Against the grain

02.01.2008 um 15:53 Uhr

Punk im Pott 2007

von: Jack_Sparrow   Stichwörter: Punk, im, Pott, Festival, 2007

Stimmung: solala
Musik: nischdz!

"Kann mir bitte mal einer erklären, warum wir 50 verschiedene Klopapiersorten brauchen? Mit Nocken, geriffelt, doppellagig, zum schiffen, zum scheißen oder einfach zum zerreißen."
- aus "Die Welt von Mitteleuropa aus" von den Wohlstandskindern

Haben die Wohlstandskinder eigentlich schonmal bei Punk im Pott gespielt? Wenn ja, ist das Lied sicher vorher entstanden. Wer einmal bei Punk im Pott war, wird sich NIE MEHR über zuviel Klopapier aufregen! Mir hätte - bescheiden wie ich bin - schon eine einzige Sorte gereicht. Die Klos! Also sooooooo zart beseitet bin ich ja nun wirklich nicht, aber das war schon jenseits von grenzwertig. Ich wurde gefragt, warum eigentlich immer alle Sex auf dem Frauenklo haben, wenn sie ihren Trieben nicht mehr widerstehen können. Die Frau hätte diese Frage nicht gestellt, wenn sie einen Blick ins Männerklo geworfen hätte. Wobei ich langsam den Eindruck habe, dass das wohl irgendwie dazugehört. Also versiffte Männerklos, nicht Sex auf der Frauentoilette.
Obwohl... *g*

Ansonsten: WAS FÜR EIN FEST! Ich kann mir zwar im Moment gerade nicht vorstellen, je wieder Bier trinken zu können, aber das ist wohl nach der Schande von Festivaltag Zwei eh besser so. Nach all den Jahren des Trainings und des Austestens von Grenzen musste ich mich einem 19-jährigen Mädel bei einem Wettsaufen geschlagen geben. Ich erinnere mich noch verschwommen an ihre Aussage "Mann, ich werd heute einfach nicht voll!" - dann gingen mir die Lichter aus. Das war mein Waterloo! Ich werde lernen müssen, damit zu leben. DAS sind Alkoholprobleme! Wenn irgendjemand eine Selbsthilfegruppe kennt, die sich mit sowas beschäftigt, bitte melden! Es ist dringend! Ich kann die Gespräche schon vor meinem geistigen Auge hören (ja, meine Augen haben Ohren!)
AA1: "Ich hab neulich Bierreste aus einem vollen Aschenbecher geleckt."
AA2: "Ich bin vor einer Woche nackt neben einem Mann aufgewacht und mein Hintern tat mir weh. Dabei bin ich hetero!"
AA3: "Ich hab wegen Alkohol mein Haus und meine Frau verloren."
Jack: "Ich wurde von einem 19-jährigen Mädel unter den Tisch gesoffen!"
AA1 bis AA3: "Oooooooh!"

Einer meiner persönlichen musikalischen Höhepunkte waren die Bottrops. Und das lag nicht (alleine *g*) daran, dass der liebe Hirsch von Montreal bei einem Terrorgruppe-Klassiker nackt die Bühne gestürmt hat (@Hirsch: Auch Männer dürfen sich unten herum rasieren. Ganz ehrlich! *g*). Hätte man mich vorher gefragt, ich hätte NIX gewusst, was mich nach so einem Tag (und der vorausgegangenen Nacht) um halb zwei Uhr morgens noch zum hüpfen und tanzen hätte motivieren können. Jetzt weiß ich es: Die Bottrops! Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, warum sich kurz vor dem Auftritt die Halle geleert hat und dann fast keine Sau mehr da war. Andererseits hat es mir vielleicht auch gerade deswegen so gut gefallen. Unterm Strich war das nämlich das einzige, was mich dieses Jahr bei Punk im Pott etwas gestört hat: Die Masse der Zuschauer. Das "Familiäre", das ich bei Punkkonzerten so mag (und das - zumindest ansatzweise - bei PiP 2006 auch vorhanden war), hat komplett gefehlt. Es war *richtig* voll. Nuja, nach den doch etwas mageren Besucherzahlen beim Ruhrpott Rodeo diesen Sommer sei es dem Veranstalter gegönnt.

Ansonsten spar ich mir die Aufzählung, welche Band mir wie gut gefallen hat. Ich nenn hier als meine absoluten Highlights mal noch "Supernichts" (die mich total geflasht haben!), Rasta Knast und Betontod (was aber beides keine Überraschung war). Es ist alles Geschmackssache und für richtig "klassische" Konzertblogs hab ich mich eh nie begeistern können.

Was noch? Ach ja. Die obligatorische "Du bist Zivilbulle!"-Anschuldigung, die in regelmäßigen Abständen immer wieder einen meiner Freunde (oder mich selber) trifft, durfte natürlich nicht fehlen. Es war schließlich Punk im Pott. Anscheinend genügen die Kriterien "Ü30" und "kein Iro", um eindeutig Mitarbeiter der Zivilbullerei zu identifizieren. Es ist auffällig, dass derartige Verdächtigungen fast immer von Kiddies kommen, denen es egal sein könnte, weil sie eh noch nicht strafmündig sind, aber hier jetzt trotzdem mal eine Ankündigung. Eine PROKLAMATION! EIN MANIFEST! Seht sie als erstes Gebot, wenn es um das Erkennen von Staatsdienern geht:
"Wer von einem 14-jährigen Babypunk mit 2,5 Promille als Zivilbulle erkannt wird, IST KEINER!"
Ansonsten wäre er/sie für den Job definitiv ungeeignet. Leuchtet doch ein, wenn man etwas darüber nachdenkt. Oder?

Eine Sache muss noch Erwähnung finden. Einige Medien fanden wohl, dass eine kleinere Auseinandersetzung einiger Besucher mit einem Feuerwehrauto und zwei Streifenwagen genügt, die Veranstaltung "Chaostage Oberhausen" zu nennen. Ich hab zwar nix davon mitbekommen, aber nachdem ich noch nie in Hannover war (die Cebit zähle ich hier aus nachvollziehbaren Gründen mal nicht mit *g*), darf ich mich nun zu meinen ganzen anderen Titeln auch noch "Chaostage-Veteran" nennen. Yay! Wenn das Festival nicht so schon ein voller Erfolg gewesen wäre, hätte es sich doch zumindest jetzt gelohnt! *gg*

Alla, ein großes Dankeschön an die Menschen, die Zeit geopfert haben, um sie mit mir zu verbringen und das Wochenende wieder zu etwas ganz Besonderem für mich gemacht haben.

Bis denne!
Jack!

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Sprüche:

"Du STINKST!"

(nach einem lauten RÜLPS auf unserer Hotelzimmerparty während eines Kassierer-Klassikers) "Wow. Das Lied hat gerade echt an Niveau gewonnen!"

"Muschibier"

"Pillermann, Fotze, Pillermann, Fotze, Pillermann, Fotze, ARSCH!"

Während der Superfreunde:
Gast: "Ihr seid scheiße!"
Sänger: "Natürlich! Warum sind wir wohl hier?"

"Ausziehen! Ausziehen!"
(Sänger von Superfreunde zieht sich aus)
"Anziehen! Anziehen!"

"Der Jägermeister dient nur als Ohrfeige für die Leber. Damit die weiß, dass es jetzt dann losgeht."

"Der Klo ist zu voll! Er ist zu eng für mich!"

04.12.2007 um 21:31 Uhr

PUNK!

von: Jack_Sparrow   Stichwörter: Punk

Stimmung: amüsiert
Musik: Punk natürlich! Was sonst? *g*

Na *das* ist doch mal ein Betreff für einen Blog, oder? Kurz, prägnant, aussagekräftig. Einfach yeah! Ich schreib das Ding hier aus fast aktuellem Anlass. Zum Teil, weil ich ein bisschen angenervt bin, zum (wesentlich größeren) Teil, weil dieses "angenervt" sein doch eher in Richtung "amüsiert" geht.
Es geht einfach nur um vier Buchstaben. Es geht um das kleine Wörtchen "Punk".
Ich weiß nicht, wie oft im laufenden Jahr von Menschen aus allen Bevölkerungsschichten dieses kleine Wort mit mir in Verbindung gebracht wurde. Und zwar in allen Variationen. Von dem direkten "Bist du Punk?" über viiiiiele Schattierungen bis hin zum "Und sowas wie du nennt sich Punk?" Äh, nein, eigentlich nicht. Oder doch? Keine Ahnung. Was bedeutet das überhaupt? Aber hey, egal, ich muss mich nicht so nennen. Das ist nicht nötig. Das machen alle anderen für mich. Aber trotzdem danke der Nachfrage.
Niemand dieser ganzen Leute konnte mich allerdings mit einer Wortdefinition befriedigen.
"Punks haben bunte Haare". Ok, nach dieser Definition bin ich raus. Nicht nur, dass ich das Thema "Haare" testosteronbedingt schon vor Jahren hinter mir gelassen habe, auch qualitativ möchte ich nicht unbedingt nach meinen Haaren (bzw. deren Abwesenheit) beurteilt werden. Davon hab ich spätestens seit letztem Freitag die Schnauze gestrichen voll, als sich zwei Typen an einer stuttgarter S-Bahn-Haltestelle bei einer Unterhaltung über mich (konnte ich unmöglich hören - ich stand ja immerhin DREI ganze Meter weit weg) des Wortes "Neonazi" bedienten. Und das ausgerechnet MIR! Dankeschön auch, ihr Pisser! Keine Haare und Stahlkappen in den Stiefeln = Neonazi? Differenziertes Weltbild, das muss ich schon sagen. Chapeau!
Eine Punkband (da ist schon wieder dieses Wort!) meinte mal, Punk wäre, seinen eigenen Weg zu gehen. Wunderbar! Da haben wir doch eine passende Definition! Wir begrüßen George W. Bush, Angela Merkel und den Papst in der Bruderschaft der Punks. Zeigt ihnen den geheimen Handschlag und gebt ihnen einen Mitgliedausweis. Die Suche nach der Bedeutung ist beendet.
Oder bringt es die Definition einer 13jährigen aus einem Internetforum, dass ich höchst belustigt gelesen habe, auf den Punkt? Sie meinte (und ich zitiere hier): "Ich bin Punk, weil ich gegen Nazis bin." (die Rechtschreibfehler in diesem Satz hab ich im Rahmen meiner Möglichkeiten auf ein Minimum reduziert). Ok. Jeder der gegen Nazis ist, ist ein Punk? Irgendwie cool. Das würde bedeuten, dass (zumindest ein Teil) der Unions-Bundestagsfraktion aus Punks besteht. Oder dass jeder Lichterkettendemonstrant ein knallharter Punk ist. Deutschland, das Land der Punks? Ein amüsanter Gedanke *g*
Oder macht es gar die Kleidung? Meine neue Lederjacke (ja, das *musste* einfach kommen!) ist vom Modelabel "Sexy Punk". Macht mich die Jacke zum Punk? Ich weiß, dass sie mich sexy macht, also stimmt zumindest 50% der Aussage. Aber was ist mit den zweiten 50%? Nein? Find ich auch nicht. Mich würde interessieren, ob mir das Erlebnis bei Punk im Pott 2006 erspart geblieben wäre, wenn mein lieber Mitstreiter damals so eine Jacke gehabt hätte. Vielleicht wäre er dann den Pöbeleien des 15jährigen Babypunks entgangen, der auf den ersten Blick erkannt hat, dass er hier "überhaupt nicht hierher passt".
Ich hab irgendwie kein gutes Schlusswort für den Blog. Hmm, vielleicht "Scheiß drauf! Fickt euch!" Na, war das Punk? Nein? Schade. Dabei hab ich mir wirklich Mühe gegeben ;o))
Stay Punk! Was immer das auch heißen mag.
Euer Jack!

10.11.2007 um 19:57 Uhr

Ordnung, Sauberkeit, Disziplin

von: Jack_Sparrow   Stichwörter: Wohnen

Stimmung: aeöhfcnhwfcarf
Musik: Pogues

Es gibt Menschen, die mir erzählen, dass mein Häuschen für eine Person zu groß sei. Ich habe das nie wirklich verstanden. Sicher, würde ich umziehen, würde es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit etwas viel Kleineres werden, aber nur weil ich alleine wohne, heißt das doch nicht, dass ich weniger Wohnfläche haben *muss*. Ich meine, worin liegt der Vorteil, wenig Platz zu haben? Wenn ich mir "verloren" vorkommen sollte (was noch nicht passiert ist), mach ich einfach die Zimmertür zu. Ich hab das nie verstanden...
 
Ein Vorteil eines großen Hauses ist zum Beispiel, dass ich freie Zimmer habe, die sich hervorragend als Rumpelkammer eignen. Und ich bin jetzt nicht soooooo sehr der Ordnungsfanatiker vor dem Fliegenden Spaghettimonster, dass ich 24/7 am Aufräumen bin. Aber alle Jahre ist es dann doch wieder soweit. Ok, zugegeben, in dem speziellen Fall, der mich zum Schreiben dieses Blogs gebracht hat, ist das etwas übertrieben. Seit dem Auszug meiner Exexexfreundin vor etwas über vier Jahren hab ich zum ersten Mal diesen einen zur Rumeplkammer umfunktionierten Raum mit der Motivation betreten, Ordnung zu schaffen. Ich bin geflasht! 75 Minuten und einen 120-Liter Müllsack später sieht es *kein bisschen* anders aus! Das ist scheiße! Da steck ich auf einen Schlag mehr Aufräumarbeit in ein einzelnes Zimmer als in mein komplettes Haus in gut zwei Wochen, und man sieht es nichtmal. Ich würde sogar behaupten, es sieht unordentlicher aus, als vorher.
 
Eine Faszination kann ich der ganzen - alles in allem doch recht frustrierenden - Aktion aber nicht absprechen. Man findet Dinge, deren Existenz man längst vergessen hatte. Das geht von der perfekten, neuwertigen Jeans (von der ich nichtmal wusste, dass sie sich in meinem Besitz befindet) über Telefonkartenguthaben (gültig bis Ende 2002) bis hin zu einem (wohlgemerkt: bereits bezahlten) Restaurantgutschein, den ich von lieben Menschen zu meinem dreißigsten Geburtstag bekommen habe. Man beachte: Ich habe im Mai Geburtstag. Und ich bin zweiunddreißig! Es ist auch toll, über vier Kopien derselben CD (passt perfekt: Das Zimmer hat vier Ecken) zu stolpern, die ich mir immer wieder neu anfertige, weil ich keine Originale mit ins Auto nehme.
 
So, die geplante Zigarettenpause geht jetzt schon dick über eine dreiviertel Stunde und irgendwie hab ich ernste Zweifel, dass diese "Aufräumpause" heute noch endet. Mein Forschungsdrang ist momentan total gestillt. Ich pflanz meinen Hintern jetzt auf der Couch und hoffe, dass ich ihn gegen Mitternacht wieder hochbekomme, weil ich heute eigentlich noch etwas unter Menschen will. Ich bin überzeugt davon, dass ich bei der Vollendung der Aufräumaktion (geschätzer Termin ist so gegen Anfang 2011) ein paar echt archäologische Prachtfunde vorweisen kann. Vielleicht handelt es sich bei meiner Rumpelkammer ja über das legendäre verschollene Bernsteinzimmer. Es ist alles möglich *gg*
 
So, gute Zeit und noch ein schönes Restwochenende.
Jack!

20.09.2007 um 15:18 Uhr

Schöne, neue Welt oder "Keine Airbags..."

von: Jack_Sparrow   Stichwörter: Politik, Jung, Notstand, Grundgesetz

Stimmung: hmpf
Musik: Keine Airbags... ;o)

Was ist hier eigentlich passiert? Parteien wie die NPD werden vom Verfassungsschutz überwacht, aber die Unionsparteien lässt man frei rumlaufen? Gut, ich bin allgemein nicht gerade ein großer Fan der Union (oder inzwischen ganz allgemein von Politik), aber zumindest wurde von den großen Parteien über die Jahre versucht, den Schein zu wahren, dass das Grundgesetz Basis der Tagespolik sein könnte. Und heute? Heute kann ein Bundesminister vor laufenden Kameras öffentlich planen, das Grundgesetz zu brechen und bleibt im Amt?! Hab ich irgendwas nicht mitbekommen? Ich fühle mich, als wenn ich ein paar Jahre verschlafen hätte. Sowas passiert doch nicht über Nacht! Oder doch?

Tja, anscheinend. Ein Bundesminister(! - wir reden hier nicht von einer Kommunalpolitikerrede vor dem Kleintierzüchterverein!)) kann heute öffentlich...
1) ...davon sprechen, dass es in "gewissen Situationen" ok ist, unschuldige Zivilisten zu töten.
2) ...ankündigen, das Grundgesetz zu brechen, was laut dem Selbstverständis der Parteien die Grundlage des Staates ist.
3) ...Entscheidungen des BVGs nicht respektieren. Zur Erinnerung: Minister = Exekutive, BVG = oberste Instanz der Judikative. Es gibt tatsächlich Gründe für das Prinzip der Gewaltenteilung!
4) ...dies mit einer "Notverordnung" rechtfertigen (kommen da irgendjemandem außer mir noch gewisse historische Vergleiche in den Sinn?)
5) ...trotz dieser Unglaublichkeiten immer noch sein Amt inne haben

Schöne neue Welt!

Mir kommt gerade der kausale Zusammenhang zwischen fressen und kotzen in den Sinn...

Jack!

P. S. Bevor in eventuellen Kommentaren für diese Art der "Verteidigung" geworben wird:
Es geht mir hier NICHT darum, Maßnahmen zur Terrorabwehr zu diskutieren! Es geht um einen beabsichitigten, angekündigten Rechtsbruch eines Regierungsmitgliedes! Das ist etwas völlig anderes!

03.09.2007 um 12:00 Uhr

Fragen über Fragen...

von: Jack_Sparrow   Stichwörter: Kassierer, Alkohol, Montreal, Punk, Konzert

Stimmung: ok
Musik: Lalalalalala

Wie fühlt man sich wohl als Subunternehmer (z. B. als Dachdecker oder Sanitärinstallateur) auf dem Todesstern während eines Rebellenangriffs? Ist ein Blowjob schon Sex? Ist es Beschiss, im Dunkeln mit einer Leiche zu poppen, wenn man wirklich ernsthaft daran glaubt, dass es sich dabei um den Partner handelt? Ist ein „Shemale“-Porno pervers oder kann man eine solche Vorführung unter „Bildungsfernsehen“ laufen lassen, weil man ja schliesslich seinen Horizont erweitert? Wie schädlich ist rauchen und sind Kaugummis wirklich ein adäquater Ersatz? All diese Fragen (inspired by „Clerks“) verblassen neben der einen, großen Frage, die ich mir seit letztem Wochenende verstärkt stelle.

In den letzten fünf Jahren war ich zweimal mit einem Freund unterwegs. Also wir sehen uns und kommunizieren wesentlich öfters, aber zweimal waren wir ohne Frauen und ohne, dass einer von uns fahren musste, kneipenmäßig unterwegs. Es waren die einzigen beiden Male, an denen sich dieser liebe Freund in den letzten fünf Jahren alkoholbedingt "erleichtern" musste.
Vor vier Wochen hab ich einen anderen lieben Freund in Essen besucht. Wir waren unterwegs und haben "etwas" gefeiert. Am nächsten Morgen durfte ich ihm erzählen, wie es so war, wie und wann wir nach Hause gekommen sind und was wir so getrieben haben. Nach eigener Aussage hatte er den schlimmsten Alkoholabsturz in den letzten fünf Jahren.
Letztes Wochenende war ich wieder im Pott und habe am Freitag mit einer lieben Freundin "ein bisschen" gefeiert. Sie ist 25 Jahre alt und hat sich noch nie auf Alkohol übergeben müssen. Tja, bis zu unserem ersten gemeinsamen Abend (außerhalb von Konzerten). Die Fahrt am nächsten Morgen zum benachbarten Herne wurde immer wieder von kleineren Kotzpausen unterbrochen und nach unserer Ankunft wurde gleich eine passende Stelle an der Parkplatzhecke ausgesucht, die für den Rest des Tages zur lokalen "Kotzzentrale" ernannt wurde. Auch eine Art, sein Revier zu markieren Fröhlich

Irgendwie drängt sich mir nach all diesen Ereignissen eine Frage auf: Warum schießen sich immer alle Leute so ab, wenn sie mit mir unterwegs sind? Es ist definitiv lustig, mit mir zu trinken. Das weiß ich (und ich lass mir nix anderes erzählen! Fröhlich) Ok, dass ich auch ein ganz kleines bisschen anstrengend sein kann (vor allem, wenn holde Weiblichkeit in unmittelbarer Nähe ist), gebe ich zu. Aber sooooo schlimm, dass man sich wegen mir über die Bewussteseinsgrenze katapultieren muss, isses bestimmt nicht. Oder doch?

Nuja, solange diese Menschen keine zukünftige Treffen verweigern, muss das ja jetzt erstmal nicht meine primäre Sorge sein. Viel wichtiger ist die Frage, wann ich es lerne, mich bei Zwei-Tages-Feierei-Veranstaltungen (was für ein Wort!) in der ersten Nacht selber einfach etwas zu bremsen. Wenn ich weiß, dass ich am nächsten Morgen um zehn Uhr aufstehen muss, sollte es doch möglich sein, vor fünf Uhr morgens und unter drei Promille das Bett aufzusuchen. Ich meine, ich *weiß* doch, dass das Feiern und vor allem das Weitertrinken schwer fällt, wenn man sich in der Nacht zuvor ausknipst. Und mein Vorsatz, gänzlich auf Jägermeister zu verzichten, wird auch permanent von allen Seiten torpediert. Ich weiß echt nicht, wie ich immer zu dem Zeug komme. Freitag Nacht stand ich mit einem Bier in der Hand einfach nur da und sah sexy aus. Dann kam ein Mensch vorbei, den ich noch nie in meinem Leben gesehen habe, und drückt mir wortlos einen Jägermeister in die Hand. Hammer. Vielleicht sollte ich etwas weniger sexy aussehen, damit mir sowas nicht mehr passiert. Aber wie zum Henker macht man das??! Egal, wie sehr ich mich auch bemühe, ich kann nicht unsexy aussehen. Ich habe einfach dieses gewisse je-ne-sais-quoi. Schlimm, wenn man so gestraft ist! Fröhlich

Noch ein paar Worte zum "Tag danach". Das Fear & Fury-Festival war der Hammer! Ein bisschen zu groß und überfüllt für meinen persönlichen Konzert-Geschmack, aber definitiv ein Ereignis! Überraschungen gab es für mich allerdings keine. Die vier Bands, wegen denen ich die weite Reise auf mich genommen habe (Montreal, Sondaschule, Lokalmatadore und die mächtigen Kassierer aus Wattenscheid), waren genau die vier, die den Tag musikalisch und inhaltlich auf ein gewisses Niveau gehoben haben. Vor allem die Lokalmatadore und die Kassierer regten mit ihren hochkomplizierten Texten des öfteren mal zum Nachdenken an, indem sie philosophische Prinzipien in unnachahmlicher Weise in Frage stellten. Die Einsichten, die bei solchen Konzerten vermittelt werden, stellen so manches Geisteswissenschaftsstudium in den Schatten. Einfach "mächtig"!

So, allerliebste Grüße an meine Lieblings-NRWler und an meine süße, dicklippige Freundin aus dem Schwabenländle. Danke für das Wochenende!

Gruß!
Jack!

Neue Erkenntnisse des Wochenendes:

- Sogar ich habe unter Alkoholeinfluss einen letzten Rest Stolz und Würde (war eine völlig neue Erfahrung für mich Fröhlich)
- Es ist für einen Lacher gut, wenn ein Typ ein paar am Boden liegende Punks fragt, ob sie ihm 50 Euro wechseln können
- Im Wettbewerb, eine Schnur am Penis anzubinden und damit Bierkästen durch die Gegend zu ziehen, gewinnt NoFX gegen die Bloodhoundgang
- In Hot Pants tanken zu gehen, kann die umstehenden Menschen durchaus verwirren
- Eine Küchenspüle kann ein adequater Ersatz für eine Toilette sein, wenn das Bad besetzt ist und man nicht mehr warten kann


Und ganz viele und teilweise schon alte Sprüche:

"Mann! Es ist unglaublich! Ich hätte nichtmal gedacht, dass es überhaupt theoretisch möglich wäre... Du bist seit unserem letzten Treffen ja *noch* schöner geworden!"

"Ich finde es sehr verantwortungsvoll, dass du eine Sonnenbrille trägst. Deine Augen strahlen so stark, dass es ein Risiko für deine Umwelt wäre."

"Sorry, dafür bin ich noch nicht besoffen genug"

"Ich hätte nie gedacht, dass das Zuschauen, wie jemand ein Wort unterstreicht, ein sinnliches Erlebnis sein kann!"

"Nee, lass mal. Der sieht nackt einfach besser aus als du!"

"So verschmust hab ich dich nüchtern ja noch nie erlebt."
"Ich bin nicht nüchtern!"

"Wo ist unser Stern?"

"Willkommen zurück an der Basis, scheiß Millionär!"

"Fuck! Wenn die schon ihre Handys verlieren, könnten sie dann nicht wenigstens noch das Datenkabel dazu legen??!"

"Pillemann, Fotze, Pillemann, Fotze, Pillemann, Fotze, ARSCH!"

"Wir stimmen alle ein! Sexismus ist gemein!"

"K-A-S-S-I-E-R-E-R"