Würde ich sagen, ich denke nicht an
Ihn würde ich lügen. Ganz im Gegenteil, ich denke oft an ihn, und an die
schönen Momente mit ihm. Momente von denen ich mir sicher bin sie einzigartig
nur ihm habe teilen zu dürfen.
Durch ihn wurde ich mehr Frau , als ich zuvor
war. Lernte Seiten an mir kenne, die mir unbekannt waren. Wir lagen beide mit einer
Schönheitsmaske beschmiert auf dem Bett oder in der Sonne. Genossen den Moment
und die Zeit uns zu pflegen. Er lackierte mir die Hände- und Fußnägel.
Was habe
ich die Radtouren teilweise aus mangelnder Fitness verflucht. Und doch schaffte
ich es mit ihm gemeinsam hoch auf den Feldberg. Er passte sich immer meiner
Geschwindigkeit an und hetzte nicht und dann waren wir oben. Durch ihn habe ich den Feldberg nicht nur in
Wintertagen lieben gelernt. Schönere Sonnenuntergänge habe ich danach nicht mehr
erlebt. Einsam im Wald, um uns herum Fledermäuse, nur wir zwei.
Wir gingen
spazieren und pflückten Kamilleblüten und Brennnesseln. Genossen anschließend
den daraus gemachten Tee. Wir liebten uns auf einem Fell, mit dem er das Bett
im Winter ausgelegt hatte. Er konnte die Zeit anhalten und die Welt hörte sich
auf zu drehen. Der Sex wuchs mit der Zeit und war wunderschön. Ein Romantiker
der Kerzen für mich entzündete und mich massierte und gerne gab. Kuscheln und
Nähe waren ihm so wichtig wie mir. Der erste Mann bei dem ich überlegte, wie
unsere Kinder heißen könnten.
Ich wüsste gerne wie es ihm geht,
was das Studium macht. Doch ich möchte altes nicht wieder aufwärmen, möchte die
schönen Momente in mir behalten. Möchte nicht dem Schweigen gegenüber stehen.
Dem nichtsagen-können, weil ihm seine Worte nicht wichtig genug sind
ausgesprochen zu werden. Dem Schweigen,
was mich damals fast zerbrechen lies, weil ich es nicht aushielt.
So denke ich gerne und oft an ihn und
wünsche ihm in Gedanken alles Gute, viel Liebe und Worte, die es wert sind
ausgesprochen zu werden.