Zettel An Meiner Wand

26.06.2013 um 23:11 Uhr

Mein Farbensammler...

von: Sterntalermaedchen   Kategorie: Persönliches

Musik: Yiruma - River flows in you

... du fehlst mir. Jeden Tag, jede Stunde. Ich habe versucht es zu konstruieren. Wie konnte das passieren? Noch vor 4 Wochen hätte man uns nackt nebeneinander ins Bett legen können und es wäre nichts passiert. Wie oft lag ich schon in deinem Bett! Wie oft hast du mich getröstet, meinen Arm gestreichelt, warst mir ganz nah. Wir gingen schon Hand in Hand durch die Straßen. Wir küssten uns manchmal auf die Wange, umarmten uns lange. Da war nie was zwischen uns. Natürlich, vor 5 Jahren war da mal ein Fünklein. Aber in den letzten 4 Jahren... klar, ich habe immer gesagt, dass ich dich mal küssen will, bevor ich sterbe. :D Aber vom Gefühl war das einfach so sehr freundschaftlich, so sehr. Du warst mir zu... unmännlich, zu sensibel. 

Und vor 3 Wochen plötzlich. Wieviele Takte haben wir miteinander getanzt? Es war vielleicht eine knappe Minute, allerhöchstens. Und trotzdem war da diese unglaubliche Anziehungskraft. Ok, wir waren sehr betrunken. Dann am Treffen danach, da tranken wir nur wenig, aber trotzdem sind wir uns schon zu nah gekommen. Und dann schließlich in dieser verhängnisvollen Nacht, da waren wir sehr betrunken, ich zumindest. Ich könnte das alles abtun, ich könnte sagen: Okay, wir waren betrunken, da ist was passiert, sowas passiert halt, aber die Freundschaft ist trotzdem stärker, Schwamm drüber.

Aber warum fühle ich jetzt so, wie ich fühle? Wir haben uns gestreichelt und geküsst, mehrmals, lange. Ich finde deinen Körper faszinierend, deine Haut ist so makellos, so schön. Du bist so sanft, allein wenn du meine Hand streichelst, löst das in mir soviel aus. Du machst nichts einfach so, du machst alles so bewusst. Du küsst so wundervoll. Ja, du hast Recht: Du küsst so, wie du tanzt. :D Ich will mehr davon, einfach mehr. Nicht viel weiter gehen, ich will nur das. Ich glaube, wir könnten stundenlang auf dem Bett liegen und uns ansehen, uns berühren und erforschen. Vorsichtig, zerbrechlich. Was, wenn wir nur das hätten? 

Aber du kannst es nicht, du kannst nichtmal meine Nähe oder den Kontakt zu mir ertragen. Dir tut es zu sehr weh, wofür ich mich entschieden habe. Dass du trotz allem die schlechtere Alternative bist. Aber glaub mir, das bist du nicht. Du bist meine Rettung. Aber ich will nicht gerettet werden. Damals nicht und jetzt erst recht nicht. Ich muss diese Erfahrung für mich machen, dann muss ich eine Zeit mal ganz allein für mich sein, darf mich nicht so sehr auf andere stützen. Und dann haben wir eine Chance.

Ich weiß, warum es jetzt passiert ist, genau jetzt. Wir haben es ohne es zu begreifen schon selbst gesagt. Du magst dich so, wie du jetzt bist, endlich nach langer Zeit bist du mit dir zufrieden, du kommst mit dir klar und du willst so bleiben. Du hast soviel Neues an dir entdeckt. Und ich habe mich auch verändert, weiterentwickelt, ich mag mich, wie ich bin. Und genau dann, als wir das festgestellt haben, haben wir UNS entdeckt. Wir können nur zusammen sein, wenn sich jeder von uns selbst liebt. Der Zeitpunkt war jetzt da, aber es gibt Schwierigkeiten, es war nicht der perfekte Zeitpunkt. Wir brauchen noch Zeit, jeder für sich.

Mit dir wäre der Plan vom Leben mit Zusammenziehen und Kindern gar nicht möglich. Du bist anders, mit dir wäre alles anders. Wer bin ich? Was ist richtig? Das, wonach ich mich sehne, wonach ich mich fühle? oder was die Vernunft mir sagt? Wir leben vielleicht nur einmal, manche Dinge kann man nicht rückgängig machen. Für manche ist es bald schon zu spät. Aber ich fühle mich lebendig, ich weiß, was ich will. Aber ich weiß nicht, was ich tun muss.

Wenn ich in deine Augen sehe, dann scheint alles so einfach.
 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenValencia schreibt am 29.06.2013 um 19:26 Uhr:Ach, Sterntalermädchen, ich hoffe so sehr, dass eure Geschichte ein gutes Ende für alle nimmt. Verstehen kann ich sie nicht, die Geschichte. Wie kannst du mit jemandem zusammen sein und die Beziehung weiterführen wollen, wenn du dich (heimlich?) nach einem anderen sehnst? Aber ich muss nicht verstehen. Ich will euch hier nur alles Gute wünschen. Ganz besonders dem Farbensammler. Denn ich glaube, er ist ein wundervoller Mensch.
  2. zitierenSterntalermaedchen schreibt am 01.07.2013 um 00:34 Uhr:Hallo Valencia,
    ja er ist ein wundervoller Mensch. Seit 5 Jahren ist er in meinem Leben und ich möchte ihn dort behalten. Ich habe nicht den Mut alles zu riskieren.
  3. zitierenSterntalermaedchen schreibt am 01.07.2013 um 00:36 Uhr:Ich sehne mich nach ihm, das stimmt. Heimlich aber nicht, alle Beteiligten wissen Bescheid. Ich liebe auch meinen Partner, trotz allem. Und es fällt mir schwer, eine Beziehung zu beenden aufgrund eines Gefühls, das ich nicht genau einordnen kann. Falls es aber nicht weggeht bzw. stärker wird, dann muss ich das wohl. Aber im Moment traue ich mir selbst nicht mehr.
  4. zitierenValencia schreibt am 01.07.2013 um 22:16 Uhr:Ja, jetzt verstehe ich besser, auch wenn ich nie in einer solchen Situation war.

    Was die oben angesprochene Gewalt betrifft, möchte ich dir noch (im Gegensatz zu den anderen Kommentierenden) sagen, dass man einen Menschen wegen eines einmaligen Vorfalls nicht als schlechten Vater abstempeln sollte. Etwas mehr Zuversicht und Vertrauen ist da schon angebracht.

    Mehr Urteil steht mir hier nicht zu. Ich wünsche euch weiterhin alles Gute.

    Liebe Grüße
  5. zitierenSterntalermaedchen schreibt am 02.07.2013 um 01:17 Uhr:Hallo Valencia,
    es kam leider schon öfter vor, wenn auch nicht so heftig und nicht direkt so gegen mich. Aber es war nun einfach zu viel. :(

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