ewige Baustelle im Kopf

20.01.2005 um 07:57 Uhr

Zimmerzigeuner

von: Ynnette

 

„Zimmerzigeunerin“ hatte mich ein Freund die Tage genannt. Da ich immer alle paar Monate, mein Wohnzimmer umstelle. (Auch mal das Schlafzimmer, oder Dinge im Flur ummodele, aber das kommt selten vor.)

Irgendwann kommt der Punkt, da fühle ich mich nicht mehr wirklich wohl in meinen Wänden und ich räume um. Meistens kommt dieser Gedanke spät Abends oder zu anderen unmöglichen Zeiten.

Dann fängt es an in meinem Kopf zu rattern und ich plane virtuell. Oft kommen diese architektonischen Gehirnwendungsüberlegungen auch in Zeiten , wo ich krank bin und viel Zeit zuhause habe. Nun gilt es schon alleine dafür ganz schnell wieder fit zu werden...


Es ist schon erstaunlich, welche Kräfte ich zutage bringe, wenn ich dann zu nachbarschaftsgeräuschefreundlichen Zeiten umstelle.

Tipps lasse ich mir gerne von Freunden geben, aber umstellen tue ich grundsätzlich alleine. Das Chaos weder in meiner Wohnung noch in meinem Kopf möchte ich niemanden zumuten.


Meine Katzen schauen bis zu einem bestimmten Moment zu, spätestens beim Einsatz des Staubsaugers flüchten sie und kommen ein paar Minuten später wieder zurück, um mir über der Schulter oder vom sicheren Platz unter dem Sofa zuzuschauen. Anschließend wird alles erkundet und beschnuffelt.


Dann kommt ein Gefühl, was Nahe liegt am „frisch Eingezogen sein“ Die Möbel sind natürlich nicht neu, aber es bieten sich neue Seiten in meinem Zimmer. Ich fühle mich wieder wohl in meinen 4 Wänden , in meiner Haut, bekomme neue Ansichten, Einblicke, Richtungswechsel.


Ganz richtig:

Psychologisch gesehn scheint es da einen Zusammenhang von meinem innersten und dem äußeren in Form meiner Wohnung zu geben. Viele Frauen gehen für gewöhnlich zum Frisör bei der Planung oder Entstehung neues Lebensabschnitte – ich räume eben mein Zimmer um. Vielleicht wären die Haare ansonsten aber auch irgendwann zu kurz...

Andererseits brauche ich ja wirklich Möbel die flexibel sind und das alles mitmachen, um es mal von der praktischen Seite zu betrachen.

Ob ich mich jemals in meiner Wohnung so wohl fühlen werde, auf lange Zeit, dass ich sage: „So ist es richtig“?

Ich weiß es nicht, keine Ahnung.....

ein reiner Ausdruck meiner Kreativität ?

Früher stopfte ich mir mein Kinder-Zimmer und später meine Wohnung mit allemöglichen voll. Nun habe ich meinen Stil wohl begonnen zu ändern. Ich möchte weniger haben, dafür aber Dinge , die mir wichtig sind und die schön sind. In den letzten Wochen habe ich soviel ausgemistet und entsorgt, verschenkt und auch verkauft. Und irgendwie fällt es gar nicht so sehr auf. Erschreckend. Aber ich denke es war ein Anfang und braucht wohl Zeit.

Ach übrigend: Ich glaube es ist mal wieder so weit....

20:33 Uhr

Es ist vollbracht. Noch ziemlich ungewohnt, aber irgendwie schön. Bin völlig alle und werde heute Nacht bestimmt gut schlafen. Meine 2 kleinen Regal in blau mal hochkannt, mal waagerecht, mal einzeln, mal zusammengestellt sind nun weg. Mein Nachbarin wird sie sich morgen früh holen. Dafür ware ich mit einem Freund bei einem schwedischen Möbelhaus und haben einen Birkefarbenen Raumteiler gekauft. Er hat mir sogar geholfen das Regal zusammenzubauen und dann auch noch Schreibtisch, Sofa, Raumteiler und diverse Kleinteile zu verrücken. Superlieb!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenVulli schreibt am 21.01.2005 um 07:57 Uhr:Hüüülfe!

    Langsam wirds mir unheimlich. Schon wieder ne Gemeinsamkeit und dann noch so\'ne komische. Hab zumindest noch nie von jemand anderem gehört, daß er so eine Marotte hätte. ^^

    Irgendwie schön, daß man nicht alleine krank ist. *g*

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