Schatten sind viele

29.08.2013 um 21:05 Uhr

Mein Ego ist ein Flittchen

von: Alcide

Musik: The melody of a fallen tree (Windsor for the Derby)

Der September wird mir Stress bereiten… unangenehmen Stress… ich merkte es schon gestern beim Einschlafen, dass der Druck wieder zunimmt… an ein Runterkommen war nicht zu denken… der Körper gekrümmte Spannung, der Geist pochende Unruhe… ich Idiot, habe mich wieder bequatschen lassen… hab‘ mir was aufschwatzen lassen… ach, mein Chef, er ist so gut… auf seine Art… ein bisschen mein Ego gestreichelt… das ist so ein Flittchen… und jetzt muss ich einen Aufsatz schreiben über ein Thema von dem ich eigentlich keine Ahnung habe… nur (unzureichende) Vorurteile… also: Arbeiten, Lernen für die Prüfung, Aufsatzschreiben… Eigentlich war es angenehm im Juni und Juli… nur Arbeiten, manchmal Rennradfahren… viel Zeit zum Innehalten… und jetzt wieder die Aussicht auf Hektik und Zeitdruck… wieder Bangen darum, dass sich klare Gedanken einstellen…

Außerdem werde ich eine Woche auswärts arbeiten müssen gegen Ende September… auch um die Wahlunterlagen müsste ich mich langsam kümmern, aber ich schaffe es im Augenblick nicht nach Deutschland zu fahren… vielleicht verzichte ich auf die Bayern-Wahl… (manchmal frage ich mich, ob der Rückgang der Wahlbeteiligung nicht auch eine Folge der zunehmenden Flexibilisierung der Bevölkerung ist)…

24.08.2013 um 01:21 Uhr

Weiter schreiben...

von: Alcide

Weiter schreiben… bisweilen fällt es mir schwer… sich wieder den Alltäglichkeiten meines individuellen Stagnierens zuzuwenden… so belanglos will es scheinen… und doch wird es weitergehen...

 

Sternenschein… Hab‘ Dank für die vielen warmherzigen und klugen Kommentare… für die Zuwendung, den Respekt, das Verständnis, das du uns durch deine Worte vermittelt hast…

Du warst, so will es mir scheinen, nicht nur einer aus unserer Mitte, du warst die MITTE… Alles Gute auf deiner Sternenreise…

12.08.2013 um 17:50 Uhr

Wesen und Zustand

von: Alcide

… und manchmal die bange Frage: Was ist Wesen in mir und was ist Zustand? Gibt es eine Essenz jenseits dieses Gesamtgefüges aus stofflichen Ausschüttungen und feuernden Synapsen? Und was bleibt noch übrig vom Subjekt subtrahiert man davon sein In-Zuständen-Sein? Leere Fläche…? Weiße Wand…?

Vielleicht ist das Subjekt, das wir gewohnt sind als handelnden Akteur zu betrachten, nur der Betrachter von Projektionen auf dieser weißen Wand?

12.08.2013 um 17:31 Uhr

Entscheidungen

von: Alcide

Ich habe mir eine Woche freigenommen. Ich muss die letzte Etappe meines Studiums vorbereiten: zwei mündliche Prüfungen in den Nebenfächern, die es zu bewältigen gilt. Dazu muss ich eine Themenauswahl treffen, Schwerpunkte wählen und dem Professor ein Abstract mit Literaturangaben schicken… Das stellt dann die Grundlage der eigentlichen Prüfung dar. Es fällt mir immer so schwer mich für etwas zu entscheiden. So viele mögliche Themen, überall liest man mal etwas an und jedes Mal tut es einem leid, wenn man gedenkt sich für etwas zu entscheiden, weil dann das andere auf der Strecke bleiben würde. Dazu die Ungewissheit, ob ihm die Themenwahl so auch recht ist… Also mal wieder: viel Arbeit, wenig konkretes Ergebnis… aber es bleiben ja noch ein paar Tage…

05.08.2013 um 22:17 Uhr

Touristenbeobachtung

von: Alcide

Meine Mittagspause verbringe ich hin und wieder in einem kleinen Café einen Straßenzug von meiner Arbeitsstelle entfernt… Jetzt in den Sommermonaten finden sich dort immer recht viele deutsche Touristen ein. Und ich habe in der Regel eine große Freude daran sie unauffällig zu beobachten. Besonders dieser offensichtliche Kontrast zwischen einer bemühten guten Laune (man macht ja schließlich Urlaub) und der doch erbarmungslos durchschimmernden miesen Laune (Stress, Hitze, Leute, Organisationszwang, quengelnde Kinder) ist bisweilen amüsant…

Aber es gibt auch Landsleute, die wirklich unangenehm sind. Die Bedienung (Typ: blond, flink, fröhlich, froh) hatte sich erkundigt, ob „alles recht“ war und machte sich abräumend auf den Weg Richtung Café-Innenraum, da sagt Tourist A zu Tourist B: „Ach, die ist nur so freundlich, weil sie Trinkgeld haben will. Kennen wir doch…!“ In einer Lautstärke, dass es bestimmt auch ja jeder andere im Cafe mitbekommen muss. Was soll das? Will dieser Typ zum Ausdruck bringen, dass er als einziger diese ‚lokalen Schmarotzer‘ durchschaut hat, die sich mit Schmeichelei und Freundlichkeit an das Touristen-Wirtstier hängen bis der Geldbeutel leer gesaugt ist… Und es ist auch so respektlos gegenüber der Bedienung, die jeden Tag versucht nett zu sein, auch wenn es oft stressig ist und heiß und langweilig…

05.08.2013 um 20:51 Uhr

Wie in einen umgekehrten Abgrund

von: Alcide

„Wenn es dunkel wird und der Ostwind weht, greifen hier die Leute scharenweise zum Strick und hängen sich auf, wie andere ‚gute Nacht‘ sagen. Und warum? Weil sie hungern? Weil sie frieren? Nein, dieses Land gibt ihnen allen Überfluß, wie Israel in der Bibel verhießen wurde, es gibt ihnen keine Ruhe, kein Gefühl der Sicherheit. Denn wenn sie in die Höhe blicken, zeigt sich ihnen der Himmel, und in diesen weiten Himmel stürzt alle Ruhe und Sicherheit wie in einen umgekehrten Abgrund.“

(Aus: Aleksandar Tisma: Treue und Verrat)

05.08.2013 um 20:45 Uhr

Intervention zu "1984"

von: Alcide