So möchte ich Euch und mich (in späteren Tagen) teilhaben lassen, an diesem einfach nur Saugeilen Abend. Ich hatte mich ja schon die ganzen Tage gefreut , wie ein kleines Kind und dann stand das Projekt KUZ noch arg auf der Kippe. Gringel bekam Besuch und wollte erst absagen. Ich saß hier mit einem tierischen Flunsch, aber dann piepte es wohl in ihren Ohren und sie sagte mir für bisserl später zu. Und dafür das die dann knapp 22 h letztendlich auf den Beinen war, hat sie sich echt wacker geschlagen. Ich stellte mich eher auf einen kürzeren besuche ein, und dann hegte ich auch die Hoffnung den „Iren“ den hochgebauten Mann vom letzten mal wieder zu sehen. Aber es kam alles anders , wie wir dachten und das war auch gut so.
Halb Mainz und ein Viertel des Rheinmaingbietes in einer Altersspanne von 18-40 hatten sich dazu entschieden an diesem Abend ins Kuz zu strömen. Die Schlange an der Kasse zog sich bis zum Citrus, was der Laune aber keinen Abbruch tat. Ganz im Gegenteil, die Vorfreude konnte noch wachsen. Schon in der Schlange schätzten wir mit 2 Männern vor uns. Ich schlug vor, das nächste mal mit einem Bauchladen beladen „Schnickers, Maoam und Cola“ zu rufen, falls es mal wieder länger dauert. Prompt bot mir der eine der beiden einen Müsliriegel an. Er hatte sich wohl auf die längere Wartezeit schon eingestellt.
Gringel und ich tauschten die Erlebnisse der letzten tage aus – wozu frau ja bekanntlich einen dehnbaren Begriff von Zeit benutzen kann.
Nach einer weiteren Schlange dann endlich der Eintritt ins Tanzeldorado. Der Türsteher war heute etwas muffeliger drauf und verlangte von Gringel keinen Salto-mortale, wie beim letzten mal. Wie nahmen uns gleich vor, von der rechten Außentür eine „Runde zu drehen“. Was mittlerweile zum geflügelten Wort geworden ist. Da Gringel und ich jedes mal, wenn wir wo beginnen zu tanzen, Stunden später an einer ganz anderen stelle stehen, ohne absichtlich den Platz gewechselt zu haben.
Schnell erblickten wir bekannte Gesichter und erfreuten uns an deren Anwesenheit. Das „Lesbenpaar“ scheint bi zu sein, da sie abwechselnd sich, aber dann auch wieder einem recht jungen Knaben die Zunge in den Hals schoben.
„Der Trippler“ war heute wohl nicht da. (Der behinderte kleine Mann, der immer auf der Stelle tanzt) . So sehr ich meine Augen auch schweifen lies, der Ire und sein Offiissiiier kamen nicht in mein Sichtfeld, wa sich ja schon Schade fand. Dafür aber zur großen Freude von Gringel erblickten wir die „Bierflaschensänger“. Schon einige Male hatten wir die beiden Helden des männlichen Geschlechts dabei beobachtet, wie sie durch ihre Sangeskünste und Tanzeinlagen dem weiblichen Geschlecht (vornehmlich jung, zierlich mit großer Oberweite) beeindruckten und ihren Spaß hatten.
Ich gab die Aktuelle Uhrzeit durch . Um zu dokumentieren, wie lange es brauchen würde, bis beide ein lukratives Opfer gefunden hätten. Ich beobachtete die auf Gringel gerichteten Augen und bastelte ein imaginäres Schild „Bereits vergeben – Pech gehabt“. Gringel sind solche Augenpaare meist gar nicht so recht und ihre Sinnesorgane der Optik blicken dann recht unsicher umher, was mich wiederum sehr amüsiert.
Neben uns tanzte ein langhaariger als auch langnasiger Mann der die Arme prophezeiend zum Himmel hob und und wir jede Minute mit der Verkündigung des Weltunterganges rechneten.
Man könnte annehmen, wir seien nur zum Lästern in der Disco. Schande über mein Haupt aber auch. Gleichermaßen erfreue ich mich aber an guten Tänzern – weiblich wie männlich und erwähne das auch.
Einige Tänzer waren ein bisschen aufdringlich uns aber nicht wirklich sympathisch und so zogen wir eine ¼ Drehung weiter in die hintere Ecke. Welch Zufall: die Bierflaschensänger tanzten direkt neben uns. Und noch kein vermeidliches Opfer in Sicht. Der größere hat erschreckende Ähnlichkeit mit meinem Ex-Freund, was mir sehr zu denken gab, der jünger tanzte sich seinen Weg ständig frei und benutzte recht tatkräftig seine Arme , was ich nicht so toll fand, da es eh schon so voll war. Nachdem er ein paar mal gegen mich, oder Gringel gestoßen war, hob er sogar mal entschuldigend die Hand. Ich konnte es mir nicht verkneifen und kommentierte seine Fallsucht mit „Kein Problem, ich gewöhne mich langsam dran.“ Er beglückwünschte mich mit einem Daumen und nach der Verbalaussage, erkannte ich er erkämpfte sich nicht arrogant seine Tanzfläche, nein, er war nur seinem Gleichgewichtssinn nicht mehr wirklich Herr der Lage. Liegt wahrscheinlich daran, das er seine Mikrofone des öfteren gegen frisch gefüllte austauschte.
Keine Ahnung wie, aber wir kamen immer wieder ins Gespräch und tauschten einige kurze Sätze aus. Der große der beiden – im folgenden mal „T.“ genannt- bändelte dann doch mit einem blonden, gelockten jungen, leicht besäuselten Mädel an. Nicht wirklich lange dauerte es, bis sie nicht nur mit ihren Lippen an ihm hing, sondern er mit seiner Zunge in ihrem Mund verschwunden war.
Direkt neidisch konnte man werden, wenn man die beidne sich küßen sah. Leid tat mir das Mädel nur, da ich wusste , das er das wohl etwas lockerer sah, als sie. Aber nun gut. Ich glaube spätestens bei „tausendmal berührt“ von Klaus Lage brach das Eis und ich wurde ebenfalls zum Bierflaschensänger. Ich wiegte mich im gleichen Takt von dem schwankenden unkoordinierten Kleineren der beiden. Irgendwann stellte er sich vor und Gringle uns beide ebenfalls. Wohl ei paar Zentimeter kleiner als ich, schaute ich immer wieder in die teilweise „Garfieldgeöffneten“ Augen von „M“. Ich flirte mit den Augen? Ja geil schoss es mir durch den Kopf, wieso auch nicht.
Unsagbar peinlich war mir, als M mit mir tanzen wollte und ich es nicht konnte. Er hielt meine Hüften, versuchte mich zu führen, was ihm auf Grund meiner Unkenntnis im Paartanz nicht gelingen wollte. Er stand drüber und wir tanzten normal weiter. Mal mit Gringel schwätzend, mal mir ins Ohr brüllend hielten wir Smalltalk. T war mit küssen und sich vor uns verstecken beschäftigt. Er hielt den ganzen restlichen Abend tunlichst Abstand zu uns, was Gringel und mich nicht weiter störte. Wir hatten unseren Spaß mit M. Zwischendurch holte er immer mal wieder ein neues Mikro. Auch Gringel versorgte sich zwischendurch mit etwas zu trinken. Ich hatte viel zu viel Spaß, als da sich von der Tanzfläche auch nur 5 Meter verschwinden wollte. Den aufkommenden Durst ignorierte ich schlicht. Ab und zu verzog sich M, doch er kam immer wieder zu uns und beobachtete us fasziniert beim Tanzen. Er versuchte uns beide zu beschreiben, fand aber keine Worte und benannte uns nur als „cool“. Wieder einige Lieder später waren wir in der diagonalen ecke vom Beginn „der Runde“ angekommen. Hier war es ein wenig leiser und später auch leeren. Die Tanzschritte konnten ausladender und die Sätze länger werden.
M erzählte bisserl was von seinem Beruf, fragte nach unserem und so weiter. Nachdem ich mal frech aus dem Mikro einen Schluck lauwarmer Bierbrühe genommen hatte, um meine Kehle zu befeuchten gab uns M einen aus. Mein Bier – ich trinke sonst gar kein Bier- aber es gab wohl nix anderes mehr – war in 3 Zügen leer. Dementsprechend wurde mir schwindelig – (Jaja ich werde von der Brems-Spur des Milchwagens blau...) Das tat meiner Tanzwut in keinster Weise schmählern, schon gar nicht, als dann auch noch eins meiner Lieblingslieder gespielt wurde. „Heroes del Silencio“ beflügelten meine Füße auf ein neues und ich ging total ab. M, am Rand pausierend schaute nur bewundert auf mich zu und grinste. Der DJ hatte wohl spontan beschlossen länger als 4 Uhr aufzulegen und Gringel signalisierte mir langsam abzubauen. M unterhielt sich mit ihr, lenkte sie wohl bisserl von ihrer Müdigkeit ab und ich tanzte als hätte ich die Schuhe „vom kleinen Muck“ an.
Gegen 4:30 wurde Gringel konsequent und wollte gehen. Ich bedankte mich bei M. Für den so spaßigen Abend und er gab das Kompliment nur dankend zurück. Gringel und ich würden uns wirklich freuen, wenn er sich das nächste mal noch an uns erinnert und wir wieder so viel Spaß haben können. Zu gute halten muss ich ihm wirklich, das es beim Augenflirten blieb. Er machte weder blöde Sprüche noch unangenehme Annäherungsversuche. Wir 3 wollten einfach nur Spaß haben und den hatten wir!