald blühen. Weiß oder blassrosa. Sie lassen den trüben Kanal weniger trist wirken. Leben erwacht. Explodiert. Farbentaumel, und die Schmetterlinge machen es vor. Morgens scheint die Sonne in mein Fenster, sanfter warmer Strahl. Himmel.blau erwacht die Welt. Es macht wieder Freude früh aufzustehen. Am Fenster zu stehen und tief einzuatmen. Leben atmen.
Barfuß über die taunasse Wiese laufen. Bald Pusteblumenschirmchen in den Wind pusten. Plötzlich fügen sich all die Unsinnigkeiten wieder zu einem Bild zusammen. Tatendrang, manifestiert. Seifenblasen im Blick. Pläne, für heute, morgen, übermorgen. Ich will... hinauf zu den Sternen. Oder zumindest zu den Schäfchenwolken. Tanzend.
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Quelle: malleni.deviantart.com/art/heartbeats-79813276
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