Still Words

28.07.2008 um 16:41 Uhr

...

von: Yaryara

Er lag einfach dort, auf seinem Bett. Getrübte Augen, müde seines Daseins. Und als ich tröstend meine Hand auf ihn legte, brach es aus ihm heraus. Tränen... Tränen des Schmerzes, Tränen der Verzweiflung, Tränen der Verwirrung... Er begann zu erzählen, sein ganzer Körper hätte gezittert, er hätte einfach nicht mehr gekonnt. Der Notarzt war da und er hat eine Spritze bekommen, so eine Art Beruhigungsspritze wohl damit es ihm besser ging. Das er nicht mehr wüsste was er machen soll und nicht verstände warum es ihm wieder so ginge. Das es besser sei, wenn er unter der Erde läge. Warum bin ich so? WARUM fühle ich mich so?

JA, warum Papa?

Ich hätte ihm so gerne geholfen, ihm so gerne Antworten auf seine Fragen gegeben.

Ich hab ihn in den Arm genommen und festgehalten und versucht ihm zu zeigen, dass ich ihn verstehe und ich mit ihm fühlen kann. Ich habe ihm gesagt, er solle sich doch mal überlegen ob er nicht nochmal ambulant eine Therapie machen mag. Vielleicht würde es ihm ja helfen... so wie es mir einst geholfen hat.

Ein Erwachsener Mensch - Gebrochen.

Ich war den Tränen so nahe, als ich ihn so dort liegen sah. Doch ich hab mich ganz dolle zusammengerissen, ich wollte stark sein für ihn. Danach... danach hab ich den ganzen Tag darüber nachgedacht und dennoch versucht den Geburtstag meiner Ma zu geniessen. Als wir nach Hause gefahren sind, hab ich kurz überlegt mit meinem Schatz darüber zu reden - aber ich konnte nicht. Mit ihm kann man über sowas nicht reden, oder ich kann es nicht. Ich fühle mich schon unverstanden wenn es um mich geht und derart tiefe Abgründe - wieso sollte es dann in dem Punkt anders sein. Und am liebsten wäre ich zu meinem Bruder gefahren, ich hatte ein solches Bedürfnis mit ihm darüber zu reden - damit wir gemeinsam dasein können. Aber das konnte ich auch nicht. Das er und meine Eltern immernoch "Getrennt" ihr Leben leben... Ich kann es nach wie vor nicht verstehen, dass sie keinen Weg mehr zueinander finden. Auch so etwas was mich mal mehr und mal weniger, aber immer irgendwie belastet. Zudem ich am meisten davon abbekomme, weil ich immerzu dazwischen stehe. Und in Situationen wie diesen denke ich, da ist noch jemand - aber der ist eben nicht da - weil eben dieser Keil zwischen Ihnen steht.

Ich bin fest davon überzeugt, dass auch das etwas ist, was meinen Dad sehr belastet.  Er geht anders mit solchen Dingen um wie meine Ma. Ich schätze meine Ma ist jemand der die Dinge nicht so an sich ran lässt, besser verdrängen oder abblocken kann.  Mein Dad redet zwar nicht über die Dinge die ihm weh tun, aber er kann sie auch nicht derart von sich weisen.

Meine Ma fragte mich heute auch, warum das so bei ihm wäre - das Sie es nicht verstände...

JA, warum Mama?

Ich weiss es nicht...

Ein jeder Mensch ist anders, antwortete ich ihr und nicht jeder Mensch kann so mit seinem inneren Schmerz umgehen wie du. (Wobei ich damit nicht zwangsläufig der Ansicht bin, dass das besser ist - aber ein jeder ist halt für sich anders)