Still Words

19.02.2007 um 22:46 Uhr

Manchmal, an Abenden wie diesen...

von: Yaryara

Musik: America - The Last Unicorn

Manchmal fühlt sie sich der Realität so fern und zeitgleich so erschreckend nah, dass sie fast an ihr vorbeischaut.

Manchmal ist ihr alles so sehr fremd und doch so bekannt, dass sie nicht weiss was falsch oder richtig ist.

Weit weg in einem anderen Dasein. Doch eigentlich ganz nah, tief in ihrem Herzen.

Alles scheint so anders und doch ist alles gleich.

Einst war sie auf der Suche nach sich selbst. Vor langer Zeit fragte sie sich, wer sie ist. Dieser Mensch den sie sieht, wenn sie in den Spiegel blickt.

Schritt für Schritt lernte sie sich kennen und irgendwann war es nicht mehr nur ein Spiegelbild was sie betrachtete, sondern sie schaute in diesen Spiegel und sah sich selbst.

Da sind Emotionen, die sich nicht übereinbringen lassen. Absolute Gegensätzlichkeiten in ihrer Person und doch gehört alles zusammen. Alles, all das was sie ist, was sie fühlt, was sie tut, .... ALLES!

Manchmal, an Abenden wie diesen weiss sie nicht was richtig oder falsch ist. Und sie hüllt sich in Schweigen, streicht sich ihre Tränen von den Wangen...

Manchmal, an Abenden wie diesen - kämpft sie gegen sich und für sich. Da ist diese Angst, die sie nicht loslässt. Dieses Gefühl das so stark ist und da ist ihr Verstand, der weiss das es keinen Grund gibt Angst zu haben. Da ist diese Stimme in ihrem Kopf die sie sprechen lässt "Hab keine Angst. Du musst keine Angst haben. Es gibt keinerlei Anlass sich zu ängstigen. Alles ist ok, alles ist gut!" Da ist die Verdrängung, die sich ständig mit irgendwas beschäftigt um der Angst einen Streich zu spielen. Doch die Angst ist für einen Menschen der von und mit seinen Gefühlen lebt sehr präsent. Es bedarf nur an ein paar wenigen Minuten und schon hat sie sich wieder bemerkbar gemacht.

Es ist als würde man versuchen Einfluss auf etwas zu nehmen, dass man kaum beeinflussen kann.

Doch letzen Endes geht das Licht immer ins Dunkel. Auch das noch so kleinste Licht vermag ein Stück Dunkelheit zu verdrängen, doch die Dunkelheit vermag das Licht nicht zu verdrängen.

Aber wie soll sie die Kerze in sich selbst anzünden, wenn alles in ihr so sehr dunkel ist das sie sich selbst nicht sehen kann?!

Manchmal, an Abenden wie diesen...

10.02.2007 um 09:15 Uhr

Das Fremde in Ihr

von: Yaryara

...und plötzlich stand Sie dort, den Tränen nahe, fühlend dieses unerklärliche fremde / befremdende Gefühl welches Sie schon seit einiger Zeit mal mehr, mal weniger heimsuchte. Es kam und ging, ohne jeglichen Hintergrund, ohne jeglichen Faktor - es kam aus dem Nichts und ging wieder ins Nichts. Es ist nichtmal wirklich definierbar in seinem Dasein. Jedes Mal stellte Sie sich die Frage, was es ist, wie sie es empfindet, wo es herkommt und versuchte es zu lokalisieren wenn es präsent war. Doch Sie konnte es nicht bestimmen, all Ihre Versuche, Fragen endeten dort wo sie angefangen hatte, im Nichts!

In den letzten Tagen war es mehr präsent als zuvor. Was wohl darin begründet liegt, dass es Ihr in den letzten Tagen zusehenst schlechter ging. Die Vermutung welche Sie hatte, woher es gekommen sein konnte, wollte Sie nicht beim Namen nennen. Es ängstigte Sie. Sie wusste in Ihr tickt eine Bombe, schon viele viele Jahre. Eine von der Sie fürchterliche Angst hatte, sie könnte eines Tages explodieren. Tief tief in Ihr drin verborgen. Das was Sie einst in Ihrer Kindheit so sehr verdrängt hatte, dass es eine zeitlang vergessen war. Das nur bruchstückhaft wieder hervortrat. Das Puzzle das Sie nie gänzlich zusammen setzen konnte. Sicherlich hatte Sie mehr als einmal versucht zurück zu gehen, sich zu erinnern, die fehlenden Puzzleteile zu finden um das Bild ein ganzes werden zu lassen. Sicherlich war es nicht so, als hätte Sie immerzu Ihre Augen davor verschlossen. Doch der Gedanke das irgendwann vielleicht mit einem Schlag all die Teile die Ihr fehlten plötzlich in Ihrem Gedächtnis vorhanden sein könnten, viel mehr noch diese Teile auch in Ihrer Gefühlswelt plötzlich alle vorhanden sein könnten, war ein beängstigender erschlagender Gedanke. Den auch wenn Sie nicht wusste was auf sie zukommen würde, so fühlte Sie immerzu das das was da fehlte keine Kleinigkeit sein würde.

04.02.2007 um 08:38 Uhr

....

von: Yaryara

Manchmal ist mir, als sei ich nicht ICH selbst. Manchmal ist mir als würde ich abdriften tief in mich hinein, in ein anderes ICH und es ist dort so dunkel, dass es schwer ist den Weg zurück zu finden. Meist verweile ich eine zeitlang an diesem düsteren traurigen Ort. Ich kann die Zeit nicht bestimmen. Manchmal nur sehr kurz, manchmal länger. Solange bis ich wieder zurück bin, in meinem eigentlichen ICH, in der Realität, im Hier und Jetzt. Es fühlt sich an, als sei ich weg gewesen, woanders - aber wo? Ein Körper, eine Hülle, ein Versteck, Schutz, Gefängnis... Manchmal ist mir als sei ich so tief in mich gegangen, dass ich eingesperrt bin in diesem meinen Körper. Die Dinge die ich von aussen wahrnehme, nehme ich schwammig wahr. Mehr so, als seien meine Sinne ein fest verschlossenes Fenster aus dem ich zwar hinaus blicken kann, in das aber kaum etwas eindringen kann. Ich kann sehen was um mich herum geschieht, ich kann hören was um mich herum ertönt, aber kaum etwas von dem kann zu mir durchdringen. Und was mich vor was auch immer beschützen will, wird zu meinem eigenen Gefängnis aus dem ich temporär kaum ausbrechen kann. Ich klopfe gegen das Fenster mit geballter Faust, schreie um Hilfe - so fest und stark das mein ganzer Körper schmerzt, doch nichts davon dringt nach draussen. Zu still als das es jemand sehen/hören könnte. Und dann überkommt mich diese Angst. Wo bin ich, wie komme ich hier raus, was ist mit mir? Ich bin tieftraurig, so wütend... Ich schreie und weine innerlich, doch ich muss mich anstrengen und zwingen etwas davon nach aussen zu tragen. Manchmal gelingt es mir zu weinen und dann kann ich nicht mehr aufhören zu weinen, es ist aber nicht befreiend, sondern belastend. Ich fühle mich so gefangen und trotz dieser Emotionen nach aussen hin wie abgestellt/wie tot. Ich verspüre das Gefühl mir weh tun zu müssen, um mich, meinen Körper von aussen wahrnehmen/fühlen zu können. Eine Tür zu öffnen aus der ich entfliehen kann. Aber dann ist da noch mein Verstand, zwar in abgeschächter geringer Form, aber er hält mich davon ab mir richtig weh zu tun. Manchmal bohre ich mir meine langen Fingernägel in die Haut, mit ganzer Kraft drücke ich sie hinein, tiefer und tiefer und ich fühle Schmerz, Schmerz der von aussen nach innen dringt... Ich fühle mich, meinen Körper und manchmal gelingt es mir so nach aussen zu dringen. Manchmal kann ich ganz aus mir rausgehen, so das ich das Gefühl habe wieder dazusein. Manchmal schaffe ich es aber auch nur teilweise, bin kurfristig klar und rutsche dann schnell wieder ab. Es ist lange her das es mir so ging, dass ich mich so gefühlt habe, dass ich an diesem düsteren dunklen Ort war - bis gestern WAR es lange her. Es ängstigt mich.... Ich weiss nicht warum es mich so plötzlich wieder überrannt hat, warum es wieder da war/ist und ich habe Angst das es wieder häufiger wird. Es ängstigt mich....