Schatten sind viele

31.12.2013 um 07:55 Uhr

Literatur 2013: Personal Best

von: Alcide

1. Haruki Murakami: Kafka am Strand
2. Peter Weiss: Abschied von den Eltern
3. Peter Handke: Wunschloses Unglück
4. Michel Houellebecq: Karte und Gebiet
5. Sibylle Berg: Danke für das Leben
6. Friedrich Hölderlin: Le liriche
7. Jakob Arjouni: Kismet
8. Aleksandar Tisma: Treue und Verrat
9. Wolf Haas: Der Knochenmann
10. Knut Hamsun: Auf überwachsenen Pfaden

31.12.2013 um 07:54 Uhr

Musik 2013: Personal Best

von: Alcide

1. Arcade Fire: Intervention
2. Raumeau: Tristes apprêts pâles flambeaux (Castor & Pollux)
3. Edward Sharpe & The Magnetic Zeros: Thats’s what’s up
4. Mozart: Laudate dominum
5. Arcade Fire: Sprawl II (Mountains beyond mountains)
6. Windsor for the Derby: Melody of a fallen tree
7. David Ford: There is a light that never goes out
8. Arcade Fire: Ocean of noise
9. Florence and the Machine: Cosmic love
10. Edward Sharpe & The Magnetic Zeros: Every part of you

31.12.2013 um 07:52 Uhr

Filme 2013: Personal Best

von: Alcide

1. Django unchained
2. Melancholia
3. In meinem Himmel
4. Black Swan
5. Marie Antoinette
6. Inception
7. House of flying daggers
8. The tree of life
9. Kick Ass
10. Watchmen

31.12.2013 um 07:49 Uhr

Serien 2013: Personal Best

von: Alcide

1. Borgen: Gefährliche Seilschaften I
2. Borgen: Gefährliche Seilschaften II
3. Dexter V
4. Real humans
5. Homeland I
6. Borgen: Gefährliche Seilschaften III
7. Homeland II
8. Under the dome I
9. House of cards I
10. Once upon a time I

21.12.2013 um 04:40 Uhr

Negation

von: Alcide

Negation… als hätte ich mich selbst verlegt… achtlos… an einen Ort so ganz ohne Zugang in das Sein, an den nur Geräusche von ferne noch heranreichen… Ahnung eines anderen Raumes, dort, irgendwo, so deutungslos… der Geschmack von Erinnerung lange schon verblasst… Traumblumen aus Schnee verbrennen im letzten Schein der Dunkelheit…. Worte... eine letzte Suche… nach einer Ahnung von Aufbegehren… und Schweigen krallt sich mir in die Seele…

21.12.2013 um 00:02 Uhr

Peter Weiss: Abschied von den Eltern

von: Alcide

In der autobiographischen Erzählung blickt der Autor zurück auf seine Kindheit, Jugend und sein Erwachsenwerden. Anlässlich des Todes seiner Eltern fragt er sich nach der Bedeutung dieser beiden „Portalfiguren“ für sein Leben. Als „peilend zwischen Aufruhr und Unterwerfung“ charakterisiert er seine Haltung ihnen gegenüber. Doch leider hat ein wirkliches liebevolles Miteinander nicht stattgefunden wie dem Autor am Beginn des Werkes schmerzvoll bewusst wird: „Bei ihrem fast gleichzeitigen Tod sah ich, wie tief entfremdet ich ihnen war. Die Trauer, die mich überkam, galt nicht ihnen, denn sie kannte ich kaum, die Trauer galt dem Versäumten, […]. Die Trauer galt der Erkenntnis eines gänzlich missglückten Versuchs von Zusammenleben, in dem die Mitglieder einer Familie ein paar Jahrzehnte lang beieinander ausgeharrt hatten.“

Das Buch ist jedoch weit mehr als eine Auseinandersetzung mit den Eltern. Es ist eine Entwicklungsgeschichte mit ihren Verirrungen und ihren Verletzungen. „So lernte ich zu leben, ich weiß, etwas fehlte, ich tappe herum und suche, ich wimmere und schreie, und ich finde es nicht, ich wachse, ich reife, und die Bewegungsfreiheit wird mir immer mehr eingeengt, ich wage kaum mehr zu suchen, stoße mich überall an den Begrenzungen und verkrieche mich. […] Ich mache es mir heimisch in dem großen Mangel, in der Krankheit der Enttäuschung, der Machtlosigkeit und des Misstrauens. Und in der Tiefe leben die ungestillten Wünsche fort.“ Dabei geht die Entwicklung weg von einem als normgebend, starr und erstickend empfundenem Elternhaus und hin zu einem Leben als Künstler. Die Jugend des Ich-Erzählers besteht in diesem ständigen Kampf zwischen der normsetzenden Kraft der Gesellschaft, Erziehung (verkörpert durch die Eltern) und dem Hineinwachsen in eine neue Freiheit. Thematisch erinnert viel an Bücher von Hermann Hesse, der in Weiss‘ Biographie eine nicht unerhebliche Rolle spielte. Sehr lesenswert!

05.12.2013 um 01:43 Uhr

Nüchternheit

von: Alcide

Und hin und wieder so ein wundervoller Satz... Einfach, kurz, prägnant, raumöffnend… „Der Priester litt unter seiner Nüchternheit“, schreibt Wolfgang Koeppen („Tauben im Gras“)… Ich kann ihn mir gut vorstellen diesen Priester, wie er vor dem Altar steht, die betende Gemeinde vor sich, sich emotional auf das Kommende einstellend, und ihm plötzlich wieder gewahr wird, dass er die von ihm erwartete Rolle nicht gänzlich auszufüllen vermag: Verkündigung des Gottesworts durch seinen Mund… Der Weltschöpfer, der Herr aller Dinge erwählte sich ausgerechnet ihn, und er hörte doch den Ruf, verstand es als Berufung, sah die Zeichen und nun… nun will sich Ergriffenheit nicht einstellen, die einzig in der Lage gewesen wäre, den Mangel an Charisma zu kaschieren… er weiß, er ist nicht in der Lage das Wort mit Seele zu erfüllen… Er sieht den Abgrund, der sich nun auftut: zwischen der Exaltiertheit des verkündeten Inhalts und dem Träger dieser Botschaft, nämlich sich selbst… und der nächste Satz lautet: „Das Flüstern der betenden Mäuse rieselte wie Sand über ihn.“