ewige Baustelle im Kopf

19.03.2005 um 11:43 Uhr

6 h später :o)

von: Ynnette

Meine Augen brennen zwar noch, aber der Anruf von Paps hat mich geweckt. Wir wollen gleich das Grab von G. Bepflanzen und wach bin ich ja eh nun.


Gringel und ich haben uns vorgenommen mindestens einmal im Monat Tanzen zu gehen. TRH macht dann meist einen Männerabend und wir einen reinen Frauenabend der uns beiden richtig gut tut.

So auch gestern. Das KUZ in Mainz machte zwar erst um 22 Uhr auf, war aber, als wir ankamen schon richtig voll. Die Frühlingsgefühle waren ausgebrochen und schwirrten im Raum herum. Der Türsteher hatte gleich einen Narren an Gringel gefressen und versuchte mit ihr zu flirten. Gringel ist so in so Fällen freundlich aber doch distanziert, da sie ihren TRH hat und glücklich mit ihm ist.


Wir stellten uns ein paar Minuten neben die Tanzfläche und beobachteten kurz die Leute. Ein paar kennt man vom sehen. Also nicht das man sich grüßen würde, aber die Köpfe oder Tanzstile sind bekannt. Schnell haben wir immer Namen für bestimmte Leute gefunden. 2 Mädels hatten ein paar Wochen zuvor schon eine kleines Lesben-Nummer abgezogen, waren heute aber mit einem Junge da, der fleißig seine Zunge ein den Hals der einen schieben durfte.

Öfter da ist auch ein kleiner behinderter Mann, der immer äußerst putzig immer nur für wenige Sekunden auf der Stelle trippelt und so versucht mitzutanzen, während er sich an einem Glas festhält.

Zu gerne beobachten wir, wenn Männer alleine kommen , sich an Frauen rantanzen und beginnen zu flirten. Manchmal plump machohaft, so das sie fast eine Ohrfeige kassieren, manchmal auf eine sehr süße sympathische Art.

Ich habe öfter Schwierigkeiten einen Rhythmus zu finden und beobachte andere Menschen um den Takt leichter zu finden. Das mache ich natürlich nicht mit Kuhaugen die mir aus den Kopf fallen sondern unauffällig.

So begannen wir uns recht schnell auch einzureihen und mitzutanzen. Es ist merkwürdig. Immer wieder beobachte ich Menschen, die mir so gar nicht auffallen würde, weil sie vielleicht eher unscheinbar sind. Doch wenn sie tanzen bekommen sie eine super erotische attraktive Ausstrahlung. Sie werden interessant und es macht Spaß ihnen zu zuschauen. Einige tanzen verbissen schauen nach zukünftigen Partnern in der Gegend rum. Am schönsten sind die, die ihre eigene Show machen, nicht wert darauf legen, wie es ausschaut, was ihr Körper da tut, sondern einfach Spaß an der Sache haben. Meist in der Gruppe, zu zwei , seltener alleine.

Ich lasse meine Augen über die Köpfe der anderen fliegen während mein Körper sich verselbstständigt und ich irgendwann im Takt drin bin.


So viel mir irgendwann ein ziemlich Großer Mann Mitte zwanzig auf. Über 2 Meter groß, stach er prima aus seiner Gruppe von Kumpels heraus. Er hatte eine wunderschöne Art sich zu bewegen, rund, rhytmisch und mit einer mächtigen Ausstrahlung von Spaß. Er war tierisch am schwitzen, wischte sich immer wieder übers Gesicht und machte seine eigene kleine Party.

Gringel bekommt immer recht schnell mit, wenn mich wer interessiert. Sie versucht dann schon meist in die Richtung der Person zu tanzen, das wir ihr näher sind. (Ach sie ist wirklich ein Schatz)


Ich versuchte zwar ein paar mal ihm in die Augen zu schauen, doch er fing meinen Blick nicht ein und ich genoß es einfach weiter die Musik. Irgendwann stieß ein Kumpel dazu, den ich auch schon oft gesehen hatte. Ein kleiner Gockel, der nett tanzten kann.

Zwischendurch blickten wir ab und zu zu einer Gruppe von ca. 6 Männern , die um eine Frau herum tanzten, der durfte mal seinen Hüftschwung dem ihren sehr dicht anpassen. Das Mädel genoss es – hatte sich doch auch noch Geburtstag und holte sich ihre positive Marktwertrückmeldung. Sie war nicht besonders hübsch, hatte aber einen niedlichen Körper, den sie auch gerne zeigte.

Plötzlich entstand direkt neben uns eine kleine Meinungsverschiedenheit und ich zog Gringel zur Seite. 2 Typen stumptem sich hin und her und ich dachte nur „Mist wie bekommt man in die Ecke hier die Security“. Ein kleiner Kreis um die beiden entstand und sie stumpten sich hin und her, wobei die Aggression deutlich von einem der beiden ausging. Da ging der „Gockel“ sehr geschickt mit seiner Tanzpartnerin sehr ausladend tanzend zwischen die beiden, so das der eine nicht mehr zum anderen konnte und fluchend von Kumpels an die Luft gebracht wurde. Ich ging zum „Gockel“ und klopfte ihm für den Zug auf die Stirn. Er hatte in blitzschnelle die Situation durch eine lockere Art entschärft. Er bedankte sich nur mit den lallenden Worten: Ich bin Offffisssiiiier. Ich muus das ggönnnen.


Die Musik wurde und blieb eine ganze weile im Dark-Wave-Typus und Gringel und ich wollten gehen.

Zuvor wollten wir noch was trinken und Gringel stellte sich an. Dabei sah ich 2 Männer die ein Mädel gerade Richtung Tür schleiften. Ich klopfte dem einen auf die schulte rund bot meine Hilfe an. Er verneinte dankend. Sie würde zwar hyperventilieren, sie hätten aber alles im Griff und wollten sie heimbringen.

Beim Trinken sprach mich kurz wer an und wir wünschten uns noch viel Spaß. Richtung Garderobe gehend fragte ich Gringel, wieso ich jetzt, wo wir gehen würden ins Gespräch mit Jungs kommen würde. Sie schaute mich nur an, grinste und meinte: „Dann bleiben wir eben noch, nun bin ich eh wieder fit“, und schleifte mich wieder runter. Auf dem Treppenapsatz sahen wir 2 Sanitäter aus einem RTW kommend , Richtung Hyperventilation laufend. Na dann, dachte ich mir, meine Hilfe wollten sie ja nicht.

Wieder auf der Tanzfläche kamen klasse Lieder und Gringel und ich legten direkt wieder los. Wir tanzten wieder in die Nähe vom 2Meter-Mann doch ich traute mcih nicht ihn anzusprechen. Verfluchter Mist, aber auch, wieso muß ich nur so feige sein. Im Kopf wirbelten Worte und Situationen umher. Auch mein Wunschlied von „Herros del Silenco“ steigerte nur meine Tanzlust, weniger aber meinen Mut. Habe ich doch sonst überhaupt keine Kontaktscheu, geht es darum, jemanden anzusprechen, der mir sympathisch erscheint bin ich 2 mm mit Hut.

Und schwups war mein Lichtblick verschwunden. Er kam kurz darauf mit einem -Glas wieder, doch der Mut fehlte imme rncoh.


Das Lied „Maria Hi, Maria ho“ machte uns den Abschied äußerst leicht und wir verkrümelten uns sehr schnell von der Tanzfläche. Im Gehen jedoch erkannte Gringel ein ihrer Lieblingslieder in der kleinen Halle und wir drehten dort hin. Noch während des Liederkennens sah ich den „Bären“ direkt neben uns auch sehr ausgelassen tanzend. Gringel und ich hackten uns zu den Irlandlied ein und wir wirbelten ausgelassen im Kreis.

Direkt im Anschluss wollte sie gehen und ich zögerte noch. Jetzt oder nie, dachte ich mir und ging auf den Bären zu. Er musste zu mir kleinen Frau von 1,82m den Kopf doch tatsächlich herunter beugen, als ich ihm auf die Schulter klopfte. (Was für eine tolle Größe)

„Ich wollte dir nur sagen, das es mir Spaß gemacht hat die bei tanzen zu zuschauen, du hast einen tollen Stil“ - „Das liegt an 5 Wochen Irland“ erzählte mir ein breites Grinsen.“ „Nein ich meine nicht hier, ich meine drüben in der Großen Halle“ - „Das liegt daran, dass wir Spaß haben und uns nicht darum kümmern , ob es doof ausschaut.“ Ich schenkte ihm noch einmal Blumen , die ihn sichtlich freuten und wünschte ihm noch viel Spaß.

Gringel hatte inzwischen gemerkt, das sie sich mit einer nichtvorhandenen Ynnette irgendwo unterhalten hatte und war zurückgekommen. Gleich fragte sie mich nach dem Namen von dem großen 2Metergrinsen. Ich hätte ihn ja auch fragen können, ob er nächsten Donnerstag auch hier sei, doch es war mir schlichtweg nicht eingefallen. Ich wollte auch keine zwanghafte Konversation betreiben, sondern einfach nur meine Blumen loswerden. Wer weiß, aber wenn er mal wieder im KUZ ist, werde ich ihn eh nicht übersehen können.


..........aus den Erlebnissen und Bildern der letzten Nacht wieder auftauchend, bin ich gerade überrascht wie viel ich geschrieben habe. Egal ob es wen interessiert, ich werde in eine paar Monaten mit einem dicken Grinsen an mein kleines Erfolgserlebniss zurückdenken können.



Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenEinfachIch schreibt am 21.03.2005 um 08:13 Uhr:Hallo Ynnette, ich hab mit solcher Freude deinen Eintrag gelesen :o)! Ich musste bei der Sache mit dem Offessier *fg* so lachen! Ich konnte dein Vergnügen, dass du an dem Abend hattest richtig fühlen!

    Kam mir alles sehr bekannt ... aber auch sehr lange her ... vor! Genieß es weiter, und vor allem regelmäßig ... denn, frau muss drauf achten, sich selbst immer in den Vordergrund zu stellen *breitgrins*!

    Liebe Grüße aus den bayrischen Tiefen
  2. zitierenYnnette schreibt am 21.03.2005 um 08:24 Uhr:He danke, das freut mich!

    Ein breites Grinsen zurück!

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