Irgendwie konnte ich mich noch dran erinnern, das Paps früher für die
elektischen Reparaturen im Haus zuständig war und somit auch für die
Waschmaschine. Bevor der Elektriker für Teuer Geld kommen müßte, schaute der
Mann des Hauses nach den Geräten. Später dann war es der Stammhalter in Form
meines Bruders, der alles auseinander nahm und wieder zusammenbaute. Mit dem
Unterschied , dass es meinem Bruder relativ egal war, ob die Dinge tatsächlich kaputt
waren oder nicht.
Da ich aber auch irgendwann mal mitbekommen hatte, das mein
Vater vor seiner Tätigkeit mit Versicherungen irgendwas mit Elektriker gelernt
hatte zog ich ihn zu Rate, um meine Waschmaschine wieder auf Vordermann zu
bringen.
Die Kosten für einen Mann der die Reparatur oder gar den Verkauf von
Waschmaschinen professionell gelernt hatte, sind schwindelerregend und erstmal
nicht vorstellbar.
So hatte ich gestern abend noch bei Paps angefragt und mich für heute mit
ihm ihn unserer Waschküche verabredet.
Treu und Zuverlässig kam er auch und brachte nach
echter Reparaturmanier auch gleich das nötige Werkzeug mit.
Tätsächlich schraubte ich dann aber mit meinem ALDI-Werkzeug die Schrauben
auf, die nötig sind , um den Trockner von dem unteren Wäschesäuberungsgerät zu
befreien.
Artig wie alle Rückenschulen es immer vorbeten, hoben wir brav das Gewicht aus den Knien, als
wir den Trockner herunterhoben. Als die Abdeckung befreit war, schauten wir unwissend
wie 2 Käufer eines Autos unter die Motorhaube. Eigentlich weiß man nicht, auf
was man achten muß. Eigentlich hat man auch überhaupt keine Ahnung, aber der Blick ist
obligatorisch und gehört eben dazu.(Macht man halt) Mal ganz davon abgesehen, dass ich dachte
Paps hätte sehr wohl Ahnung von dem was wir beide da sahen.
Sein nichtwissendes
Outing kommentierte ich arrogant mit einem "Wenn es wenigstens ein Computer
wäre, wüßte ich , was was wäre."
- "Naja also Schmauchspuren sehe ich hier nicht." sagte der gelernte
Elektriker und schnüffelte am Innenleben. "Das war gestern, da riecht doch jetzt
nix mehr," wand ich ein, steckte aber ebenfalls meine Nase Richtung unbekannter
Gerätschaft und erblickte mehrere kleine Lebewesen mit
für-mich-persönlich-zu-vielen-Beinen-dran. "Wenn die hier leben, kann ja nichts
explodiert sein."
Noch in der Konzentration vertieft, das Innenleben zu erkunden nahm ich
eine Handbewegung von meinem Erzeuger war. Wie ein Schamane fuchtelte er
böse-Geister-vertreibend die Arme Richtung Waschmaschine. Ich begann ebenso zu
grinsen wie er und überlegte Räucherstäbchen zu holen. Paps lachte und ich
erkannte, dass er eigentlich nicht weiter wußte. "Probieren wir doch mal den
Strom anzumachen. Mal schaun was passiert."
Stecker in die Wand, Tür geschlossen und am Rädchen gedreht. Das Lichtlein
blinkte und ich patschte mir gegen die Stirn... "Es leuchtet!" Sogleich starteten
wir einen Probelauf mit wieder angeschlossenem Wasserzulauf. Es funktionierte
einwandfrei. - "Ha! Meine heilenden Hände!" Ob es nun an Murphys Gesetzen, den
Vorführeffekt oder an Paps heilenden lag, war mir eigentlich schnurz Piep egal.
Lassen wir den alten Mann in seinem Glauben, Hauptsache die Waschmaschine geht
wieder. Er fühlt sich für diesen Tag gut, ich glaube wieder an den 1. April und
klopfe auf Holz, das die Maschine noch ein paar Monate weiterlebt.