Väter
Das Thema lässt mich noch nicht los - oder umgekehrt. Wie sollte es auch anders sein? Väter spielen in meinem Leben eine besondere Rolle, sei es durch Ab- oder Anwesenheit. Ich habe immer noch den kindlichen Blick auf meine Väter, den Wunsch nach Anerkennung, Respekt und Liebe. Und die Angst davor, nichts davon zu bekommen - so wie es war.
Und vor der Wut kommt die Traurigkeit.
Es kann ja nicht jeder, nachdem
er gezeugt hat,
als wortkarger Forscher
in der Wüste verschwinden.
Und wieder zurück sein aus heiterem Himmel,
gebräunt und gehärtet
und so viel zu erzählen.
Genau zu der Zeit, wo der Junge ein Mann wird,
genau die Gestalt
die die Tochter sich träumte.
Und die Mutter noch immer das errötende Mädchen,
so jung wie ein Apfel
und Tränen aus Milch.
Väter
Väter
Was immer sie treiben: Getriebene Täter.
Sobald sie beginnen zu bleiben: Verräter.
Es kann ja nicht jeder, nachdem er gezeut hat,
die Zelte verlassen,
die Erdumlaufbahn.
Doch es wäre vielleicht
nicht die schlechteste Lösung.

Vater sein, ist eine Aufgabe,
welche manchen Vater zur Aufgabe zwingt.
*
Vielleicht hatte die Sprachlosigkeit Deines Vaters auch mit der Angst vor den eigenen Unzulänglichkeiten zu tun. Vielleicht gehört er der Generation Mann an, die meinte es reicht die Familie zu ernähren -- Reden wäre überflüssig.
Gib dieser Sache nicht zuviel Raum, sondern freue Dich über die Dinge die in Deinem jetzigen Leben schön sind. Alles Gute für Dich