Schatten sind viele

25.05.2017 um 23:40 Uhr

Umflort von Nacht

von: Alcide

Umflort
von Nacht
leb‘ ich die
Tage

zu tun,
zu leisten,
Tagwerk

Sicherheit
suchend,
Freiheit
begrabend

mondgrau
das Herz
lichtsuchend
im Tal der
Schatten

zwischen
Trauer und
Überwindung

schwindet
die Sehnsucht
im Feuer des
Lebens zu
Asche

16.05.2017 um 21:22 Uhr

Erkenntnis und Zweifel

von: Alcide

Lese Philip K. Dicks „Zeit aus den Fugen“. Im Klappentext findet sich folgende Bemerkung über den Autor: „[Philip K. Dick] … hatte 1974 mysteriöse Visionen und verbrachte den Rest des Lebens damit herauszufinden, ob sie göttlichen oder psychotischen Ursprungs gewesen waren.“

Interessanterweise ergeht es dem Helden in seiner Geschichte, das Buch ist von 1959, ganz ähnlich: Ragle Gumm führt ein weitgehend durchschnittliches Leben in einer amerikanischen Reihenhaussiedlung, bis er merkt, dass die Realität nicht so real ist, wie sie scheint. Alles um ihn herum entpuppt sich als Fassade, deren Zweck es ist, ihn in einer Illusion zu belassen. Das Buch könnte die literarische Vorlage zum Film „The Truman Show“ sein. Ragle versucht auszubrechen. Macht Versuche aus der Stadt zu flüchten, was ihm zunächst nicht gelingt. Er will diese Anderen dazu zwingen immer besser zu lügen und sie in Schwierigkeiten zu bringen.
Dabei findet sich der Held exakt in dem Dilemma, von dem die Notiz über den Autor oben sprach: was ist mir widerfahren: tiefgehende Erkenntnis oder Paranoia. Was erfährt einem: Erkenntnis oder Illusion (Lüge)?

Übertragen auf heute: Sich selbst in Frage stellen, das eigene Bezugsystem in Frage zu stellen, ist nicht gesund. Es lebt sich leichter damit die Welt zu kategorisieren und neue Erkenntnisse in die vorfabrizierten Kategorien einzuordnen. Dort sind sie dann abgelegt und alles ist in Ordnung. Nichts bedroht das Gesamtsystem. Man kann damit arbeiten. Kann täglichen Beschäftigungen nachgehen. Erkenntnis, die einem widerfährt, muss als Wahrheit etikettiert und registriert werden. Hat man diese vorfabrizierten Boxen der Einordnung nicht dann findet man sich irgendwann wie leblos unter einem Schutthaufen aus Hypothesen, Möglichkeiten und Zweifel wider.

07.04.2017 um 20:46 Uhr

Hiersein

von: Alcide

Keimendes Sein,
sehnsuchtsschwer
gehüllt in Erde,
voll von
Blut und
Atem

nachtwandernd
kreist dein Dunkel
um sanfte Sonnen

und still tropfen
die Träume
unsichtbar
fernen Wäldern
entgegen

31.03.2017 um 00:55 Uhr

Seele, Unerkannte Du

von: Alcide

Seele, Unerkannte Du,
bette mein Sehnen
zur Ruh‘

schwebend
zwischen Trauer
und Glückseligkeit,
will ich nicht lassen
der müden Erde
Schweigen

will schreiten
durch die Nacht,
entgegenwachsen
neuen Morgenröten,
zu löschen den
Durst meiner
Träume

singende Seele, Du,
bette mein Sehnen
zur Ruh‘

ruhend im
Sternenschatten,
empfange ich die
Küsse

und purpurn
zittert mein Lächeln
im Herzen der
Wirklichkeit

22.02.2017 um 22:56 Uhr

Wir atmen die Stille

von: Alcide

Fallend in
Berührung
atmen wir
die Stille

leuchtend
dein Antlitz
gerötet
die Wangen,
aufgewühlt
dein Haar,
verzaubert
der Blick …

kein Gedanke
mehr –
an den Durst
der Ferne

wir atmen
die Stille,
lauschen
der Harmonie
der Zärtlichkeit

nur die sanfte
Hündin fordert
von Zeit zu Zeit
Berührung ein,
und wir geben
sie ihr gerne,
streicheln ihre
kleine Schnauze
und das Fell

der missmutige
Kater hingegen,
beobachtet
mit Herablassung
das Geschehen,
im Frühling
will er Vögel
jagen,
bis dahin muss
er uns Menschen
ertragen

der Tag voll Regen,
keine Sonne ward
uns beschieden,
doch nachts
lachten silbern
die Sterne
und die Stille
atmete in
unseren
Herzen

31.12.2016 um 18:20 Uhr

Persönliche Top Ten: Literatur 2016

von: Alcide

1. Edgar Allan Poe: Arthur Gordon Pym
2. Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels
3. T.C. Boyle: World’s End
4. Christine Busta: Der Regenbaum
5. Herman Melville: Der Schreiber Bartleby
6. Charles Dickens: Bleak House
7. Truman Capote: Kaltblütig
8. Rainer Maria Rilke: Die schönsten Gedichte
9. Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens
10. Karen Duve: Dies ist kein Liebeslied

31.12.2016 um 18:10 Uhr

Persönliche Top Ten: Serien 2016

von: Alcide

1. Game of thrones III
2. Game of thrones I
3. Game of thrones V
4. Game of thrones IV
5. The Walking Dead IV
6. Game of thrones VI
7. Game of thrones II
8. The Walking Dead V
9. The Walking Dead III
10. Mr. Robot I

31.12.2016 um 18:05 Uhr

Persönliche Top Ten: Musik 2016

von: Alcide

1. System of a Down: Chop Suey
2. Jo Stafford: No other love
3. The Moog: Survive
4. Stone Roses: I am the resurrection
5. System of a Down: Toxicity
6. Stone Roses: I wanna be adored
7. Soledad Bravo: Palabras de amor
8. Vincenzo Bellini: Casta diva (Norma)
9. Terry Oldfield: Dreamer
10. Magnetic Fields: Lovers from the moon

31.12.2016 um 18:00 Uhr

Persönliche Top Ten: Filme 2016

von: Alcide

1. Anonymous
2. Hotel Budapest
3. Lucy
4. Bad neighbors
5. Das erstaunliche Leben des Walter Mitty
6. The invitation
7. Neverlake
8. White House Down
9. All you need is love
10. Sommernachtstraum

16.12.2016 um 23:45 Uhr

Kalte Nacht

von: Alcide

Kalte Nacht
verschluckt
die grauen
Wolken

zerrissene Fäden
des Schicksals,
Erinnerungen
im Schutt der
Träume
 
in Klarheit
atmete
heilender
Sinn
und voll
von Werden
und Sein
und sanften
Sonnen

grüßte das
Schicksal
und streifte
die Wangen
bewahrend
die Sterne
und stillen
Seen

klanglos
tropfen
die Worte
ins müde
Licht des
Monds

23.11.2016 um 22:56 Uhr

Dunkles Tuch der Nacht

von: Alcide

Dunkles Tuch der Nacht,
hüll‘ mich ein mit Raum
und Stern

Benetz‘ mit Glanz
die kalten Seen,
mach‘ schweigen Wald
und Felder

Streu‘ Mohn mir
auf die Stirn,
küss‘ weg den Herbst
vergangener Blüte

Und wiege mich in
Schlaf und Traum,
bis Sehnen
in die Stille
fließt

14.10.2016 um 17:04 Uhr

Leuchten der Stille

von: Alcide

Leuchten der Stille
Glück der Einsamen
kehre wieder
und lege stolz
dich an mein
Herz

in Nächten hell
von tränenblauen
Schlafs voll
quellender
Sehnsucht

24.09.2016 um 22:49 Uhr

Heillos rauscht das ferne Leben

von: Alcide

Gewicht des Seins
im engen Herzen
heillos rauscht
das ferne Leben
in Nacht und
ziellos ohne
Sinn …

Lächeln der Erinnerung
Lippen küssten
sanft des Himmels
Saum
und Frucht
der Erde löste
Schicksal mir
in schweigender
Klarheit …

Süßes Geheimnis
verwehenden Sommers
zählst du noch
die Schatten?
siehst du
noch den
Engel
unsichtbar?

Zu müde
Quellen
zu suchen,
zu brüchig
das Blau,
widerhallend
in stumpfer
Schwermut

07.09.2016 um 20:45 Uhr

Stummes Gebet

von: Alcide

Hinsinkend
an kalten
Lippen
will ich Träume
nähren

lösend
die Trauer
um das Fort
und Fern

und stummes
Gebet
in Nächten
seelenleerer
Qual

So fremd
mein Ich
im Hier

schon lange
tot und
schattenschwer

und Finsternis
verschluckt
die Sterne

23.08.2016 um 21:17 Uhr

Anderes Fühlen

von: Alcide

So sind wir
Gefangene des Tages
Ausgelieferte der Stunden
zerrinnend in Ausweglosigkeit
immer nur dies

Wär‘ Welt nur wie ein Traum,
wie dimmend Licht und blütensanft,
verglühend in Demut
hinter schweigenden Wolken

Wie kann ich je mein Fühlen ändern?
wo alles mich fortzieht
hinein in einen Austausch
der nicht der meine ist,
wo fremde Welt nur fremder scheint

Ich will ein anderes Fühlen
ein Anderes fühlen …

Will schläfrig unter stillen Blumen gehen
in feierlicher Dauer
und weicht der Tag,
so will ich still das Fallen üben
in Nacht mit Sternen, so viel Sternen

25.07.2016 um 21:14 Uhr

Treibend im Sternenmeer

von: Alcide

Treibend
im Sternenmeer
des Schicksals
suche ich Zeichen

fühllos
jagen die Sinne
und ernten in Wüsten
die Früchte verdorrten
Lebens

Klangvolle Welt –
wo schimmert noch
dein Herz im Licht
der Nacht?

04.06.2016 um 22:24 Uhr

Einsame Nacht

von: Alcide

Der Himmel tropft
in die seelenlose Nacht

Müde unter den Tränen
dunkler Wolken
liegt der Glanz
der stillen Welt

Schwer träumen
meine Schatten
an stummem Abgrund

Wie schmeckt nur
jeder Tag nach Leere
ohne dich …

Licht in der Nacht
einer traumlosen
Dunkelheit
warst du mir

Heller leuchtete
mir das Leben
und stiller rann die
Sehnsucht im Einklang
der Stunden

Seelenlos tropft
der Himmel in die
einsame Nacht

04.05.2016 um 02:21 Uhr

An anderen Orten

von: Alcide

Ferne deines Atems
in Nächten kalt und
schwer

Als hätt‘ ein Stern
sich fortgerissen
zu leuchten anderen
Träumern

Still berührt von Glück
und seelenvoll
funkeln die Blüten
des Schicksals

an anderen Orten …

17.04.2016 um 00:08 Uhr

Sternnebelhain

von: Alcide

tränenlos
an kalten Mauern
der rohe Tag

verwelkt
der Sinn
blutlos die Stunden

in Nacht gebettet
erwacht silbern
die Anderswelt

und einsam
im Sternnebelhain
singt mein Schweigen

09.04.2016 um 23:19 Uhr

Fern von dir

von: Alcide

Träume baden
in der Stille –
fern von dir

Versiegte Quellen
flüstern ihr Geheimnis –
dem Mond und der Nacht

Zerrissen
liegen die Schatten
am Wegrand der Erinnerung

Stumm und blass
sinkt mein Lächeln
ins schweigende All