Immer in Bewegung bleiben
Ich gehe gerne durch die Strassenschluchten von Manhatten. Ich mag dieses unglaubliche Gewimmel, Gerenne, Gewuehle, den Gestank von Autoabgasen und Pisse, den Kontrast von Versace-Fummeln und ultra-coolen street-fits, die orientierungslosen Touristen, die verliebten Paare, die abgefuckten homeless/hopeless people, die verrueckten Eichhoernchen in den Parks und die Wuerdevollen.
Und alle anderen auch.
Manche reden mit sich selbst, manche quatschen jeden an, der vorbeikommt, manche stieren dich an, fixieren dich, taxieren, spielen, manche schauen starr zu Boden. Die meisten rennen, als sei der Leibhaftige hinter ihnen her (nicht wenige werden genau das annehmen), gehetzte Grosstadtmenschen, wenn es je welche gegeben hat.
Ich halte mein Tempo auch gerne relativ hoch, das gibt mir und anderen dann so das Gefuehl, dazu zu gehoeren, sich auszukennen, jedenfalls kein depperter Touri zu sein. Einerseits.
Andererseits bewahrt es einen auch davor, von jeder Agglomeration stadtplanschwingender Pensionaere assimiliert zu werden; wenn man geht, wie ein New Yorker, machen diese Leute einem ehrfurchtsvoll Platz, es oeffnet sich gleichsam ein Korridor, man kommt sich vor wie Neo bei seinem ersten Besuch in der Matrix nach seinem unplug.
Oder ich lasse mir extra Zeit, spaziere und geniesse die voellige Abgedrehtheit und Vielfalt der Architektur. Das meiste ist abgrundtief haesslich, aber manchmal kommt es vor, dass zwei staedtebauliche Todsuenden zusammen eine gewisse Wuerde ausstrahlen. Oder natuerlich gibt es Gebaeude, da schlackert man einfach mit den Ohren, die sind einfach toll.
Jedenfalls sollte man nicht stehenbleiben, auf gar keinen Fall, bloss nicht stehenbleiben! Sonst wird man umgerannt, ausgeraubt, zerstueckelt und als Hot-Dog verkauft...
(das war jetzt natuerlich ein Scherz!).
cuZooN.
