Schatten sind viele

25.05.2017 um 23:40 Uhr

Umflort von Nacht

von: Alcide

Umflort
von Nacht
leb‘ ich die
Tage

zu tun,
zu leisten,
Tagwerk

Sicherheit
suchend,
Freiheit
begrabend

mondgrau
das Herz
lichtsuchend
im Tal der
Schatten

zwischen
Trauer und
Überwindung

schwindet
die Sehnsucht
im Feuer des
Lebens zu
Asche

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLyriost schreibt am 02.06.2017 um 23:38 Uhr:Nein, nein, die Sehnsucht schwindet nicht, sie sinkt nur bisweilen hinab in die Tiefe, um sich vom Lärm der Leere zu erholen, schwelt jedoch weiter heimlich unter dem bröckelnden Schutt der Ebenen.
  2. zitierenAlcide schreibt am 03.06.2017 um 19:02 Uhr:Der "Lärm der Leere" ist gut. Ja, vielleicht liegt sie dort noch irgendwo unter Trümmern, und kann nicht atmen, es sei denn man entdeckte hinter dem "Schleier des Nichts" (Heidegger) das eigentliche, wahre Sein.
    Sehnsuchtsverlust ist Abfall vom Eigentlichen. Seinsverlust. Verfallensein an das Man (wieder Heidegger).
  3. zitierenLyriost schreibt am 04.06.2017 um 12:31 Uhr:"Da hat der Heidegger wieder mal recht." Wahrscheinlich. Weshalb jedoch er in persona sich so sehr im Man verstrickte, trotz aller Verfallenseinsreflexion, bleibt mir auch nach der Lektüre einiger Bücher mit Erklärungsversuchen sein ganz spezifisches Soseinsmysterium. Vielleicht sollte mal über den Wandel der Sehnsuchtsbilder vor dem zeithistorischen Hintergrund nachgedacht werden und über die ästhetische Plastizität des Menschen im Angesicht des Menschenbildmalers Zeitgeist.
  4. zitierenAlcide schreibt am 04.06.2017 um 19:50 Uhr:Ja ja, der Zeitgeist. Erklärt sich mir vor allem aus der Soziobiologie. Der elementaren Bedeutung sich als Teil einer Gruppe, einer Bewegung fühlen zu wollen. Nur nicht alleine zurückbleiben.
    Der Verstand dient dann mehr der Rationalisierung. Seinen Verrat nicht als solchen benennen zu müssen. Ist heute auch nicht anders.
    Bei Heidegger in der Tat besonders tragisch. Er war ja nicht nur Intellekt (i.d.R. die Waffe des Opportunisten), sondern Geist.
  5. zitierenLyriost schreibt am 11.06.2017 um 23:17 Uhr:Wie sagt Schopenhauer: "Die Vernunft ist die Dienerin des Willens." Ganz ähnlich Bernhard von Clairvaux. Und, so denke ich: auch des Willens rationale Maske.

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