Schatten sind viele

30.12.2011 um 19:58 Uhr

Traum und Wirklichkeit

von: Alcide

Heute aus einem Traum erwacht: voll von Seligkeit, Vertrauen, Liebe und Zuversicht. Und das alles an einem schrecklichen Ort. Und immer wieder das Sehnen nach Ganzheit, nach Schönheit, nach Heilung...

10.12.2011 um 18:39 Uhr

Verstand

von: Alcide

Jede Hoffnung zerschellt an den Klippen des Verstandes. Und dennoch: nichts untergräbt das Vertrauen in den Verstand mehr als der Verstand selbst.

05.12.2011 um 15:25 Uhr

Kein Wollen

von: Alcide

Hochmütig erlischt die Flamme und klagt ihr Vergessensein hinaus… kein Wollen, das sich verankern kann… an den Fassaden verordneter Monotonie… kein Haften… es rinnt, es verrinnt… hinab den purpurnen Strom erstickter Sehnsüchte… kein Wort, kein Weg, keine Welt… an den Grenzen der Dämmerung gehauchten Schweigens bleibt verständnisloses Flüstern der letzte Anker…

03.12.2011 um 15:23 Uhr

Flaschenpost

von: Alcide

„Das Gedicht kann […] eine Flaschenpost sein, aufgegeben in dem – gewiss nicht immer hoffnungsstarken – Glauben, sie könnte irgendwo und irgendwann an Land gespült werden.“

(Paul Celan)

03.12.2011 um 15:03 Uhr

Natur

von: Alcide

Nahezu mein ganzes Leben habe ich Natur verherrlicht. Natur, das waren für mich die Wiesen und Wälder meiner Kindheit, später dann einfach das draußen sein: Jogging in den Isarauen, Freibad von früh morgens bis spät in den Abend, draußen sein, dort wo wenig Welt war, Welt mit ihrem Anspruch auf Verwertung, der mir nicht hinnehmbar schien.

Erst mit Anfang 20 kam mir die Einsicht, in erster Linie über die Literatur (ich glaube Oscar Wilde hatte hauptsächlich daran schuld, warum weiß ich nicht mehr), dass es einen Gegenbegriff zu Natur gab, den der Künstlichkeit. Natur war plötzlich ‚böse‘ Natur: ein permanentes Ausgeliefertsein, ein ständiger Kampf auf Leben und Tod, Gebären und Sterben, ein Kerker für Seelen, nichts mehr was es zu erhöhen galt… im Gegenteil… Das ist auch so eine der Illusionen, die ich mir genommen habe. Und dennoch halte ich an ‚Natur‘ fest. Sie ist aber heute mehr eine Chiffre für mich dafür, dass die Welt nicht den Machbarkeitsfetischisten überlassen bleiben sollte. Ich liebe die Natur, auch wenn ich heute nicht mehr in ihr aufgehe und mit ihr verschmelzen kann und will, ich liebe sie als Kulisse…