Die Legenden von Zalyx

19.06.2007 um 13:23 Uhr

Teil VI

Also schritten wir Seite an Seite durch das Bunte treiben der Hauptstadt von Logare. Und in der Tat, es gab viele Händler hier, wobei viele Händler ein wenig untertrieben ist, es war ein jeder Händler, vom kleinsten Kind, bis zum ältesten Greis. Glücklicherweise fiel keinem der Einheimischen unser doch, relativ merkwürdiger, Aufzug auch nur in geringster weise auf, so dass wir in aller Ruhe in Gedanken schwelgen konnten. „Ich glaube, das ist aussichtslos“ hörte ich Snifly seufzen. Er war immer relativ schnell resigniert wie ihr ja wisst, aber in dieser Situation…ja da konnte ich ihm nur zustimmen. „Wir können ja einfach mal die Palastwachen fragen“, schlug ich vor. Und da Jimbo keine bessere Idee hatte, schritten wir zum Palast. Klingt ja an sich auch sehr einfach und vernünftig, vielleicht lassen die Herren Palastwache ja mit sich reden, wer weiß, wer weiß. Aber zunächst hatten wir noch ein kleines Problem, wobei so klein war es eigentlich gar nicht: Wir wussten nicht mal wo der Palast ist! Also fragten wir natürlich einen der Passanten, wo der Palast ist, aber der rannte leider schreiend weg und alle anderen Leute um uns rum verschwanden auch urplötzlich in den Läden. „Der Palast scheint wohl nicht sonderlich beliebt zu sein“, gab unser kluger blauer Freund zu bedenken. Aber anstatt ihm einen Mülleimer in die Kauleiste zu schieben versuchte ich einen konstruktiveren Weg zu finden diesen Palast der Götter zu finden. „Ich könnte ja mal versuchen XC-1 zu erreichen, oder was meinst du?“, Jimbo schien von dem Vorschlag zwar nicht so begeistert, aber ich entnahm seinem „Hmp“ eine gewisse Zustimmung, also versuchte ich es mal. XC-1 kannst du mich hören? Hier ist der automatische Gedankenbeantworter von XC-1, leider können Sie keine Nachricht hinterlassen, schönen Tag noch! „Und?“ fragte Jimbo als ich die Augen wieder öffnete, „Naja er ist nicht zu Hause wie mir scheint…“ „War ja irgendwie klar, dass es so kommt“ „Ach sei nicht immer so negativ“ „Ich bin nicht negativ…nicht durch und durch, eher realistisch – und das weißt du!“ „Hey das ich euch hier treff…na da wird ja der Wooster in der Pfanne verrückt!“ Wurden wir von einem gut gelaunten altbekannten Händler begrüßt, den wir ja eigentlich vor noch gar nicht allzu langer Zeit im Raumschiff hatten. „Naja, wir haben dich schließlich hierher geflogen…“ setzte Jimbo an, wurde aber prompt von Friedl unterbrochen: „Ach papperlapapp, jedenfalls seht ihr ein wenig hilflos aus, ich würde sagen, wir gehen erstmal in meiner Casa del Riedlomär was essen!“ „Casa del Riedlomär?!“ stammelte ich ein wenig nervös hervor., „Ja genau, ich habe die Perückensammlung meiner Ur-Groß-Schwester verkauft, und Leute die bieten hier ein Heidengeld dafür, jedenfalls hab ich dafür ein nettes Sümmchen bekommen. Um nicht zu sagen: Ich bin scheiße reich!“. Das waren in der Tat gute Neuigkeiten, also trotteten wir (warum wir immer noch laufen mussten, lässt sich wohl damit erklären, dass auf Logare alle Leute laufen) in Richtung des Hauses unseres Freundes. Und in der Tat er hatte nicht zuviel versprochen, dieses Haus war tatsächlich ein netter Flecken auf diesem Planet! „Mi Casa es tu Casa,“ rief der neureiche Händler „aber macht nichts schmutzig!“ „Sehr gut Friedl, wirklich sehr gut, von hier aus können wir in aller Ruhe planen wie wir in den Palast kommen und mit der Göttin sprechen können“ jubelte der urplötzlich blenden gelaunte Jimbo. „Naja….“ Begann Friedl ein wenig zögerlich, „Naja, was?“ fragte ich ihn daraufhin. „Naja, dass hier ist der Palast, oder viel mehr er war es, wo der jetzige Palast ist, konnten mir die netten Palastwachen aber nicht sagen, sie meinten nur irgendwas von wegen erstmal soll ich die Post aufheben, sie würden diese dann abholen – irgendwann.“ Zum Glück brachte Jimbo nur noch ein „Na toll…“ raus, bevor die Küche uns rief und verkündete, dass „es angerichtet“ sei. Und in der tat gab es einige nette Speisen hier in dieser Küche, also war der Ärger zumindest für den Moment vergessen. Und während wir so gemütlich vor uns hin schmatzten und tranken, und manchmal sogar sangen, klingelte es an der Tür. Friedl als guter Gastgeber machte sich auch sogleich auf den Weg zur Tür, wurde aber zunehmende langsamer, als er den Schatten sah, welcher unter der Tür durchschimmerte – obwohl diese ja geschlossen war. Jedenfalls kam das sogar unserem listigem Händler seltsam vor, jedoch öffnete er trotzdem die Tür, und was er fand, verschlug ihm komplett den Atem.

18.06.2007 um 12:06 Uhr

Teil V

Überhaupt klang diese Person, sie sah schon einem Menschen sehr ähnlich, sehr freundlich und die Stimme war irgendwie auch sehr singend und melodisch, also eigentlich genau dass, was man in einer entfernten Galaxie nicht unbedingt erwarten würde. „Und wer ist XC-5 dann, wenn sie jeder kennt?“ mischte ich mich in das Gespräch ein „Wir würden sie nämlich gerne treffen.“ „Oh, oh…oooh..das ist natürlich ein wenig Problematisch“ die Stimme des Dicken klang nun nicht mehr so freundlich und singend, eher ein wenig ängstlich und gedämpft „Sie ist die Göttin von Logare und niemandem ist es gestattet sie zu sehen, geschweige denn mit ihr zu sprechen. Und die die es versucht haben, in den göttlichen Palast zu gelangen, wurden entweder von den Palastwachen enthauptet oder in den Kerker gesteckt.“ Damit war unsere anfängliche Zuversicht natürlich wieder auf dem Nullpunkt, wie sollten wir denn bitte eine Göttin dazu bewegen, mit uns, zwei abgewrackten Hausmeistern, eine Audienz zu gewähren?? „Ihr müsst sagen ihr werdet von mir geschickt“ hörte ich die Stimme des Sprechers, aber Jimbo hörte sie nicht, also dachte ich mir die Antwort auch nur, um die anderen Leute nicht zu verwirren, also ich versuchte die Antwort zu denken, jedoch kann ich nicht mehr sagen ob ich dies tat oder nicht. Ja aber wer bist du, wir kennen deinen Namen ja nicht? Ich bin XC-1 der Vater der Götter von Logare, ich habe sechs Kinder XC-2 bis XC-7, ich weiß die Namen waren einseitig, aber so sind sie besser zu merken. Okay ich werde es ihr sagen, aber wir kommen wir an den Palastwachen vorbei?? Da müsst ihr euch schon was einfallen lassen, alles weiß selbst ich nicht. „Jimbo komm mit ich habe eine Idee“ rief ich dem blauen Snifly zu. „Was hast du denn bitte vor?“ wollte er von mir wissen. „Wir müssen dafür sorgen, dass der Göttliche Palast zwei Hausmeister braucht. An Jimbos Reaktion konnte ich erkennen, dass er wohl denken musste, dass ich ein wenig am durchdrehen war, was ich ja aber natürlich nicht war aber wie auch immer. „Wie kommst du denn auf so eine Idee“ fragte er mich mit  sehr viel Skepsis in der Stimme. „Unser Sprecher, welcher im übrigen der Vater von XC-5 ist, hat mir das gesagt, nur wusste er nicht wie wir in den Palast kommen können.“ Erklärte ich Jimbo die Sachlage. „So ist das also“ fasste er zusammen, „du willst erst dafür sorgen, dass der Palast einen Hausmeister braucht und dann noch dafür sorgen dass sie uns nehmen? Dann können wir auch gleich einfach so Einbrechen und aufpassen, dass wir nicht gesehen werden.“ Dieser Standpunkt klang zwar etwas riskanter als meine Ursprüngliche Idee, war aber natürlich aus Objektiver Sicht sehr viel einfacher, weil wieso ausgerechnet wir, in dieser Stadt, den Auftrag bekommen sollten. Also mussten wir wohl doch einbrechen, nun gut es gibt dinge, die einfach getan werden müssen. „Und wie gedenkst du das Vorhaben zu gestalten?“ „Wir sollten erst einmal möglichst viel über den Palast erfahren und wie die Wachen patrouillieren und solche Sachen.“ Meinte Jimbo in einem sehr sachlichen Ton. „Also dann machen wir uns mal an die Informationsbeschaffung!“ sagte ich und wir gingen los und überlegten jeder für sich, wo wir denn Anfangen sollten zu suchen.

18.06.2007 um 12:04 Uhr

Teil IV

„Wir müssen einfach hoffen, dass diese Reise bald vorbei ist und das Licht wieder angeht“ merkte Jimbo in einem leicht sarkastischen Ton an. Jedenfalls dauerte der Hyperraumsprung sicherlich seine 10 Stunden, was für uns 10 Stunden in absoluter Dunkelheit bedeutete. Und Dunkelheit kann einem im Weltall schon mal um den Verstand bringen, wir mussten uns also auch noch zusammenreißen, dass wir nicht durchdrehen würden. Doch zunächst wollte ich schlafen, da ich von einer bleiernen Müdigkeit erfasst hatte. „Bin ich blind, oder ist es immer noch dunkel?“ fragte ich als ich wieder aufwachte, und die ernüchternde Antwort kam auch recht schnell von Friedl. „Nein du bist nicht blind, es ist immer noch dunkel, wir fliegen schon seit 12 Stunden durch die Gegend, irgendwann muss das doch mal ein Ende haben, verdammt noch mal!“ „Du hast recht, es wird alles sein Ende haben, nur liegt das Ende noch weit entfernt, da ihr gerade erst am Anfang eurer Odyssee durch dieses Schwarze Loch seid.“ Der Sprecher hatte sich wieder eingeschaltet und mit seiner Stimme kam auch langsam das Licht zurück, vielleicht kam es auch schnell zurück, jedenfalls konnte ich wieder etwas sehen.  „Ihr seid jetzt an der Stelle, wo alles beginnt. Seht ihr den Planeten dort vorne? Das ist Logare. Auf Logare müsst ihr nach XC-5 Suchen, sie wird euch helfen.“ Noch bevor Jimbo was sagen konnte, bremste das Schiff aus dem Hyperraum, so dass er seine Worte verschluckte und gebannt nach vorne schaute. „Was meint er wohl damit, dass jetzt erst alles beginnt, ich hoffe doch sehr wir kommen hier unbeschadet raus…“ murmelte Friedl in die Runde, während er zusammen mit mir das Schiff für die Landung vorbereitete. Jimbo kam nun auch nach vorne geschwebt und grinste vergnügt vor sich hin. „Was ist los Jimbo?“ wollte ich wissen. „Ach es ist nur, das Logare, wie ich aus unserem Archiv weiß, die größte Raumhandelsstation der bekannten Galaxie ist, und dass es unserem Freund Friedl sicher gut dort gefallen könnte.“ „Die größte Raumhandelsstation der Galaxie?? Das wäre unglaublich!“. Friedl versuchte sich zu fassen, doch seine Augen glänzten als würde er beim Drucken von Geld zusehen. Aber nichtsdestotrotz mussten wir erstmal landen, bevor Friedl uns wohl verlassen würde, da er schon seine Sachen packte. An seiner Stelle übernahm dann Jimbo das Schiff und wir landeten in der uns zugewiesenen Landearena. „So, meine lieben Freunde, es ist an der Zeit dass sich unsere Wege trennen, aber ihr werdet natürlich immer die besten Preise bekommen!“ sprach Friedl und sprang aus der Landeluke und rannte Richtung Innenstadt. Nun gut, da waren wir also nur noch zu zweit, aber wir waren ja nur gekommen um XC-5 zu finden. Als Jimbo und ich das Schiff verließen um auch in Richtung Innenstadt zu gehen, konnten wir uns schon ein Bild der einheimischen machen. Die meisten waren gut genährte ältere Personen, die sich Cocktailschlürfend unter irgendwelchen Palmen befanden, zum Teil lagen sie auch am Strand der Stadt herum und genossen ihr Leben. Da wir nicht wussten wo wir anfangen sollten XC-5 zu suchen, fragte Jimbo einen der Einheimischen auf gut Glück nach unserer Zielperson. „Entschuldigen sie mal bitte, aber kennen Sie XC-5?“, „Ob ich XC-5 kenne?? Soll das ein Witz sein, jeder auf Logare kennt XC-5!“ war die sehr erstaunte und gleichermaßen freundliche Antwort.

18.06.2007 um 12:04 Uhr

Teil III

Ich wachte also in diesem weißem Raum auf und wusste nicht wo ich war. Ich wollte den Raum erkunden, doch ich konnte nicht aufstehen, selbst das atmen viel mir schwer und in meinem Kopf musste eine Bolpter Herde wüten, so fühlte es sich zumindest an, will sagen mir dröhnte der Schädel wie verrückt. Auf einmal hörte ich in einer sehr großen Ferne leise Stimmen, doch diese Stimmen waren anders als alles was ich bisher gehört hatte, so leise und doch vertraut, so schwer zu verstehen und doch klar wie Kloßbrühe. Am Anfang verstand ich nur Fetzen und unterschiedliche Töne und konnte mit den Worten wenig anfangen, ich versuchte mich also genauestens auf die Stimmen zu konzentrieren, vielleicht würden diese Stimmen mir ja helfen aus meiner bemitleidenswerten Position raus zukommen. "Ich glaube er kommt zu sich." "Bist du dir da sicher? Er sieht immer noch sehr mitgenommen aus.." "Nein er kommt zu sich, schau er öffnet bereits die Augen", konnte ich die zwei Gestalten sprechen hören, und als ich die Augen öffnete, dachte ich, ich würde unter Wahnvorstellungen leiden, weil ich Friedl und Jimbo vor mir sah. "W-w-was ist hier passiert?" stammelte ich heraus, doch die Worte wurden mehr oder weniger von meiner zitternden Stimme verschluckt. "Du warst einige Stunden ohnmächtig" sprach Jimbo, wobei er nicht mehr diese Klicklaute verwendete und auch seltsamer Weise nicht mehr schwebte "Wir dachten schon du wachst nie mehr auf - du wurdest auf die Steuerkonsole geschlagen und bist einfach vom Stuhl gefallen und eben erst wieder aufgewacht." ergänzte Jimbo weiter. "Nun gut, dann habe ich also gerade so überlebt das ist ja erfreulich," sprach ich "aber warum schwebst du nicht mehr und sprichst eine normale Sprache?". Auf diese Sprache sahen sich Friedl und Jimbo ein wenig ratlos an, aber Friedl hatte wohl eine Antwort parat denn er sprach: "Wir sind durch dieses Schwarze Loch wohl in so etwas wie eine andere Dimension geraten wodurch unser blauer Freund wohl nicht mehr schweben kann und urplötzlich unsere Sprache spricht." Na grandios, dachte ich bei mir, erst wird man durch ein Schwarzes Loch geschleudert, und dann ändert sich auch noch die komplette Umgebung. Doch all das Gejammer brachte mich auch nicht weiter, wobei Jimbo und Friedl die Sache recht locker sahen und erstmal beschlossen was zu Essen zu bereiten, das war mir sehr recht, so konnte ich in aller Ruhe die Maschinen prüfen. Nach einiger Zeit und ein paar unbedeutenden Mängeln war ich fertig und konnte mit den anderen das Essen genießen. "Die Maschinen sind alle in Ordnung, sogar der Zufallstransmitter ist zufällig nicht beschädigt worden, welch ein Glück" sagte ich mampfend zu den anderen. "Ja wir hatten scheinbar großes Glück, auch hinten haben wir nichts beschädigtes gefunden, aber…" stoppte Friedl um sich eine neue Gabel mit Essen reinzustopfen, "aber was machen wir denn jetzt, also wo sollen wir anfangen zu suchen?". Das war in der Tat eine gute Frage, die wir alle mit Schweigen bedachten. Dieses Schweigen legte sich wie ein Grauer Schleier über unsere kleine Gemeinschaft. Und so kam es, dass wir auch nach dem Essen noch schweigend, oder auch schlafend wie der gute alte Jimbo, am Tisch saßen und überlegten was wir machen sollten. Urplötzlich, wie aus dem nichts, ertönte eine Stimme die wir alle hören konnten, aber sie war in der Tat körperlos: "Oh, seid ihr gekommen um Zalyx zu finden, das erfreut mich doch wirklich sehr!" "Wer bist du?" rief der frisch aufgewachte Jimbo recht aufgeregt, "Alles zu seiner Zeit mein junger Freund, doch zunächst sollt ihr Wissen, dass ihr auf der Hut sein solltet, dies ist eine Gefährliche Gegend, auch wenn dies nicht so scheint, ihr werdet bald wieder von mir hören." gab die Stimme von sich und war genauso schnell verschwunden wie sie auch aufgetaucht war, jedenfalls war es nun wieder still, doch die Ruhe der Überlegungen war vorbei. Wir alle liefen schnell in den vorderen Teil des Schiffes um die Maschinen zu starten und irgendwohin zu fliegen. Nur wohin? Tja wir alle kannten das Ziel intuitiv, aber keiner konnte es aussprechen. Es war also mehr ein Unterbewusster Reflex. "Nun das könnte ja eine interessante Reise werden" merkte Friedl am Rande an, als er sich auf seinen Stuhl setzte. "Nun ich hoffe doch schwer, dass wir nicht irgendwelchen Piraten zum Opfer fallen, immerhin ist dies ein Handelsschiff und nichts anderes", musste ich den Anflug von guter Laune bei Friedl bremsen, denn besser er wusste es bevor als wenn es zu spät war. Gerade als ich die Maschinen gestartet hatte und alle  Systeme hochgefahren waren, blinkte auf dem Holo-Radar ein Punkt, der starr auf der Stelle blinkte. "Wir sollten uns das erstmal eine Weile anschauen, bevor wir losfliegen finde ich." gab Jimbo zum besten, der Friedl dagegen war plötzlich voller Tatendrang: "Ach Jimbo, sei nicht immer so vorsichtig, das wird schon nichts schlimmes sein, eher ein Hinweis unseres Sprechers!", "Und was ist wenn es das nicht ist, zum Beispiel wenn es eine Falle von Piraten oder so was ist?!" erwiderte der skeptische Jimbo in einem leicht ängstlichen ton. Ich wollte mich grade in die Diskussion einmischen, als die Triebwerke Schub gaben und unser Shuttle einen Satz nach vorne machte, der uns vor Schreck erstarren ließ. "W-w-was hast du gemacht?!" brüllte Jimbo voll Panik, "Ich habe nichts getan, ich wollte nicht einmal die Triebwerke starten." versuchte ich mich zu verteidigen, was aber die anderen nahezu an den Rand eines Nervenzusammenbruchs trieb. "Wir sollten einfach mal warten wo wir rauskommen, vielleicht ist es ja wieder unser Sprecher der uns zu sich holt.", gerade als ich dies gesagt hatte, ging mit einem Schlag das Licht aus und das Schiff sprang in den Hyperraum. "Wie geht es jetzt mit uns weiter?" fragte der nun auch leicht zittrige Friedl in die Dunkelheit.

18.06.2007 um 12:03 Uhr

Teil II

Ohne viele Umschweife gleich weiter im Text: Kurz bevor wir in unser Shuttle gestiegen sind vernahmen wir ein "Halt!" von einer bis dahin körperlosen Stimme. "Ihr müsst mich mitnehmen" rief die Stimme, die ich als Friedl erkannte. "Warum sollten wir dich denn mitnehmen?", "Na ganz einfach, weil man einen guten Händler immer gebrauchen kann!" erwiderte der Hüne von Händler mir. "Also, nun gut dann pack deine Sachen und schaff dich ins Shuttle", doch während ich dies erwiderte, gab Jimbo einige seiner typischen Klick und Knack laute von sich, mit denen er sich verständigt, welche aber nur der Empfänger versteht, und wenn Jimbo mal wieder verwirrt ist, nun ja wem sag ich das?! Jedenfalls stiegen wir dann zu dritt in das Shuttle ein und machten uns für die Reise bereit. "Shuttle AF_32 Sie haben die Befugnis zu starten", dröhnte es aus den Boardlautsprechern "Wir wünschen einen angenehmen Flug, die interstellare Raumfahrtbehörde.", die Standarddurchsagen der Behörden unterschieden sich auch allenfalls im Namen der jeweiligen Behörde aber nun ja was solls schon. Jimbo und ich machten also die Systeme alle startbereit, woraufhin der gute Friedl allerdings etwas nervös wurde und ein wenig vor sich hin grummelte. Das letzte Klicken von unserem blauen Mitstreiter sagte mir, dass der Shuttle startbereit ist, also drückte ich auf den großen roten Knopf und das Schiff hob in Richtung einer Tankstelle am Rande des Zuritan Systems ab. Das Zuritan System, so solltet ihr vielleicht wissen, ist nicht der unbedingt gemütlichste Platz für drei Gestalten in Hausmeisteranzügen, was uns auch nicht wirklich Mut machte, denn allein die Suche nach einer Galaxie war nicht sonderlich gern gesehen in solchen Kreisen wie sie sich an Tankstellen rumtreiben. "Bist du denn sicher, dass.." mitten im Satz brach Friedl plötzlich ab und zeigte mit schweißnasser Stirn aus einem der Cockpitfenster. Als ich seinem Blick folgte, dachte ich wir wären bereits am Ende unserer Reise, da war doch tatsächlich neben unserer guten alten AF_32 ein Schwarzes Loch urplötzlich aufgetaucht. Das Problem an der Sache war, dass es genau auf uns zu schwebte was sehr ungewöhnlich ist, aber viel ungewöhnlicher war, dass es gelbe Zettel dabei hatte. Jimbo gab eine hektische Klicklautfolge von sich, "Ganz ruhig alter Junge," versuchte ich ihn zu beruhigen "wir werden einfach mal durch das Schwarze Loch fliegen, dann finden wir auch Zalyx!", von der Idee schienen aber Friedl und Jimbo wenig begeistert, "Ich glaube dein Wooster war verschimmelt, heiliger Morni (der Gott von Mornum), wer ist denn so blöd und fliegt durch ein schwarzes Loch???", brüllte der sonst sehr zurückhaltende Händler durch das Schiff, sodass sogar einige Tassen aus den Regalen fielen. "Beruhige dich doch mal, nur weil es noch nie jemand probiert hat, ist es noch lange kein Risiko" erwiederte ich, und steuerte das Schiff direkt auf das Loch zu. Zum Glück war Jimbo nun auch nicht mehr ganz so verängstigt und half mir das Schiff sicher zu manövrieren, da die Reise durch einen interstellaren Müllschlucker sicher nicht so lustig ist. "Nun gut, dann werde ich mal was zu Essen machen, die Reise wird sicher länger dauern" murmelte Friedl noch bevor er in der Küche verschwand um - vermutlich was Fischhaltiges - zu kochen. Nichtsdestotrotz hielten wir direkt auf das Schwarze Loch zu. "Klk klk knk klk!" meinte Jimbo noch zu mir kurz bevor wir die Grenze zum Schwarzen Loch durchquerten. Wie aus dem nichts fingen auf einmal alle Warneluchten des Schiffes an zu blinken und wir wurden ähnlich stark durchgerüttelt wie eine Katze im Trockner, als auch noch Friedl rief, dass der Thunfisch leer sei und er was anderes kochen müsse. Und als ob die situation nicht schon schlimm genug wäre, wurden die Vibrationen immer schlimmer und die komplette Elektronik des Schiffes viel mit einem Schlag aus, also wirklich die gesamte, es war dunkel, und ausser das blasse Leuchten von Jimbos Augen war nichts mehr zu erkennen in der unendlichen Weite unseres Schiffes, dass immer noch wie verrückt durchgeschüttelt wurde. "I-I-I-Ich h-h-h-h-hoff-ffe da-da-d-das w-w-wir d-as ü-ü-ü-ü-ber-leben!!" versuchte ich zu rufen, aber durch das geschüttel kamen wohl nur fetzen bei dem Rest der Crew an, mit einem Schlag jedoch als die Vibrationen gerade ihren Höhepunkt erreicht hatten, sah ich ein gleißendes Licht und auf einmal war wieder alles Ruhig. Ich schaute mich ein wenig benommen um und fand mich in einem komplett weißen Raum wieder. Doch was dieser Raum ist, und ob ich tot bin oder nicht, tja das wird dann wohl morgen geklärt werden!

18.06.2007 um 11:57 Uhr

Das große Kennenlernen, der Start und sowieso.

Ich habe eine Geschichte versprochen und hier kommt sie. Ich nenne die Geschichte: Die Legende des Verschwinden von Zalyx. Zalyx ist im übrigen ein Planet, aber dazu später mehr. So und jetzt bitte Ruhe und zurücklehnen, ich fange an, bzw. die Reise fing so an:
Ich kam grade von den Thermalbädern auf Rummler 9, wo ich mit meinem getreuen Freund Jimbo, welcher ein schwebender Snifly ist, ein entspannten Urlaub eingelegt habe, nachdem wir ewige Jahre in den weiten des leeren Raums unterwegs waren, ohne jemals eine andere Lebensform oder ähnliches zu sehen. Aber zu den Sniflys, damit ihr ein Bild von Jimbo bekommt, also ein Snifly ist ein blaues Wesen, mal eher hell, mal eher dunkelblau. Sie haben keine wirkliche Nase und keinen Mund, eher einen Rüssel, welcher aber irgendwie zu der restlichen Körperform passt, also ohne jetzt böse sein zu wollen oder so was. Jedenfalls schweben die Angehörigen dieser Rasse immer, oder wenigstens meistens, naja ab und zu eben im Schneidersitz durch die Gegend und lassen unentwegt physikalischen Gleichungen auf ihre Umgebung los. Ja warum ich ausgerechnet dann einen Snifly mitnehme, ist eine andere Geschichte, aber ich komme bei Gelegenheit drauf zurück. Jedenfalls ist Jimbo relativ dunkelblau mit noch ein paar dunkleren Punkten. Soviel dazu, ihr solltet nun ein Bild von ihm haben, ansonsten malt euch eins, ich bin gerne bereit die Bilder in Zusammenhang mit einer Beschreibung zu veröffentlichen. Aber nichtsdestotrotz flogen wir eben von Rummler 9 in Richtung des Soleia Systems, wo wir einige kleinere Handelswaren kaufen und in den umliegenden Galaxien verkaufen wollten. Unser Warp-Generator generierte unsere Route und wir sprangen in den Hyperraum in Richtung Soleia System, genauer gesagt zum Planeten Mornum, welcher den Mittelpunkt des Systems darstellt.
Weiter gehts ihr Weltraumreisenden, fortan solltet ihr euch wohl eher Rekruten der Literatur nenne, nun ja hier die Fortsetzung: Die Reise nach Mornum verlief an sich relativ ruhig und ohne Probleme, wenn man vielleicht Davon absieht, dass die Thunfischvorräte wirklich sehr knapp wurden, woraufhin Jimbo auch immer sehr gereizt wird, aber sie wurden glücklicherweise nur knapp also war noch alles im grünen Bereich. Jedenfalls kamen wir nach 3 Tagen gähnender Leere endlich im Soleia System an, wo wir auch gleich von den hübschen Neon-Kometen mit unverschämt günstigen Produkten angeworben wurden, aber so was beeindruckt nur die Touristen - nicht jemandem von unserem Format! Wie? 3 Paletten Konserven Thunfisch günstig abzugeben? Nun was ich sagen wollte, ist das wir sicher auf Mornum angekommen sind, ohne den Thunfisch zu kaufen, auch wenn man es gerne denken möchte, aber nein, so sind wir natürlich nicht. Als wir auf Mornum ankamen, hatten Jimbo und ich auch nur ein Ziel vor Augen: Die Handelskaserne der vereinten Sterne. Kein Handelszentrum, oder Einkaufszentrum, wie es gerne abfällig vom ungebildeten Pöbel genannt wird, ist größer und billiger als das der vereinten Sterne. Als wir durch die Pforte in das wilde Gewusel der vielen Händler und schreiender Kleinkinder schritten, kam uns der gute alte Ferdinand Riedlomär, genannt Friedl, auch schon entgegen und hat uns ein paar seiner Bahnbrechenden Angebote gemacht, zumindest fand er sie bahnbrechend, auch wenn sie in Wahrheit eher so etwas wie normaler Durchschnitt waren, aber nichtsdestotrotz kaufe ich lieber bei alten Bekannten ein als bei windigen Großhändlern. Jedenfalls kauften wir ein paar Luxusgüter für die umliegenden, etwas ärmeren Planeten, daher beschränkten sich unsere Luxusgüter weitestgehend auch auf ein Paar Decken aus Wooster Haaren und so etwas in die Richtung. Kurz bevor wir alle unsere Sachen in den Kofferraum unseres Shuttles geladen hatten, kam ein aufgeregter kleiner, aber recht stabiler Mann mit Halbglatze auf uns zu gerannt. Völlig außer Atem konnte er uns nur noch was davon erzählen das sein Chef uns unbedingt sehen möchte, dann kam noch was von viel Geld und explosivem Durchfall, woraufhin er auch unschöner Weise direkt vor uns explodierte. Aber so was sieht man in letzter Zeit öfter, kein schöner Anblick, aber liebe Leute der Geruch ist bei weitem schlimmer. Die Karte die uns der nun nicht mehr existente Mann gegeben hatte, zeigte das Logo der interstellaren Forschungs- und Hygienebehörde. Ja auch auf Mornum muss gespart werden, weshalb diese beiden Gebäude eben in einem Gebäude mit denselben Mitarbeitern untergebracht waren. Wir gingen also direkt zu der Behörde, in der Annahme gleich in die oberste Etage geführt zu werden, aber es kam wie es kommen musste und wir wurden vom Hausmeister begrüßt, wobei der Hausmeister immerhin einen abgetragenen Frack trug, nur sein zweites Paar Beine war sehr verwirrend, da er leichte Probleme hatte alle in Einklang zu bringen, also er lief eigentlich immer in zwei Richtungen, mehr oder weniger jedenfalls, was soll man schon tun wenn man vier Beine hat? Wir schafften es dann aber doch trotz mehrfacher Richtungswechsel und Flüche in Richtung der Beine, das Büro des Hausmeisters zu erreichen, so dass er uns seine ungemein Wichtige Mitteilung machen konnte. Aber was kann ein Hausmeister schon wichtiges Berichten? Er sagte uns etwas von der Galaxie Zalyx und das diese Galaxie urplötzlich verschwunden sei. Nun schön und gut für die Galaxie an sich ist das ja nichts neues, schwarze Löcher wollen schließlich auch nur Leben, aber das seltsame an der Sache war, dass die Galaxie nicht durch ein Schwarzes Loch verschwand, sondern viel mehr einen gelben Klebezettel mit der Nachricht "Komme gleich wieder" hinterlassen hat. Soweit so gut, aber was betrifft uns das denn bitte jetzt?? Die Sache ist eben die, dass Jimbo und ich als Händler weit rum gekommen sind und viele Leute kennen, welche wiederum Leute kennen, die mal bei einer Klebezettel-Fabrik die Flure gewischt haben, auch wenn das wenig damit zu tun hat. Aber uns wurde ein neues Raumschiff versprochen, sogar eins mit Thunfischbecken, dass wäre allerdings wirklich zuviel des Guten, aber natürlich waren wir durch dieses Angebot sehr interessiert, wie es nun mal so der Händler in mir wollte. Wir nahmen also den Auftrag an und wurden sogleich in unsere neuen wunderschönen Hausmeister Uniformen gesteckt. Und da wir ja jetzt keine Handelswaren mehr brauchten, verkauften wir die Wooster Decken direkt an die Örtliche Wooster Zucht, ja als guter Händler kann man sogar einem Huhn einen zweiten Kopf verkaufen - wenn es denn nicht sowieso zwei oder mehr Köpfe hat...