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31.12.2010 um 09:47 Uhr

Eine Erinnerung

von: aenne

Ich wollte ja noch ein paar Worte zum "Weihnachtsschwitzen" sagen. Jedes Jahr findet in der Sauna meines Vertrauens am Heilig Abend-Vormittag das Weihnachtsschwitzen für geladene Gäste statt. Ich war zum zweiten Mal mit dabei und ich hatte mich über diese Einladung sehr gefreut, weil auch eine r schöne, persönliche Erinnerung damit verbunden ist. 2007 habe ich nach mehren Wochen B. an diesem Vormittag wieder gesehen. Es war sowieso ein Heilig Abend der Emotionen, von allem etwas dabei. An diesem Morgen kam ich von der Goldenen Hochzeit meiner Ex-Schwiegereltern zurück. Die Kinder sind geblieben, weil sie mit ihrem Papa den Heilig Abend verbrachten. Ich war vollkommen aufgedreht, da konnte mir die Tatsache, dass mein Ex mit seiner neuen Freundin zur  Feier auftauchte, auch nichts mehr anhaben, denn bald, würde er, mein Liebster bei mir sein. Auch das Schneeschippen ging mir locker von der Hand. (Ja, auch 2007 hatten wir weiße Weihnachten, jedenfalls in Nordthüringen.) Ich glaube, Freude, Glück und seelischer Schmerz lagen wohl nie mehr näher beieinander, als an diesem 24. Dezember. Eine wundervolle Stunde mit D., um dann doch wieder allein zu sein. Mir zerriss fast das Herz. Und mit der Achterbahn der Gefühle ging es weiter, denn wenig später traf ich auf B., zufällig oder wissend? Ich weiß es nicht mehr. Die Gefühle kochten hoch, genau wie der Wunsch, ihm noch einmal sehr nahe zu sein. Nach dem Weihnachtsschwitzen kam somit unsere Bescherung. Damals hatte er noch seine kleine gemütliche Wohnung. Ich wäre so gern geblieben, den ganzen Heiligen Abend, die ganze Nacht in seinem Bett. Ich war so hin und hergerissen, mein Herz spielte verrückt und vielleicht lag es an der Sentimentalität dieses Tages, dass ich mit zwei Männern schlief. Ich bereue keine Minute, denn ich liebte beide, nur jeden anders. Das wurde mir damals klar. Nur fragte ich mich auch, was bin ich bloß für eine Frau? Und am Abend dann Sturzbäche von Tränen. Der Film "Tatsächlich Liebe" und die Ereignisse des Tages mir dabei zu weinen, zu weinen, zu weinen. Und dann noch die Tränen meiner Tochter am Telefon. Ich hatte auf einmal solche Wut auf meinen Ex, ich war fassungslos und sehr betroffen. Sie saß allein in seiner Wohnung, allein am Heilig Abend. Ich wollte sie holen, aber da hatte sie auch ihren Stolz. Sie wollte mit ihrem Papa nicht in Kirche, weil die neue Freundin ihres Vaters mit dabei sein würde und ihr super tolles, verzogenes Kind. Und trotzdem war es ihm wichtiger mit seiner Freundin zu gehen, als mit seinen beiden Kindern diese Zeit zu verbringen.

Es gibt Verletzungen, die fügen wir uns selbst zu, durch unsere Neugier aufs Leben, unsere Unentschlossenheit und Inkonzequenz bei Entscheidungen. Und dennoch können wir gut damit leben, weil wir es ja selbst in der Hand haben und es die Zeit bringen wird, wann wir unsere Entscheidung gegen die Selbstzerstörung treffen. Es sind die Erfahrungen und Erkenntnisse daraus, die wir auf unserem weiteren Lebensweg mitnehmen und für die wir auch irgendwann dankbar sind. Aber dann gibt es Verletzungen, Demütigungen, die uns andere zufügen. Sie haben kein Recht dazu und tun es trotzdem - ungefragt, unsere Gefühle mißachtend. Und diese Verletzungen graben sich in unser Innerstes ein und hinterlassen die unterschiedlichsten Spuren - oberfächliche, tiefe, schmerzende, klaffende......Die Seele ist verwundet und die damit verknüpfte Erfahrung prägt unseren weiteren Lebensweg. Und trotzdem tun wir gut daran, wenn wir uns aufmachen können, um zu verarbeiten, damit keine Schäden zurück bleiben.

Meinen letzten Eintrag in diesem Jahr beende ich mit Nachdenklichkeit. Und ich wünsche mir selbst, dass ich diese Nachdenklichkeit, die mich doch immer wieder voran gebracht hat, wenn auch manchmal nur in Kaffeebohnenschritten und manchmal auch erst mit Rückschritten, mir auch im neuen Jahr bewahren kann.

Ich wünsche euch allen einen schönen Jahreswechsel, ob nun mit lautem Krachen oder ruhigen Klängen. Kommt gut rein! <3

Tschüß bis nächstes Jahr. Eure Aenne. 

31.12.2010 um 01:21 Uhr

Der letzte Tag des Jahres

von: aenne

....ist angebrochen. Zeit für einen Rückblick, nur dafür bin ich jetzt zu müde. Am Abend war ich bei einer Freundin, wir haben Wein getrunken und Glückskekse gefuttert. Die beigepackten Weisheiten haben uns recht amüsiert, denn wenn sie wahr werden, dann passiert bei mir folgendes: "Harmonie und Ausgleich erwarten Sie.", "Prima, Sie haben ein offenes Ohr für Neues." und "Ein fröhliches Wiedersehen mit alten Freunden." Nach dem Motto "Laß die Glückskekse sprechen!", gehe ich beseelt ins neue Jahr. Was für Zeichen, was für Aussichten! Jubel, Jubel, ich freu mich drauf. :)  

Vor einigen Tagen ist ein neuer Mann in mein Leben getreten. Gestern kam er zum zweiten Mal in mein Haus. Seit dem funktioniert meine WC-Spülung wieder perfekt. Wie schön einen Handwerker mit dem Fachgebiet Klempnerei zu kennen! Und das Beste kommt noch: er ist sympathisch (gleich in den ersten Sekunden registriert), er ist zuverlässig (hat sich gemeldet, wie versprochen), er ist Single (laut Vermittlungsangaben meines lieben Freundes A.) und in meinem Alter (Naja, ein paar Jährchen jünger, aber das macht doch einer modernen Frau nichts aus und mir auch nicht!). Nun muß ich nur sehen, wie ich die Verbindung halte. Er meinte jedenfalls beim Gehen:"...und wenn wieder mal was kaputt ist, einfach bescheid geben." Hach, was für ein gutes Gefühl! 

29.12.2010 um 22:04 Uhr

Kurzes Innehalten

von: aenne

Eben habe ich gerade eine ganze Milka-Tafel aufgefuttert. Ich hatte so einen Heißhunger auf was Süßes! Jetzt ärgere ich mich über die viel zu vielen Kalorien und dass ich mal wieder schwach wurde, beim Anblick unserer Vorräte an Leckerein. *ärger, ärger*

Und was macht mich heute froh? Dass meine Tochter über ihren ersten Laptop glücklich ist. Schon lange Zeit hat sie darauf gespart und heute zugeschlagen. *freu, freu*

Was gefällt mir? Manchmal stehen in den Büchern die ich lese, kleine Sprüche oder Weisheiten, die ich besonders schön finde. So las ich heute diesen Satz von William Gladstone:

"Außer der Liebe hat den Menschen nichts so sehr den Kopf vedreht wie das Nachdenken über Geld."

Und dann kamen mir folgende Gedanken. Möglicherweise gibt es drei Gruppen von Menschen. Die eine Gruppe sind die Menschen, die von der Liebe verzaubert wurden. Der anderen Gruppe ist das Geld am wichtigsten, diese Menschen sind vom Materiellen fasziniert. Und die dritte Menschengruppe, wurde weder vom Geld berührt, noch von der wahren Liebe. Diese Menschen haben noch keine, für ihr Leben bedeutsame und glücklich machende Erfahrung, gemacht. Fehlt diesen Menschen etwas? Oder sind gerade sie die Zufriedenen, weil sie Nichts vermissen? Weil weder die Sehnsucht nach Liebe, noch die Sehnsucht nach (mehr) Geld ihr Leben bestimmt? Welche Gruppe ist nun die glückliche? Gibt es überhaupt eine allgemeingültige Antwort darauf? Oder kann nur jeder für sich selbst eine Antwort definieren? Wollen wir überhaupt darauf eine Antwort? Möglicherweise nicht. Denn machmal wollen wir garnicht darüber nachdenken, denn alles soll so bleiben wie es ist, wohl sortiert, überschaubar und bequem.

Und was ist gerade mit mir, mal von meiner ungebremsten Lust auf schokoladige Glückshormone abgesehen? Ich glaube, ich will jetzt erstmal Ruhe und diese Besinnung, die schon die Vorweihnachtszeit eingeleitet hat. Langsam kehre ich heim und fühle mich wohl mit mir selbst und meinem zu hause. Nur das Gefühl der Liebe möchte ich irgendwann wieder spüren, ganz intensiv.

26.12.2010 um 09:40 Uhr

:) (2)

von: aenne

Ich hab mich wieder gefangen und hoffe sehr, dass ich den Kleinen heute 15 Uhr bekomme, so wie es mit ihm eigentlich abgesprochen war und nicht erst 17 Uhr, wie er dann am Heilig Abend meinte, weil ich seiner Ansicht wieder mal nicht meinen Aufgaben als Mutter gerecht werde. Das ist doch der letzte Scheiß, was er da von sich gibt. Es war so verletzend. Heute möchte ich mit meinen Kindern zu meinen Eltern in Ostthüringen fahren, zweieinhalb Stunden Fahrt liegen vor uns. Nur bei dieser Wetter- und Straßenlage kann ganz schnell mehr daraus werden und wenn dann noch Dunkelheit dazu kommt.....Die gestrige Fahrt nach W. war schon recht anstrengend, obwohl die Straßen ganz gut geräumt waren. Aber es hat sich echt gelohnt. Meine Tochter hat sich irre gefreut über die Einladung zum Sushi-Essen, mit Vor- und Nachspeise ihrer Wahl, und ich habe mich an dem leckeren Weihnachtsmenü gelabt. Anschließend sind wir noch durch das minus acht Grad kalte Städtchen geschlendert. Zwei Straßenmusikanten haben russische Lieder gesungen - wunderschön anzuhören an diesem verschneiten Weihnachtstag, voller Melancholie und doch irgendwie beschwingt. Irgendwie mußte ich an Wodka denken, den ich überhaupt nie trinke. Vielleicht sollte ich mir mal was Hochprozentiges ins Haus holen, um den nächsten Schmerz, den er mir zufügt runterspülen zu können. Nein, so tief werde ich nicht sinken. Niemals! 

Am 24.12. ereilte mich eine spontane Einladung zum Weihnachtsessen von einem einsamen älteren Herren, erhalten beim Weihnachtsschwitzen in meiner "Haussauna". (Dazu später mehr!) Ich war total irritiert und wußte nicht so recht, ob ich zu- oder absagen sollte. Nun, nach ein paar Stündchen Bedenkzeit habe ich schließlich zugesagt. Vielleicht ist er ja ein netter Typ für meine einsame Kollegin. Das ist also heute meine Mission. Nur das Essen werde ICH genießen! 

25.12.2010 um 18:38 Uhr

:)

von: aenne

Mein Dessert hatte ich heute bereits zwischen Frühstück und Mittagessen. Als ich am Vormittag ins Badezimmer ging, lag es auf dem Wannenrand - mein Dessert, in Form einer kleinen Tüte von H&M, das andere Weihnachtsgeschenk von meiner Tochter. Bis zu unserem persönlichen Heilig Abend war mir nicht bekannt, dass es bei H&M auch Gesichtsmasken zum Auftragen, im vorliegenden Fall "Raspberry Smoothie", käuflich zu erwerben gibt. Also, habe ich gedacht, warum nicht heute die Haut mit einem fruchtigen Mix, welcher sich wie Quark anfühlte, glätten?! Oh, wie sich meine zarte Gesichtshaut mit Hilfe dieses Produktes spannte. Schön und jung würde ich danach aussehen! Ehrlich gesagt, war mir bei soviel Frucht etwas mulmig zumute. Nicht, dass sich eine allergische Reaktion zeigt. Aber dem war nach zehn Minuten Gesichtsdessert nicht so. Nochmal Glück gehabt. Sonst hätte ich ganz schön erschrocken geguckt und das mundige Essen wäre ins Wasser bzw. in den Schnee gefallen. Aber mal ganz ehrlich, bei dieser Wohfühlaktion ist mir bewußt geworden, wie viele unterschiedliche Produkte wir doch unserem Körper zumuten. Früher waren es nur Wasser und Seife. Und heute? Heute sind es bei mir u.a. das Entspannungsbad von DM, die Haarwäsche von Dr. Wolff (hi,hi für das Haar ab Vierzig), die Körperlotion von Douglas, das Haarspray von Wella, die Deocreme von Nivea, das Parfüm von Kenzo (mein persönlicher Favorit), die Gesichtscreme von Aok, das Make up von Jade und und und. Eine Unmenge an Irritationen für meine Haut, die ich immer wieder, tagtäglich überlebe. Und in Anbetracht dieser Stärke, sollte ich mich nun wirklich nicht so lullig haben, wenn die kleinen Boshaftigkeiten meines Ex-Mannes auf meine Seele wummern. Hach, mit diesen Irritationen werde ich dann auch noch fertig!

25.12.2010 um 10:30 Uhr

Weihnachtsmorgen (3)

von: aenne

Gerade habe ich mir den letzten Kinderpunsch warm gemacht (habe bis eben fleißig Schnee geschaufelt), steige gleich in ein Wohlfühlbad, mache mir eine Kerze an und lese mein Buch weiter, damit ich dann ganz bald "Brida" von Paulo Coelho anfangen kann (ein Weihnachtsgeschenk meiner Tochter). *freu* Ich bin schon so oft um dieses Buch geschlichen, hab es mir aber nie gekauft, weil ich noch zwei andere Bücher von Coelho ungelesen liegen habe. Denn in letzter Zeit tat ich mich schwer mit Lesen, war oft zu unkonzentriert, ruhelos und müde. Und dann, nach dem Bade, wecke ich meine Tochter und wir fahren nach Wernigerode, um uns in einem wunderschönen japanischen Restaurant mit Gaumenfreuden verwöhnen zu lassen. *nochmal freu*      

25.12.2010 um 07:48 Uhr

Weihnachtsmorgen (2)

von: aenne

Meine erste Empfindung des Tages habe ich aufgeschrieben. Und nun habe ich beschlossen, mich meiner deprimierten Stimmung nicht weiter hinzugeben. Ich mache es mir gemütlich. Kerzen tauchen alles in warmes Licht, Weihnachtslieder trällern von einer CD, der Kaffee dampft und ich erfreu mich an unserem knuffigen Weihnachtsbäumchen, geschmückt mit zwei niedlichen Bärenkindern, einer Mamamaus und kleinen roten Stoffstiefelchen. Ich spüre Liebe in mir, gut so, denn die Kälte will ich nicht zulassen. Langsam graut der Morgen und mit einwenig Glück wird die Sonne diesen Weihnachtstag verzaubern. Freude? Ja, bitte, heute ganz viel für mich.

25.12.2010 um 07:25 Uhr

Weihnachtsmorgen

von: aenne

 

Stürmisch

kalter Wind

weißer Schnee verweht

dunkel noch dieser Morgen

einsam.

24.12.2010 um 23:10 Uhr

:(

von: aenne

Wie verbittert muß ein Mensch sein, der nur mit wenigen Worten einen anderen Menschen an diesem besinnlichen Tag zum Weinen bringt? Gibt es wirklich Menschen, die ein Herz aus Stein haben und unrecht tun? Ich frage mich, was habe ich getan, dass DU so gemein, so unfair zu mir bist? DU, der vor Jahren ging, DU, den ich mal liebte und Vater meiner Kinder ist.

Eigentlich wollte ich andere Sätze, gute Sätze an diesem 24.Dezember schreiben, weil mich dieser Tag schon am Morgen an vergangene "Heilig Abende" erinnerte. Und nun, kann ich es nicht. Mein Denken ist wie gelähmt, ich bin fassungslos, voller Kummer.    

Trotz meiner eigenen Traurigkeit wünsche ich euch allen, auch wenn ihr nur Hin und Wieder mein Tagebuch verfolgt, eine friedliche, fröhliche und wundervolle Weihnachtszeit. 

23.12.2010 um 17:01 Uhr

Ein Bäumchen

von: aenne

Am Vormittag war ich in dem kleinen Kunstgewerbelädchen in unserem Ort. Eigentlich nur, weil ich schon seit Wochen eine neue Batterie für meine Armbanduhr brauchte. Und was soll ich sagen. Als ich so wartete und zwischen all den schönen Weihnachstsachen hin und her schlenderte, sah ich es, dieses kleine, niedliche Bäumchen. Künstlich, wofür ich mich noch nie erwärmen konnte, aber dieses war anders, einfach wunderschön. Nun steht sie, die kleine Kiefer in unserem Wohnzimmer und erinnert mich an Weinhnachten als ich Kind war. Wir hatten immer nur Kiefern! Andere Bäume  gab es nicht zu DDR-Zeiten und was das für Krücken von Bäumen waren, echt grausig. Einmal hat mein Papa zwei Bäume gekauft und einen daraus gemacht. Und die Befestigung im Ständer bedurfte ebenfalls immer wieder aufs Neue Erfindergeist. Und trotzdem wars schön. Wunderschön, denn an Weihnachten gab es immer etwas ganz Besonderes, etwas was schon lange aufbewahrt wurde oder was es sonst das ganze Jahr über nicht gab, wie z.B. Apfelsinen oder ein total vom Zoll durchlöchertes Westpaket. Jetzt kommen mir die Tränen, denn in mir regt sich die Sehnsucht nach echter Familie, nach wirklichen familiären Zusammensein.

Nach G. sind wir nicht gefahren. Wer weiß was mich erwartet hätte, wenn wir die Fahrt gewagt hätten. Dafür packe ich jetzt meinen Kleinen auf den Schlitten und wirb drehen noch ne Runde. Und wenn wir zurück sind, gibts Kinderpunsch, wir kochen zusammen was Nudeliges (Wunsch einer einzelnen Person) und danach wird es richtig kuschelig. Jetzt kann ich mich darauf freuen. Und ab morgen nehme ich mir vor, nicht traurig zu sein, sondern mit Vorfreude auf den Abend am 2. Weihnachtstag zu schauen.

23.12.2010 um 09:58 Uhr

Heilig Abend

von: aenne

Heute ist unser Heilig Abend. Heute können meine Kinder und ich den Abend zusammen verbringen, denn ab morgen ist der Kleine über die Weihnachtstage bei seinem Papa. Sophie hat er nicht eingeladen. Sie sagt, es würde sie nicht stören. Ich weiß aber, auch an ihr geht die Haltung ihres Vaters nicht spurlos vorbei. Mich belasten beiden Tatsachen schwer, nur muß ich das Beste daraus machen. Heute machen es wir uns richtig gemütlich. Wenn es das Wetter zuläßt, schlendern wir über einen Weihnachtsmarkt und am Abend, bei hellem Kerzenschein und Weihnachtsmelodien kommt der Weihnachtsengel angeflogen und bringt meinen beiden Schätzen die Geschenke. Ich hab es nicht mal geschafft, einen Weihnachtsbaum zu besorgen. Irgendwie macht mich das traurig. Nun, vielleicht klappt es heute noch.

22.12.2010 um 22:26 Uhr

Geschafft.

von: aenne

Ich bin von der kurzen Arbeitswoche geschafft. Ich bin vom Schnee geschafft. Ich bin von meiner Verantwortung als Mutter geschafft. Und ich bin von meinen Gefühlen geschafft - Entlieben ist Schwerstarbeit. Ich habe mich (endlich) auf den Weg gemacht D. und B. hinter mir zu lassen, nicht mehr umzukehren, sondern nach vorn zu sehen. Und ich spüre, es geht! Es tut mir gut, mich von ihnen emotional zu lösen. Langsam komme ich zur Ruhe, zu einer Ruhe, auf die ich mich freue und die ich auch genießen kann. Und der Lohn dafür? Die Antwort auf die Frage: "Liebte ich wirklich oder konnte ich aus Egoismus nicht loslassen?" -Ich liebte wirklich.- Ja, diese Frage kam jetzt in mir hoch, denn allzuleicht verschwimmen die Konturen, wenn Liebe nicht in der Form erwidert wird, wie wir selbst hoffen, wenn der Schmerz immer mitschwingt. Diese Erkenntnis hilft mir, die Erinnerung an einen Lebensabschnitt zu bewahren, der mich als Frau prägte. Denn für mich ist wunderbar, zu lieben.   

19.12.2010 um 09:32 Uhr

Dezembersonntag,

von: aenne

... das vierte Lichtlein brennt, kuschlig im Haus. Draußen Winterkälte und kräftiger Schneefall. Nach diesem Eintrag werde ich meinen z.Zt. besten Freund, den Schneeschieber an die Hand nehmen und los gehts - im Takt des Flockenwirbels wirbel ich schön eingemummelt mit. Nur so einfach ist dieses Unterfangen jetzt schon nicht mehr. Ich kann die Schaufel nur noch beladen und dann die weiße Pracht wegtragen, dahin, wo sie Platz findet. Mittlerweile sind kleine Berge aus Schnee entstanden, die nun zu gigantischen Bergketten zusammenfließen.  

Katerchen kommt gerade von seinem morgendlichen Spaziergang zurück und möchte rein. Er sieht zur Zeit ganz wuschelig aus, wie vom Schnee weich gespült. Am liebsten bleibt er jetzt im Haus und läßt sich von der Wärme und manchmal auch von uns streicheln. Im Sommer ist er lieber in seinem Revier unterwegs, streift durch die anderen Gärten und wer weiß noch was alles. Ich würde so gern mal wissen, wie ein Katertier-Katzen-Tag (inkl. Nacht) aussieht. 

Am Freitag war ich zur letzten Weihnachtsfeier im kleinen Kollegenkreis. Der Alkohol floß übig, die Tomatenbutter mit viel Knoblauch schmeckte mit dem frischen Brot köstlich und unsere Fröhlichkeit schien grenzenlos. Es war ein schöner Abend. Ich war um drei zu Hause, kroch völlig übermüdet ins Bett und freute mich auf Schlaf, einen sehr langen Schlaf. Nur hatte ich die Rechnung nicht mit meinem Kleinen gemacht. Er hatte nichts Besseres zu tun, als bereits um sechs Uhr morgens die Nachtruhe zu beenden. Warum nur schon so früh? Ich fühlte mich so elend. Ich frage mich, warum sind die kleinen Monster manchmal so grausam zu ihren Mamas? Ich konnte noch einwenig Zeit rausschlagen, aber immer wenn ich wieder eingeschlummert war, fragte ein süßes, herzerweichendes Stimmchen: "Mama, wann spielst du mit mir?" Irgendwann saß ich dann vorm Monopoly-Spiel, nur meine Freude am Kaufen von Straßen und Hotels wollte sich einfach nicht einstellen. 

16.12.2010 um 23:03 Uhr

Der "große" Schnee

von: aenne

... fällt immer noch. Mir graust vor morgen früh. Ich werde früher aufstehen, um mir meinen Weg durch den Schnee zu bahnen. Nachmittags, so gegen halb fünf gings hier los. Ich bin schon mit dem Schneeschieber rumgetobt, aber ganz ehrlich, als ich fertig war, hätte ich wieder von vorn anfangen können. Und hab das auch nochmal gemacht. Es ist zwar herrlicher Pulverschnee, nur wenn der Himmel jetzt bald seine Schleusen schließen würde, wäre wunderbar.     

16.12.2010 um 06:32 Uhr

Kurzer Eintrag 2

von: aenne

Unsere Zeit, sie scheint dahin zu eilen, im Alltagsgeschäft zu ertrinken. Manchmal entsteht sogar der Eindruck, als würde Lebenszeit verrinnen. Wäre es dann nicht gut, wenn wir feststellen würden, dass so viele Dinge schön sind, wenn wir nur genau hinschauen würden? Wenn wir mal innehalten und bewußt wahrnehmen würden, dass gerade unser Alltag unser Leben ist? 

15.12.2010 um 20:17 Uhr

Kurzer Eintrag

von: aenne

Es schneit. Der Schnee deckt alles zu. Und alles da draußen sieht so schön und unberührt aus. Es ist kalt. Und hier drinnen leuchten die Kerzen auf dem Tisch. Heute kam die erste Weihnachtskarte. Nur mir ist noch garnicht nach Weihnachten. Vielleicht kommt sie noch auf, die besinnliche Stimmung. Ich fühl mich gut, denn endlich fühle ich nicht mehr, dass er mir fehlt. Ich rappel mich auf. Ich fühle mich nicht mehr schwach. Es schneit und ich freu mich auf die kommende Zeit.    

13.12.2010 um 23:09 Uhr

Herz und Verstand

von: aenne

Der gestrige Sonntag war für mich wirklich ein "Sonnentag". Er hat mir Erleichterung am Vormittag und Seligkeit am Abend gebracht. Ich hüpfte mit eiskalten Füßen durch den Schnee, freute mich auf ein heißes Bad und trotzdem fühlte ich mich innerlich gewärmt. Ich kam gerade aus der Kirche vom Gospel-Benefizkonzert zurück. Es war so schön. Der Gesang hat mich fasziniert und klang auf dem Heimweg in mir nach. Es fing wieder zu schneien an und ich fühlte mich so leicht, getragen von dieser berührenden Musik und der noch unberührten Schneedecke. Und irgendwie passte dieses Ereignis zu meinem Vormittag. Schon seit Tagen war mir klar, ich muß mit Dirk endlich abschließen. Und ich hatte diesmal den Glauben an mich, das Loslassen endlich zu schaffen. Manchmal wissen wir genau um eine Entscheidung, nur hadern wir mit der Ausführung, weil wir für uns selbst spüren, die Zeit ist noch nicht reif, wir selbst sind noch nicht bereit. Und irgendwann gibt es dann einen Impuls, der uns den Schalter umlegen läßt. Manchmal ist das ein Erlebnis, ein Lied, ein Buch, eine Begegnung...... und wir fühlen genau in diesem Moment: Jetzt ist es richtig. Und ich hatte für mich dieses Gefühl, genau jetzt, an diesem Vormittag ihm zu mailen, nicht nur zu schreiben, nein, auch zu senden. Ich fühlte mich erleichtert, kein Trotz, keine Trauer, denn endlich war es nicht nur eine Entscheidung meines Verstandes, auch mein Herz war endlich bereit. Ich denke, erst wenn Herz und Kopf im Einklang sind, können wir eine Entscheidung treffen, zu der wir wirklich stehen. Und dann erschließt sich uns auch ihre Sinnhaftigkeit.

12.12.2010 um 08:27 Uhr

Eine Mail

von: aenne

Ich bin mit Gedanken an eine Mail aufgestanden, die ich noch nicht geschrieben habe. Die Worte klingen schon in meinem Kopf, nur war ich dazu noch nicht bereit. Heute Morgen habe ich zwar den Computer angemacht, aber nicht mit der Intention diese Mail zu schreiben. Ich dachte so, es wird einen Moment geben, in dem ich spüre, jetzt sollte ich IHM schreiben. Und was soll ich sagen, ich las eben Yaimms Eintrag und wußte, ich will jetzt auch diesen Schlußpunkt setzen. Er tat es letztlich schon vor langer Zeit. Und ich habe diese lange Zeit gebraucht, um zu akzeptieren, zu verstehen, zu verarbeiten. Ich habe verdrängt, dass er mich nicht so liebt, wie ich ihn. Oftmals habe ich gedacht, ich mache etwas falsch. Heute weiß ich, ich habe nichts falsch gemacht. Hätte er wie ich empfunden, wäre alles, wirklich alles richtig gewesen.     

11.12.2010 um 09:48 Uhr

Marienkäferchen im Schnee

von: aenne

Gestern Abend hatte ich Lust auf Schwitze-Sauna. Es war herrlich, auch wenn mein Körper nach dem Absolvieren des Tauchbeckens wie von Nadelstichen überzogen wurde. Und doch fühlte sich dieses Prickeln nicht nur schmerzhaft an, es war auch sehr wohltuend. Und so wohlig geeist und gewärmt genoß ich einige Minuten auf der schneeüberzogen Dachterasse meiner "Haussauna". Ich entdeckte einen kleinen Marienkäfer aus Holz in einem Blumenkübel. Irgendwer hat ihn da plaziert. "Danke", hab ich so gedacht, denn ich konnte meinen Blick garnicht loslassen. Das Marienkäferchen sah so schön aus - dieses Rot mit schwarzen Punkten im weißen Schnee. Ein Lächeln zauberte sich auf mein Gesicht und ich bemerkte seit langer Zeit wieder dieses Gefühl der inneren Ruhe. Ich fühlte mich in diesem Moment richtig gut. Ich glaube jetzt daran, es endlich schaffen zu können, die Nester des Kummers in meinem Kopf auszumisten.

08.12.2010 um 19:35 Uhr

Für mich selbst!

von: aenne

 

Dass Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Du kannst aber verhindern, dass sie Nester in deinem Haupt bauen. (Chinesische Weisheit)