Die eierlegende Wollmilchsau

12.11.2011 um 21:45 Uhr

Mir fällt kein Titel ein. Was schreiben wir dann?

von: ameamagao   Kategorie: saloppe Katatonie

Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.
(Voltaire)

 
Perfekt! ^^
Ich lebe noch, es geht mir soweit gut, die Prüfungen sind vorbei und 
ich will nichts anderes mehr tun, als mich zu entspannen. Nach
Power-Lernen Literatur-Gewälze lasse ich es mir gerade so richtig gut
gehn. Naja, für meine Verhältnisse war auch die Prüfungszeit
entspannt. Hin und wieder Panik, hin und wieder "verdammter Scheiß,
ich werf einfach alles hin, ich hab keinen Bock mehr!" - aber alles in
allem war es eine gute Zeit. Anstrengend, aber gut. Schritt für Schritt,
immer ein wenig mehr abgehakt. Mein Zeitplan hat immer halbwegs
gepasst, daher hielt sich der Stress in Grenzen. Keine Nachtschichten,
spätestens 02:00 lag ich immer im Bett und wenn an einem Tag mal
nicht so viel ging, war es eben so.
Gott sei Dank hab ich viel mit einer Freundin (K.) lernen können. 
Besonders vor einer Prüfung hatten wir beide Angst (die einzige
Prüfung, bei der ich hart an der Grenze war). Es gab Horrorgeschichten
zum Prüfer ("Wenn du eine Sache nicht weißt, dann bohrt der ewig
rum und lässt nicht locker! Und dann fällst du entweder durch oder
kriegst ne 4!"), von allen Seiten immer wieder das Gleiche und bei
einem dicken Skript von 500 Seiten kann man nunmal nicht alles
wissen. Es geht nicht. Ich kann mir nicht jedes Detail, jede Zahl, jeden
Namen und jede Theorie merken. Dafür war es einfach zu wenig Zeit,
obwohl ich die Zusammenfassung des 500-Skripts Gott sei dank schon
während des Semesters gemacht habe. 1,5 Wochen für
Vertiefungsthema und Skript in- und auswendig lernen reichen einfach
nicht. Tja, wir haben gebibbert, haben uns hoch und runter abgefragt, damit
wir überall einen guten Überblick haben und - sofern es die Zeit zuließ -
ein paar Details auswendig wussten. Wir haben uns wirklich den
Allerwertesten abgelernt, z.T. 14 Stunden am Tag. Wir haben alles
gegeben, reingehaun, zusammen über den Prüfer geschimpft und uns
wieder aufgebaut. Wir wussten beide: wenn er nicht in die Tiefe fragt
und wissen will, was Detail A zu Theorie B von Übertheorie FY sagt,
schaffen wir's. Tja, aber was, wenn er wirklich diese Details will - und
nicht locker lässt, wenn man sie nicht weiß?
Prüfungstag - Paniktag. K. hat mich morgens angerufen, dass sie ein 
wenig "Leidteilen" braucht, weil sie sich bereits drei Mal übergeben
hätte. Stressmagen. Ich beruhigte sie - und übergab mich nach dem
Telefonat erstmal selbst *lach*. Am Ende bin ich mit einer
Scheißegal-Haltung in die Prüfung gegangen. Ich hab durchgelernt, ich
hab so viel gemacht, wie möglich war, ohne mich zugrunde zu richten
- wenn der Prüfer meinte, einen trotzdem durchfallen zu lassen, sollte
er es halt machen. PAH! Ende vom Lied? Ein Überbegriff war mir entfallen, dafür konnte ich die Details aufzählen
(hätte ich nie gedacht *lach*). Er half mir auf die Sprünge, ganz mir
Tipps, ich versuchte es, kramte im Hirn rum, wusste genau, wo der
Begriff stand - aber es fiel mir nicht ein. Er versuchte weiter mir zu
helfen (moment, sagten nicht alle, er würde bohren? Er wollte mir
helfen, ich glaube ich war mehr davon irritiert, weil ich dachte, er
zerpflückt mich gleich), aber ich wusste es einfach nicht mehr. "Ach, macht nichts, Frau ame. Es sind die projektiven Tests." - "Natürlich, klar." War das nun die 4? Konnte ich mir irgendwie nicht vorstellen, weil er
so lieb, nett und angenehm war. Eine entspannte Atmosphäre - wann
würde es denn höllisch werden?
Es wurde nicht mehr höllisch. Sogar, als ich zwei Methoden miteinander 
verwechselte, korrigierte er mich einfach kurz und gut war. Nix
Schlimmes, nix Dramatisches, kein Horror, kein Arsch, n i c h t s !
Ganz einfach und entspannt. Den Rest wusste ich, konnte alles
erzählen, Verknüpfungen ziehen - und siehe da, es war nicht schlimm,
dass ich einen Überbegriff nicht wusste und zwei Methoden vertauscht
hatte. Ich musste herzhaft lachen. Ein halbes Jahr zuvor hatte ich eine
Kommilitonin getroffen, bei der es nicht gut lief und von der ich eine
der Horrogeschichten hörte. Nach mir war eine Dame in der Prüfung,
die auch diese Horrorgeschichte zum Besten gab. Ich frage mich wirklich, was da los war und weshalb genau es bei ihnen
so blöd war. Ich versteh es nicht - ich fand ihn klasse und hätte
nichtmal einen Bruchteil der Angst haben müssen, die ich gehabt hatte.
*gg* Wieder was gelernt: verlass dich nie voll und ganz auf
Schreckensgeschichten Anderer ^^. Vielleicht lag er mir, weil mir das
Thema Spaß gemacht hat. Anders kann ich es mir nicht erklären ^^.
 
Tja, so  gingen die Prüfungen vorbei, wir haben gefeiert, ich war 
endlich mal wieder bei meiner Familie - und nun geht es entspannt
weiter. Nebenjob, Diplomarbeit, drei Veranstaltungen in der Uni, die
ich gerne noch mitnehmen möchte. Alles entspannt, alles in Ordnung.
Zwischendurch anstrengend, zwischendurch will man alles hinwerfen,
aber am Ende geht man doch einfach nur einen schritt nach dem
anderen. Und dann ist alles gut. Einfach nur gut.
 
 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenangelmagia schreibt am 12.11.2011 um 21:50 Uhr:Und dann ist alles gut. Genau.
    Was ein wunderschöner Bericht liebe Ame und ich freue mich sehr von dir zu lesen.

    Schön, dass es dir gut geht und dass du den ganzen Stress nun erst einmal hinter dir hast. Ich freue mich sehr für dich.

    Ganz liebe Grüße an dich.
  2. zitierenAnnabel_64 schreibt am 12.11.2011 um 22:01 Uhr:Ich schließe mich angelmagia an... Schön, dass es so gut gelaufen ist. Viel Spaß bei allem, was jetzt folgt. :)
  3. zitierenJOblogt schreibt am 13.11.2011 um 15:27 Uhr:schön wieder von dir zu lesen,
    schön das du die prüfung hinter dir hast.
    was sag ich schön - ich freu mich mit dir das alles geklappt hat.
    herzlichen glückwunsch und weiterhin viel erfolg! ; ) JO
  4. zitierenNeosWelt schreibt am 13.11.2011 um 16:33 Uhr:es liest sich so leicht, beschwingt, glücklich, relaxed... *lächel*
    ich freu mich für dich! oder mit dir!? egal - beides ... :)
  5. zitierenameamagao schreibt am 15.11.2011 um 15:41 Uhr:Wie lieb von euch, danke. Es ist schön, mal wieder von euch zu lesen. :) Danke ihr Lieben.
  6. zitierensternenschein schreibt am 16.11.2011 um 01:49 Uhr:Anstrengend aber gut. Schritt für Schritt.
    DU hast es geschafft, liebe ame, nicht irgendwer oder irgendwas. Einfach DU.
    Herzlichen Glückwunsch und ein bisschen Entspannung kannst du wohl gut gebrauchen denke ich..
    Liebe Grüsse
  7. zitierenSuperschalker schreibt am 16.11.2011 um 18:44 Uhr:Du hast einen guten Job gemacht.
    Super!

    Ich wusste, dass alles gut wird/ist!!!
  8. zitierenindalo schreibt am 19.11.2011 um 08:04 Uhr:Herzlichen Glückwunsch! Das bedeutet echt was, wenn man's hinter sich hat. Auch wenn es ein im Nachhinein nicht mehr so schlimm vorkommt - ich frag mich immer wieder, warum das so ist. Aber wenn's vor einem liegt, scheint es gelegentlich nicht zu bewältigen zu sein. Und doch schafft man es, irgendwie. Ach, wie oft will ich gerade alles hinschmeißen.

    Genieß die Zeit!
  9. zitierenkatastrophenkind schreibt am 29.11.2011 um 18:20 Uhr:Wer hat immer gesagt, dass du das ganz "locker" durchziehst und dich eigentlich gar ned verrückt macehn musst...? Hm...? Hm...?? HM...???

    Vermiss dich...

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