Die Abenteuer der Black Pearl und ihrer Crew(CJSC)

17.03.2007 um 20:43 Uhr

Black Pearl - Krankenstation

von: Irr

Offen erwiderte Sir Giles den Blick Captain Sparrow's. Nun war ihm auch klar was sein Gegenüber beschäftigte. Kein Wunder, der Tod des Sergeanten könnte das Todesurteil für die Crew der Black Pearl bedeuten. Und nicht nur für die Crew der Black Pearl, jedes an der Regatta teilnehmende Piratenschiff würde ihr Schicksal teilen. So wollten es die Regeln. Verstieß auch nur einer der Piraten, die an der Regatta teilnahmen, gegen die Regeln, bedeutete das Strafe für alle Piraten. Und auch wenn in diesem Fall kein Pirat den Sergeanten getötet hatte, Royal Navy und East India Trading Company würden freudig die Gelegenheit ergreifen und gegen die Piraten vorgehen.

Sir Giles brach den Augenkontakt und senkte den Blick auf die schlafende, junge Frau, die vor ihm lag. Auch sie würde dem Henker nicht entgehen. Genauso wenig wie die anderen Frauen hier an Bord. Und je länger er hier an Bord war, desto schneller schmolzen seine Vorurteile, die er definitiv hatte, dahin. Nichts war auf diesem Schiff so, wie er es gedacht hatte. Und selbst hinter Captain Sparrow schien sich mehr zu verbergen, als er vermutet hatte. Noch war er sich nicht im klaren, konnte ihn nicht einschätzen, doch soviel konnte er sagen: Sparrow hatte Ehre im Leib. Vielleicht sogar mehr Ehre als so mancher Offizier den er kannte. Und ganz sicher mehr Ehre als Sergeant Nevins je besessen haben mochte. Sir Giles wurde übel wenn er an die Hinterlist, die reine Mordlust dachte, mit der der Sergeant sein Opfer hatte töten wollen. Nein, er hatte sie nicht einfach töten wollen. Nevins hatte sie quälen, sich an ihren Qualen ergötzen wollen. Dies war eines Offiziers seiner Majestät nicht würdig und wenn er ehrlich zu sich war, hatte Nevins genau das bekommen was er verdient hatte. Doch war er kein Richter, genau wie Leutnant Nemec kein Richter war. Und doch hatte der junge Mann sich das angemaßt, war sogar gleich als Henker aufgetreten. Auch das konnte er nicht gutheißen. Nevins mochte den Tod verdient haben, doch hätte ein rechtmäßig eingesetzter Richter darüber befinden müssen. Oder jemand der dem Rang eines Richters am nächsten kam, wie Commodore Norrington in diesem Falle. Aber Leutnant Nemec war noch jung und, wie es schien, sehr in die junge Frau verliebt, die Sergeant Nevins hatte töten wollen. Man hatte auch Sir Giles bereits Menschen genommen die er geliebt hatte. Und wer weiß, wenn er die Möglichkeit, die Gelegenheit gehabt hätte, sich an denjenigen zu rächen die für den Tod seiner Lieben verantwortlich gewesen waren, wie hätte er gehandelt? Hätte er nicht auch die Chance genutzt und seiner Wut, seinem Hass freien Lauf gelassen?

Jack beobachtete Lord Christopher ganz genau. Er bemerkte wie es in dem alten Mann arbeitete, doch was er dachte ließ sich an seinem Gesicht einfach nicht ablesen. Jack war versucht ihn zu beeinflussen, doch hielt er sich zurück. Diese Entscheidung mußte Sir Giles allein fällen, denn er mußte später mit ihr leben. Er konnte nur hoffen das der Lord es schaffte über seinen Schatten zu springen. Sekunden wurden zu Minuten und endlich sah Jack wie sich die Gestalt Sir Giles' straffte.

Er wußte nicht wieviel Zeit vergangen war, aber er hatte diese Zeit benötigt um zu einem Entschluß zu kommen. "Auch wenn ich nicht gutheißen kann das Leutnant Nemec das Gesetz in seine Hände genommen hat", Sir Giles wandte sich Captain Sparrow wieder zu, "so kann ich ihn doch verstehen. Wenn man versuchen würde mir den Menschen zu nehmen, den ich über alles liebe..." er verstummte und schien für einen kurzen Augenblick weit weg zu sein. "Ich gehe doch recht in der Annahme das Leutnant Nemec die junge Dame hier liebt?" Jack schloß gequält die Augen und so entging ihm das kurze Grinsen, das über das Gesicht des alten Herrn huschte. Ja, ich kann mir denken das dich das zur Weißglut bringen muß, mein Junge. Ein Rotrock und eine Piratin... Wenn ich es nicht selbst sehen würde, würde ich es auch nicht glauben.

Als Lord Christopher das Offensichtliche einfach so aussprach, drehte es Jack wieder einmal den Magen um. Noch immer hatte er große Schwierigkeiten damit ausgerechnet einen Rotrock an Irr's Seite zu sehen. Doch er riß sich zusammen. Jetzt gerade ging es um ihrer aller Leben und nicht darum ob er Leutnant Nemec mochte. "Ja, es scheint wohl so. Habt ihr eine Entscheidung getroffen?" "Das habe ich, Captain. Wenn ich auch Verständnis für Leutnant Nemec aufbringen kann, sein Verhalten war eines Offiziers unwürdig. Es kann nicht angehen das ein Angehöriger der Royal Navy das Gesetz in eigene Hände nimmt." Sir Giles stockte und Jack hatte das Gefühl, als würde ihm der Boden unter den Füßen fortgerissen. Es schien als hätte er Lord Christopher falsch eingeschätzt und er wappnete sich für alles weitere.

"Da ich es aber für höchst ungerecht halten würde, so viele für den Fehler eines einzelnen büßen zu lassen, werde ich vergessen was der junge Mann getan hat." Sir Giles sah Captain Sparrow fest in die Augen. Er wollte unbedingt sein Gesicht sehen, wenn er die Bombe platzen ließ. "Unter einer Voraussetzung..." Genüßlich sah er wie Sparrow zuerst aufatmete, nur um ihn dann mit hochgezogenen Brauen fragend anzusehen. "Leutnant Nemec wird seinen Dienst quittieren müssen", Jack zuckte mit den Schultern, Strafe mußte schließlich sein und damit konnte er gut leben. "Danach werdet ihr ihn in eure Crew aufnehmen und sein Temperament in Bahnen lenken, die für seine Umwelt keine Gefahr darstellen. Soweit ihm das als Pirat möglich sein wird." Mit Genugtuung sah Sir Giles wie die Farbe aus Sparrow's Gesicht wich. "Nur über meine Leiche," entfuhr es Jack und er sah Lord Christopher wild an. "Das ließe sich einrichten, Captain. Es liegt nun an euch. Meine Bedingungen kennt ihr." Sir Giles nickte dem wie paralysiert dastehenden Mann zu und zog sich an Commodores Norrington's Bett zurück.

11.03.2007 um 13:32 Uhr

Black Pearl - Krankenstation

von: Irr

Jack war kurz auf der Krankenstation gewesen, doch Irr hatte noch geschlafen. Mit Erleichterung hatte er bemerkt das Targon den Soldaten bereits hatte umquartieren lassen. Jetzt lagen nur noch der Commodore und Irr auf der Krankenstation. Während er an ihrem Bett kurz verharrte, trat Sir Giles neben ihn. Unbehaglich sah Jack den alten Herrn von der Seite her an. Wieviel hatte der Lord mitbekommen? Nachdem Targon ihm von Irr's Wutanfall berichtet hatte, dürfte Sir Giles der zwar alt, aber sicher nicht senil war, sich einiges zusammengereimt haben. Innerlich seufzte Jack auf. Diese ganze Geschichte wurde immer schwieriger, doch er hatte nicht vor sich dem Mann gegenüber, der nun neben ihn getreten war, anmerken zu lassen, wie verzweifelt er nach einer Lösung suchte.

"Lord Christopher", Jack lächelte ihn strahlend an. "Nocheinmal meine Entschuldigung für unser unterbrochenes Gespräch, aber es gab wichtige Neuigkeiten, die meiner sofortigen Aufmerksamkeit bedurften." Sir Giles sah den Captain der Black Pearl forschend an. Er hatte sehr wohl die Sorge in seinem Blick bemerkt, als er die schlafende, junge Frau beobachtet hatte. Und auch jetzt, trotz des Lächelns und der sorglosen Art spürte er die Anspannung unter der sein Gegenüber stand. Sicher verbarg er das sehr geschickt, doch er war nicht umsonst so alt geworden. Die zusätzlichen Jahre hatten ihn einiges über die menschliche Psyche gelehrt. Jahre, die er Captain Sparrow voraus hatte. Lord Christopher wußte nicht warum, aber er verspürte den Drang dem Mann an seiner Seite, etwas von dem Druck zu nehmen. "Es ist nicht nötig sich zu entschuldigen, Captain. Ihr versucht etwas, das ich so noch nie erlebt habe. Ein Schiff, noch dazu ein manövrierunfähiges Schiff, um Kap Hoorn zu schleppen. Ein feindliches Schiff, wohlgemerkt. Ihr riskiert euer eigenes Schiff um die Lady Victoria und ihre Mannschaft zu retten. Das verdient meinen Respekt und meine Hochachtung, auch wenn es mehr als genug Differenzen zwischen uns gibt." Für einen kurzen Moment sah man Jack sein Erstaunen an, dann jedoch hatte er sich wieder unter Kontrolle. "Ah, danke Sir Giles. Jeder andere hätte es 'verrückt' genannt." Für einen kurzen Moment schwiegen beide und sahen auf Irr hinunter, die sich jedoch noch immer nicht rührte. Targon's Spritze hielt sie noch immer im Reich der Träume gefangen.

Kurz spielte Jack mit dem Gedanken die Maske der Unbesorgtheit weiter aufzubehalten, doch das würde ihn nicht weiterbringen. Er mußte wissen wieviel Lord Christopher von Leutnant Nemec' Tat wußte und wie er dazu stand. Mit James würde er zu einem Ergebnis kommen, mit dem beide Seiten leben konnten. Doch wie würde sich Sir Giles verhalten? Wenn er wußte was der junge Engländer getan hatte, konnte nichts und niemand ihn davon abhalten es der Royal Navy zu berichten. Außer man würde ihn ausschalten, doch stand dies für Jack nicht zur Debatte. Schlagartig wurde sein Gesichtsausdruck ernst, jedes Lächeln war aus seinen Zügen verschwunden, als er sich wieder an Sir Giles wand. "Ihr wart die ganze Zeit auf der Krankenstation. Ihr müßtet gleichzeitig blind und taub sein, was ihr definitiv nicht seid, um nicht mitbekommen zu haben, was passiert ist. Ich muß wissen wie ihr zu dem Handeln Leutnant Nemec' steht, ehe ich entscheiden kann, was zu tun ist." Fest sah er Lord Christopher in die Augen. Nun lag es an dem alten Lord. Wie würde seine Antwort lauten? Jack wußte genau wieviel von den nächsten Sekunden abhing. Es ging nicht nur um Irr und Leutnant Nemec. Es ging um ihrer aller Überleben.

04.03.2007 um 17:10 Uhr

Black Pearl - Captain's Cabin

von: Irr

Nachdem sich die Tür hinter Vampy geschlossen hatte, stand Jack noch sekundenlang regungslos da. Sie war gerade erst zur Tür heraus, doch schon jetzt vermißte er ihre Nähe, ihre Ratschläge, auch wenn er sie das nicht unbedingt wissen ließ. Ihre Frage was er an Nemec' Stelle getan hätte, hatte ihn tief getroffen. Für einen Moment war er wirklich an Stelle des Leutnants gewesen, war seine Geliebte das Ziel von Nevins' hinterhältigem Anschlag gewesen. Und er konnte die Wut und Angst des jungen Mannes nur zu gut nachvollziehen. War es sein Fehler gewesen? Hatte er die Gefühle dieses Rotrocks für Irr doch unterschätzt? Anscheinend ja, denn nie hätte er diese Reaktion vorausgesehen. Wäre Irr für ihn nur Mittel zum Zweck gewesen, ein Nervenkitzel vielleicht, wie Jack angenommen hatte, wäre Nevins jetzt sicher noch am Leben. Aber der Sergeant war tot und wenn ihm nicht etwas geniales einfiel, folgten sie alle ihm bald nach und dazu hatte Jack nun überhaupt keine Lust.

Hin und her führte ihn sein Weg, der Becher in seiner Hand leerte sich und wurde wieder nachgefüllt, doch noch immer kam ihm keine Idee. Immer wieder wanderten seine Gedanken zu Irr. Stunden waren mittlerweile vergangen und noch immer schien es keine Änderungen an ihrem Zustand zu geben. Sonst hätte man ihn bereits informiert. Jack fluchte leise als aus der Flasche, aus der er nachschenken wollte, nur noch ein Tropfen floß. Wie kam es nur das seine Flaschen immer leer waren? Ein Klopfen an seiner Tür ließ ihn herumfahren, was ein leichtes Schwanken mit sich führte. "Herein." Die Tür öffnete sich und Targon kam herein. Jack's Hand verkrampfte sich um die Flasche, die er noch immer hielt und versuchte im Blick seiner Bordärztin zu lesen. Was er dort las ließ ihn Hoffnung schöpfen. Ihre Augen lachten und mit ihren nächsten Worten fiel eine große Sorge von ihm ab. "Sie war kurz wach, Jack. Es geht ihr sicher noch nicht gut und es wird einige Zeit dauern bis sie wieder die Alte ist, doch sie wird es schaffen. Da bin ich mir ziemlich sicher." Erleichtert schloß Jack Targon in seine Arme und drückte sie fest an sich. "Wenigstens eine gute Nachricht heute", Jack löste sich von Targon und wies auf einen Stuhl. Aber Targon schüttelte den Kopf. "Ich muß gleich wieder zurück auf die Krankenstation. Irr war ziemlich verwirrt und wenn sie wieder aufwacht, hat sie sicher einige Fragen. Ich habe versprochen da zu sein." "Gehe ich recht in der Annahme das Leutnant Nemec sich in der Krankenstation befindet?" Jack konnte einen gewissen Groll in seiner Stimme nicht verbergen, wie Targon bemerkte. Sie nickte. "Ja, er hat die ganze Zeit an ihrem Bett verbracht." "Wohl kaum die ganze Zeit, wenn es stimmt was Vampy mir berichtet hat." Was sollte sie darauf erwidern? "Nein, da hast du natürlich recht, ich..." Jack winkte ab. "Wer hat mitbekommen was Nemec angestellt hat?" Targon überlegte kurz. "Nun, Sir Giles war hier bei dir. Der Commodore und der Soldat mit dem gebrochenen Bein haben geschlafen." Sie zuckte unbehaglich mit den Schultern. "Der Commodore dürfte nichts mitbekommen haben, aber der Soldat, ich weiß nicht genau. Er schien zu schlafen, aber sicher bin ich mir da nicht." Jack überlegte kurz. "Ist der Soldat transportfähig?" Targon nickte. "Ja, seín Bein heilt recht gut und er könnte schon transportiert werden, warum?" "Laß ihn in eine der leerstehenden Kajüten verlegen. Dort kann er genauso gut versorgt werden und es wäre einer weniger, der mitbekommen kann, was dieser verdammte Idiot angestellt hat." Targon stimmte ihm zu. "Aber was ist mit dem Commodore? Und dem alten Quälgeist? Ich meine natürlich Lord Christopher, entschuldige." Jack lachte kurz auf. Er wußte wie sehr Sir Giles Targon auf die Nerven fallen mußte. "Ganz ehrlich, Targon?" Jack machte eine Pause. "Ich weiß es noch nicht. Aber ich werde ganz sicher eine Lösung finden. Ich muß einfach!" Damit entließ er Targon, die sofort zurück zur Krankenstation eilte und dafür sorgte, dass der verletzte Soldat verlegt wurde.

03.03.2007 um 16:46 Uhr

Black Pearl - Captain's Cabin

von: Irr

Vampy wußte das sie ein, eventuell, wichtiges Gespräch zwischen Jack und Lord Christopher unterbrach. Aber Targon hatte recht wenn sie sagte, dass Jack sofort über die Dummheit Leutnant Nemec' informiert werden mußte. Also hatte sie angeklopft, war hereingebeten worden und hatte um ein Gespräch unter vier Augen gebeten. Sie hatte Jack's Gefühle augenblicklich gespürt. Erleichterung über die Unterbrechung, aber auch eine gewisse Ungehaltenheit. Da er aber genau wußte das Vampy seine Unterredung nicht gestört hätte, wäre es nicht sehr wichtig, hatte er sich bei Sir Giles entschuldigt und ihn gebeten, zurück auf die Krankenstation zu gehen. Zaudernd, zögernd nur, war der alte Mann gegangen und danach hatte Jack sich ihr direkt zugewandt.

"Irr? Ist sie..." Vampy sah den plötzlichen Schmerz in seinen Augen und beeilte sich ihn zu beruhigen. "Nein, nein, Irr geht es gut. Jedenfalls nicht schlechter als vorher. Es geht um Leutnant Nemec." Sie machte eine Pause, wußte nicht wie sie die unheimliche Dummheit des jungen Engländers weitergeben sollte.

Jack sah seine Rumdrossel forschend an. Die Erleichterung das es Irr nicht schlechter ging, wich fast sofort der Ahnung das das was er gleich hören würde, ihm ganz und gar nicht gefallen würde. Also beschloß er, ganz gegen seine Gewohnheit, dem Unausweichlichen noch ein wenig auszuweichen. "Ich habe das Gefühl das ein Becher Rum jetzt genau das Richtige wäre. Du auch?" Ohne ihre Antwort abzuwarten ging Jack zu einem Schrank, öffnete ihn, nahm eine Flasche und zwei Becher hinaus und ging zurück zum Tisch. Er goß zuerst Vampy, die sich mittlerweile gesetzt hatte, ein und danach sich. Beide nahmen einen tiefen Schluck und erst danach sah Jack Vampy an. "Nun, was hat der Rotrock angestellt?" "Es wird dir ganz und gar nicht gefallen, Jack." Nach dieser unheilvollen Eröffnung gab sie ihm einen vollen Bericht über Leutnant Nemec' Tat. Sie ließ nichts aus und als sie endete sah sie das ihr Geliebter die Augen geschlossen hatte. Äußerlich deutete nichts daraufhin wie er die Tat aufnahm. Doch sie war nicht umsonst eine Vampyre. Ihre Sinne spürten genau wie aufgewühlt, wie zornig ihr Gefährte war. Sie zuckte zusammen als er ruckartig aufstand, seinen Stuhl dabei umwarf und ihr den Rücken zudrehte. Noch immer hatte er kein Wort gesagt, doch sie sah das sich seine Schultern versteift hatten und das sein Atem schwer ging.

Langsam stand sie auf und trat hinter ihn. Sanft legte sie ihre Arme um ihn und lehnte sich leicht an seinen angespannten Körper. Versuchte, ihn durch ihre Nähe zu beruhigen. "Du weißt was sie sagen werden. Sie werden versuchen uns für Nevins Tod verantwortlich zu machen, so dass sie endlich gegen uns vorgehen können. Dieser verdammte Narr hat uns durch sein Handeln so gut wie dem Henker überantwortet." Sie hörte die Bitterkeit in Jack's Stimme und konnte nur zu gut verstehen wie er sich fühlen mußte. Die Regeln der Regatta waren in diesem Fall nur zu klar: kein Teilnehmer der Regatta hatte etwas zu befürchten. Keine Strafverfolgung oder andere Repressalien. Es sei denn ihm waren Übergriffe gegen andere Regattateilnehmer oder die Zivilbevölkerung der verschiedenen Häfen, die sie anliefen, nachzuweisen. Jetzt war genau das passiert, ein Sergeant der Royal Navy war tot. Getötet zwar von seinesgleichen, doch das würde niemanden interessieren. Man würde die Gelegenheit freudig ergreifen und gegen die Piraten vorgehen. Und Schuld daran war der Mann, wegen dem Irr ihn belogen und betrogen hatte. Den er auf der Insel nur verschont hatte, weil Vampy eingegriffen hatte.

"Es war dumm und unüberlegt, da stimme ich dir zu. Doch ich glaube er wußte einfach nicht was er da tat. Die Angst um Irr hat ihn dazugetrieben." Vampy wußte eigentlich nicht warum sie den jungen Leutnant verteidigte, war sie doch genau so zornig wie Jack über sein Verhalten. Jack drehte sich um, ohne sich aus ihren Armen zu lösen. Er nahm ihr Gesicht in beide Hände und sah sie eindringlich an. "Angst oder nicht, er hätte an die Konsequenzen seines Handelns denken müssen." "Hättest du an die Konsequenzen gedacht wenn es um mich gegangen wäre? Wenn ich an Irr's Stelle gewesen wäre, hättest du dich anders verhalten?" Schon hatte Jack seinen Mund geöffnet um ihr zu antworten, doch dann schloß er ihn wieder. Nocheinmal setzte er an, doch wieder fehlten ihm die richtigen Worte. Er schloß sie fest in seine Arme, zog sie so nah wie möglich an sich. Leise nur waren seine Worte, so leise, das Vampy sie kaum hören konnte, doch ließen sie einen Schauer über ihren Rücken laufen.

"Wäre ich an Nemec' Stelle gewesen, wäre es für diesen Bastard nicht so leicht gewesen. Ich hätte ihm seine Haut Stück für Stück vom Körper geschält und das rohe Fleisch darunter mit Salz eingerieben. Danach hätte ich ihm seine Finger, einen nach dem anderen, abgeschnitten. Die Finger mit denen er das Gift in den Rum geschüttet hat. Ich hätte ihn um den Tod betteln lassen." Er verstummte und eine zeitlang standen sie so da. Hielten sich und gaben sich gegenseitig Halt. Doch dann löste sich Jack von Vampy. "Aber es geht hier nicht um mich. Es geht nun darum zu verhindern, dass die Dummheit dieses Welpen uns alle an den Galgen bringt. Laß mich nachdenken und gib mir Nachricht wenn sich Irr's Zustand ändert." Vampy nickte und verließ Jack's Kajüte.

24.02.2007 um 19:05 Uhr

Black Pearl - Krankenstation

von: Irr

Die Blicke  beider Frauen gingen unwillkürlich zur Tür und als Irr Corin erkannte, richtete sich ihre ganze Wut augenblicklich auf ihn. Sie hörte auf gegen Targon's Griff zu kämpfen und ihre Augen schossen Blitze. "Du", Irr's Stimme zitterte gleichzeitig vor Wut und Erleichterung ihn zu sehen. "Du verdammter Idiot. Wie konntest du das tun? Bist du völlig verrückt geworden?"

Corin wurde von Irr's Ausbruch völlig überrascht. Er warf einen schnellen Blick auf Lord Christopher, der ihn ebenfalls mißbilligend ansah und trat dann zu Irr und Targon. "Wie ich sehe geht es dir besser, wenn du mich schon wieder beschimpfen kannst. Darf ich fragen warum ich ein Idiot bin?" Er sah Targon fragend an, die nur mit den Schultern zuckte. "Dein höfliches Getue kannst du dir schenken. Oder nein, vielleicht kannst du den Henker damit einwickeln wenn er dir die Schlinge um den Hals legt. Denn genau das wird dir passieren. Sag mir, hast du Nevins wirklich umgebracht?" Irr war außer sich vor Wut und Angst. Corin merkte das sie kurz davor war die Kontrolle über sich zu verlieren und versuchte sie zu beruhigen. "Du brauchst vor Nevins keine Angst mehr zu haben. Er wird nie wieder die Möglichkeit haben dir wehzutun." Irr dachte sich verhört zu haben. "Du glaubst wirklich ich hätte Angst vor Nevins?" Fassungslos sah Irr Corin an. Das konnte doch nicht wahr sein. Glaubte er wirklich sie hätte Angst vor diesem Mistkerl? Sah er nicht das sie Angst um ihn hatte? Sie ballte die Fäuste, die sie am liebsten in sein hübsches Gesicht geschmettert hätte. Vielleicht würde ihm das beim Nachdenken helfen. Targon, die merkte was in Irr vorging, legte ihr eine Hand auf die Schulter. "Irr beruhige dich. Wenn du dich weiter so aufregst stelle ich dich ruhig und das ist keine leere Drohung, hörst du?" Wie aus weiter Ferne hörte Irr die Worte der Freundin, während sie verzweifelt nach einem Ausweg suchte.

"Ich habe keine Angst vor Nevins, die habe ich nie gehabt. Aber du machst mir Angst, Corin. Wieso hast du ihn umgebracht, verdammt? Du hättest ihn Jack übergeben sollen. Oder dem Commodore. Jetzt werden sie dich für diesen Mord büßen lassen. Und es wird sie kein bißchen interessieren, dass du mich beschützen wolltest. Ich bin für die Royal Navy ein Nichts, aber Nevins war ein Sergeant der Royal Navy. Du hast einen von Ihnen getötet und dafür werden sie dich hängen lassen." Irr kämpfte nicht mehr gegen Targon oder versuchte aufzustehen. Tränen liefen über ihr Gesicht und als Corin sie in den Arm nehmen wollte, stieß sie ihn heftig zurück. "Faß mich nicht an. Wie konntest du nur so dumm sein? Du sagst du liebst mich? Warum gehst du dann hin und läßt dich bei der erstbesten Gelegenheit umbringen? Denn genau das wird dir passieren. Was erwartest du von mir, soll ich unten am Galgen stehen und stolz darauf sein das du es getan hast um mich zu beschützen? Fahr zur Hölle, ich will dich nicht mehr sehen, hörst du? Verschwinde einfach." Irr fühlte einen Einstich an ihrem Arm und bemerkte eine Spritze, die Targon ihr gerade verabreichte. "Ich hab dich gewarnt Irr. Du bringst dich noch selber um wenn du dich so aufregst. Also wirst du wieder etwas schlafen." Irr wollte ihren Arm wegziehen, doch sie bemerkte bereits die Wirkung des Medikaments. Alles um sie herum versank in Dunkelheit und sie fiel zurück in ihre Kissen.

Corin war von Irr's Ausbruch wie vor den Kopf geschlagen. Verstand sie denn nicht warum er Nevins getötet hatte? Das die Angst sie zu verlieren ihn dazu getrieben hatte? Er hatte nicht an die Konsequenzen gedacht, weil sie ihm egal gewesen waren. Außer sich vor Angst sie zu verlieren war er gewesen und nun schien es als würde genau das passieren. "Sie meint es nicht so. Es war der Schock und die Angst was mit euch passieren wird, die Irr so sprechen ließ." Corin sah Targon an.  "Sie hat nicht verstanden warum ich es getan habe." "Doch das hat sie. Ihr seid derjenige der nicht versteht. Durch das was ihr getan habt, habt ihr euch in unnötige Gefahr gebracht. Versteht ihr denn nicht, Irr liebt euch und nun hat sie Angst, dass der Henker ihr diese Liebe wieder nehmen wird. Und das nur durch euer unüberlegtes Handeln. Das macht sie wütend. Laßt sie schlafen. Sie braucht Ruhe um sich zu erholen. Und ich denke ein wenig Ruhe wird uns allen gut tun. Ihr solltet auch schlafen gehen. Morgen sehen wir weiter." Targon drängte den jungen Leutnant zur Tür hinaus, schloß sie und lehnte sich dagegen. Was für eine verfahrene Situation, dachte sie nur.