Still Words

06.12.2010 um 07:54 Uhr

...

von: Yaryara

Blätter taumeln zu Boden,

Hunderte...

gezeichnet vom Sturm des Lebens,

Zerfledert...
Gerissen...
Zerfetzt...
Entzweit...

Selbst jene die noch heile sind,
werden am Boden liegend verrotten.

05.12.2010 um 15:38 Uhr

...

von: Yaryara

Stimmung: :(

Nicht erst seit Tagen, aber seit einigen Tagen intensiv beschäftigt mich der gedanke an meine vorhandene / nicht vorhandene Familie. Heute habe ich zu meiner Freundin gesagt, so krass es auch klingen mag - für mich wäre es manchmal einfacher ich hätte meine Eltern nicht. Den so hab ich welche und irgendwie aber doch nicht so wie ich es mir immer gewünscht habe.

Die vergangenen Jahre, ja eigentlich seit ich denken kann bin ich einer Wunschvorstellung hinterher gelaufen - von der Mama die ich mir immer gewünscht habe und von der ich immer dachte, dass eines Tages genau jene vor mir stehen würde und der von dem Papa, der nach Hause kommt und sein Kleines Mädchen auf den Arm nimmt, bei dem sie sich geborgen und beschützt fühlen kann. Erst dieses Jahr, erst jetzt mit 30 Jahren habe ich erkannt - das dies nie passieren wird und das ich meine Konsequenzen daraus ziehen muss. Das habe ich dann auch getan, aber wenn ich behaupten würde, dass ich damit schon gut umgehen kann - dann würde ich lügen. Immer wieder versuche ich nicht in alte Muster zu fallen und das gestaltet sich sooooo schwer. Gerade dann wenn es darum geht es mir und nicht meinen Eltern recht zu machen. Mein Leben zu leben und es nicht so zu tun, wie sie es gerne hätten. Ja... und jetzt lebe ich mein Leben irgendwie ohne Sie, irgendwie sind sie aber da und irgendwie aber auch nicht. Wichtig bin ich dabei wohl weniger und naja ich tus wohl mehr für meinen Sohn und für Oma und Opa - als für mich selbst, den ich persönlich weiß ja - so schmerzlich es auch sein mag - das es nie so sein wird wie es sollte, ich es mir wünsche und das Mama nie über Ihren Schatten springen wird. Selbst jetzt nicht.... Papa hat wohl einiges verstanden, nachdem ich die drei Monate den Kontakt abgebrochen hatte - aber Mama... sie will ja nichtmal drüber reden und selbst wenn würde es wohl auch nichts bringen - sie hat halt ihre Meinung und würde eh nicht davon abweichen. Aber es steht zwischen uns... Der Brief den ich geschrieben habe und die Tatsache, dass Sie nicht darüber sprechen wollte/will!

Ja... jetzt steht mal wieder Weihnachten vor der Tür *laola*... :/. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht dran erinnern, wann mein letztes Weihnachten war, dass ich wirklich richtig toll fand.  Bei dem ich nicht emotionslos alles hinter mich gebracht habe und gehofft habe das es schnell vorbei ist. Wenn ich raten müsste würde ich sagen es war 1999 - den das war das letzte Weihnachten das nicht von dem Selbstmord meines Cousins überschattet wurde. Seit diesem Ereignis war für mich plötzlich jeglicher Zauber den diese Zeit mal für mich hatte - verschwunden und ich hab ihn auch leider nicht mehr gefunden. Und halt all die anderen Dinge die dann Jahr für Jahr hinzu kamen.

Dieses Jahr aber finde ich es irgendwie besonders zum kotzen und würde es am liebsten gänzlich ausblenden. Das Programm steht schon... Besuch bei Patentante mit Sohnemann... dann irgendwie noch meine Eltern unterbringen am 24. - am 25. besuch bei Patenonkel mit Sohnemann - danach zu seinem Papa bringen, dann nach Hause und thats it! Den Abend und den nächsten Tag werde ich dann wohl mit meinem Schatz verbringen und nichtmal das kann mich gerade aufbauen.

Früher konnte ich wenigstens noch von der Familie träumen die ich nie hatte, ich konnte mich da so richtig schön reinfühlen und es hat sich wirklich gut angefühlt - ja auch wenn die Landung danach immer hart war - so konnte ich aber wenigstens für diesen Augenblick mich geborgen, wohl fühlen - lächeln, glücklich sein. Heute kann ich nichtmal mehr das und ehrlich gesagt, ich weiss auch garnicht mehr wie es sich anfühlen sollte. Ich wünschte ich könnte. Das wäre immerhin etwas und vielleicht wüsste ich dann auch wieder worauf ich hinarbeiten möchte. Aber wenn ich an Familie denke, dann fühle ich NICHTS! Eine große tiefe Leere...

Früher habe ich immer gesagt "Ich will keine Karriere machen, es ist mir auch nicht wichtig reich zu sein oder wohlhabend... ich wünsche mir für mein Leben nur eines - meine eigene kleine Familie! Nicht die Heile Welt, den die gibt es nicht. Aber ja.. meine eigene kleine soweit wie möglich glückliche Familie!" Ja, an diesem Wunsch habe ich wirklich lange festgehalten, sehr lange und dann irgendwann im Laufe der Jahre ist er unter der ganzen Scheisse verblasst, verloren gegangen. Ich würde ihn gerne wieder aufnehmen - aber wie schon gesagt - ich weiss nichtmal mehr wie es sich anfühlen sollte... ;(

Es ist noch nicht solange her, da war es wieder da - dieses Gefühl... ich dachte ich hätte sie endlich gefunden - die Familie die ich nie hatte und plötzlich war alles weg... Und selbst wenn ich jetzt versuche mich zu erinnern wie ich mich da gefühlt habe - ich´kann es nicht fühlen. Weg... wahrscheinlich eingesperrt, verdrängt... dann tuts halt nicht so weh. So wie das mit sovielen Dingen ist...

Seit einigen Tagen spüre ich, dass ich mal wieder ständig unruhig und soooo wütend innerlich bin - das ich manchmal nicht weiss wohin mit dieser ganzen Wut. Am Freitag war es ganz schlimm und ich hatte wieder diesen Drang mich zu verletzen... Hab dann beschlossen nicht alleine zuhause zu bleiben und zu einer Freundin zu fahren, statt wieder abzudriften... Hat auch zum Glück funktioniert!

Aber es ist eben nicht immer jemand da und ja... es gibt wohl auch jetzt niemanden mehr der DAS von mir weiss und / oder dem ich so sehr vertrauen würde - das ich es sagen würde. Wohl auch niemanden von dem ich denke, dass er es verstehen würde/könnte. Der Mensch der mich die letzten sieben Jahre begleitet hat - ja mir wohl näher stand als je ein anderer in meinem Leben - der ist nicht mehr da. Und ja - den Freund den ich einst hatte - der Mensch dem ich so nah war und der mir so nah war - der Mensch dem ich wirklich ALLES sagen konnte ohne mich blöd oder sonstwas zu fühlen - bei dem ich mich ohne Worte verstanden fühlte - ja den gibts nicht mehr. Zumindest nicht so wie es einst war und auch das ist etwas das mir wirklich weh tut/fehlt.

Natürlich gibt es noch andere Menschen in meinem Leben, wirklich tolle Menschen die für mich da sind und denen ich auch vertraue - aber halt nicht auf dieser Ebene und sowas gibt es würd ich mal sagen auch nicht oft im Leben.

Ich hatte mal eine Freundin mit der es ähnlich war... natürlich nicht genauso, aber ähnlich. Als ich sie damals verlor hat es echt lange gebraucht bis ich damit klar kam. Und nein... ich habe bisher nie wieder jemanden getroffen mit dem es so war oder auch nur ansatzweise hätte werden können. Ersetzen kann man sowas eh nie nicht... !

Mein Cousin... ja.. er wäre jetzt ca. 38 Jahre alt. Es ist komisch - ich denke das Jahr über ab und an mal an ihn... aber immer wenn es dann auf den Tag X (23.12.) zugeht, dann lässt er mich nicht mehr los und es tut nach wie vor weh - obwohl es jetzt schon 10 Jahre her ist. Irgendwie stell ich mir immer vor wie er mit seinem treuen Blick auf mich runter schaut, lächelt und mir damit sagen will das ich nicht traurig sein soll... das es ihm gut geht und das auch bei mir alles gut wird, das er da ist und aufpasst... ja ich kann dieses bild genau vor mir sehen, auch wenn es vielleicht nur eine wunschvorstellung ist - es ist eine schöne Vorstellung und ich kann ihm mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegenblicken. Es gab Zeiten da war ich neidisch drauf, dass er den Mut hatte zu gehen und ich nicht. Doch letztendlich wünsche ich mir oft wir hätten einfach nur mehr miteinander geredet um einander mehr zu sehen und vielleicht, wer weiss... vielleicht hätte ihn das gehalten - vielleicht aber auch nicht. Er war jedenfalls ein echt toller Mensch und ich wünschte ich hätte mehr Zeit mit ihm verbringen können. Vielleicht kann ich das ja irgendwann nachholen - wenn es sowas wie einen Ort gibt an den man geht und an dem man sich wiedersieht. Wer weiss...