Still Words

29.11.2006 um 18:38 Uhr

...

von: Yaryara

"...und sie schwankte Tagein- Tagaus, Stunde um Stunde, Minute für Minute, Sekunde um Sekunde in Ihrem nicht vorhandenen und doch vorhandenen, eigentlich undefinierbarem Ozean nicht lokalisierbarer und doch spürbarer Gefühle."

Ich hab mal versucht etwas zu beschreiben, was mir eigentlich so unbeschreiblich erscheint und ich habe für mich das Gefühl, dass ich es tatsächlich geschafft habe mit diesem einen Satz genau das zu beschreiben was so unbeschreiblich ist! Wie ich mich empfinde seit Montag...

Es ist nicht ungewöhnlich und es wäre nicht ungewöhnlich für mich wenn es hormonell bedingt wäre, dass wäre zur Zeit zumindest die logischste und einfachste Erklärung dafür. Andererseits werd ich das Gefühl nicht los, dass es vielleicht auch was anderes sein könnte. Den es gäbe da noch etwas was im Bereich des Möglichen läge und was mich nicht loslässt, mir vielleicht sogar ein stückweit ein wenig Angst einflösst. Wieso ich gerade jetzt darauf komme unterliegt wohl der Tatsache, dass sowohl die Jahreszeit eine Rolle spielt, wie auch eben schon angesprochen, dass Gefühl, dass es irgendwie anders ist als lediglich hormonell bedingt. Vielleicht täusche ich mich auch, vielleicht spielen meine Gefühle mir einen Streich, vielleicht ist es die Unsicherheit gekoppelt mit der Angst, dass mich annehmen lässt, dass es vielleicht was anderes sein könnte - vielleicht liege ich aber auch richtig mit meiner Vermutung. Ich möchte nichts heraufbeschwören, schon garnicht mir etwas einreden - ich möchte aber diese für mich wesentliche Möglichkeit nicht einfach aussen vor lassen und vielleicht versuche ich sogar ein stückweit vorbeugen, damit es mich nicht von heute auf morgen überfällt.

Wenn ich zurückblicke, dann kann ich mich nicht wirklich daran erinnern, dass es nicht wenigstens einmal eine derartige Phase in den letzten Jahren in meinem Leben gegeben hätte. Wobei es mit einer wohl noch wenig bemessen ist. Ich habe sie nicht gezählt und auch die Dauer der Zeiträume nicht vermerkt. Es waren zuviele, im Grunde genommen ist das auch unwichtig und doch kann ich sagen, dass es von Jahr zu Jahr besser und weniger geworden ist. Weniger - im Sinne der Häufigkeit und wohl auch im Sinne der Intensität!

Dem Kind könnte man einen Namen geben, wenn man dann wüsste wie es zu benennen wäre. Depressiv sein käme diesen Phasen wohl nah, wobei ich mich persönlich nie gänzlich damit identifizieren konnte und mich auch ungerne dort einkategorisiere. So wie mit all diesen fachchineschichen Begriffen in die man Menschen mit psychischen Störungen versucht reinzupressen. Ich habe in den vergangenen Jahren viel über mich gelernt, über die Folgen und die Symptomatik (m)eines Traumas, etc. - doch alles zusammengefasst konnte ich mich nie mit einem dieser vielen Begriffe zu 100 Prozent identifizieren.

Zurück zum Anfang... Vielleicht und hoffentlich täusche ich mich mit meiner Vermutung und dieses gegenwärtige Empfinden ist tatsächlich letzten Endes einfach nur auf meinen weiblichen gegenwärtigen hormonellen Zustand zurückzuführen. Es wird sich in den nächsten drei Wochen zeigen... Abwarten!!!

27.11.2006 um 18:36 Uhr

Tage wie dieser...

von: Yaryara

Es gibt Tage, die gäbe es besser nicht. Eigentlich möchte man an solchen Tagen garnicht da sein, aber ganz egal wie man da ist, man ist immer da. Man kann zwar die Tür hinter sich schliessen und die Welt da draussen, Welt sein lassen. Doch seinem eigenen Selbst ist man überall der Nächste. Man kann nicht vor sich selbst fliehen. Diese Erkenntnis ist so alt, daß Ihr bitterer Geschmack wahrscheinlich noch in Jahrhunderten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verkörpern wird.

Sie wusste nicht was das für ein Tag war, warum sie sich so fühlte, wie sie sich fühlte und wie sie gegen etwas steuern sollte, dass sie nicht zu lokalisieren vermochte.

Manchmal muss man sich einfach SEIN lassen, auch wenn dieses SEIN nicht immer das ist was man von sich erwartet, was andere von einem erwarten - auch wenn es manchmal traurig ist und weh tut. Sich SEIN lassen, mit allem was man ist, mit allem was man fühlt, ganz egal wie dieses SEIN auch ausschauen mag...

Das war eine der vielen Lektüren aus dieser Geschichte, die sich Ihr Leben nannte!

Es waren undefinierbare Gefühle die Ihr an diesem Tage zu schaffen machten. Bereits in den Morgenstunden schlichen sie sich klangheimlich an und bemächtigen sich Ihres Daseins. Sie sass auf der Arbeit, fühlte sich teils wie ein Geist, da und doch nicht da. Es fiel ihr schwer sich auf das zu konzentrieren, worauf sie sich konzentrieren sollte. Sie fühlte sich blockiert. Dennoch raffte sie sich ein stückweit auf und machte zumindest das was in diesem Zustand für sie möglich war. Letzendlich war es nicht viel, aber es war besser als nichts und immerhin hatte sie es geschafft zwei Vorgänge vom Tisch zu bekommen, die sie schon einige Tage vor sich herschob und die ihr echt quer lagen!

Sie vermisste Ihren Liebsten! Es war schön ihn zu vermissen, doch an manchen Tagen war es auch unzufriedenstellen, zu wissen das da draussen jemand ist den man von ganzem Herzen liebt, von dem man geliebt wird und dennoch irgendwie gerade alleine ist. Natürlich war es besonders dann unzufriedenstellen, wenn sie sich traurig oder eben nicht gut fühlte. Es wäre wohl unmenschlich wenn dem nicht gerade dann so wäre. Es ist doch oft so, dass man sich am meisten nach den Menschen die einem am nächsten sind sehnt, wenn es einem nicht so gut geht. Was ja nicht bedeutet, dass man sie nicht ebenso in seiner Nähe fühlen mag, wenn es anders ist.

Wie gerne würde sie ihn gerade dann in ihrer Nähe spüren, seine samtweiche Haut berühren, ihn streicheln. Ihm in seine wunderschönen Augen schauen um sich in deren Glanz zu spiegeln und in jenen zu versinken. Und dieses unbeschreibliche Lächeln, dass so sehr strahlte, dass dessen Wärme sie durchdrang, erfüllte und ihr Herz zu lächeln begann.