Live, umsonst und draußen: Am Felsenmeer
Ich fand es ja superlieb, das Tanja und Tom ihren Ausflug gestern auf heute verlegten, um mich mitnehmen zu können, da ich ja gestern arbeiten musste. Um so schwerer fiel mir dann die Klamottenfrage heute morgen. Praktisch, Zwiebelprinzip, alt, aber die neue 10-euro-Jeansjacke musste doch auch mit.
So entschied ich mich für meine heißgeliebte, zigfünfudneunzigmal geflickte Jeans und ein Shirt. Unter den Arm klemmte ich noch meine etwas wärmere Jacke. Doch Tanja meinte die würde ich nicht brauchen, es würde heute noch 20 Grad warm werden.
Und los ging es. Gizmo freute sich
auf der Rückbank einen blöden zum Kraulen gefundne zu haben und kuschelte sich
an mich. Routentechnisch wusste ich irgendwas von Odenwald und Darmstadt. Der Weg
zur Schaustätte der Niebelungensage führte uns nach Seeheim-Jugenheim, was mir
ja auch noch bekannt vorkam. Von da ab war ich aber völlig Plan- und
orientierungslos. „Wurzelbach“ hat das schon mal wer gehört? Egal. Irgendwann
kamen wir an, erkämpften uns zwischen all den Familien einen Parkplatz. So
gleich der Blick zu den tausenden von Steinbrocken. So steil hatte ich das irgendwie
nicht mehr in Erinnerung, aber wir waren hoch motiviert und begannen mit dem
Aufstieg.

So krackselten wir über die Felsgesteine , beglückwünschten unsere tollen Wanderschuhe die an den Felsen zu kleben schienen und begannen zu transpirieren. Tanja weniger, doch Tom und mir scheint es in die Wiege gelegt zu sein. Auch spürte ich hin und wieder ein leises „ritsch“ am Stoff meiner linken Pobacke.
Tom prahlte, er hätte ja klug wie er sei noch ein Ersatzsthirt eingepackt. Pluspunkt für ihn, lange Nase für mich. Manchmal stockten wir, weil wir uns für den rechten oder linken Felsbrocken entscheiden mussten, oder andere Besucherlemminge vor uns langsamer waren. . Gizmo hüpfte schwanzwedelnt zwischen uns herum. Mit seinem Allradantrieb auf 4 Pfoten sorgte er für allgemeines Aufsehen nicht nur bei all den Kindern. „Mama! So einen will ich auch haben! „Der is ja klasse, guck ma wie der schnell der da rauf kommt“ „Die Mama von dem war bestimmt Steinbock“
Nur selten stockte der Vogelsberger reinrassige Mischlingsrüde. Tom dirigierte dann mit einem „rechts Gizmo“ oder „links“, was er direkt umsetzte und sich seinen hundetauglichen Weg erkämpfte. Toller Hund! Nur 2 mal mussten wir ihm am Brustgeschirr hochheben, den Rest lief er komplett alleine und hatte seine wahre Freude.
Immer wieder nahm ich ein kurzes Blitzen war. Tom nahm belustigend Anteil an meiner Vierfüßlerklettervariante und hielt sie auch gleich für die Nachwelt mit der Digi-Cam fest. Mir schwant nix gutes, was demnächst für Bilder im Netz kursieren werden. Zwischendurch hörte ich wieder dieses leise „ritsch“. Vielleicht kann man es noch mal flicken motivierte ich mich und verdrängte die Möglichkeit oben mit nur noch mit einem Hosenbein zu stehen. (How to build a sexy Jeans? Na ich weiß ja nicht)
Nach 2/3 der Deo-Teststrecke pausierten wir auf einem großen Feldblock und ich packte den Picknickrucksack aus. Belegte Brote, Tomaten, Nürnberger Würstel und Landjäger erblickten das Tageslicht und bald unsere Mägen. Dazu noch lecker Eistee, Äpfel und eine prima Sicht auf die anderen Kletterer und die erklommenen Strecke.
Oben sahen wir dann einen besonders großen Felsbrocken, der in der Mitte gespalten war. Tom meinte, das wäre eben jener Felsen, der mit dem Schwert durch den Helden der Niebelungensage geteilt worden wäre.
Das Kiosk war mehr als gut besucht und verkaufte heute Steak und noch irgendwas gut riechendes. Wir verschnauften nur kurz , bestaunten kurz die riesige Steinsäule und liefen etwas abseits im Wald wieder runter. Unten angekommen erfreute sich Gizmo noch an der kleinen Quelle, in der Siegfried der Sage nach wohl sein Bad genommen hatte.
Der Rückweg verlief um einiges Ruhiger als der Hinweg. Klettern scheint doch anstrengend zu sein….
Morgen werde ich es wohl besonders in den Beinen merken. Meine Jeans werde ich morgen schluchzend in der Mülltonne beerdigen. 15 cm „ritsch“ auf geflicktem Stoff sind irgendwann doch irreparabel. Sie wird eine erneute Flickreanimation nur für kurze Zeit überleben und ich möchte sie nicht länger leiden lassen.
Aber schön wars! Live, umsonst und
draußen war mal wieder Programm und hat sich richtig gelohnt. Dankeschön!
Nähere Info über das Felsenmeer gibt es hier: http://www.felsenmeer.org/

