Ein Anruf und meine Gedanken
An meinem Geburtstag erreichten mich viele SMS, Glückwünsche und anrufe. Doch ein Anruf gab mir sehr zu denken. S. von den Spezi-Fischen. Vor ein paar Wochen hatten wir uns nach langer Zeit mal wieder gesehn und waren in die Sauna gegangen. Hier sprachen wir darüber, dass wir uns eigentlich viel zu selten sehen würden. Das S. den Eindruck hätte, ich würde mich auf Grund ihrer Kinder zurückziehen. Ich bestätigte ihre Annahme.
Ich mag Kinder, sehr sogar. Doch nach dem Arbeiten bin ich eigentlich froh, wenn ich erst mal keine sehe, bzw mich nicht damit auseinandersetzen muß. Und genau das kritisierte sie in ihrem Anruf. Sie meinte zurecht ich müsse lernen, damit umzugehen. Sie wolle nicht, das deswegen ihre Freundschaft zu mir kaputt gehen würde. Ich müsse lernen damit klar zu kommen. Dazu wäre ihr die Freundschaft mit mir zu wichtig.
Auch wolle sie sich nicht für mich von ihrer Familie separieren. Möchte, dass ich eine Bereicherung für die komplette Familie sei. Das ich etwas mit allen unternehmen würde und nicht nur mit ihr, oder mit ihrem Mann.
Ich war dankbar für die Kritik, sah ich doch, wie wichtig sie mich nimmt.
Doch irgendwie knobelte ich weiter an dieser Sache rum, fragte mich, was mich denn davon abhält Kontakt zu halten. Nur an Geburtstagen innerhalb der Clique alle zu sehen, wobei sie mir doch a8uch wichtig sind.
Die Erkenntnis tut mir weh, aber ich möchte sie aufschreiben , um damit umzugehen. Ich bin fast die einzige in der Clique, die Single ist. Fasst alle anderen haben entweder einen Partner, oder sogar schon 1-2 Kinder. Ich weiß, dass sich innerhalb von Cliquen etwas verändert, wenn Familien gegründet werden und Ehen geschlossen werden. Dennoch weiß ich, das ich ein Teil bin und auch dafür etwas tun muß.
Es tut mir unbewußt schon manchmal weh, die Paare zusammen zu sehen und auch das Familienleben. Ich wünsche mir das gleiche, sehen mir eine Familie herbei.
Nein, ich habe keine Torschlußpanik; Weiß, dass mein Singleleben zur Zeit wichtig ist, das ich die Zeit brauche etwas zu Lernen. Ich weiß, dass auch meine Zeit mit einer Beziehung und einer Familie kommen wird, dass sie einfach „noch nicht dran ist“. Ich sehe das Gründen einer Familie ganz bestimmt nicht durch eine Rosa Brille, aber ich bin eine Familienmensch und das ist nun mal zur Zeit eingefroren.
Gringel fragte mich, ob ich dieses Jahr wieder Weihnachten bei / mit ihrer Familie feiern möchte. Ich feierte dort die letzten 2 Jahre und fühlte mich auch wohl. Doch der Wunsch mit meiner Familie zu feiern ist dennoch da und kann nur Bruchstückhaft befriedigt werden. So sehr ich meine Familie lieb habe, so schwer ist es auch mit ihrer Zerrissenheit umzugehen.
Einerseits mache ich mir meine Zeit schön, genieße es allein zu sein, lerne dazu, lerne mcih immer besser kennen.
Und andererseits sehe ich die Familien, die etwas haben, was ich zur Zeit nicht habe. Es ist eine innere Hin- und Hergerissenheit. Dinge, Situationen von Früher kommen ans Tageslicht. Kratzen an meinem Selbstbewusstsein, an meiner Schale der Geborgenheit, die ich mir selber versuche zu geben. Ich weiß meine Freunde und Familie zu schätzen, bin dankbar dafür. Sehr dankbar. Bin dankbar, dass sie nicht nur hinnehmen und akzeptieren, sondern auch kritisieren, weil ihnen etwas an mir liegt.
Ich glaube der Hauptpunkt liegt
noch nicht einmal an dem Satz den ich flappsig dahersage: „Ich mag Kinder aber zur Zeit nur
bis 17 Uhr“
Es liegt vielmehr daran, dass ich das berufliche von meinen privaten Wünschen trennen kann. Das ich weiß, bei meiner Arbeit viel zu geben, das ich mich einbringen kann mit meinen Stärken , Schwächen und Fähigkeiten. Doch in meinem Freundeskreis bin ich mittendrin. Kann mich schwer distanzieren, weil es eben so persönlcih und privat ist, was ich miterlebe.
Ja S. ich möchte an deiner Familie
teilhaben und euch 4 !!! erleben und Euch mit manchem Ratschlag zur Seite
stehen. Doch einfach ist es manchmal für mich nicht. Und ich danke dir für deinen
offenen Worte, denn ich weiß, dass es nicht einfach für dich war, mir das zu
sagen.

