Teil VI
Also schritten wir Seite an Seite durch das Bunte treiben der Hauptstadt von Logare. Und in der Tat, es gab viele Händler hier, wobei viele Händler ein wenig untertrieben ist, es war ein jeder Händler, vom kleinsten Kind, bis zum ältesten Greis. Glücklicherweise fiel keinem der Einheimischen unser doch, relativ merkwürdiger, Aufzug auch nur in geringster weise auf, so dass wir in aller Ruhe in Gedanken schwelgen konnten. „Ich glaube, das ist aussichtslos“ hörte ich Snifly seufzen.
Er war immer relativ schnell resigniert wie ihr ja wisst, aber in dieser Situation…ja da konnte ich ihm nur zustimmen. „Wir können ja einfach mal die Palastwachen fragen“, schlug ich vor.
Und da Jimbo keine bessere Idee hatte, schritten wir zum Palast. Klingt ja an sich auch sehr einfach und vernünftig, vielleicht lassen die Herren Palastwache ja mit sich reden, wer weiß, wer weiß. Aber zunächst hatten wir noch ein kleines Problem, wobei so klein war es eigentlich gar nicht: Wir wussten nicht mal wo der Palast ist! Also fragten wir natürlich einen der Passanten, wo der Palast ist, aber der rannte leider schreiend weg und alle anderen Leute um uns rum verschwanden auch urplötzlich in den Läden. „Der Palast scheint wohl nicht sonderlich beliebt zu sein“, gab unser kluger blauer Freund zu bedenken. Aber anstatt ihm einen Mülleimer in die Kauleiste zu schieben versuchte ich einen konstruktiveren Weg zu finden diesen Palast der Götter zu finden.
„Ich könnte ja mal versuchen XC-1 zu erreichen, oder was meinst du?“, Jimbo schien von dem Vorschlag zwar nicht so begeistert, aber ich entnahm seinem „Hmp“ eine gewisse Zustimmung, also versuchte ich es mal.
XC-1 kannst du mich hören?
Hier ist der automatische Gedankenbeantworter von XC-1, leider können Sie keine Nachricht hinterlassen, schönen Tag noch!
„Und?“ fragte Jimbo als ich die Augen wieder öffnete, „Naja er ist nicht zu Hause wie mir scheint…“
„War ja irgendwie klar, dass es so kommt“
„Ach sei nicht immer so negativ“
„Ich bin nicht negativ…nicht durch und durch, eher realistisch – und das weißt du!“
„Hey das ich euch hier treff…na da wird ja der Wooster in der Pfanne verrückt!“
Wurden wir von einem gut gelaunten altbekannten Händler begrüßt, den wir ja eigentlich vor noch gar nicht allzu langer Zeit im Raumschiff hatten.
„Naja, wir haben dich schließlich hierher geflogen…“ setzte Jimbo an, wurde aber prompt von Friedl unterbrochen: „Ach papperlapapp, jedenfalls seht ihr ein wenig hilflos aus, ich würde sagen, wir gehen erstmal in meiner Casa del Riedlomär was essen!“ „Casa del Riedlomär?!“ stammelte ich ein wenig nervös hervor., „Ja genau, ich habe die Perückensammlung meiner Ur-Groß-Schwester verkauft, und Leute die bieten hier ein Heidengeld dafür, jedenfalls hab ich dafür ein nettes Sümmchen bekommen. Um nicht zu sagen: Ich bin scheiße reich!“.
Das waren in der Tat gute Neuigkeiten, also trotteten wir (warum wir immer noch laufen mussten, lässt sich wohl damit erklären, dass auf Logare alle Leute laufen) in Richtung des Hauses unseres Freundes. Und in der Tat er hatte nicht zuviel versprochen, dieses Haus war tatsächlich ein netter Flecken auf diesem Planet! „Mi Casa es tu Casa,“ rief der neureiche Händler „aber macht nichts schmutzig!“ „Sehr gut Friedl, wirklich sehr gut, von hier aus können wir in aller Ruhe planen wie wir in den Palast kommen und mit der Göttin sprechen können“ jubelte der urplötzlich blenden gelaunte Jimbo. „Naja….“ Begann Friedl ein wenig zögerlich, „Naja, was?“ fragte ich ihn daraufhin.
„Naja, dass hier ist der Palast, oder viel mehr er war es, wo der jetzige Palast ist, konnten mir die netten Palastwachen aber nicht sagen, sie meinten nur irgendwas von wegen erstmal soll ich die Post aufheben, sie würden diese dann abholen – irgendwann.“
Zum Glück brachte Jimbo nur noch ein „Na toll…“ raus, bevor die Küche uns rief und verkündete, dass „es angerichtet“ sei. Und in der tat gab es einige nette Speisen hier in dieser Küche, also war der Ärger zumindest für den Moment vergessen. Und während wir so gemütlich vor uns hin schmatzten und tranken, und manchmal sogar sangen, klingelte es an der Tür. Friedl als guter Gastgeber machte sich auch sogleich auf den Weg zur Tür, wurde aber zunehmende langsamer, als er den Schatten sah, welcher unter der Tür durchschimmerte – obwohl diese ja geschlossen war. Jedenfalls kam das sogar unserem listigem Händler seltsam vor, jedoch öffnete er trotzdem die Tür, und was er fand, verschlug ihm komplett den Atem.
