Schatten sind viele

27.07.2014 um 18:16 Uhr

Wandern

von: Alcide

26.07.2014 um 13:27 Uhr

Das, was sein soll

von: Alcide

„Man hatte mich dazu erzogen, das, was sein soll, mit dem zu verwechseln, was ist […]“

(Aus: Simone De Beauvoir: Memoiren einer Tochter aus gutem Hause)

20.07.2014 um 17:33 Uhr

Veränderungen

von: Alcide

Nach vier freien Tagen wartet morgen wieder die Arbeit auf mich. Und noch so viel anderes an Unbehagen: eventuell das Angebot für eine neue Arbeitsstelle (zwar finanziell besser, aber eigentlich uninteressanter, dafür sicherer) und eventuell ein Umzug. Viele Ungewissheiten also, und diese Monate der Schwebe, der Anspannung gehen weiter… Ich mag diese (vermeintlichen) Übergangsphasen nicht.

Veränderung im Leben hat immer etwas von einem Tausch: man lässt eine Arbeitsstelle bzw. Wohnung hinter sich, nimmt etwas Neues an, aber über das letztliche Wohlfühlen kann man vorher nicht wirklich etwas sagen, weil es auf Meinung beruht und nicht auf Erleben. Noch ist es alles Vorstellung. Sie hat sich im Alltag noch nicht bewährt. Erst im Erleben, nach ein paar Wochen, vielleicht Monaten, lässt sich feststellen, ob die Veränderung sinnvoll war. Ob der Tausch erfolgreich war.

19.07.2014 um 22:22 Uhr

Soziologische und individual-psychologische Aspekte des Fußballs

von: Alcide

Die vier Wochen Fußball-WM waren gut. Haben mir Struktur gegeben für den Tag; eine Freude, die jeden Abend bevorstand, auf die hin es sich zu warten lohnte. Ich merke wie mir der Fußball fehlt und zugleich fühlt sich das töricht an.

Schon eigenartig welch‘ eine Funktion dem Fußball für den ‚modernen‘ Menschen zukommt. Was früher noch der Heiligenkalender und daran gebundenen  Feierlichkeiten des Dorfes waren, das sind heute diese ritualisierten, sportlichen Großveranstaltungen. Hier darf hemmungslos gejubelt und gegrölt werden, hier dürfen Affekte abreagiert werden und es dürfen Tränen fließen. Selbst die wirtschaftliche Verwertbarkeit des Individuums durch den Arbeitsprozess scheint vorübergehend nur mehr an zweiter Stelle zu stehen. Die Grenzen von Herr und Knecht verschwimmen für kurze Zeit. Ein anderer Rhythmus wird tragend für das Ich, und indem er dem (scheinbar so wichtigen sporthistorischen) Ereignis beiwohnt erlebt er sich als größer, als mächtiger und im Zentrum stehend. Der Ablauf der Dinge ist ein freudiger. Das Spiel (der Sport) ermöglicht symbolisch das Ausleben eines Tuns abseits des ökonomischen-individuellen Lebensvollzugs. Von Friedrich Schiller gibt es dieses Zitat, wonach der „Mensch eigentlich erst Mensch wird wenn er spielt“. Vielleicht ist ja das damit gemeint. Der Fußball ermöglicht in dieser Hinsicht vielleicht tatsächlich ein ‚höheres‘ Sein. Nicht nur die ästhetischen Aspekte des Spiels, (die Ballführung mancher Spieler ist geradezu von einer zauberhaften Zartheit), nein, weil uns der Fußball in andere Zusammenhänge stellt, die entbunden sind vom Zwang der individuellen Bewährung, und stattdessen die Unmittelbarkeit des Gefühlslebens in Gemeinschaft ermöglicht.

07.07.2014 um 19:47 Uhr

Angst

von: Alcide

Die Angst ist wie ein nasses Tuch, das sich von Zeit zu Zeit über mein Leben legt und mir den Sauerstoff zum Atmen nimmt.

Das Resultat ist eine gewisse Freudlosigkeit… nicht nur bei der Erledigung der lästigen Pflichten, auch in den Dingen, die mir sonst Freude geben…. Diese Freudlosigkeit ist nicht Teil meines Wesens, sie ist das was übrig bleibt davon...

05.07.2014 um 13:14 Uhr

Glücksstreben

von: Alcide

Der Mensch will glücklich sein. Dahin geht sein ganzes Streben. Ist er nicht glücklich, so überfällt ihn Unruhe. Er möchte raus aus diesem Zustand, und kann er der Situation, die ihn scheinbar in diesem Unglücklichsein belässt, nicht entkommen, so wird aus der Unruhe ein schmerzvolles Unglücklichsein. Das Unglücklichsein ist Resultat einer gefühlten Machtlosigkeit. Handlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt bzw. ganz verunmöglicht. Der Weg zu einem gewollten Glück versperrt. Die Pfade zu Fröhlichkeit und Zufriedenheit wie abgeschnitten.

Über das Glück schreibt Sigmund Freud in „Das Unbehagen in der Kultur“ lapidar: „… die Absicht, dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten.“ Als ließe sich der Anspruch, den der Mensch an seine Existenz hat, durch den Blick auf die Kürze seiner Existenz, kleinreden. Im Gegenteil, gerade wegen der Einmaligkeit, wegen der Unwiederbringlichkeit der Augenblicke, verlangen wir danach, das Leben mit Wert zu füllen. Glück ist demnach nicht Selbstzweck, sondern ist Indikator für Werthaltigkeit.