Schatten sind viele

05.03.2016 um 22:15 Uhr

Nacht

von: Alcide

Aus modrigen Schatten
tropft Nacht in meine Seele.
Stille benetzt
die Lippen des Einsamen.
Mein Atem
gerinnt zu Staub.
Kalt flackert mein Schweigen
unter Mond und Sternen.

Im Rausch des Schlafs
erstickt die Sehnsucht.
Im Labyrinth der Träume
falle ich in einen neuen Tag.

01.03.2016 um 20:40 Uhr

Traurigkeit

von: Alcide

Das Leben ist ein Tanz zwischen Elend und dem Wunderbaren. Zwischen Schwere und Leichtigkeit. Zwischen Missklang und Harmonie. Wie immer bin ich irritiert wenn mir das Leben nur mehr grau und glanzlos erscheint. Wie eine dunkle Wolke fühle ich den Vorwurf  über mir, dass ich meine Lebenszeit vergeude, wenn ich dem Negativen der Gefühlswelt zu viel Beachtung schenke. Doch die Affekte sind da. Machen sich körperlich bemerkbar in Verkrampfung, Verspannung und Kopfschmerzen. Und ich kann sie nicht loslassen. Würde sie gerne abschütteln. Will sie loswerden, diesen ständigen inneren Monolog, dieses schweigende Jammern in mir, diesen Vorwurf an Welt und an mich selbst.

Das Grundmotiv der letzten Wochen ist Traurigkeit. Traurigkeit über den Verlust von Nähe, Vertrauen und Freundschaft. Es schmerzt, wenn ich darüber nachdenke. Also versuche ich darüber nicht nachzudenken. Aber es fühlt sich nicht gut an. Wie ein Farbfilm, der plötzlich nur mehr in Schwarz-Weiß läuft. Ein Zurücksinken in eine Zeit ohne Fülle. In eine Zeit, in der die Hoffnung in der Zukunft lag. In der ich mir genau das imaginierte und wünschte, was jetzt in der Vergangenheit liegt. Es ist vor allem auch der Wegfall dieses Hoffnungsmotors in mir, der schmerzt. Wie eine Kurve, die irgendwann einen Scheitelpunkt erreicht hat und dann rapide abfällt ohne die Hoffnung auf einen neuen Aufschwung.