Projekt Zielgerade - die letzten Monate im Leben einer Studentin

16.01.2012 um 22:52 Uhr

Don't fix what's wrong - build what's strong!

von: Micali   Stichwörter: Sport, Joggen, Lebensfreude

Ich hab es echt durchgezogen und bin jeden dritten Tag gelaufen. (Da ich in der Woche auch noch zwei Mal Squash spielen gehe und danach fast immer sterbe, wenn ich laufen muss, hab ich beschlossen, nicht jeden Tag zu gehen.)

Okay, und nun: Ich gebe auf. Ich bin ehrlich. Ich HASSE joggen. Es ist langweilig, öde, ich fühl mich immer, als hätte ich Blei in den Waden und irgendwie bringt es mir keinen Spaß. Die Kondition ist besser geworden, es geht aber überhaupt nicht einfacher und der Es-wird-alles-suuuuper-toll-Punkt hat sich auch noch nicht eingestellt.
Ich hab keine Lust mehr da drauf.

Ich habe Rennradfahren ausprobiert und meine Passion gefunden. Sobald das schöne Wetter wieder da ist, geht es wieder raus auf die Straße. Für den nächsten Winter besorge ich mir so eine Roll-Anlage, wo man das Rad einspannen kann. Dann kann man auch drinnen fahren.
Es ist einfach nur genial.

Joggen kann mich mal! Ich mach das nicht mehr weiter.

Irgendwann hab ich mich mal gefragt: Macht das Sinn? Dass ich mich in meiner wenigen Freizeit zu einem Sport zwinge, den ich nicht mag, (inbrünstig nicht mag!!!!), und das nur, weil ich Angst habe, fett zu werden (und weil die Stars und Sternchen auch laufen und daher aussehen wie Supermodels?
Na gut - die bekommen ja auch Geld dafür. Wenn ich paar Mio Euro im Jahr verdienen würde, würde ich für Joggen auch den ein oder anderen Anreiz sehen.)
Aber ich denke, ich kann auch mit meinem Rad gegen ein Aufquillen meines Körpers ankämpfen und momentan scheint das auch noch in weiter Ferne zu liegen... Immerhin scheint meine Wandlung in Fräulein Qualle noch nicht aktuell.

So, ich stehe zu meiner Schwäche und hänge mein Laufvorhaben an den Nagel. Zwar nach eingehendem Test, aber ich gebe am Ende eben doch auf. Ich steh wenigstens dazu. Ich bin für das Laufen nicht gemacht. Weder körperlich noch mental.

Damit verabschiede ich mich aus dem Laufleben. Eine kurze und schmerzhafte Karriere ;)

22.10.2011 um 19:55 Uhr

Sport ist Mord

von: Micali   Stichwörter: Joggen, Sport, Mord

Ich frage mich: Welches ARSCHLOCH hat eigentlich das Joggen erfunden?

Gestern stand ich vorm Spiegel und dachte: Neeeeee! So nicht mehr. Das ständige Bibliotheksgehocke bringt dich aus der Form. Ich hab das Gefühl ich setze langsam Schwamm an.... Just in diesem Moment der optischen Nichtverzückung hab ich mir geschworen, dieser Negativentwicklung Einhalt zu gebieten!

Also stand ich heute Morgen 8 Uhr in Sportklamotten und Turnschuhen im Flur und trabte die Treppe runter und hinaus ins Freie. Im ersten Moment dachte ich, ich erleide einen vorzeitigen Tod durch Erfrieren, aber dann hatte ich mich recht schnell an die -1°C gewöhnt und los ging es. 

Ich kann jetzt schon mal sagen, dass meine Kondition in den letzten Jahren des "fast-Nichtstuns" ganz schön abgenommen hat. Ich war nach knapp 3 Kilometern einfach nur am Arsch. Das Badmintonmatch gestern Abend hat in meinen Oberschenkeln und der rechten Po-Hälfte sein Übriges getan. Ich hatte einfach nur Schmerzen.

Als ich zu Hause wieder ankam (nach 20 Minuten ca.), hatte ich Kopfschmerzen, meine Beine fühlten sich an, wie Blei und ich dachte, ich muss mich übergeben. Im Großen und Ganzen kann ich sagen: Es war ne Qual. Ich mochte damals kein Laufen, und wir werden auch jetzt keine besten Freunde. Aber es geht schnell, ohne viel Aufwand und überall... es ist dummerweise eben praktisch.. (dennoch bleibt es ein doofer Sport!)

Ich werde mich aber durchringen, jeden Tag zu laufen und meine Erfolge festhalten.

Ich habe gelesen, es würde sich irgendwann ein Punkt einstellen, nach dem alles einfach und schön wird. Ich hoffe, der kommt bald. Ansonsten werde ich das Internet nach chemischen Substanzen durchforsten, die mir diesen Scheiß-Punkt einfach vorher schon geben. Am Besten gleich nach dem Aufstehen, wenn ich dann unter der Woche 6 Uhr draußen in der Kälte stehe und mich frage, wieso in der Welt ich das überhaupt mache.

Gut, ich hatte heute keinen guten, weil zu hastigen Start in meine Lauf-Karriere, aber ich habe fest vor, das durchzuziehen... Immerhin möchte ich in 10 Jahren nicht aussehen, wie eine hautfarbene Qualle... Außerdem hab ich gelesen, dass man Dinge ca 100 Mal wiederholen soll, biss sie Gewohnheit bzw. Alltag werden. 

Nun denn, auf gutes Gelingen!

15.07.2011 um 13:39 Uhr

Moderne Kunst....

von: Micali

Gestern war ich zu einer Ausstellung für zeitgenössische Kunst....War ganz schön geschafft hinterher. Die "Auseinandersetzung" mit moderner Kunst kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Vor allem wenn man den Skulpturen zuhören muss, wie sie mit einem sprechen... aber erst, wenn man richtig nah rangeht (ein Zitat der Führungsperson...) Weiterhin eine Installation von aufgeblasenen blauen Mülltüten in Verbindung mit einer Baumarktlichterkette... Was hat sich die Künstlerin wohl dabei gedacht?
Manchmal echt viel zu abgefahren. Mir haben auf dem Gelände, welches ich durchwanderte, nur wenige Arbeiten gefallen. Ein paar der Bilder, die ich sah, würde ich mir sogar in die Wohnung hängen. Aber das waren wirklich die wenigsten.
Highlight waren aneinandergeschraubte Waschbecken.... ein Höhepunkt moderner Kunst... Manchmal muss man sich fragen: Haben die wirklich noch alle Tassen im Schrank?!!? Und Frage Nr. 2: Wieso bezahlen Menschen Eintritt, um aneinandergeschraubten Müll zu bewundern? (Sollte mich also selbst fragen....)
Da kann ich auch bei uns im Hof mal Eintritt verlangen! ;)  Ich kann ja das als moderne Kunst bewerben.... "die Auseinandersetzung von Metall und Vergänglichkeit im Kontrast zum ländlichen Raum!..." Müsste eben noch ein wenig Altmetall vom Schrotthandel klauen und dann schraube ich das wild aneinander und machen ein Ausstellungsschild dran. Das abgebrannte Auto von nebenan könnte ich auch noch als Exponat verwerten.... die "Endlichkeit der Motorisierung"...... es gibt sicherlich Leute, die kaufen das auch noch :)

Wenn es also mit der Diplomarbeit (die ich jetzt offiziell anmelden darf) nichts wird, werd ich einfach Künstlerin!

23.05.2011 um 10:38 Uhr

Einfach nur absolut peinlich!!!!!

von: Micali

Kurzer Halt beim Bäcker, Frühstück auf die Hand. Ich wünschte mir ein Schokobrötchen (Milchteig mit Schokostücken drin), welches mir J auch mitbrachte... Genüssliches Essen im Auto. Unterhaltung. Lachen. Das Ziel erreicht, ich steige aus dem Wagen und mein Blick fällt auf die Sitzfläche... Ein Fleck. Ich ahne Schlimmes. Direkt auf die Toilette gerannt... Ich hab nen Schokofleck am Hintern. Super. Mein erster Gedanke: Zum Glück hast du heute Morgen nicht die weiße Jeans angezogen. Mein zweiter Gedanke: Ich hab ja auch noch ne Strickjacke mit, die ich umbinden kann, falls der Fleck nicht raus geht und ich die Öffentlichen nutzen muss, um nach Hause zu kommen. Mein dritter Gedanke: Wie verdammt, bekomm ich das raus?

Wasser und dann rubbeln. Super. Da sitze ich also ohne Hose in so einer komischen Kabine auf der Uni-Toilette und rubble den Schokofleck aus meinem Jeans-Hinterteil. Ein armseliges Bildnis meiner selbst. Aber wohl auch ein lustiges. Für andere Personen zumindest.

Jetzt hoffe ich inständig, dass man es nicht mehr sieht. Den Spiegeltest haben meine Jeans (mit mir drin) bestanden... Allerdings sehe ich auch nicht besonders gut auf eine gewisse Entfernung.... Aber bisher hab ich noch kein Gelächter gehört, wenn hinter mir jemand lief. Wollen wir hoffen, dass es auch so bleibt. Bis 19 Uhr muss ich noch durchhalten, dann holt mich J wieder ab.

Hat natürlich auch was Gutes so ein Fleck: Ich werde einfach viel effektiver arbeiten, denn ich traue mich nicht aufzustehen.

16.05.2011 um 17:29 Uhr

persönliche Gedanken

von: Micali

Was mir gerade in den Sinn kommt:
Es ist schon erstaunlich, wie sich das "Glücklichsein" vom Beginn einer Beziehung hin zu einem anderen Glücklichsein mit der fortschreitenden Zeit in einer Beziehung ändert.
Es wird von Tag zu Tag irgendwie "sicherer" und schöner und auch ein wenig alltäglicher. Das "Glücklichsein" bekommt - so finde ich - eine andere Qualität und erhebt sich auf eine andere Ebene.
Es ist nicht schlimmer, langweiliger oder so. Es ist anders und anders schön.
Ich für mich bevorzuge die zweite Variante des "Glücklichseins". Ich mag das geborgene, sicherer und schöne Glücksgefühl, wenn ich dran denke, mit meinem Partner Seite an Seite zu gehen.
Wie ist das bei euch?
Bei jedem Mensch ist die Empfindung und Wahrnehmung komplett anders, und dennoch ähnelt es sich so sehr. 
Schon verrückt...
 
Hauptsache man ist zufrieden... dann kann man schon von Glück sprechen!