Br0ther & Sist0r -Tour nach Barcelona im Dezember 20004 Donnerstag- Freitag
Donnerstag:
Beide wollten wir noch mal in den Park Güell am oberen Ende der Stadt. Per Metro und Taxi kamen wir auch am Fuße des Parkes an. Bei über 20 Grad in der Sonne ließen wir uns selbige ins Gesicht scheinen, tranken einen Cafe
und lauschen den Klängen eines Percussion-Duos.
Wir spazierten noch ein wenig auf den Wegen im Schatten und machten uns dann auf den Weg zum Montjuic.
Per Metro, Funicular (Seilbahn unter Tage) und abzockenden Taxifahrer erreichten wir den Berg am westlichen Ende von Barcelona .Hier oben windete es ziemlich und mir fröstelte dann doch ein wenig. Aber der Blick über den kompletten Hafen und die Stadt entschädigten nur all zu gut. Wir trafen einen Interrailer aus Nebrasca mit dem wir ins Gespräch kamen. Seit 3 Monaten sei er in Europa unterwegs und in einem Monat würde er wieder zurückreisen. Irgendwie hatte er schon mehr gesehen als Tom und ich von Europa. Von Deutschland zählte er ein paar bereiste Städte auf. Und wir hörten nicht schlecht, als auch Wiesbaden mit dabei war. Er musste natürlich lachen, als wir erzählten, das wir eben daher kommen würden. Wie klein die Welt doch ist...
Das Waffenmuseum
war eher enttäuschend und passte gar nicht so in unseren Museumseinblick von Barcelona. Lieblos aneinander gereihte Gewehre, Dolche, Pistolen und Uniformen
wollten in den Räumen kein Ende nehmen. Eine Museumsaufsicht war mindestens so alt, wie die ältesten Ausstellungsstücke
und entlockte uns ein Schmunzeln. Mich erninnerte er mit seinem zu langen Schnauzbart ein wenig an Methusalix aus dem Dorf von Asterix und Obelix. 
Zwischenzeitlich versuchte ich immer wieder von den Euromünzenfressenden Telefonzellen aus den in Barcelona lebenden Cousin meiner Oma zu erreichen.
Gerne hätte ich ein Treffen vereinbart, doch leider konnte ich nur Nachrichten auf dem Blechtrottel hinterlassen. Wirklich Schade...
Eigentlich wollten wir ja noch zum Strand, aber da mir so kalt war und die Füße so wehtaten *jammer gingen wir in der Nähe unserer Unterkunft auf die Suche nach einem geeigneten Bistro zu Abendessen. Zwischenzeitlich schlüpften wir in eine sehr schöne romanische Kirche im Viertel von Born. Vor dem Altar wurden wir Zeuge einer Chorprobe.
Der Chor – so entnahmen wir einem Flyer- war durch ganz Europa gereist um an diesem Tag in dieser Kirche sein Abschlußkonzert zu geben. Gerne hätten wir den weihnachtlichen Gesängen noch ein bisschen zugehört, doch leider wurden wir gebeten die Kirche wieder zu verlassen. Draußen sahen wir dann zig festlich gekleidete Menschen anstehen, teilweise schon mit Karte, teilweise aber wohl noch in der Hoffung welche zu bekommen.
In einem kleinen Bistro aßen wir dann sehr lecker mediterrane Garnelen in Olivenöl und Ensalada.
Auf dem Rückweg entdeckten wir einen netten Laden der Kette Kukuxmusu. Das „x“ wird in Katalanischer Sprache als weiches „ch“ ausgesprochen. Ein sehr netter wohlklingender Ladenname also. Die Tshirts, Long und Sweatshirts, Stifte, Tassen und Bücher bildeten alle supersüße lustige Tiere ab, man muss es einfach gesehen haben.
Auch hier ließen wir ein paar Euronen und kamen mit vollen Tüten wieder heraus und gingen in unsere Wohnung
Freitag:
Wir hatten uns vorgenommen früh aufzustehen, um noch ein bisschen was zu sehen und einzukaufen. Außerdem mussten wir ja noch packen (Tom hatte schon Panik
) und die Wohnung Besenrein übergeben. Wirklich kurz nach 8 Uhr waren wir aufgestanden, und hatten schon mal ein bisschen vorgesäubert und gepackt.
In der Nähe unsere Unterkunft hatten wir ein kleines Schokoladenmuseum gefunden. Es stand nicht im Reiseführer drin, machte uns aber neugierig. Es roch herrlich nach Schokolade und zeigte zig liebevolle Kunstwerke. Die Sagrade-Familia, Schneeflocke, der Argh de Triumph, und diverse Filmfiguren: alle aus Schokolade in 3D in Weiß, Zartbitter oder Vollmilch.
Durch ein Glasscheibe konnte man den Künstlern bei der Arbeit zuschauen.
Unserer Meinung wohl Auszubildende werkelten gerade an einer Art Hexenhäuschen.
wie ich nachträglich noch nachgelesen habe befindet sich das Museum, wa snoch recht neu ist in einem alten Kloster (Antiguo Convento de San Agustin)
Im Verkaufsraum gab es Unmengen von nicht zu bezahlenden Schokosorten. Mir kam der Film „Chocolate“ in den Sinn und ich ein wenig Speichel sammelte sich in meinem Unterkiefer.
Extra für Barcelona hatte ich ja noch meine Flugmatte zu einem 4-Leiner umbauen lassen. Ja Hannes! ich dachte an dich!
Nun standen wir also vormittags am sauberen weiten 3Sterne Europa Strand von Barcelona und....
....... es kam kein Wind. Der Flaute zum Trotz baute ich erst die kleine, schon frustrierter die große Matte auf.
Immer noch kein Wind. Der Blick in den Himmel zeigte kaum ein Wölkchen und wenn dann stand es brav an seiner Stelle und wehte in keinster Weise weiter. Nein wie frustrierend.
Ich frotzelte schon beim zusammenpacken das wir heute Abend bestimmt nicht fliegen könnten , weil es stürmen würde.
Im Supermarkt um die Ecke der Wohnung kauften wir nicht viel ein.
Nur Torone, Torone , 3 Muscheldosen, Torone, jeder eine Flasche in der tollen silbernen Lackierung mit leckerem Inhalt, Torone und ach, bevor ich es vergesse Torone.
Tom hatte wohl vergessen, dass er am Vortag auch schon ein paar Tafeln dieser köstlichen spanischen Süßigkeit gekaut hatte; ich erinnerte ihn vorsorglich 2 Sekunden bevor seine Reisetasche zum Platzen gefüllt war. Wenn ein Leser weiß, ab wann man Torone verzollen muss, so wende er sich gerne an mich, ich würde es gerne rückwirkend wissen- So rein Interessehalber, ob Tom sich mit Torone Schmuggel eventuell strafbar gemacht hatte.
Ja ja das packen: Murphis Gesetzte beinhalten wahrheitsgemäß und aus der Erfahrung heraus, dass immer dann noch irgendwo Kleidungsstücke oder Mitbringsel auftauchen, wenn man doch eigentlich den Koffer gerade geschlossen hat und hofft der Reisverschluß hallte diesen Druck auch diesmal stand.
„Tom kannst du eine Flugmatte nehmen? Ich habe den Backgammonkoffer schon eingepackt“ - „O Gott der Fön! War der auch da drin?“ „Tom hier liegt noch Torone rum, ich habe mein schon eingepackt, das muss auch noch deine sein!“ „Was? Du willst die Flaschen echt in die Tasche packen, nicht ins Handgepäck?“ „Nein, die Jacke muss da noch rein, die nehme ich nicht in die Hand“
Schnell noch gekehrt, um die Ecke noch einen frisch gepressten Saft getrunken und schon kam püntklich diesmal Juan Carlos persönlich um die Wohnung wieder zu übernehmen. Eine sehr nette Persönlichkeit dieser Mensch. Sehr locker drauf, freundlich und mit prima Englischkenntnissen.
Kurze Zeit später verabschiedeten wir uns also von den Tauben und dem Abflussrohr
und schloßen die Tür hinter uns.
Tom quollen fast die Augen aus dem Gesicht,
als er seine Tasche trug. Das konnte man ja nicht mitansehen – unser eins hat ja Rollen unter dem Koffer.
So erweichte mein Herz , ich trennte mich schweren Herzens ein letztes mal mit der Metro zu fahren und wir nahmen uns ein Taxi zum Flughafen.
Ich bin ja soooooo stolz auf mich. Auf dem Flug nach „Male“ war ich Drogen und Medikamentenfrei. Im vollen Besitz meiner geistigen Kräfte und Ängste meisterte ich den kurzen Flug!
In Male durchstöberten wir ausgiebig den Dutyfreeshop und spielten Backgammon. Nachdem mir Tom eröffnet hatte das in Deutschland wohl Sturmwarnung seie,
und ob ich nicht doch eine Tablette nehmen wolle tat ich das dann auch. Und zwar eine ganze! Auf Wackeleien und rumgehopse vom Flugzeug in schwindelerregenden Höhen hatte ich nicht wirklich Lust.
Die dämpfende Wirkung hatte aber auch zum Erfolg, dass meine Backgammonfähigkeiten nicht gerade schlecht ausfielen und Tom arg ins Schwitzen kam mich zu schlagen.
Mit leichten Garfieldaugen betrat ich 2 1/2h später das Flugzeug.
Leider nur für kurze Zeit setzte sich ein Mann mit „Nelson“ neben uns. Nelson war ein ca. 3 Monate alter Hundewelpen.
Blutverschmiert nach der Schwanzkupierung und mit Ungeziefer im Fell hatte der Mann ihn gefunden und ihn direkt adoptiert. Mittlerweile hätte der Nelson wohl mehr Papiere als sein jetziger Besitzer. Super süßes Tier! Da wir wegen Fensterplatz und Beinfreiheit am Notausgang Plätze bekommen hatten, musste sich Nelson + Besitzer leider woanders hinsetzten.
Einen Teil des Fluges verpennte ich schlichtweg. Doch pünktlich zum Landeanflug wachte ich wieder auf. Sonst hätte ich mir doch glatt das Schaukeln des Flugzeuges entgehen lassen. Dank der Wirkung des „Tafils“ war es aber erträglich. Die Landung verlief unerwartet sanft und Deutschland (Frankfurt) hatte uns wieder. 
Ach es ist ein schönes Gefühl von einer Reise zurückzukommen und abgeholt zu werden.
Danke Tanja! Wobei das Abholen wohl nicht ganz uneigennützig war. Die Wiedersehensfreude ist doch etwas sehr schönes!
Resümee: Eine Tolle Reise.
Ziemlich Anstrengend durch das wohin kommen und Eindrücke sammeln und verarbeiten. Dadurch, das wir beide Barcelona nun schon einige Male gesehen hatten konnten wir die Stadt nicht nur in Touri-Augen in uns aufnehmen. Wir diskutierten über gute Wohnlagen und Mietpreise, und begannen uns wohl beide mit einem eventuellen Gedanken an einen eventuellen Ortswechsel von Tom anzufreunden.
Auch mussten wir nicht die typischen Plätze abklappern sondern konnten uns auf neues oder gerngesehenes konzentrieren.
Tom sprach zwar fast ausschließlich mit den Spaniern, doch auch ich verstand manches und konnte so beim übersetzen helfen.
Viel gemeinsame Zeit und doch zu wenig für mach anderes? Die Reise endete nach 5 Tagen wohl an einem guten Zeitpunkt. Wir beide freuten uns nachhause zu kommen, wären aber auch gerne noch dageblieben.. Eine wirklich schöne ausgefüllte Woche


