Schatten sind viele

30.06.2012 um 15:57 Uhr

Demokratie 2.0

von: Alcide

Gestern war ein historischer Tag: Ich habe es eigentlich nicht für möglich gehalten. Ja, dass dieser ESM auch nur ernsthaft diskutiert wurde, darüber war ich schon sehr befremdet. Nun ist es aber doch geschehen: Mit einer 2/3-Mehrheit wurde der ESM gestern im Bundestag beschlossen. Noch gibt es das Bundesverfassungsgericht, die dieses verfassungsfeindliche Machwerk stoppen kann, aber ich habe wenig Hoffnung. Und dann stellen sie sich hin mit breiter Brust und nuscheln etwas von wegen 'Die Märkte können jetzt aufatmen'. Na klar, können sie das: denn jeder Anleger weiß jetzt, dass für seine Geldanlage ganz Europa und seine Steuerzahler gerade stehen werden. Unglaublich was hier unter dem Deckmantel für ein "Mehr Europa" angestellt wird. Das ist der Anfang vom Ende der Demokratie, machen wir uns nichts vor. Die Abgeordneten haben ihrer eigenen Selbstentmachtung zugestimmt...

27.06.2012 um 19:56 Uhr

Abgesang

von: Alcide

Lähmung des Geistes… eingehüllt in traurigem Schweigen… ferne Töne… dumpf… ich sehe die Zeiger der Uhr… der Schatten der Tage gräbt seine Klauen in mein Fleisch…

Nur der Traum enthüllt mir noch den Glanz des Seelischen und lispelt seine Weise mir zärtlich ins Gemüt… den Mond zu trinken aus kristallenen Schalen der Heiterkeit…

25.06.2012 um 16:11 Uhr

Sella Ronda Bike Day

von: Alcide

Gestern war mal wieder der Sella Ronda Bike Day: 113,5km und 1780 Höhenmeter mit Anfahrt. Die vier Alpenpässe rund um den Sella-Stock blieben für einen Tag lang für den motorisierten Verkehr gesperrt und bis zu 20.000 Radfahrer bekamen die Gelegenheit das Sella-Joch, Pordoi, Campolongo und das Grödner Joch zu befahren. Aber ich steckte die Strecke, trotz des reduzierten Trainings und lediglich 2h Schlaf, eigentlich sehr gut weg. Es ist eben etwas ganz anderes im Rudel zu fahren und nicht ständig auf eventuelle Auto- oder Motorradfahrer achten zu müssen. Gut, daheim war der Kreislauf vor allem wegen der Hitze ziemlich im Keller (jedem Aufstehen folgte ein baldiges Hinliegen, weil mir immer schwarz vor den Augen wurde) und ich schlief dann auch vor Entkräftung früh ein, und verpasste die 1. Halbzeit von Italien-England. Ein paar Impressionen:

  

 

 

  

23.06.2012 um 02:06 Uhr

Stifter: Der Nachsommer - Einordnung

von: Alcide

Der Roman gilt vielen als Inbegriff eines langatmigen, nie enden wollenden Buches. Und in der Tat stellt Stifter die Ausdauer des Lesers mitunter auf eine harte Probe. Das Werk wird dem literarischer Realismus zugeordnet und Stifter gibt sich in der Tat viel Mühe dem Leser ein realistischen Bild der Umgebung zu vermitteln: Da wird über 15-20 Seiten der Garten inspiziert. Jede Staude, jeder Baum, jedes Vogelnest, Wirtschaftsgebäude, Gewächshaus wird detailliert beschrieben und zu einander in Bezug gesetzt, so dass man ohne Probleme einen Lageplan zeichnen könnte. Erleichtert atmet man auf, wenn die Protagonisten endlich in Richtung Haus gehen, doch da geht die realistische Schilderung gleich weiter, Raum für Raum, Möbelstück für Möbelstück. Ist auch das geschehen, dann scheint Stifter einzufallen, dass andere Leute ja auch Häuser und Gärten haben, und man die doch auch beschreiben könnte, was man dann auch erbarmungslos über sich ergehen lassen muss. Und ist das noch nicht genug, so lässt er seine Figuren auch noch Inventar oder Kunstgegenstände zeichnen, um hinterher über den ästhetischen Wert sowohl von Zeichnung als auch von Gegenstand zu sinnieren.

Wer diesen Eintrag bis hierhin gelesen hat, der müsste meinen, dass ich dem Buch nicht wohl gesinnt sei. Aber weit gefehlt. Es ist ein herrliches Buch! So wohltuend in seinem Eskapismus! Wohltuend mit seinen Figuren, alle so strebsam, lernbereit, gut und ohne Anfechtungen… Auch dies wurde Stifter vorgeworfen, dass er hier ein biedermeierliches Idyll geschaffen hätte. Arno Schmidt etwa beschrieb dieses Ausblenden aller sozialen oder politischen Missstände als geradezu skandalös. Ich persönlich halte ja eskapistische Tendenzen in der Literatur für mehr als legitim. Ich meine Realität habe ich ja selber, dafür brauch‘ ich ja kein Buch lesen. Aber es ist schon ein eigenartiger Widerspruch bei Stifter: so realistisch in der Beschreibung von Landschaft und Inventar, und zugleich so unrealistisch in der Schilderung der sozialen Umstände, und wohl auch der psychologischen Tiefendimension des Menschen. Das zeigt sich vor allem auch in der Schilderung der Liebesverhältnisse zwischen den Charakteren. Ich habe selten so eine ent-fleischlichte Form von Liebe gelesen. Es braucht fünf Jahre bis sich die beiden (auch mehr zufällig) ihr Herz gegenseitig öffnen. Das liest sich dann aber auch wunderschön schmalzig: „‘O Natalie, wie wallt mein Herz in Freude! Ich habe es nicht geahnt, dass es so entzückend ist, Euch zu besitzen, die mir unerreichbar schien.‘ ‚Ich habe auch nicht gedacht, dass Ihr Euer Herz von den großen Dingen, denen Ihr ergeben waret, wegkehren und mir zuwenden werdet.‘ ‚O meine geliebte, meine teure, ewig mir gehörende Natalie!‘ ‚Mein einziger, mein unvergesslicher Freund!‘.

Bisweilen liest sich das Buch geradezu wie eine positive Utopie: Menschen, die genau wissen, was ihre Talente sind und diese ausbilden. Ein jeder in seinem Stand zufrieden, bienenfleißig und strebsam. Eine Parallele zu Hesses ‚Glasperlenspiel‘ kam mir dabei auch in den Sinn, da auch dort die Figuren der Phase bloßer Existenzsicherung entwachsen sind, und den Daseinszweck in einer Art von ästhetischer Reifung und Ausbildung erblicken können.

23.06.2012 um 02:04 Uhr

Stifter: Der Nachsommer - Handlung

von: Alcide

Habe Adalbert Stifters ‚Der Nachsommer‘ (1857) beendet. Zur Handlung: Der junge Heinrich Drendorf sucht während einer seiner ausgedehnten Exkursionen, die ihn durch die Alpen und Voralpen Österreichs führen, Schutz vor einem Gewitter auf einem nahegelegenen Gut, dessen Besitzer der ältere Freiherr von Risach ist. Dieser lädt Heinrich ein bei ihm zu bleiben und führt ihm am folgenden Tag seine ganze Besitzungen und Lebensweise vor Augen, die Heinrich tief beeindrucken. Neben der Hauswirtschaft liegt Risach besonders die Kunst am Herzen, die er als eine Form der Veredelung der Persönlichkeit betreibt. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden und Heinrich besucht das Gut Risachs in den darauffolgenden Sommern regelmäßig. Ebenfalls zu Besuch auf dem Gut Risachs ist Mathilde mit ihrer Tochter Nathalie. Über die Jahre hinweg nähern sich Heinrich und Nathalie einander an, bis sich schließlich beide ihre Liebe (ein)gestehen. Parallel zu dieser Geschichte wird rückblickend die verhinderte Liebesbeziehung zwischen dem Freiherrn von Risach und Mathilde geschildert. Wo früher die aufflammende Leidenschaft jäh unterbunden wurde und es nun im Alter nur mehr noch zu einem ‚Nachsommer‘ der Liebe kommt, erfährt die Verbindung zwischen Heinrich und Natalie ein Happy-end.

19.06.2012 um 15:21 Uhr

Ist denn Nichts..

von: Alcide

„Ist denn Nichts was meine Seele stillet?
Nichts, was dieses Lebens bange Leere füllet? …“

(Aus: Karoline von Günderrode: Der Franke in Egypten)

19.06.2012 um 00:11 Uhr

Zauber und Erfüllung

von: Alcide

Diese schwül-warmen Sommerabende tun mir nicht gut. Die Luft scheint erfüllt von Zauber und Erwartung. Und meine behäbig im Verschlag kauernde Seele wird unruhig und aufgescheucht. Wie ein Gift zieht die Sommernacht in mich ein, und verlangt ihr einziges Gegengift, die Erfüllung.

15.06.2012 um 16:24 Uhr

18,45 Euro

von: Alcide

„18 Euro 45!“… die Kassiererin zuckt heftig zusammen, der Mund öffnet sich, sie lacht gackernd auf und sieht mich an: „Das gibt’s doch nicht. Die Frau vor Ihnen hat genau denselben Betrag gehabt“… Sie sieht nach der vorigen Kundin, doch selbige hat den Schauplatz bereits verlassen, also brüllt sie zu ihrer Kollegin zur anderen Kasse hinüber: „Du Brigitte, ich hab‘ hier grad 2x hintereinander denselben Betrag! 18 Euro 45!“ Brigitte, die dieser Information offensichtlich etwas abgewinnen kann und überdieß leicht enthusiasmierbar, verfällt daraufhin auch in heftigste Erregung, was sich in einer Art von gaffender Schnappatmung bemerkbar macht. Da mittlerweile auch die Schlange hinter mir irritiert ist, und mich neidisch ansieht, als wäre ich der Millionste Kunde, wird es mir langsam peinlich… Wieder sieht mich die Kassiererin an, mit ihren fragenden erwartungsschwangeren Äuglein, die an der Peripherie zur Debilität nur haarscharf vorbeischrammen. Und ich grummle: „Ja, das ist …“ – Verdammt mir fällt nichts ein. Und das Wort ‚spektakulär‘, das mir auf der Zunge liegt will ich nicht sagen, weil ich nicht sicher bin, ob sie in ihrem ausgelassenen Überschwang einen Anflug von Ironie verkraften könnte. „Krieg ich denn jetzt was umsonst“ fällt mir zum Glück noch ein… Sie lacht wieder auf, und schüttelt den Kopf „18 Euro 45! 18 Euro 45“ säuselt sie noch vor sich hin, während ich mich mit meinen Einkäufen zum Ausgang begebe… ohne Luftballon…

12.06.2012 um 20:02 Uhr

Allsympathie

von: Alcide

„Sein sei nicht Wohlsein; es sei Lust und Last, und alles raum-zeitliche Sein, alle Materie habe teil, sei es auch im tiefsten Schlummer nur, an dieser Lust, dieser Last, an der Empfindung, welche den Menschen, den Träger der wachsten Empfindung zur Allsympathie lade.“

(Aus: Thomas Mann: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull)

11.06.2012 um 16:34 Uhr

Schwankungen

von: Alcide

Die Welt ist leere Ausdehnung, gebrochen im kalten Glanz toten Gewässers… Zug der Bilder… dort draußen… wo ich nicht bin… im Reich geschwätziger Tatsachenwirklichkeit… kein Tanz mehr über die  Abgründe des Denkens hinweg… der goldene Klang der Morgenröte ist verhallt, nur mehr die Ahnung eines fernen Traumes…

08.06.2012 um 15:43 Uhr

Idealismus II

von: Alcide

Idealismus will ein Leben in der Verzauberung. Es deckt die Welt in den wärmenden Mantel des mentalen Konstrukts, um die hässliche Ahnung nicht sichtbar werden zu lassen, dass wir vielleicht nicht mehr sind als kalte Natur, nicht mehr sind als genkopierende Bioautomaten.

08.06.2012 um 15:21 Uhr

Idealismus I

von: Alcide

Idealismus ist wie der fahle Lichtschein einer Fackel in einem dunklen Schacht. Von ferne her erkennen wir ihr Licht und wir gehen ihm entgegen, in der vagen Hoffnung, dass es uns für eine Weile wärmt und wir in ihrem Schein vergessen, dass wir uns verlaufen haben, nicht mehr zurückfinden, ja vielleicht für immer verloren sind.

08.06.2012 um 14:48 Uhr

Die Welt, das andere Ich

von: Alcide

Es gibt Philosophen, an denen kann man sich wahrlich die Zähne ausbeißen.  Dazu gehört unweigerlich Fichte. Der  Grundgedanke seiner Philosophie, seine ‚Wissenschaftslehre‘ ist stark vereinfacht etwa folgender: Für ihn ist die Welt und mit ihr auch unser (empirisches) Ich aus einer Art intellektuellem Produktionsprozess entstanden. Ursache dafür sei ein absolutes Ich, dass unser (empirisches) Ich in die Welt von Raum und Zeit 'setzt' und zugleich setzt dieses absolute Ich auch ein 'Nicht-Ich', nämlich die Welt...

Eine sehr interessante spekulative Idee, wie ich finde! Die auf uns einwirkende Welt, in der wir uns doch so oft als Spielball des Schicksals empfinden, verliert dergestalt ihre Fremdheit. Sie ist nur das andere Ich. Das Leben, ein Wechselspiel mit dem selbstgesetzten Material zum Zwecke ethischer Bewährung…

07.06.2012 um 13:36 Uhr

Charles Dickens: Große Erwartungen

von: Alcide   Kategorie: Literatur

Habe ‚Große Erwartungen‘ (1861) von Charles Dickens zu Ende gelesen.

Zur Handlung: der kleine Waise Pip lebt bei seiner älteren Schwester und ihrem Mann Joe, dem Dorfschmied. Die Familie lebt in einfachen Verhältnissen.  Pip erhält durch die Fürsprache eines Freundes die Möglichkeit bei der reichen und exzentrischen Miss Havisham und ihrer Pflegetochter Estella als eine Art Gesellschafter und Spielkamerad zu fungieren. Pip verliebt sich in Estella, erfährt aber rigorose Zurückweisung aufgrund seiner niederen Herkunft. Das veranlasst Pip dazu unbedingt gesellschaftlich aufsteigen zu wollen. Als ihm ein unbekannter Wohltäter eine vornehme Erziehung und Ausbildung sowie die Aussicht auf ein großes Vermögen zusichert sieht Pip seinen Traum in Erfüllung gehen. Er führt nun als Heranwachsender in London das Leben eines Snobs und sieht sich in der Lage Estella zu umwerben für die er sich jetzt endlich würdig genug erachtet. Dabei verdrängt er mehr und mehr seine einfache Herkunft und schämt sich der alten Freundschaften insbesondere des herzensguten Joe. Im letzten Drittel des Buches bricht nun die Welt von Pip zusammen als er erfährt was sich hinter seiner ‚großen Erwartung‘ verbirgt…

Ein wirklich wunderschönes Buch! Es enthält alles, was man sich bei einem Roman wünscht: plastische und überzeugende Charaktere, Humor, einen perfekt durchkomponierten Erzählstrang mit interessanten Verästelungen, und nicht zuletzt Spannung und überraschende Wendungen… Auch ist es  eine anrührende Entwicklungsgeschichte: die gesellschaftlichen Ambitionen und Setzungen der Menschen erweisen sich als hohl und illusionär. Es bleibt zuletzt die Erkenntnis, dass nur die  Bindungen des Herzens zählen und dass das Glück im Leben nicht darin besteht Macht, Einfluss oder möglichst viel Geld zu erwerben, sondern dass es etwas gibt, dass viel wichtiger ist: Herzensgüte.

07.06.2012 um 12:58 Uhr

Innerlichkeit

von: Alcide

Bei Lukács las ich neulich einen Satz, der mir sehr zu denken gab: „Innerlichkeit entsteht aus der feindlichen Zweiheit von Seele und Welt, aus dem peinvollen Abstand zwischen Psyche und Seele.“

Auch wenn der Satz aus dem Zusammenhang gerissen ist und eigentlich ein Bestandteil seiner Theorie des Romans ist, hat er doch etwas Beklemmendes… Innerlichkeit erscheint vor diesem Hintergrund als eine notgedrungene, ja schlechtere Alternative zu einem an sich gesunden Weltverständiss und Weltbegreifen, dass in der Moderne nur leider nicht mehr möglich scheint.

So ist Innerlichkeit zweierlei: sie ist die Instanz, die das Existieren (Leiden) in der Welt überhaupt erst problematisiert, also den Zwiespalt entstehen lässt, aber sie ist uns auch Zufluchtstätte vor den Qualen des Äußeren. Ursache des Leidens und Lösung des Leidens zugleich… ewiges Zappeln im Netz der eigenen Innerlichkeit…

05.06.2012 um 21:38 Uhr

Wo sind die Stunden

von: Alcide

„Wo sind die stunden
der süssen zeit,
Da ich zuerst empfunden,
Wie deine lieblichkeit
Mich dir verbunden?
Sie sind verrauscht, es bleibet doch dabey,
Daß alle lust vergänglich sey.

Das angedencken
Der zucker-lust,
Will mich in angst versencken.
Es will verdammte kost
Uns zeitlich kräncken,
Was man geschmeckt, und nicht mehr schmecken soll,
Ist freuden-leer und jammer-voll.

Ich schwamm in freude,
Der liebe hand
Spann mir ein kleid von seide,
Das blat hat sich gewandt,
Ich geh‘ im leide,
Ich mein‘ itzund, dass lieb und sonnen-schein
Stets voller angst und wolcken seyn.“
 
(Aus: Christian Hofmann von Hoffmanswaldau: Wo sind die stunden, Stophen 1,3u.5)

03.06.2012 um 18:16 Uhr

Resignative Beliebigkeit

von: Alcide

Was für ein Zeitalter, in dem wir leben: resignative Beliebigkeit wohin man sieht. Eine Zeit, in der jeder fühlt, dass es so nicht weiter gehen kann und in der doch die meisten die Lösungen darin sehen, die Fesseln noch enger zu ziehen. Eine Zeit, in der die Phrase auf den Thron erhoben worden ist und vor der wir uns in den Staub werfen. Eine Zeit der nackten Könige und doch wird uns medial eingebläut, dass wir deren Gewänder zu bewundern hätten.

Mal resigniere ich, mal belustigt es mich, jetzt verzweifle ich: der Galeerensklave von heute will nicht befreit sein. Er ist schon zufrieden wenn man ihm ein paar rosa Schleifchen an sein Ruder bindet…

01.06.2012 um 20:47 Uhr

Was war die Liebe?

von: Alcide

„Ja, was war die Liebe? Ein Wind, der in den Rosen rauscht, nein, ein gelbes Irrlicht im Blut. Die Liebe war eine höllenheiße Musik, die selbst die Herzen der Greise tanzen macht. Sie war die Marguerite, die sich dem Kommen der Nacht weit öffnet, und wie die Anemone, die sich vor einem Atemhauch verschließt und bei Berührung stirbt.“

(Aus: Knut Hamsun: Victoria)