ewige Baustelle im Kopf

11.03.2005 um 21:50 Uhr

Mein blog, dein blog

von: Ynnette

  Was hab ich mich gefreut, als ich in anderen blog stöbern gewesen bin und sah meinen blog in der Favoritenliste. „Das interessiert jemanden was ich schreibe? Da möchte jemand öfter rein schauen, an meinem Leben ein kleines bisschen teilhaben?“

Vielleicht ist es ein kleines bisschen Exibizonismus, oder auch Voyeurismus, da ich ja auch lese und nicht nur schreibe. Aber das ist es eigentlich gar nicht worauf ich hinaus will.


Kaufe ich mir ein Buch , so kann ich am Buchrücken lesen, was in dem Buch passiert, was mich erwartet.

In einem blog des anderen lese ich vielleicht die Kategorie oder auch ein kleines „about“, aber ich weiß letztendlich nicht was weiter passiert, welchen Verlauf es nimmt.

Das ist vielleicht das spannende und das was vielleicht auch den Reiz ausmacht. Es ist das wahre Leben – mal abgesehen von den Fakes.

Manche blogs lesen sich wie ein Buch aus der Bestsellerliste. Der Schreibstil ist klar, flüssig, oft mit viel Humor, ich komme mit und es macht Lust auf mehr. Manchmal sind es einfach die Geschichten die das Leben schreibt und die Fimreif sind, oder die man nicht als glaubwürdig abnhemen würden weil sie so unglaublich sind. Ein dickes Kompliment an die Blogger da draußen.

Es ist das was wirklich passiert und ich bin ein kleines bisschen dabei oder ein anderer nimmt Teil an meinen Worten die sich auf der Tastatur bilden.


Das was um mich herum passiert nehme ich, seit dem ich blogge irgendwie anders wahr. Intensiver, schon in Schriftform?

Ich fahre Heim und auf dem Weg beginne ich im Kopf zu schreiben und somit auch zu verarbeiten. Es gefällt mir, das Leben wird bunter, intensiver, wertvoller. Es gefällt mir zu wissen das wer mit liest. Man ist nicht alleine.

Klingt völlig blödsinnig, da mein Freundeskreis ja nicht gerade klein ist, und doch finde ich keine anderen Worte.


Lese ich bei einem anderen so ist es nicht nur ein abschalten , wie bei der „Klolektüre“, sondern vielleicht auch ein vergleichen, ein in-den-fremden-reinversetzen. Natürlich nicht immer, aber manchmal schon.


Eben las ich was und da klatschte es mir ins Gesicht, völlig unerwartet laß ich etwas, was jdm. passiert ist und womit er nun leben muss. Und nun weiß ich es auch. Sehe die Person aus einem anderen Augenwinkel. Durch das persönliche wird die Person aber auch interessanter. Die Schrift bekommt ein Gesicht.

Und da kommt mir die Frage „Ist das www denn wirklich unpersönlich?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenJari schreibt am 12.03.2005 um 08:50 Uhr:Was du da schreibst, kann ich dir voll und ganz nachvollziehen.

    Ein Blog ist etwas ganz anderes als ein Tagebuch, obwohls ja eigentlich wiederum fast dasselbe ist. Jeder der will, kann in das Leben eines anderen schauen und trotzdem schreibt man sehr persönliche Dinge.

    So n Blog ist schon ne Bereicherung :)



    cya

    jari
  2. zitierenIchmalwieder schreibt am 12.03.2005 um 15:28 Uhr:Ja, es echt interessant was auch anderen passiert, was ich auch gut finde ist das man durchaus auch Ideen und Anregungen bei aktuellen Problemen bekommt. Es sind Leute die lesen den Blog neutral, die bringen nicht die Gefühle mit die man selbst hat, sondern lesen es neutral und können dir durchaus auch Tipps geben oder Ratschläge die dir weiter helfen. Man hat das Gefühl, eh mir geht es nicht alleine so und so bekommt der Blog etwas persönliches.

    Deinen finde auch spannend, weil ich die Umgebung kenne und so etwas \"Heimat\" aufkommt. Ich hoffe du verstehst was ich meine. Ich kenne dich nicht, aber wenn du vom Neroberg oder so erzählst muss ich an meine Vergangenheit denken und Erinnerungen die man schon längst im hintersten Teil des Hirns hat kommen wieder hoch. Ist einfach schön.
  3. zitierenYnnette schreibt am 12.03.2005 um 18:51 Uhr:Von der \"Heimatseite\" sah ich das noch gar nicht. Klar kann cih das sehr gut verstehen. Werde mal dran denken, wenn ich was schreibe, da ich mich schon sehr verbunden fühle mit Wiesbaden und seinen schönen Ecken, wie z.B. dem Neroberg!
  4. zitierenIchmalwieder schreibt am 12.03.2005 um 19:38 Uhr:Hm, ja das glaube ich dir sofort und vermissen tun ich es auch.

    Liebe Grüße Steffi

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