Lehrergespräche und Reflektionen
Gestern fuhr ich zum Anleitertreffen in meine alte Berufsschule. Ich kam in die Klasse und stellte mich der Klassenlehrerin vor. Ich kannte sie vom Namen, sie war damals Klassenlehrerin in einer Parallelklasse gewesen, hatte uns aber nie unterricht gegeben. Doch sie meinte zu wissen, wer ich sei.
Dann kam Frau Augustin in die Klasse. Ich freute mich sie zu sehen, gab ihr die Hand. Sie betrachtete mich, schaute mir sehr gezielt ins Gesicht. „Sie schauen ja wieder normal aus.“ „Bitte was?“ Ich musste lachen, erinnerte ich mich doch an ihre Direktheit. Damals haben sie bei der methodischen Prüfung einen Stirnbang getragen, da hab ich nur gedacht oje“. Das ist gute 5 Jahre her. An was wird die Frau sich noch alles erinnern. Ich rattere meine möglichen Kleiderkombinationen durch. „Aber Frau Augustin, das war bestimmt ein Haarband, was etwas zu niedrig in der Stirn hing.“ „Naja sie hatten das damals hier hängen.“ Sie deutet auf die Stirn und fährt mit den Fingern symbolisch das Stirnband nach. Sie setzt sich an unseren Tisch.
Die Vorstellung der Praktikanten ist ziemlich gelungen. Eine tolle Idee, das ganze spielerisch vorzustellen. Dazu gibt es Kuchen, Kaffee und Tee und wir sprechen über unsere gegenseitigen Wünsche, Ziele und Erwartungen.
Im Austausch erfahre ich auch, dass Her Bohlmann noch unten im Lehrerzimmer verweilt. Nachdem das Treffen fertig ist, eile ich hinunter. An der Tür des Lehrerzimmers klopfe ich du eine Lehrerin öffnet mir, die mir bekannt vorkommt. Ich erinnere mich in dem Moment, wo sie mich anschaut und meint:: „Ach Hallo, sie sind doch Ynnette, sie haben letztes Jahr die Anleitung für J-K-J gemacht.“ Ich bin perplex, mein Kiefer rutscht nach unten. Die Dame hat mich einmal gesehen, was für ein Gedächtnis!
Im Zimmer höre ich schon die Stimme von Herrn Bohlmann und Erinnerungen schießen in meinen Kopf. Er war und ist wohl immer noch ein teils verschriener Lehrer. Mit seinen Provokanten Sprüchen eckt er bei Lehrern, Schülern, aber auch in den Praxen mächtig an. Ich kam immer recht gut klar mit ihm. Bat ihn sogar einmal in einer Beziehungsfrage um Rat. Da lies er sämtlichen Sarkasmus fallen und war sehr hilfreich. Auch sonst kam ich mit seinen Sprüchen gut zurecht, auch wenn er oft zu weit ging.
Er freut mich zu sehen, fragt nach, erzählt von seinen Enkeln. Er erinnert sich noch an viele Details bezüglich meiner Person. Ich erzähle von Gringel und einer anderen Kollegin, betone die Freundschaft mit Gringel, die ja in der Fachschule begonnen hat. Er freut sich sehr darüber. Betont die Stellung von familie und Freunden im Leben. Gerne hätte ich mich länger mit ihm unterhalten. Doch er muß los. Da schneit auch schon Frau Brinker, voller Energie ins den Raum und ich schwätze auch kurz mit ihr. Gebe ihr eine Rückmeldung von ihren Unterrichtsinhalten und der Anwendbarkeit in der Praxis.
Sie breevt mich noch ein wenig für den Lehrertermin, den sie bei unserer Praktikantin wahrnehmen wird. Ich freu mich, wenn sie kommt. Sie verlangt sehr viel fachliche Kompetenz, vermittelt aber in einem guten Wechsel von Theorie und Praxis.
Der besuch war eine gute Rückmeldung. Hat mir richtig Spaß gemacht.

