Still Words

04.02.2007 um 08:38 Uhr

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von: Yaryara

Manchmal ist mir, als sei ich nicht ICH selbst. Manchmal ist mir als würde ich abdriften tief in mich hinein, in ein anderes ICH und es ist dort so dunkel, dass es schwer ist den Weg zurück zu finden. Meist verweile ich eine zeitlang an diesem düsteren traurigen Ort. Ich kann die Zeit nicht bestimmen. Manchmal nur sehr kurz, manchmal länger. Solange bis ich wieder zurück bin, in meinem eigentlichen ICH, in der Realität, im Hier und Jetzt. Es fühlt sich an, als sei ich weg gewesen, woanders - aber wo? Ein Körper, eine Hülle, ein Versteck, Schutz, Gefängnis... Manchmal ist mir als sei ich so tief in mich gegangen, dass ich eingesperrt bin in diesem meinen Körper. Die Dinge die ich von aussen wahrnehme, nehme ich schwammig wahr. Mehr so, als seien meine Sinne ein fest verschlossenes Fenster aus dem ich zwar hinaus blicken kann, in das aber kaum etwas eindringen kann. Ich kann sehen was um mich herum geschieht, ich kann hören was um mich herum ertönt, aber kaum etwas von dem kann zu mir durchdringen. Und was mich vor was auch immer beschützen will, wird zu meinem eigenen Gefängnis aus dem ich temporär kaum ausbrechen kann. Ich klopfe gegen das Fenster mit geballter Faust, schreie um Hilfe - so fest und stark das mein ganzer Körper schmerzt, doch nichts davon dringt nach draussen. Zu still als das es jemand sehen/hören könnte. Und dann überkommt mich diese Angst. Wo bin ich, wie komme ich hier raus, was ist mit mir? Ich bin tieftraurig, so wütend... Ich schreie und weine innerlich, doch ich muss mich anstrengen und zwingen etwas davon nach aussen zu tragen. Manchmal gelingt es mir zu weinen und dann kann ich nicht mehr aufhören zu weinen, es ist aber nicht befreiend, sondern belastend. Ich fühle mich so gefangen und trotz dieser Emotionen nach aussen hin wie abgestellt/wie tot. Ich verspüre das Gefühl mir weh tun zu müssen, um mich, meinen Körper von aussen wahrnehmen/fühlen zu können. Eine Tür zu öffnen aus der ich entfliehen kann. Aber dann ist da noch mein Verstand, zwar in abgeschächter geringer Form, aber er hält mich davon ab mir richtig weh zu tun. Manchmal bohre ich mir meine langen Fingernägel in die Haut, mit ganzer Kraft drücke ich sie hinein, tiefer und tiefer und ich fühle Schmerz, Schmerz der von aussen nach innen dringt... Ich fühle mich, meinen Körper und manchmal gelingt es mir so nach aussen zu dringen. Manchmal kann ich ganz aus mir rausgehen, so das ich das Gefühl habe wieder dazusein. Manchmal schaffe ich es aber auch nur teilweise, bin kurfristig klar und rutsche dann schnell wieder ab. Es ist lange her das es mir so ging, dass ich mich so gefühlt habe, dass ich an diesem düsteren dunklen Ort war - bis gestern WAR es lange her. Es ängstigt mich.... Ich weiss nicht warum es mich so plötzlich wieder überrannt hat, warum es wieder da war/ist und ich habe Angst das es wieder häufiger wird. Es ängstigt mich....