Und wenn ich gehe...
And I am the bones you couldn't break
Wie schaffst du es nur so echt zu sein, so überreal, so du selbst und scheißegal. Du warst die Farbe dort um mich herum. Das letzte Mal, als ich dich sah, warst du betrunken und grob. Dich kümmerte so ungefähr nichts, ausser diesem Moment und vielleicht dem Glas in deiner Hand. Du kanntest mich nicht, und auch das war eigentlich egal. Du hast mich angesprochen und aus irgendeinem unerfindlichen Grund mochte ich dich oder zumindest irgendetwas an dir. Du warst nicht freundlich aus Höflichkeit und hast nichts gesagt, was überflüssig gewesen wäre. Du warst einfach nur. Mit ausgeblichenem rotgefärbtem Haar und den Piercings, die im Dunkel bunt leuchteten.
Als ich dich gestern wiedersah, wusste ich, dass es die Echtheit war, die ich mochte. Konventionslos und wen interessiert schon Smalltalk. Aber dieses Mal waren deine Konturen weicher, der Ausdruck in deinen Augen war weniger roh, dafür liebevoller, was auf den ersten Blick so gar nicht zu deiner Erscheinung passt. Ich glaube, du hattest noch viel weniger geschlafen als ich und wirktest trotzdem wacher. Du bist nicht so dumm, wie es auf den ersten Blick vermuten lässt und dein Blut schreit Anarchie. Du tust trotzdem pflichtbewusst deine Arbeit und abends stampfst du Freiheit in die Böden einer Nation. Dann gibt es eben keinen Schlaf. Ich glaube, der Welt würde es besser gehen, wenn ein paar Menschen mehr von sich selbst zulassen und mehr Luft zwischen ihren Gedankengängen erlauben würden.
Du hast mir einen Kuss auf die Nase gegeben und schautest mich traurig an, als ich ging, aber gesagt hast du nichts.
Es gibt keinen Kampf, nicht gegen mich, das wusstest du.
I will brush off all the dirt
And I will pretend it didn't hurt
(Placebo - Battle for the sun)
