Zettel An Meiner Wand

26.08.2010 um 15:36 Uhr

Schicksalhafte Begegnungen?

von: Sterntalermaedchen   Kategorie: Persönliches   Stichwörter: Tod, Schicksal, Leben, Begegnung

Stimmung: traurig

Derer gibt es ja so einige. Aber das jetzt hat mich wirklich umgehauen.

Ich habe am 13.8. am Bahnhof meiner Heimatstadt eine alte Klassenkameradin aus der Grundschule gesehen. Wir hatten die letzten 12 Jahre keinen Kontakt mehr und haben uns auch nie zufällig getroffen. Wir besuchten verschiedene weiterführende Schulen und es hat sich einfach so ergeben. Dabei hatten wir uns in der Grundschule gut verstanden. Sie hat mir ihr Backstreetboys-Album auf Kassette überspielt und weil wir gleich groß waren, war sie meine Partnerin bei der Kommunionsprozession.

Am 13.8. stand ich auf dem Bahngleis während sie ein paar Meter von mir entfernt ihr Fahrrad aufschloss. Ich hatte sie sofort erkannt, denn sie hatte sich vom Gesicht her kaum verändert. Ich habe überlegt sie anzusprechen, wusste aber nicht was ich sagen sollte. Und dann fuhr sie auch schon auf ihrem Fahrrad davon. Ich schaute ihr hinterher und beschloss, sie bei Studi VZ zu suchen und Kontakt zu ihr aufzunehmen.

5 Tage später starb sie. Ich weiß nicht woran oder warum. Die Anzeige stand heute in der Zeitung. Wahrscheinlich war das alles nur ein ganz komischer Zufall. Aber es belastet mich. Ich hätte mich nicht auf dieses blöde Studi VZ verlassen sollen, was eigentlich nur dazu dient, Menschen anzusprechen, die man sonst nicht ansprechen würde, weil man sich nicht traut. Oder weil man zu faul ist um anders Kontakt zu halten. Es hätte wahrscheinlich nichts geändert. Ich weiß ja nicht, warum sie so jung (Jahrgang 1987) gestorben ist. Aber es tut mir unglaublich Leid, dass ich die Gelegenheit mit ihr zu reden verstreichen ließ.

Glaubt ihr daran, dass es eine schicksalhafte Begegnung war? Dass ich die Chance hätte nutzen sollen mit ihr zu sprechen? Dass mir die Chance also gegeben wurde und ich sie nicht genutzt habe? 

07.08.2010 um 23:26 Uhr

Beautiful Stranger?

von: Sterntalermaedchen   Kategorie: Persönliches

Ich muss jetzt mal etwas loswerden, was mich unterbewusst wohl schon länger beschäftigt. Ich denke nur tagsüber meist nie daran. Es ist ja so, dass ich nachts sehr realitätsnah träume und mich so gut wie immer morgens daran erinnern kann. Oft nehme ich die Gefühle aus den Träumen mit in den Tag hinein. Ich sehe das als eine Art Geschenk an, denn ich mag meine Träume sehr und oft sind sie das fehlende Puzzleteil in einem wirren Gedanken. Ich träume seit einiger Zeit - ich weiß nicht wie lange... vielleicht ein paar Monate, vielleicht Jahre, ich kann es nicht sagen -  oft von einem Mann, dessen Gesicht ich nicht wiedererkenne, aber mir trotzdem bekannt vorkommt. Es kommt mir vor, als würde ich diesen Mann kennen. Die Handlung in diesen Träumen ist meist, dass ich ihn in einer Menschenmenge erkenne und auf ihn zugehe, ihn umarme und mich freue, als hätte ich ihn lange nicht gesehen. Aber der Traum ist IMMER begleitet von der Frage, wie dieser Mann heißt und von dem Gefühl, dass ich ihn mal gekannt, aber wieder vergessen habe. Und ich wache danach immer mit einem unfassbar starken und drängenden Bedürfnis auf, Kontakt zu diesem Menschen aufzunehmen. Das schlimme ist, dass ich den Namen nicht weiß und es ist ein ganz ganz trauriges Gefühl, schon während des Traums, dass ich ihn vergessen habe und dass der Mann nicht mehr in meinem Leben ist. Und ich fühle mich immer ganz kurz davor, als würde mir wieder einfallen, wer er ist und was wir zusammen erlebt haben und warum er mir so wichtig ist. Aber es ist, als hätte ich die Erinnerung in mir, aber könnte nicht darauf zugreifen. Manchmal, so wie jetzt, habe ich das Gefühl auch tagsüber. Vor ein paar Wochen bin ich nachts aufgewacht und habe ganz hektisch meine Telefonliste im Handy nach einem Namen durchsucht, der seiner sein könnte. Ich habe natürlich nichts gefunden. Klar, ich habe schon darüber nachgedacht, ob es mal einen Menschen in meinem Leben gab, den ich jetzt unterbewusst so sehr vermisse, dass ich von ihm träume. Aber auch wenn mir da einige eingefallen sind, scheint niemand auf diese Gestalt aus meinen Träumen zu passen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles nachverfolgen soll. Denn es kann ja auch sein, dass das alles ganz andere Hintergründe hat und einfach Sehnsucht diese Träume hervorruft. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nie ganz los, dass es diesen Menschen vielleicht doch gibt und dass mir nur sein Name einfallen muss um ihn wieder in mein Leben zu holen. Und es kommt mir vor, als sei es unglaublich wichtig, dass ich mich an alles erinnere und er wieder in meinem Leben ist. Ich habe eben nur keine Ahnung wie ich das anstellen soll. Wenn ich so darüber nachdenke, halte ich es durchaus für möglich, dass ich diesen Traum schon ziemlich lange habe.

05.08.2010 um 23:54 Uhr

Über 10 Monate...

von: Sterntalermaedchen   Kategorie: Persönliches

... sind nun vergangen seit ich das letzte Mal hier schrieb. Ich habe mich irgendwie selbst verloren. Und deswegen habe ich kaum einen Sinn gesehen, hier zu schreiben. Ich erkenne mich kaum wieder. Ich bin ein psychisches Wrack, alles bringt mich zum Weinen. Ich habe einen neuen Partner gefunden, der mich zwar ganz glücklich gemacht hat, aber mit dem ich mir von der Vernunft keine Zukunft vorstellen konnte. Und jetzt ist es schneller vorbeigegangen als ich es wollte. Ich hab mich bis jetzt noch nicht ganz von der Beziehung, die ich vor einem Jahr beendete, erholt. Nun kommt noch diese Trennung dazu. Und dummerweise gibt es jetzt einen Mann, den ich sehr gern hab. Eine Beziehung kommt für mich erstmal überhaupt nicht in Frage. Und ich bin so gefühlsverwirrt... ich fange ständig an zu weinen wenn ich glückliche Paare sehe. Ich will irgendwie Nähe und will sie dann doch nicht. Und dieser Mann... er ist mir wichtig. Wir sehen uns nicht oft. Alle paar Wochen mal. Wir haben sozusagen die Vereinbarung, dass da beziehungstechnisch nichts geht. Aber trotzdem haben wir etwas miteinander, für das ich keinen Namen finde. Wir haben uns in einer ganz komischen alkoholträchtigen Sitution kennengelernt, als ich noch in der anderen Beziehung war. Wir haben uns seltsamerweise unsere intimsten (nicht sexuellen) Geheimnisse erzählt und seitdem sind wir uns sehr vertraut. Ich habe auch Gefühle für ihn, irgendwo, unter dem ganzen Gefühlschaos. Was er für mich fühlt, weiß ich nicht. Er ist sehr verständnisvoll. Er sagt, er will jetzt das für mich sein, was ich brauche und ich soll ihm vertrauen, dass er nur das macht, was ihn selbst nicht verletzt. Es ist im Moment gut so wie es ist, für uns beide. Wir genießen das, was wir miteinander haben. Ich versuche mich gefühlsmäßig nicht zu sehr an ihn zu binden. Das klappt aufgrund der recht seltenen Treffen ganz gut. Ich versuche mich allein durch alles zu kämpfen. Aber ich merke, wie ich an meine Grenzen stoße. Ich habe einfach soviel noch nicht verarbeitet. Das merke ich zum Beispiel an meinen Träumen. Ich träume sehr realitätsnah und gefühlsstark.

Letzten Sonntag kam dieser Film im Fernsehen, von dem ich mal schrieb: "A lot like love" - "Sowas wie Liebe" mit Ashton Kutcher. Ich habe mir diesen Film angesehen und plötzlich musste ich weinen. Zum ersten Mal seit Monaten wieder. Ich habe den ganzen Abend geweint und seit Sonntag bin ich so nah am Wasser gebaut... das ist sehr ungewöhnlich für mich. Ich bin jetzt einfach an einem Punkt, an dem ich schon noch an die Liebe glaube, aber nicht daran, dass sie über einen längeren Zeitraum wirklich gut für einen ist. Ich weiß, dass ich der Männerwelt Unrecht tue, wenn ich sage, dass ich keinem Mann mehr wirklich traue. Also vertraue, dass er das sagt, was er wirklich meint, dass er Versprechungen einhält und sowas. Aber durch meine Erfahrungen bin ich da mittlerweile so misstrauisch geworden. Ich weiß, dass nicht alle Männer so sind. Aber ich habe Angst, dass ich nur solche treffe, die so sind. :(